Ziel dieser Arbeit ist es die Sitcom „King of Queens“ diskursanalytisch zu betrachten. Analysegrundlagen sollen dafür die Art und Konstitution der in der Sitcom vorkommenden Charaktere, deren Verortung im gesellschaftlichen Umfeld sowie die ihnen zugeschriebenen (Charakter)Eigenschaften bilden. In diesem Zusammenhang interessiert hauptsächlich die Frage, über welche Positionierungen und Nichtpositionierungen Akteure dargestellt, welche Begriffe verwendet und wie aufgrund der genannten Faktoren Diskurse produziert werden. Diesen Fragestellungen muss erhöhte Bedeutsamkeit zugemessen werden, weil das Identifikationspotential von Rezipientinnen mit medialen Formaten maßgeblich zur Bildung von Identität, ferner zur Gestaltung von Zusammenleben und Gesellschaft beitragen insofern, dass die medial vermittelten Diskurse zu Normalitätsstandards führen, welche von den Rezipientinnen aufgrund ihrer Implikation in die reale Lebenswelt, zu handlungsdeterminierenden Konstanten werden. Demzufolge soll die Serie auf die darin vermittelten Werte, Handlungen und Realitäten hinterfragt werden, um aufzuzeigen wie durch Positionierungen, Wertungen und Auslassungen Diskurse hergestellt und diese durch sprachliche Begriffe gestärkt und dadurch von den Rezipientinnen übernommen werden. Besondere Aufmerksamkeit soll folglich latenten Strukturen geschenkt werden, die in manifesten Gegebenheiten mittransportiert werden, um die Bedeutungen die hinter den medialen Texten stehen, einzusehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Beschreibung der Serie
3. Charakteristika der Charaktere
3.1. Douglas Heffernan
3.2. Carrie Heffernan
3.3. Arthur Spooner
3.4. Nebendarsteller
3.4.1. Deacon & Kelly Palmer
3.4.2. Spence Olchin & Danny Heffernan
3.4.3. Holly Shumpert
4. Konstruierte / ausgeschlossene Kategorien
4.1. Identität als Fragment in der Postmoderne
4.2. Gender Kategorien
4.3. Strukturelle Ungleichheiten werden konstruiert
4.4. prekäre Arbeitsverhältnisse
5. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Sitcom „King of Queens“ mittels einer diskursanalytischen Methode, um aufzuzeigen, wie mediale Formate durch spezifische Charakterdarstellungen, Positionierungen und sprachliche Begriffe gesellschaftliche Normalitätsstandards und Identitätskonstruktionen erzeugen und festigen.
- Diskursanalyse von Charakteren und ihren gesellschaftlichen Verortungen
- Konstruktion von Identität in der Postmoderne am Beispiel der Protagonisten
- Darstellung von Gender-Rollen und Heteronormativität
- Analyse struktureller Ungleichheiten bezüglich Klasse, Rasse und Nationalität
- Darstellung prekärer Arbeitsverhältnisse als gesellschaftliche Norm
Auszug aus dem Buch
3.1. Douglas Heffernan
Douglas Heffernan, stereotypisiert den übergewichtigen, mediensüchtigen und bewegungsfaulen Durchschnittsamerikaner. Doug repräsentiert den Stereotyp des einfachen Arbeiters der zufrieden mit Beruf und Lebenskonstellation ist, wodurch er nicht nach Veränderung oder Verbesserung seiner gegenwärtigen Situation strebt. Daneben kann Doug als genügsam, gutmütig und eher einfältig bezeichnet werden. Demnach kann Dougs Charakter einer „komplizenhaften Männlichkeit“ (Hipfl 2005: S.2) zugeordnet werden, die durch ihr grundsätzliches Bestreben die hegemonialen Anteile von Männlichkeit zu erhalten, diese Bestrebungen dennoch durch Kompromissbereitschaft ihren Partnerinnen gegenüber mildern (vgl. Hipfl 2005: S.2). Als Verkörperung des us-amerikanischen ‚Otto Normalverbrauchers‘ der seine Freizeit gerne mit Kumpels, Essen und dem gemeinsamen Sehen von Sportsendungen verbringt und generell eine eskapistische Fernsehnutzung aufweist, symbolisiert Doug den „passiven Konsument“ (Debord 1996: S.219f), der sich durch seine Passivität zu einem inaktiven, konformen Subjekt entwickelt, was eine Öffnung des Weges hin zu politischen Konformismen sowie widerstandloser Beeinflussung und Naturalisation von politischen und kapitalistischen Diskursen möglich macht (vgl. Debord 1996: S.198). Doug verfolgt implizit das Ziel einer De-Individualisierung, insofern, dass er als unintelligent, konform und stereotyp dargestellt wird und keine Tendenzen zu einer Veränderung seiner Situation anstrebt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit setzt sich das Ziel, die Sitcom „King of Queens“ diskursanalytisch zu untersuchen, um die Herstellung von Normalitätsstandards und Identitätskonstruktionen durch mediale Texte aufzudecken.
