Unterrichtsfeinplanung zum Thema „Einkaufen/ Essen/Trinken“ in einem Integrationskurs

Analyse des Lehrwerks „Schritte plus“ unter dem Aspekt des handlungsorientierten Lernens


Unterrichtsentwurf, 2010
20 Seiten

Leseprobe

1. Arbeitsblatt

Unterrichtsfeinplanung zu einer auszuwählenden Fertigkeit oder zu kombinierten Fertigkeiten und zu einem auszuwählenden Thema:

Erstellen Sie eine Unterrichtsfeinplanung in Form einer Lehrskizze für eine Unterrichtseinheit von 90 Minuten zu einem auszuwählenden

Thema: Einkauf

1.1 Zielgruppe:

Es handelt sich um einen heterogenen Frauen-Integrationskurs, der aus zehn Teilnehmerinnen marokkanischer und türkischer Herkunft besteht. Die Sprachkenntnisse der Teilnehmerinnen liegen auf dem Niveau A1. Die Lernenden können sich in alltäglichen Situationen verständigen; es bestehen jedoch Schwierigkeiten beim sprachlichen Ausdruck, da der Wortschatz beschränkt ist. Die Frauen haben in ihren Heimatländern weder eine schulische noch eine akademische Ausbildung genossen, befinden sich seit ca. 5-10 Jahren in Deutschland und haben zum größten Teil bereits entweder an einem Alphabetisierungs- oder an einem anderen Sprachkurs teilgenommen. D.h., dass die TN zum Anfang des Kurses alphabetisiert waren, es bestand jedoch ein hoher Bedarf an Nachbesserung der Schreib- und Sprechgewohnheiten. Das Durchschnittsalter der Frauen liegt bei ca.34 Jahren, wobei die jüngste Teilnehmerin 27 und die älteste 45 Jahre alt ist. Die TN sind lernfähig, interessiert und engagiert, haben aber auf Grund ihrer Herkunft, sozialen und familiären Situation Lernschwierigkeiten und sind eher als lernungewohnt zu bezeichnen. Alle Frauen sind arbeitslos, zum größten Teil Empfängerinnen von Arbeitslosengeld II, verfügen über geringe soziale Kontakte. Bis auf ein Paar Ausnahmen wird der Kurs, der drei Mal wöchentlich (12 UE pro Woche) stattfindet (Dienstags, Mittwochs und Donnerstags von 8:30 bis 11:30 Uhr), regelmäßig besucht.

Auf Grund der o.g. Unregelmäßigkeiten und Störfaktoren entwickelt sich der Kurs mit einer flachen Progression.

Unterrichtsmaterial:

- Niebisch, Daniela; Penning-Hiemstra, Sylvette; Specht, Franz; Bovermann, Monika; Reimann, Monika: Schritte 1; Kursbuch mit dem integrierten Arbeitsbuch und beigefügten Audio-CD. Hueber Verlag, Ismaning, 2003.
- Klimaszyk, Petra; Krämer-Kienle, Isabel: Schritte 1, Deutsch als Fremdsprache, Lehrerhandbuch, 1.Auflage. Ismaning, 2004.
- CD 1 zum Kursbuch;
- Tafel, Kreide, Marker
- Selbsterstellte Bildkarten mit div.Lebensmitteln.

Seite: Arbeitsbuch, Lektion 3, S.24 – S.31.

Lehrerhandbuch, Methodische Hinweise zu Lektion 3, S. 32-39

Lernziel/e: Die TN können Lebensmittel benennen und einen Einkaufszettel selbst schreiben.

Lerninhalte: Wortschatz und Redemittel zum Thema „Lebensmittel. Einkaufen im Supermarkt.“

II. Unterrichtsfeinplanung 2. Arbeitsblatt

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei der nächsten Stunde ist ein Ausflug in den Supermarkt geplant. Die TN sollen ihre im Unterricht erstellten Einkaufszettel mitnehmen und die aufgeschriebenen Lebensmittel selbständig einkaufen. Anschließend wird im Klassenraum besprochen, was man eingekauft hat und welchen Preis die Lebensmittel haben.

III. Analyse eines Lehrwerks 1. Arbeitsblatt

Wählen Sie einen Analyseschwerpunkt aus und erläutern Sie, warum Sie diesen gewählt haben.

In meinem DaZ-Unterricht arbeite ich unter dem Motto „In der Sprache liegt die Macht!“. Der Slogan beinhaltet sowohl die Beherrschung von schriftlichen als auch der mündlichen Sprache. Dennoch ist es nicht der Schwerpunkt meines Unterrichtkonzepts. Als Lehrkraft bin ich bemüht, den TN die Sprache derart beizubringen, dass sie diese als Instrument in ihrem Alltag anwenden und sich in gewöhnlichen Situationen verständigen können. Dies bedeutet, das der Unterricht handlungsorientiert gestaltet wird. Auf Grund dessen habe ich mich für die Analyse des Lehrwerks Schritte für den Schwerpunkt „ handlungsorientierter Unterricht “ entschieden.

