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Eine Analyse von Collective Action Problems mit dem Spezialfall des Hirschjagdspiels

Titre: Eine Analyse von Collective Action Problems mit dem Spezialfall des Hirschjagdspiels

Thèse de Bachelor , 2010 , 33 Pages , Note: sehr gut

Autor:in: Oliver Müller (Auteur)

Economie politique - Autres
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In der Spieltheorie können Eigenschaften eines Spiels zu Problemen in Form von Instabilität, Ungerechtigkeit und Suboptimalität kommen. Das Gefangendilemma ist wohl das bekannteste Beispiel einer solchen Situation. Es ist allerdings nicht das einzige Spiel, das sogenannte „Collective Action Problems“ aufweist. Spiele, die augenscheinlich lösbar erscheinen, können ebenfalls „Collective Action Problems“ mit sich bringen.

In dieser Arbeit werden die Faktoren analysiert, die dazu führen, dass es in einem Spiel zu Collective Action Problems kommt. Weiterhin sollen Lösungsmöglichkeiten von Collective Action Problems vorgestellt werden. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf das Hirschjagdspiel gelegt, bei dem auch alternative Handlungs- und Verhaltensstrategien betrachtet werden. Durch das Hinzufügen dieser Strategien entstehen weitere potenzielle Collective Action Problems.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Collective Action Problems

1.1 Verschiedene Definitionen von Collective Action Problems

1.2 Die verschiedenen Arten von Collective Action Problems

1.3 Relevante Eigenschaften der Spiele für Betrachtung von Collective Action Problems

1.3.1 Anzahl der Nash-Gleichgewichte

1.3.2 Pareto-Optimalität der Gleichgewichte

1.3.3 Konflikt bei der Bewertung der Resultate

1.3.4 Gleiche Auszahlungen bei Pareto-Optimalen Ergebnissen oder Gleichgewichten

1.4 Unterklassen der verschiedenen Collective Action Problems und die Erstellung einer Kategorisierung

1.4.1 Harmonie

1.4.2 Reine Verteilungsprobleme

1.4.3 Reiner Konflikt

1.4.4 Defektionsprobleme

1.4.5 Uneinigkeitsprobleme

1.4.6 Instabilitätsprobleme

2. Das Hirschjagdspiel

2.1 Beschreibung und Herkunft des Spiels

2.2 Die Unterschiede des Hirschjagdspiels zum Gefangenendilemma

2.3 alternative Handlungsstrategien die zu optimalen Lösungen im Hirschjagdspiel führen können

2.3.1 Relative Auszahlung als Instabilitätsfaktor des Hirschjagd-Spiels

2.3.2 Risikodominanz vs. Auszahlungsdominanz im Hirschjagdspiel

2.3.3 Konfliktsituation im Hirschjagdspiel

2.3.4 Verlustvermeidung

2.4 Experiment zur Untersuchung der Verlustvermeidung an Hand des Hirschjagdspiels

2.4.1. Fragestellung von Rydval und Ortmann

2.4.2 Aufbau des Experiments

2.4.3 Ergebnisse der Studie

3.4.4 Schlussfolgerungen der Studie

3. Das Lösen von Collective Action Problems

3.1 Individuelle Lösungsmechanismen

3.2 Kollektive Lösungsmechanismen und Handlungszwänge

3.3 Die Wahl des geeigneten Lösungskonzept für Collective Action Problems

3.4 Lösungsstrategien zum Hirschjagdspiel gemäß Holzinger (2003) und die Rolle des Staates

Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Faktoren, die zur Entstehung von „Collective Action Problems“ in strategischen Spielen führen, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf dem Hirschjagdspiel liegt, um alternative Handlungsstrategien und deren Auswirkungen auf die Stabilität von Kooperationslösungen zu untersuchen.

  • Systematische Kategorisierung von Collective Action Problems basierend auf spieltheoretischen Eigenschaften.
  • Differenzierte Gegenüberstellung von Hirschjagdspiel und Gefangenendilemma.
  • Analyse des Einflusses von Risikodominanz, Auszahlungsdominanz und Verlustvermeidung auf das Spielergebnis.
  • Empirische Untersuchung von Payoff-Transformationen im Hirschjagdspiel (Experiment von Rydval und Ortmann).
  • Evaluation von individuellen und kollektiven Lösungsmechanismen zur Überwindung von suboptimalen Gleichgewichten.

Auszug aus dem Buch

2.3.2 Risikodominanz versus. Auszahlungsdominanz im Hirschjagdspiel

Im Hirschjagdspiel stellt die Jagd eines Hirsches für beide Spiele eine dominante Strategie dar. Sowohl der individuelle als auch der gemeinschaftliche Nutzen wird durch die gemeinsame Hirschjagd maximiert. Allerdings sind die Spieler bei der Hirschjagd auf die Kooperation des jeweils anderen Spielers angewiesen. Während sie beide den Hasen alleine fangen könnten, müssen sie bei der Hirschjagd darauf hoffen, dass sie der andere Spieler nicht im Stich lässt und selbst auf Hasenjagd geht, obwohl er eigentlich zur Hirschjagd zugestimmt hat.

