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Von Passivität und Unterdrückung zu Freiheit und Unabhängigkeit. Der Weg der Befreiung der Frau als individueller Bewusstheits- und Authentizitätsgewinn bei Simone de Beauvoir

Título: Von Passivität und Unterdrückung zu Freiheit und Unabhängigkeit. Der Weg der Befreiung der Frau als individueller Bewusstheits- und Authentizitätsgewinn bei Simone de Beauvoir

Trabajo Escrito , 2021 , 28 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Hanna Waldstein (Autor)

Ciencia política
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Simone de Beauvoir wird wohl primär als Ikone der ersten Feminismuswelle gesehen - und als Liebhaberin von Jean Paul Sartre. Ihrem Opus Magnum "Das andere Geschlecht" lässt sich jedoch neben jedweden emanzipatorischen Thesen, die zuhauf daraus geschöpft wurden, auch eine zutiefst freiheitliche Sicht auf die Frau entnehmen, die - fast alltagsnah als Gegenüber des Mannes und auch zum Wohl einer bewussten Beziehung zweier verantwortungsbewusster Individuen - ihr eigenes Leben bewusst, authentisch, eigenverantwortlich und selbstbestimmt führt und gestaltet.

Die vorliegende Arbeit will de Beauvoirs Werk unter Hinzuziehung ihrer weiteren philosophischen und literarischen Schriften als Anleitung und Aufruf zu einem authentischen Leben in Freiheit und Selbstverwirklichung verstehen, was sowohl Herausforderungen als auch Eigenverantwortung mit sich bringt. Die Arbeit will zeigen, dass de Beauvoirs Botschaft nicht nur speziell an einem jenen Weltfrauentag einschlägig ist, sondern als grundsätzliche Lebensschule gelten kann. Hierfür soll zunächst in das existentialistische Denken de Beauvoirs eingeführt werden, um darauf aufbauend die Dimensionen der Passivität und Unterdrückung der Frau differenziert zu beleuchten und verständlich zu machen. Auf der Grundlage dieser Erkenntnis soll schließlich der Weg der Befreiung der Frau erarbeitet werden, der bei de Beauvoir den aktiven und herausfordernden Einsatz der Persönlichkeit der Frau umfasst. Als Vorbild einer authentischen Lebensführung und Selbstverwirklichung, die das Ziel dieses Weges sind, soll zuletzt Simone de Beauvoir als befreite Frau vorgestellt werden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. Das existentialistische Denken Simone de Beauvoirs
    • 2.1. Grundthesen des Existentialismus
    • 2.2. Der Begriff der Situation
    • 2.3. Die Begriffe der Transzendenz und Immanenz
  • 3. Passivität und Unterdrückung der Frau
    • 3.1. Die Gesellschaft als Ursprung von Passivität und Unterdrückung der Frau
    • 3.2. Die Situation der Frau in der Unterdrückung
      • 3.2.1. Die entwicklungspsychologische Ausprägung der Unterdrückung der Frau
      • 3.2.2. Die historische Ausprägung der Unterdrückung der Frau
    • 3.3. Die Identität der Frau in der Unterdrückung
  • 4. Freiheit und Unabhängigkeit der Frau
    • 4.1. Der zeitlose und eindringliche Aufruf Simone de Beauvoirs zu einem Leben in Freiheit
    • 4.2. Der Wille als Bedingung zur „sittlichen Freiheit“
    • 4.3. Freiheitsangst und Bequemlichkeit als Hindernisse auf dem Weg der Befreiung
    • 4.4. Bewusstwerdung als Voraussetzung zur Freiheit
  • 5. Simone de Beauvoir als Vorbild einer befreiten Frau
  • 6. Fazit
  • 7. Literatur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit knüpft an Simone de Beauvoirs Werk an, um den Weg der Befreiung der Frau als individuellen Bewusstheits- und Authentizitätsgewinn zu beleuchten. Sie versteht de Beauvoirs Schriften als Anleitung und Aufruf zu einem authentischen Leben in Freiheit und Selbstverwirklichung, wobei gezeigt wird, dass ihre Botschaft als grundsätzliche Lebensschule gelten kann.

