Wissensmanagement in der internen Revision

Eine kritische Analyse der Ziele, Umsetzung und Wirkungen


Hausarbeit, 2009

22 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aktuelle Entwicklungen in der Internen Revision und der Aspekt des Wissensmanagements

3. Ziele und Wirkungen des Wissensmanagements in der Internen Revision

4. Implementierung und Umsetzung von Wissensmanagementkonzepten in der Internen Revision
4.1. Möglichkeiten zur Implementierung eines Wissensmanagement- Systems in die Interne Revision
4.2. Umsetzung und Elixier von Wissensmanagement-Systemen in der Internen Revision

5. Probleme und kritische Voraussetzungen des Wissensmanagements in der Internen Revision
5.1. Probleme des Wissensmanagements in der Internen Revision
5.2. Kritische Voraussetzungen des Wissensmanagements in der Internen Revision und mögliche Lösungsansätze

6. Zusammenfassung und Ausblick

7. Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die Entwicklung, die sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten in der Weltwirtschaft zugetragen hat, ist einzigartig. Die zunehmende Internationalisierung hat zu einer bisher nie exsistierenden Komplexität und zu einem immer stärker werdenden Wettbewerbsdruck geführt.

Diesem neuen Umfeld müssen sich Unternehmen und ihre Abteilungen stellen und versuchen, möglichst optimal in der sich stetig verändernden Umgebung zu agieren. Das gilt selbstverständlich auch für die Internen Revisionen.

Mit der Hilfe von Wissensmanagement versprechen sich Interne Revisionen eine erfolgreiche Antwort auf die widrigeren Bedingungen in ihrem Umfeld zu geben. Die Auseinandersetzung mit diesem neuartigen Ansatz ist Gegenstand dieser Arbeit. Dabei soll mit Hilfe von sich ergänzenden Untersuchungen letztlich ein Gesamtbild entstehen, welches als Maßstab für die Beurteilung eines Wissensmanagement-System für die Interne Revision verwendet werden kann.

Nach einer kurzen Einführung in das Thema wird zunächst auf die Ziele und Wirkungen des Wissensmanagements in der Internen Revision eingegangen. Im Anschluss findet eine Auseinandersetzung mit möglichen Implementierungs- und Umsetzungs-möglichkeiten sowie notwendigen Voraussetzungen eines Wissensmanagement-Systems in der Internen Revision statt. Den Abschluss bildet ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Systems selbst, als auch auf das Umfeld der Internen Revision.

Besondere Relevanz erhält das Thema vor allem durch die Tatsache, dass das System grundlegende Veränderungen erfordert und bei einem möglichen Misserfolg stets das Damoklesschwert des Outsourcings über der Internen Revision schwebt.

2. Aktuelle Entwicklungen in der Internen Revision und der Aspekt des Wissensmanagements

Die Interne Revision (IR) befindet sich, unabhängig von ihrer organisatorischen Ausgestaltung in einem ständigen Veränderungsprozess. Ging es in den 80er Jahren vor allem um Themen des Umweltschutzes[1], so sind es heute – mit dem Grad der Internationalisierung – die gestiegenen Anforderungen an die Prüfungstätigkeit, die bei gleichzeitigem Abbau der personellen Ressourcen zu bewältigen sind[2]. Der zu erwartende noch stärkere Wettbewerb zwischen internen und externen Prüfungsinstitutionen[3] erfordert ebenfalls eine stetige Anpassung der IR an die Veränderungen in ihrem Umfeld.

Peemöller/Richter prognostizieren, dass Firmen und damit auch deren Interne Revisionen mit Innovations- und Wissensmanagement auf die neuen Anforderungen reagieren werden.[4] Insbesondere Wissen als die wichtigste Abteilungsressource der IR ergibt im Ergebnis der Revisionstätigkeit ein Wissensprodukt, welches anhand seiner Güte den wesentlichen Bewertungsfaktor für die IR darstellt.[5] Verbunden mit der einzigartigen Charakteristik der Ressource Wissen – „Wissen ist der einzige Rohstoff der sich durch Nutzung vermehrt und nicht vermindert“[6] und dessen Halbwertszeit trotzdem immer kürzer wird[7] – entsteht die Notwendigkeit und zugleich auch der Anreiz, die Ressource Wissen zu managen und damit besser nutzbar zu machen.

Mit dieser Thematik beschäftigt sich das sogenannte Wissensmanagement (WM), welches von dem CEN (Comité Européen de Normalisation)[8] wie folgt definiert wird:

„Geplantes, fortlaufendes Management von Aktivitäten und Prozessen, welche die Wirksamkeit von Wissen steigern und die Wettbewerbsfähigkeit durch bessere Erzeugung und Nutzung von individuellen und kollektiven Wissensressourcen stärken.“

Die IR eignet sich dabei in besonderem Maße für die Einführung eines WM-Systems. „Sie hat Wissen (Erfahrungswissen) und braucht Wissen als ’wissensintensiver’ Dienstleister.“[9] Mit der Einführung eines WM-Systems in die IR werden unterschiedliche Ziele verfolgt, welche im nächsten Gliederungspunkt dargestellt werden.

3. Ziele und Wirkungen des Wissensmanagements in der Internen Revision

Die mit einer Einführung eines WM-Systems in die IR verfolgten Ziele und erhofften Wirkungen werden von vielen Autoren mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung diskutiert. Im Endergebnis ergeben sich dennoch sehr homogene Erwartungen an die Einführung eines WM-Systems in die IR.