2. Beschreibung der Serie: Dieses Kapitel gibt einen kurzen Überblick über die Eckdaten, die Handlung und die Hauptfiguren der US-Sitcom „King of Queens“.
3. Charakteristika der Charaktere: Hier werden die Hauptfiguren Doug, Carrie, Arthur sowie ausgewählte Nebendarsteller detailliert hinsichtlich ihrer medialen Repräsentanz und ihrer Funktion als Stereotypen analysiert.
4. Konstruierte / ausgeschlossene Kategorien: In diesem Kapitel wird untersucht, wie Identitätsfragmente, Gender-Rollen, soziale Ungleichheiten und prekäre Arbeitsverhältnisse in der Serie diskursiv hergestellt und als Norm gesetzt werden.
5. Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass die Serie Kategorisierungen erzeugt, die kritisch hinterfragt werden müssen, um Identifikationsmöglichkeiten jenseits starrer Normen zu ermöglichen.
Schlüsselwörter
Diskursanalyse, King of Queens, Postmoderne, Identität, Gender, Heteronormativität, Prekäre Arbeit, Mediale Repräsentation, Stereotypisierung, Narrativ, Neoliberales Subjekt, Normalitätsstandards, Soziale Ungleichheit, Männlichkeit, Weiblichkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Sitcom „King of Queens“ aus einer diskursanalytischen Perspektive, um zu untersuchen, wie mediale Darstellungen gesellschaftliche Realitäten und Normen prägen.
Welche thematischen Schwerpunkte werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Charakteranalyse, der Konstruktion von Identität in der Postmoderne, Gender-Rollen, sozioökonomischen Ungleichheiten und prekären Arbeitsverhältnissen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch Positionierungen, Wertungen und Auslassungen in der Serie Diskurse hergestellt werden, die das Identifikationspotenzial und die Normalitätsvorstellungen der Rezipientinnen maßgeblich beeinflussen.
Welche methodische Herangehensweise wird verfolgt?
Die Autorin wählt einen diskursanalytischen Ansatz, um latente Strukturen und Bedeutungen hinter den manifesten medialen Inhalten freizulegen.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Charakterstudie und eine Untersuchung zentraler gesellschaftlicher Kategorien, wie Gender-Rollen und Arbeitsbedingungen, innerhalb des narrativen Rahmens der Sitcom.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Diskursanalyse, Postmoderne, Gender, Identitätskonstruktion, Heteronormativität und prekäre Arbeitsverhältnisse.
Wie wird die Rolle von Doug Heffernan interpretiert?
Doug wird als Verkörperung des „passiven Konsumenten“ und als stereotypischer Durchschnittsamerikaner gedeutet, der einer „komplizenhaften Männlichkeit“ entspricht und konforme, unintelligente Verhaltensweisen reproduziert.
Welche Bedeutung kommt Carries Entwicklung zu?
Carrie repräsentiert das postmoderne, „unternehmerische Selbst“, das Identität als planbares Projekt begreift und ständig nach Selbstoptimierung strebt, wodurch sie als Gegenentwurf zu Doug fungiert.
Wie bewertet die Arbeit die Darstellung von Homosexualität?
Die Arbeit kritisiert, dass Homosexualität in der Serie meist als abweichende oder falsch dargestellte Kategorie behandelt wird, um die heteronormative Paarbeziehung als einzig gültige Norm zu etablieren.
Wie werden die prekären Arbeitsverhältnisse in der Serie analysiert?
Prekäre Erwerbsverhältnisse (z. B. von Holly oder Danny) werden als normative Standards der Postmoderne identifiziert, wobei die Serie durch deren Darstellung suggeriert, die Betroffenen seien selbst für ihre prekäre Lage verantwortlich.
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- MMag. Catrin Neumayer (Autor), 2010, Serienanalyse "King of Queens", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169061