  • Grundlagen des existentialistischen Denkens von Simone de Beauvoir.
  • Analyse der gesellschaftlichen und individuellen Ursachen für Passivität und Unterdrückung der Frau.
  • Erarbeitung des Weges zu Freiheit und Unabhängigkeit durch Willenskraft und Selbstbewusstsein.
  • Simone de Beauvoir als exemplarisches Vorbild für eine befreite Lebensführung.
  • Die Bedeutung von Selbstverantwortung und Bewusstwerdung auf dem Weg zur Freiheit.

Auszug aus dem Buch

Passivität und Unterdrückung der Frau

„Wenn ich mich definieren will“, so schreibt de Beauvoir in Das andere Geschlecht, „muß ich zuerst einmal klarstellen: Ich bin eine Frau. Diese Wahrheit ist der Hintergrund, von dem sich jede weitere Behauptung abheben wird. Ein Mann beginnt nie damit, sich als Individuum eines bestimmten Geschlechts darzustellen: daß er ein Mann ist, versteht sich von selbst."41 De Beauvoir deutet mit diesen Worten bereits ein Verhältnis der Unterdrückung an, in welchem der Mann als inkarnierte Norm erscheint, welcher die Frau nicht entsprechen kann: Diese wird „nicht als autonomes Wesen angesehen. [...] Sie wird mit Bezug auf den Mann determiniert und differenziert, er aber nicht mit Bezug auf sie. Sie ist das Unwesentliche gegenüber dem Wesentlichen. Er ist das Subjekt, er ist das Absolute: sie ist das Andere.“42

Wer macht die Frau zu diesem „Anderen“ und inwiefern korreliert ihre „Andersartigkeit“ mit Unterdrückung? Denn de Beauvoir schreibt: „Nur die Vermittlung anderer kann ein Individuum zum Anderen machen.“43 Um die Beantwortung dieser Fragen soll es im Folgenden gehen.

3.1. Die Gesellschaft als Ursprung von Passivität und Unterdrückung der Frau

Bereits in Für eine Moral der Doppelsinnigkeit prangert Simone de Beauvoir die Form extrinsisch auferlegter Immanenz an und macht dabei als Ursprung den gesellschaftlichen Organismus aus, dem es mithin möglich ist, die Transzendenz des einzelnen Menschen zu hemmen.44 Diesen gesellschaftlichen Fokus verstärkt sie in Das andere Geschlecht speziell in Bezug auf die Lage der Frau. Nachdem de Beauvoir rein biologische, psychoanalytische und ökonomisch-materialistische Begebenheiten als etwaige Gründe für die Stigmatisierung der Frau ablehnt,45 arbeitet sie heraus, dass deren Handlungsspielraum für die Verwirklichung ihrer Entwürfe von den engen Grenzen gesellschaftlicher, kultureller und sozialer Gegebenheiten a priori eingeschränkt wird.46

De Beauvoirs Kritik in Das andere Geschlecht zielt damit zuvörderst auf die paternalistische Gesellschaft, die die Frau in eine Passivität hineinzwängt, die ihr Schicksal zu sein scheint, während Transzendenz und Freiheit allein den Männern vorbehalten ist.47 Diese Gesellschaft verlangt von der Frau, „die Rolle des Anderen zu übernehmen; sie soll zum Objekt erstarren und zur Immanenz verurteilt sein.“48

Durch das Semikolon dieses Satzes werden hier zwei korrelierende, von der Gesellschaft unterminierte Aspekte des Lebens der Frau angedeutet: Neben der Auferlegung einer Identität als die Andere wird vor allem die Situation der Frau drastisch begrenzt. Bevor ersteres näher betrachtet wird, sollen zunächst zwei gekoppelte Ausprägungen der gesellschaftlichen Restriktion differenziert und beleuchtet werden.

