Die geopolitische Bedeutung Grönlands hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Diese Arbeit untersucht die Frage, warum sich das geopolitische Engagement der Großmächte in Grönland intensiviert hat und welche Faktoren das zunehmende Interesse an Grönland erklären. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass der Klimawandel als Katalysator wirkt, indem er die Arktis zunehmend zugänglich macht und damit neue sicherheitspolitische, wirtschaftliche und strategische Optionen eröffnet. Theoretisch stützt sich die Analyse auf den Neorealismus nach John J. Mearsheimer, der das Verhalten von Staaten durch Machtmaximierung und Sicherheitsstreben in einem anarchischen internationalen System erklärt. Methodisch erfolgt eine qualitative, vergleichende Fallstudie Chinas, Russlands und der USA. Anhand von Indikatoren wie militärischer Präsenz, strategischer Infrastruktur, diplomatischem Engagement und wirtschaftlichen Investitionen wird das Ausmaß des geopolitischen Engagements der Großmächte in Grönland untersucht. Die Analyse zeigt, dass die geostrategische Lage Grönlands zwischen Nordamerika und Europa sowie seine Nähe zu zentralen maritimen Engpässen und arktischen Ressourcen maßgeblich zur Intensivierung des Großmachtwettbewerbs beitragen. Der Klimawandel verstärkt diesen Prozess, indem er bestehende Macht- und Sicherheitsdynamiken beschleunigt.
- Arbeit zitieren
- SIlvia Krügel (Autor:in), 2025, Grönland im geopolitischen Spannungsfeld von China, Russland und den USA im Kontext des Klimawandels, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1691488