Können Journalisten heutzutage in ihrer Krisen- und Kriegsberichterstattung objektiv sein? Um diese Frage zu beantworten werden die Mechanismen der Kriegsberichterstattung im Näheren erläutert. Nach einem historischen Abriss über die Entwicklungen der Kriegsberichterstattung, wird besonders auf die Themen Zensur, Public Relations (PR) und Propaganda eingegangen. Zudem werden im Weiteren die Einflussfaktoren auf die Kriegsberichterstattung erörtert.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 HAUPTTEIL
2.1 MECHANISMEN DER KRIEGSBERICHTERSTATTUNG
2.1.1 Entwicklungen in der Kriegsberichterstattung ab dem 19. Jahrhundert im historischen Wandel
2.1.2 Zensur
2.1.3 Public Relations und Propaganda
2.1.4 Kriegskommunikation im Zeitalter des Internets
2.2 EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE KRIEGSBERICHTERSTATTUNG DER JOURNALISTEN
2.2.1 Die journalistische Arbeit in Kriegs- und Krisengebieten
2.2.2 Die Beziehung zwischen Korrespondent und Heimatredaktion
2.2.3 Nachrichtenfaktoren
2.2.4 Stereotype, Vorurteile und Feindbilder in der Auslandsberichterstattung
3 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Frage, inwieweit Journalisten in der heutigen Krisen- und Kriegsberichterstattung noch objektiv berichten können, und analysiert die dabei wirkenden systemischen sowie äußeren Einflussfaktoren.
- Historische Entwicklung der Kriegsberichterstattung und des Einflusses von Zensur.
- Wechselspiel zwischen Journalismus, Public Relations und Kriegspropaganda.
- Veränderung der Informationsvermittlung durch neue Medien und das Internet.
- Journalistische Arbeitsbedingungen in Krisengebieten und deren Abhängigkeit von Heimatredaktionen.
- Die Rolle von Nachrichtenfaktoren sowie Stereotypen bei der Wahrnehmung und Darstellung von Konflikten.
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Zensur
Seitdem Auslandskorrespondenten direkt aus Krisen- und Kriegsgebieten berichten, existiert eine meist staatliche Kontrolle ihrer Berichte. Unter Begriff Zensur versteht man „die in modernen Demokratien strikt abgelehnte (politische) Kontrolle öffentlich geäußerter Meinungen (in Presse, Funkt und Fernsehen [...]). Die Ausübung der Zensur wird in unvordemokratischen Ländern durch neue Medien (Satellitenfunk, -fernsehen, Internet) erschwert.“ Aufgabe der Zensurmaßnahmen ist es, bestimmte Äußerungen der Journalisten zu unterbinden, die nach Ansicht der Regierung schädlich für die Öffentlichkeit sein könnten. In Demokratien ist die Presse-Zensur im Grunde verboten. In der Bundesrepublik Deutschland ist die Meinungs- und Pressefreiheit im Grundgesetz verankert. Zwar ist die Vorzensur in Deutschland verboten, aber dafür ist die Nachzensur, zum Beispiel durch nachträgliche Verbote, Praxis. Zudem gilt die Themenvermeidung ebenfalls als eine Art von Zensur.
Es gibt im Wesentlichen zwei Arten von Zensur, die negative Zensur, die Bild-, Ton-, oder Textmaterial zurückhält, um einen unerwünschten Einfluss auf die Öffentlichkeit oder Außenpolitik zu vermeiden. Maßnahmen der negativen Zensur beinhalten unter anderem das Verhängen von Nachrichtensperren und die Behinderungen von Journalisten bei ihrer Arbeit. Zum anderen versucht die positive Zensur durch die Veröffentlichungen von Informationsmaterial direkt die Berichterstattung der Korrespondenten zu beeinflussen. Dafür werden meist vorgefasste Presseartikel, Pressemappen oder Bildmaterialien herausgegeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Objektivität in der Krisenberichterstattung und Vorstellung der zentralen Fachliteratur sowie der Forschungsintention.
2 HAUPTTEIL: Umfassende Analyse der Mechanismen der Kriegsberichterstattung, inklusive historischer Entwicklungen, Zensur, Propaganda und des Einflusses neuer digitaler Kommunikationswege.
2.1 MECHANISMEN DER KRIEGSBERICHTERSTATTUNG: Beleuchtung der strukturellen Bedingungen, die die journalistische Berichterstattung über Kriege von der Vergangenheit bis in die Internetära prägen.
