Simone de Beauvoir wird wohl primär als Ikone der ersten Feminismuswelle gesehen - und als Liebhaberin von Jean Paul Sartre. Ihrem Opus Magnum "Das andere Geschlecht" lässt sich jedoch neben jedweden emanzipatorischen Thesen, die zuhauf daraus geschöpft wurden, auch eine zutiefst freiheitliche Sicht auf die Frau entnehmen, die - fast alltagsnah als Gegenüber des Mannes und auch zum Wohl einer bewussten Beziehung zweier verantwortungsbewusster Individuen - ihr eigenes Leben bewusst, authentisch, eigenverantwortlich und selbstbestimmt führt und gestaltet.
Die vorliegende Arbeit will de Beauvoirs Werk unter Hinzuziehung ihrer weiteren philosophischen und literarischen Schriften als Anleitung und Aufruf zu einem authentischen Leben in Freiheit und Selbstverwirklichung verstehen, was sowohl Herausforderungen als auch Eigenverantwortung mit sich bringt. Die Arbeit will zeigen, dass de Beauvoirs Botschaft nicht nur speziell an einem jenen Weltfrauentag einschlägig ist, sondern als grundsätzliche Lebensschule gelten kann. Hierfür soll zunächst in das existentialistische Denken de Beauvoirs eingeführt werden, um darauf aufbauend die Dimensionen der Passivität und Unterdrückung der Frau differenziert zu beleuchten und verständlich zu machen. Auf der Grundlage dieser Erkenntnis soll schließlich der Weg der Befreiung der Frau erarbeitet werden, der bei de Beauvoir den aktiven und herausfordernden Einsatz der Persönlichkeit der Frau umfasst. Als Vorbild einer authentischen Lebensführung und Selbstverwirklichung, die das Ziel dieses Weges sind, soll zuletzt Simone de Beauvoir als befreite Frau vorgestellt werden.
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- Hanna Waldstein (Author), 2021, Von Passivität und Unterdrückung zu Freiheit und Unabhängigkeit. Der Weg der Befreiung der Frau als individueller Bewusstheits- und Authentizitätsgewinn bei Simone de Beauvoir, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1690613