Der "Willehalm" ist eines der bedeutendsten mittelhochdeutschen epischen Werke des Mittelalters und stammte von Wolfram von Eschenbach. Die Verserzählung ist Wolframs zweites episches Werk nach dem "Parzival" und wurde um 1220-1230 verfasst, wobei sie unvollendet blieb. Insgesamt sind von dem Epos zwölf vollständige Handschriften und 58 Fragmente überliefert worden. Verarbeitet wird darin ein Stoff der altfranzösischen "Chanson de geste"-Tradition, wobei es sich um eine Gattung handelt, die christliche Heldenepik überliefert, indem historische Ereignisse der karolingischen und merowingischen Zeit thematisiert werden.
Die folgende Arbeit wird anhand ausgewählter Szenen, in denen Gyburg mit den für sie relevantesten Männerfiguren (Gatte, Vater und Bruder) interagiert, untersuchen, wie Gyburgs Figur unter Berücksichtigung des mittelalterlichen Frauenbildes im Roman dargestellt wird. Zu diesem Zweck wird zunächst knapp das (ideale) Frauenbild im Mittelalter skizziert. Im Anschluss erfolgt eine Analyse der folgenden Ausschnitte: Willehalms Rückkehr aus der ersten Schlacht und dessen Aufenthalt auf Orange (89,1-105,15), Gyburgs Religionsgespräche mit Terramer (109,17-111,25; 215,1-221,26) sowie Gyburgs Interaktion mit Rennewart (289,20-296,21).
- Arbeit zitieren
- Anastasia Grubnik (Autor:in), 2022, Gyburg als Frauengestalt in "Wolframs von Eschenbach" Willehalm, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1691534