2.1.1 Entwicklungen in der Kriegsberichterstattung ab dem 19. Jahrhundert im historischen Wandel: Überblick über den Wandel der Kriegsberichterstattung von den Anfängen bis zur Entstehung des "Embedded Journalismus".
2.1.2 Zensur: Definition und Kategorisierung staatlicher Kontrollmaßnahmen, die die freie Berichterstattung in Krisengebieten einschränken.
2.1.3 Public Relations und Propaganda: Untersuchung der verschwimmenden Grenzen zwischen PR, gezielter Desinformation und staatlicher Öffentlichkeitsarbeit in Kriegszeiten.
2.1.4 Kriegskommunikation im Zeitalter des Internets: Analyse, wie das Internet durch Blogs und alternative Informationsquellen die traditionelle Kriegsberichterstattung ergänzt und herausfordert.
2.2 EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE KRIEGSBERICHTERSTATTUNG DER JOURNALISTEN: Untersuchung der inneren und äußeren Faktoren, welche die journalistische Arbeit vor Ort und die redaktionelle Steuerung beeinflussen.
2.2.1 Die journalistische Arbeit in Kriegs- und Krisengebieten: Darstellung der prekären Arbeitsbedingungen, unter denen Auslandskorrespondenten versuchen, Informationen zu beschaffen und objektiv zu berichten.
2.2.2 Die Beziehung zwischen Korrespondent und Heimatredaktion: Analyse des redaktionellen Einflusses und der strukturellen Abhängigkeiten zwischen Korrespondenten vor Ort und der Heimatredaktion.
2.2.3 Nachrichtenfaktoren: Erklärung der Kriterien, die den Nachrichtenwert eines Ereignisses bestimmen und massiven Einfluss auf die Auswahl sowie Darstellung von Inhalten haben.
2.2.4 Stereotype, Vorurteile und Feindbilder in der Auslandsberichterstattung: Untersuchung der psychologischen und medialen Mechanismen bei der Konstruktion von Feindbildern und deren Auswirkungen auf die Berichterstattung.
3 FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Forschungsfrage mit dem Ergebnis, dass eine vollkommene Objektivität aufgrund systemischer Sachzwänge und struktureller Einflussfaktoren nahezu unmöglich ist.
Schlüsselwörter
Kriegsberichterstattung, Krisenberichterstattung, Objektivität, Journalismus, Zensur, Propaganda, Public Relations, Auslandskorrespondent, Nachrichtenfaktoren, Feindbilder, Stereotype, Internet, Kriegsführung, Medienethik, Informationskontrolle
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie objektiv Journalisten unter schwierigen Rahmenbedingungen in Krisen- und Kriegsgebieten heute noch berichten können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Mechanismen der Berichterstattung, dem Einfluss von Zensur und PR, der Digitalisierung der Kriegskommunikation sowie den psychologischen und redaktionellen Einflussfaktoren auf Journalisten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu hinterfragen, ob Objektivität in der Kriegsberichterstattung unter den Bedingungen von Quotendruck, Manipulation und Zensur überhaupt realisierbar ist.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin nutzt eine fundierte Literaturanalyse, um den Forschungsstand zum Thema Auslands- und Kriegsberichterstattung strukturiert aufzuarbeiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Mechanismen der Kriegsberichterstattung sowie die Analyse spezifischer Einflussfaktoren, denen Korrespondenten bei ihrer Arbeit ausgesetzt sind.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kriegsberichterstattung, Objektivität, Journalismus, Zensur, Propaganda, Nachrichtenfaktoren und Feindbilder.
Welche Rolle spielt das Internet in der heutigen Berichterstattung laut der Autorin?
Das Internet beschleunigt die Kommunikation und bietet durch Blogs und soziale Netzwerke alternative Informationszugänge, erschwert jedoch die Verifizierung von Inhalten und Authentizität.
Was ist das Fazit der Arbeit hinsichtlich der Objektivität?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass absolute Objektivität eine Illusion ist, da Journalisten in Kriegszeiten stets unter dem Einfluss von Manipulationsversuchen, Zeitdruck und eigenen gesellschaftlichen Vorurteilen stehen.
- Quote paper
- Bachelor of Arts (B.A.) in Medien und Kommunikation Michaela Buchner (Author), 2009, Die Krisen- und Kriegsberichterstattung von heute, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169173