3.2.1. Die entwicklungspsychologische Ausprägung der Unterdrückung der Frau

Zum einen findet eine Konditionierung des jungen Mädchens von klein auf von Seiten der Eltern oder Erzieher auf den Verzicht der Verwirklichung von Entwürfen und die Beschränkung auf determinierte Aufgaben und Positionen statt:49 Während der Junge (erlaubterweise) die Wälder erklimmt, sich mit seinesgleichen duelliert, waghalsig und erfindungsreich ist und hierdurch nicht zuletzt Mut und ein selbstbestimmtes Selbstverständnis in der Welt erlernt, wird dem Mädchen eingetrichtert, dass es, „um zu gefallen, zu gefallen suchen“50 muss, was zu einer zwanghaft selbstbeherrschten, schüchternen Angepasstheit und einem eklatanten Mangel an Selbstvertrauen führt.51 Sie wird alternativlos auf die von „Eltern und Erzieher[n], Bücher[n] und Mythen“52 als Genuss verkaufte passive Hingabe als Ehefrau und Mutter hin sozialisiert. De Beauvoir spricht gar von einem in der Kindheit verursachten „Minderwertigkeitskomplex“53 der Frau, der das Mädchen in der Jugend einzig dazu bestimmt, auf einen Mann zu warten, der sie vermeintlich wieder mit dem wonnigen und bequemen Schutz der Kindheit umhüllt, ihr Heil bringt, und in dessen Herrenhände sie sich dann selbstverständlich fügen soll.54 Ihre Berufung soll mithin die Selbstaufgabe sein, die aus ihrer Erziehung und „Ruhmreden auf den hohen Wert der Liebe, der Ergebenheit, der Selbsthingabe“55 rührt. „So ist die Passivität, das wesentliche Charakteristikum der ‚weiblichen‘ Frau, ein Zug, der sich von den ersten Jahren an in ihr entwik-kelt.“56

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Unterdrückung der Frau ein und stellt die Arbeit als Analyse von Simone de Beauvoirs Werk zur Befreiung und Selbstverwirklichung der Frau vor.

2. Das existentialistische Denken Simone de Beauvoirs: Hier werden die philosophischen Grundlagen von Simone de Beauvoir beleuchtet, insbesondere ihre Konzepte des Existentialismus, der Situation, der Transzendenz und der Immanenz.

3. Passivität und Unterdrückung der Frau: Das Kapitel untersucht detailliert die Ursachen und Ausprägungen der weiblichen Passivität und Unterdrückung durch gesellschaftliche Konditionierung sowie historische und entwicklungspsychologische Faktoren.

4. Freiheit und Unabhängigkeit der Frau: Dieses Kapitel behandelt Simone de Beauvoirs Forderung nach Freiheit und Unabhängigkeit für Frauen, wobei die Rolle des Willens, die Bewusstwerdung und die Überwindung von Hindernissen wie Freiheitsangst und Bequemlichkeit im Fokus stehen.

5. Simone de Beauvoir als Vorbild einer befreiten Frau: Das Kapitel stellt Simone de Beauvoir als ein Beispiel für eine authentische und selbstbestimmte Frau dar und zeigt, wie ihr Leben ihre philosophischen Prinzipien verkörpert.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Befreiung der Frau ein herausfordernder Prozess der Bewusstwerdung und der willentlichen Gestaltung des eigenen Schicksals ist, der zu einem authentischen und erfüllten Leben führt.

7. Literatur: Dieses Kapitel listet alle in der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen und literarischen Quellen auf.