Aus diesem Grund ist die Hirschjagd mit einem gewissen Risiko behaftet. Beidseitige Kooperation ist zwar einseitiger Defektion vorzuziehen, allerdings stellt einseitige Kooperation das schlechtmöglichste Ergebnis für einen Spieler dar. Das Gleichgewicht Hirsch/Hirsch ist somit für einen risikoaversen Spieler damit nicht unbedingt strategisch dominant. Harsanyi und Selten (1988) führen die Begriffe der Risikodominanz und Auszahlungsdominanz ein. Unter Risikodominanz versteht man, dass die Strategie, die mit dem geringsten Risiko verbunden, die dominante Strategie ist. Im Fall des Hirschjagdspiels wählt der Spieler die Hasenjagd und vermeidet somit das Risiko der Diskoordination bei der gemeinsamen Jagd eines Hirschs.

Im Gegensatz zur Risikodominanz steht die Auszahlungsdominanz. Hier wählen die Spieler die Strategie die mit der höchsten Auszahlung verbunden ist. In diesem Fall ist das Risiko, dass es nicht zur Auszahlung kommt irrelevant, es wird einfach nur die maximal mögliche Auszahlung betrachtet und dementsprechende die Strategie gewählt. Im Hirschjagdspiel ist Hirsch/Hirsch die auszahlungsdominante Strategie. Gewichten beide Spieler ihre Strategiewahl gemäß der Auszahlungsdominanz werden sie in jedem Fall kooperieren. Im Hirschjagdspiel gibt es zwei Gleichgewichte: wobei Hase/Hase risikodominant und Hirsch/Hirsch auszahlungsdominant ist. Unterschiedliche Herangehensweisen beider Spieler können dazu führen, dass keine Kooperation zu Stande kommt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die spieltheoretische Problematik von Collective Action Problems und Zielsetzung der Untersuchung.

1. Collective Action Problems: Definition und Kategorisierung der Probleme basierend auf Nash-Gleichgewichten, Pareto-Optimalität und Fairness-Kriterien.

2. Das Hirschjagdspiel: Detaillierte Betrachtung des Hirschjagdspiels als spezielles Koordinationsspiel, inklusive spieltheoretischer Variationen und empirischer Experimente zur Verlustvermeidung.

3. Das Lösen von Collective Action Problems: Diskussion von individuellen und kollektiven Mechanismen zur Lösungsfindung sowie deren staatlicher Relevanz.

Schlussfolgerungen: Zusammenfassende Erkenntnisse zur Bedeutung einer präzisen Spielanalyse für die Wahl effizienter institutioneller Lösungsstrategien.

Schlüsselwörter

Spieltheorie, Collective Action Problems, Hirschjagdspiel, Gefangenendilemma, Nash-Gleichgewicht, Pareto-Optimalität, Kooperation, Defektion, Risikodominanz, Auszahlungsdominanz, Verlustvermeidung, Lösungsmechanismen, Institutionenökonomik, Strategische Konstellation, Koordinationsproblem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen und die Entstehung von sogenannten „Collective Action Problems“ in strategischen Spielen, wobei der Fokus auf dem Spezialfall des Hirschjagdspiels liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die spieltheoretische Kategorisierung von Problemen, die Abgrenzung zum Gefangenendilemma, sowie der Einfluss von Risikowahrnehmung und Verlustaversion auf das Verhalten der Spieler.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Faktoren zu identifizieren, die zur Instabilität in Spielen führen, und aufzuzeigen, welche institutionellen oder individuellen Lösungsansätze effektiv sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse spieltheoretischer Ansätze (insbesondere nach Holzinger) und der Auswertung empirischer Feldexperimente, wie jenen von Rydval und Ortmann.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Systematisierung verschiedener Spieltypen, eine tiefgehende Analyse des Hirschjagdspiels sowie eine Diskussion über Lösungsmechanismen, von individuellem Altruismus bis hin zu staatlichen Eingriffen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Spieltheorie, Collective Action Problems, Hirschjagdspiel, Koordination, Risikodominanz und Auszahlungsdominanz.

Wie unterscheidet sich das Hirschjagdspiel vom Gefangenendilemma?

Im Hirschjagdspiel ist die Kooperation für alle Spieler optimal, sofern sie sich gegenseitig absichern können, während beim Gefangenendilemma der Anreiz zur Defektion aufgrund der Auszahlungsstruktur ein zentrales Hindernis darstellt.

Welche Rolle spielt die „Verlustvermeidung“ im Experiment?

Das Experiment zeigt, dass die Angst vor negativen Auszahlungen bei gescheiterter Koordination Spieler dazu veranlassen kann, von der auszahlungsdominanten Strategie abzuweichen, was das Zustandekommen einer optimalen Lösung erschwert.

Warum sind staatliche Eingriffe im Hirschjagdspiel oft als „ineffizient“ zu bewerten?

Da das Hirschjagdspiel ein reines Koordinationsproblem ist, können oft individuelle Lösungsmechanismen ausreichen. Zwangsmaßnahmen oder staatliche Überwachung verursachen hier unnötige Transaktionskosten, die den Nutzen einer Kooperation mindern könnten.

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Résumé des informations

Titre
Eine Analyse von Collective Action Problems mit dem Spezialfall des Hirschjagdspiels
Université
University of Graz  (Institut für Finanzwissenschaft)
Note
sehr gut
Auteur
Oliver Müller (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
33
N° de catalogue
V169098
ISBN (ebook)
9783668756212
ISBN (Livre)
9783668756229
Langue
allemand
mots-clé
eine analyse collective action problems spezialfall hirschjagdspiels
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Oliver Müller (Auteur), 2010, Eine Analyse von Collective Action Problems mit dem Spezialfall des Hirschjagdspiels, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169098
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Extrait de  33  pages
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