Handlungsorientierter Unterricht beinhaltet einen Mix aus Theorie und Praxis, der am besten in einer Gruppen- oder Projektarbeit umgesetzt werden kann. Die TN sollen ein Gefühl Kooperationsbereitschaft in einem Team bekommen. In einem handlungsorientierten Unterricht ist nicht nur die aktive Arbeit der KL gefragt. Die TN sind aufgefordert, sich aktiv an dem Unterricht zu beteiligen, ihn mitzuveranstalten und die im Unterricht erworbenen Kenntnisse in den alltäglichen Situationen frei anzuwenden.

Gerade in den Frauen- oder Elternintegrationskursen sollte handlungsorientierter Unterricht praktiziert werden. Die TN benötigen fertige Sprachmuster, um diese im Alltag umsetzen und um sich in die soziale Umgebung schnellstmöglich integrieren zu können. Dabei sollten aber die theoretischen Sprachaspekte wie die Grammatik nicht aus der Acht gelassen werden. Grammatik ist in einem handlungsorientierten Unterricht ein beiläufiges Element; dennoch ist es für die TN wichtig zu wissen, wie die Sprache funktioniert und nach welchen systematischen Parametern einzelne Redemittel gebildet werden. Sobald diese Regeln verstanden sind, kann ein Sprachmuster problemlos angewendet werden. Beim mechanischen Auswendiglernen von Regeln kann der Lernende zwar die themenbezogene Übungen und Aufgaben lösen, wird jedoch diese in einer Situation außerhalb der Schule nicht frei anwenden können. Handlungsorientierter Unterricht ist „spannend“ und fördert auf Grund dessen den Lernprozess.

An einer Gruppe von Frauen mit Migrantenhintergrund lässt es sich am besten festhalten, warum solch ein Integrationskurs handlungsorientiert gestaltet werden sollte. Dabei soll die KL die Einstellungen und Lernbedürfnisse der TN kennen und berücksichtigen.

Frauen spielen als Mütter und Ehefrauen eine wichtige Rolle in der Familie. Sie sind für die Erziehung und Wohlergehen ihrer Kinder verantwortlich: sei es in der Schule, in einem Verein, unter den Freunden oder im Fall einer Krankheit. Also ist man als Mutter daran interessiert, die Mitakteure des eigenen Kindes zu verstehen. Die Frauen zeigen Interesse an Themen wie Kommunikation mit Ärzten, Ämtern oder mit der Schulleitung, Besuch im Supermarkt oder Angelegenheiten mit den Vermietern. Schritt für Schritt werden in einer vertrauensvollen Atmosphäre entsprechend den Themen Ideen gesammelt, Sprachmuster werden eingeübt. Als ein handlungsorientierter Abschluss einer Lektion bietet sich eine Projektarbeit am besten an. Man kann gemeinsam einen Besuch bei der ARGE oder Ausländerbehörde organisieren, einkaufen gehen, in einem Cafe gemeinsam etwas bestellen oder die Schulleitung in den Unterricht einladen und mit ihr über die Probleme der Kinder sprechen. In der Regel freuen sich TN auf solche Projekte und ganz besonders auf die Ausflüge mit der KL in die Außenwelt.

III. Analyse eines Lehrwerks 2. Arbeitsblatt

Lehrwerk: Niebisch, Daniela; Penning-Hiemstra, Sylvette; Specht, Franz; Bovermann, Monika; Reimann, Monika: Schritte. Hueber Verlag, Ismaning, 2003.

Das Lehrwerk besteht aus sechs Bänder. Schritte 1 und 2 decken Niveaustufe A1 ab, 3 und 4 – Niveaustufe A2, 5 und 6 – Niveaustufe B1.

Jeder Band enthält ein Kursbuch und ein Arbeitsbuch. Zusätzlich gibt es zu jedem Band Hörmaterialien auf CD/Kassette sowie Glossare für verschiedene Ausgangssprachen. Ein Lehrerhandbuch (auch als interaktives Lehrerhandbuch auf CD-Rom erhältlich) bietet methodische Tipps, Vorschläge zu Binnendifferenzierung und Verweise auf die Übungen im Arbeitsbuch. Die zum Kursbuch beigefügte CD bietet Übungen zum Arbeitsbuch. Zwei CD‘s zum Kursbuch (für KL) beinhalten Hörübungen zu jeder Lektion. Außerdem können Poster, CD-/DVD-Rom oder Kopiervorlagen (aus dem Lehrerhandbuch oder aus dem Internet) verwendet werden. Im Internetservice bietet der Hueber Verlag weiteres Material sowie für KL als auch für die TN.