Schlüsselwörter

Existentialismus, Simone de Beauvoir, Feminismus, Frauenbefreiung, Passivität, Unterdrückung, Freiheit, Unabhängigkeit, Transzendenz, Immanenz, Bewusstwerdung, Authentizität, Selbstverwirklichung, Verantwortung, Geschlechterrollen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit Simone de Beauvoirs Philosophie und ihrem Beitrag zur Frage der weiblichen Befreiung, indem sie den Weg von Passivität und Unterdrückung hin zu Freiheit und Unabhängigkeit als individuellen Bewusstheits- und Authentizitätsgewinn beleuchtet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die existentialistische Philosophie Simone de Beauvoirs, die Analyse der gesellschaftlichen Unterdrückung von Frauen, der Weg zur individuellen Freiheit und Unabhängigkeit sowie Beauvoir selbst als Vorbild einer befreiten Frau.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, Simone de Beauvoirs Werk als Anleitung und Aufruf zu einem authentischen Leben in Freiheit und Selbstverwirklichung zu verstehen und zu zeigen, dass ihre Botschaft eine grundlegende Lebensschule darstellen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine "sammelnd-kombinierende Methode" aus verschiedenen Wissenschaften wie Biologie, Literatur und Psychoanalyse, ergänzt durch die Beschreibung von Einzelfällen gelebter Erfahrung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt das existentialistische Denken Simone de Beauvoirs, die gesellschaftlichen und psychologischen Ursachen weiblicher Passivität und Unterdrückung, den Weg der Frau zur Freiheit und Unabhängigkeit, sowie Simone de Beauvoir als Vorbild einer befreiten Frau.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Existentialismus, Simone de Beauvoir, Feminismus, Frauenbefreiung, Passivität, Unterdrückung, Freiheit, Unabhängigkeit, Transzendenz, Immanenz, Bewusstwerdung, Authentizität, Selbstverwirklichung, Verantwortung, Geschlechterrollen.

Welche Rolle spielt der Wille bei Simone de Beauvoir für die „sittliche Freiheit“?

Für de Beauvoir ist der Wille die fundamentale Bedingung der Freiheit; durch die willentliche Entscheidung zu konkreten Entwürfen kann der Mensch ein freies Dasein und eine autonome Entwicklung seines Lebens erreichen, wodurch die "natürliche Freiheit" in eine "sittliche Freiheit" umgewandelt wird.

Wie trägt die "Bewusstwerdung" zur Befreiung der Frau bei?

Bewusstwerdung ist eine grundlegende Voraussetzung zur Freiheit, da erst die Klarheit der Frau über ihre individuelle Situation die bewusste Entscheidung zur eigenen Freiheit und Verantwortlichkeit für das eigene Leben ermöglicht.

Warum gilt Simone de Beauvoir als Vorbild einer befreiten Frau?

Simone de Beauvoir gilt als Vorbild, weil sie wachsam, klar, selbstreflektiert und ihren eigenen Zielen treu bleibend ein Leben in authentischer, individueller Freiheit geführt hat und ihre philosophischen Überzeugungen konsequent vorlebte.

Was sind die Hauptursachen der Unterdrückung der Frau laut Beauvoir?

De Beauvoir identifiziert die paternalistische Gesellschaft und historisch gewachsene gesellschaftliche Sitten und Traditionen, die die Frau in eine passive Rolle zwingen, ihren Handlungsspielraum einschränken und ihr eine Identität als "das Andere" auferlegen.

Final del extracto de 28 páginas  - subir

Detalles

Título
Von Passivität und Unterdrückung zu Freiheit und Unabhängigkeit. Der Weg der Befreiung der Frau als individueller Bewusstheits- und Authentizitätsgewinn bei Simone de Beauvoir
Universidad
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt  (Poltische Theorie und Philosophie)
Curso
Die politische Philosophie des französischen Existentialismus
Calificación
1,0
Autor
Hanna Waldstein (Autor)
Año de publicación
2021
Páginas
28
No. de catálogo
V1690613
ISBN (PDF)
9783389174500
ISBN (Libro)
9783389174517
Idioma
Alemán
Etiqueta
Unabhängigkeit Frau Freiheit Selbstbestimmung Simone de Beauvoir Exenstentialismus politische Philosphie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Hanna Waldstein (Autor), 2021, Von Passivität und Unterdrückung zu Freiheit und Unabhängigkeit. Der Weg der Befreiung der Frau als individueller Bewusstheits- und Authentizitätsgewinn bei Simone de Beauvoir, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1690613
Leer eBook
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