Welche Angaben wurden im Lehrwerk gemacht zu:

1. Zielgruppe

„Schritte eignet sich besonders für Lernende, die in einem deutschsprachigen Land leben oder leben möchten. [...] Das Lehrwerk ist gedacht für Lernende, die über wenig Lernerfahrung verfügen und vielleicht noch keine andere Fremdsprache gelernt haben.“[1]

U.a. gibt es auf der Webseiten-Präsenz von Hueber Verlag eine andere Definition der Zielgruppe: „Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren in allen Grundstufenkursen (A1 bis B1) weltweit.“[2]

2. Zielsetzung

Das Lehrwerk ist für die Grundstufe geeignet und orientiert sich an die Vorgaben des europäischen Referenzrahmens. „Jeweils zwei Bände des sechsbändigen Lehrwerks führen zu den Niveaustufen A1, A2 und B1 und bereiten auf die Prüfungen Start Deutsch 1 und 2 sowie das Zertifikat Deutsch vor.“[3]

3. Aufbau

Jeder Band besteht aus sieben lernerorientierten alltagsbezogenen Lektionen a acht Seiten, die zunächst in einer Einstiegsdoppelseite eine Foto-Hörgeschichte darstellen. Die Foto-Hörgeschichte soll durch die Bilder und Hördialoge einen leichteren und spannenderen Einstieg in die neue Lektion ermöglichen. Die Fotos erleichtern den Einstieg in das Thema und aktivieren das Vorwissen. Außerdem vermittelt die Geschichte landeskundliches Wissen.

Jede Lektion beinhaltet fünf abgeschlossene Unterrichtseinheiten - „Lernschritte“ - A, B, C, D und E, die eine Steigerung in der Übungskomplexität aufweisen. Hier werden den Lernenden lexikalische und grammatische Übungen zur Erarbeitung und Festigung des neuen Lernstoffes geboten. Die vier Fertigkeiten (Hören, Lesen, Schreiben, Sprechen) werden in jedem Kapitel geübt.

Die Lernschritte A, B, C dienen der Einführung, Bewusstmachung, Übung und dem Transfer neuer Wörter und Wendungen und neuen grammatischen Strukturen. Die Überschriften der jeweiligen Seite enthalten ein Zitat aus der Hörgeschichte. Somit wird der übersichtliche und klare Einstieg in den neuen Schritt gewährt. Die Einstiegsaufgaben führen den neuen Stoff ein, sie beziehen sich ebenfalls auf die Foto-Hörgeschichte und das Zitat in der Kopfzeile. Grammatische Regeln sind mit den blauen Scheineinblendungen (kontinuierlich vom ersten bis zum letzten Band) markiert. Diese machen die Sprachstrukturen bewusst. Am Ende jeder Lerneinheit wird eine freie, oft spielerische Anwendungsübung vorgeschlagen. Diese dient dem Transfer des Gelernten.

Lernschritte D und E „dienen der Vertiefung und Erweiterung der rezeptiven (Lesen und Hören) und produktiven (Sprechen und Schreiben) Fertigkeiten“[4] und sind handlungsorientiert aufgebaut. Die vier Fertigkeiten sollten hier unabhängig von der Einstiegsgeschichte trainiert werden, obwohl sämtliche Bilder den direkten Bezug zu ihr aufweisen. Die Übungen in den Schritten D und E sind deutlich komplexer, als die in A, B oder C. Sie beinhalten alltägliche Gesprächssituationen, fordern Schreibfähigkeiten der TN und bereiten sie auf die freie Anwendung der im Unterricht gelernten Muster im Alltag vor.

[...]


[1] Niebisch, Daniela; Penning-Hiemstra, Sylvette; Specht, Franz; Bovermann, Monika; Reimann, Monika: Schritte 1; Kursbuch mit dem integrierten Arbeitsbuch und beigefügten Audio-CD. Hueber Verlag, Ismaning, 2003. S.6

[2] http://www.hueber.de/huebershop/detail.html?action=show&elka_id=345738&isbn=978-3-19-001851-2&selected_elka_id=499555&p=499554:499555, [8.05.2010]

[3] Vgl. Ebd. [8.05.2010]

[4] Klimaszyk, Petra; Krämer-Kienle, Isabel: Deutsch als Fremdsprache. Schritte 1. Lehrerhandbuch. Hueber Verlag, Ismaning, 2004. S.8

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Unterrichtsfeinplanung zum Thema „Einkaufen/ Essen/Trinken“ in einem Integrationskurs
Untertitel
Analyse des Lehrwerks „Schritte plus“ unter dem Aspekt des handlungsorientierten Lernens
Hochschule
Akademie Klausenhof gGmbH
Autor
Jahr
2010
Seiten
20
Katalognummer
V168990
ISBN (eBook)
9783640871308
ISBN (Buch)
9783640871438
Dateigröße
2202 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
DAF, DAZ, Unterrichtsfeinplanung, Unterrichtsentwurf, Schritte plus, Integrationskurs
Arbeit zitieren
Elena Kaznina (Autor), 2010, Unterrichtsfeinplanung zum Thema „Einkaufen/ Essen/Trinken“ in einem Integrationskurs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/168990

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