Das vornehmlichste Ziel ist der Aufbau einer Wissensressource.[10] Führt man sich vor Augen, dass die durchschnittliche Zielverweildauer eines Revisors auf 3-5 Jahre datiert ist[11], erhalten besonders zwei Aspekte eine große Bedeutung. Zum einen, dass vorhandenes Wissen trotz des Ausscheidens von Mitarbeitern dem Unternehmen erhalten bleibt und zum anderen, dass die Einarbeitung neuer Mitarbeiter erleichtert und beschleunigt wird.[12]

Die prognostizierten Wirkungen sind vielfältig. Dabei stehen Effektivitäts- und Effizienzerhöhungen[13] an erster Stelle, welche sich infolge von Wiederholungseffekten in Kosteneinsparungen und in schnelleren Projektdurchläufen widerspiegeln[14]. Zudem wird durch die Bereitstellung von Wissen die Qualität der Prüfungen der IR erhöht und somit ein Service von höherem Wert angeboten.[15] All diese Aspekte sind unter dem Begriff der „harten“ Faktoren zusammengefasst. Zusätzlich wird davon ausgegangen, dass die Einführung eines WM-Systems in die IR auch die sogenannten „weichen“ Faktoren positiv beeinflusst. Die Vorteile, die sich aus der erhöhten Kreativität und der verbesserten Kundennähe[16] ergeben, sind besonders vor dem Hintergrund der oben angesprochenen dienstleisterischen Ausgestaltung der IR nicht zu unterschätzen.

Im Gesamtergebnis führen diese einzelnen Aspekte zu einem Wachstums- und Wettbewerbsvorteil einer IR (und des mit ihr verbundenen Unternehmens) gegenüber einer Anderen. Laut Schwager et al., ist WM somit ein Werkzeug und auch ein wertvolles Produkt der Revisionstätigkeit[17]. Mit ihm würde die IR außerdem eine ihrer Hauptaufgaben - die Schaffung eines Mehrwertes für das Unternehmen - erfüllen.

Es bleibt folglich festzuhalten, dass dem WM-System in der IR ein sehr hohes Potential zugesprochen wird. Erstaunlich ist die Erkenntnis, dass keinerlei negativen Wirkungen vorhergesagt oder zumindest Bedenken gegenüber dieser Neuerung geäußert werden.

Ansätze einer konkreten Umsetzung solcher Konzepte und eine kritische Auseinandersetzung mit ihnen werden im kommenden Abschnitt thematisiert.

4. Implementierung und Umsetzung von Wissensmanagementkonzepten in der Internen Revision

Die Umsetzung eines WM-Systems in die IR hat in aller Regel ihren Ursprung in einem Projekt. Das erscheint sinnvoll, denn eine ganzheitliche, unternehmensweite Einführung eines WM-Systems ist aufgrund des gegebenen Umfangs und der Komplexität äußerst schwierig umzusetzen. Dabei berät die IR das Projektmanagement und sorgt zudem für ein angemessenes Budget mit der entsprechenden personellen Ausstattung.[18]

Einen weiteren, wesentlich grundlegenderen Aspekt in der Vorbereitung zur Implementierung eines WM-Systems sieht dagegen Lloyd. Für ihn bildet die Weisheit den Rahmen, um Wissen erfolgreich zu managen. Allerdings definiert er Weisheit als eine Kombination aus Wissen und Werten.[19] Aber selbst das allgemeine Verständnis von Weisheit würde seine Sicht nur bestätigen. Die Umsetzung von WM-Systemen erfordert ein hohes Maß an Planung, Veränderungswillen und Ressourcenaufwand.

Im Folgenden werden sowohl verschiedene Implementierungsmöglichkeiten von WM-Systemen als auch bereits umgesetzte Konzepte des WM in die IR beschrieben.

4.1. Möglichkeiten zur Implementierung eines Wissensmanagement-Systems in die Interne Revision

Einen ersten ausführlichen Ansatz über die Implementierung eines WM-Systems in die IR liefern Blümel, Haeußler und Pröpsting. Ziel ihres Projektstudiums, welches zusammen mit DaimlerChrysler durchgeführt und in der „Zeitschrift für Interne Revision“ (ZIR) 2004 veröffentlicht wurde, ist eine Grundlage für eine zielgerichtete, professionelle Einführung von WM zu schaffen.[20]

Auch sie betonen - wie bereits oben angesprochen – die Wichtigkeit der strukturierten Projekteinführung. Dabei sind alle erfolgsrelevanten Perspektiven[21], d.h. alle organisatorischen, technischen und psychologischen Faktoren zu berücksichtigen.

Das entwickelte Referenzmodell, welches auf den WM-Konzepten von Nonaka/Takeuchi, Zahn, Picot sowie Reinmann-Rothmeier/Mandl beruht, stellt einen Kreislauf dar. Zu Beginn wird eine gründliche Analyse durchgeführt, welche möglichst alle Kriterien erfasst, die für die Implementierung des WM-Modells von entscheidender Bedeutung sind. Zur besseren Systematisierung werden diese Kriterien hierarchisch in Baumdiagramm-Form gegliedert - und zwar in Schwerpunktbereiche, Haupt- und Unterkriterien. Dabei bildet jeder einzelne Schwerpunktbereich die Basis für die entsprechenden Hauptkriterien, wobei ein Hauptkriterium wiederum die Grundlage für die nachgeordneten Unterkriterien ist. Als Schwerpunktbereiche machen Blümel, Haeußler und Pröpsting die Kriterien Normative Ebene, Kultur, Prozesse, Organisation und Technologie aus. All das bildet den so getauften Kriterienkatalog – das ‚Herzstück’ des Referenzmodells. Dieser Kriterienkatalog dient als Leitfaden für die strukturierte Implementierung des WM-Systems. Dabei ordnet er jedem Kriterium eine Bewertungsfrage zu, welche von den Revisoren beantwortet wird. Anhand einer Punktezuteilung pro gegebener Antwort (bspw.: ja = 1 Punkt; teilweise = 0,5 Punkte, nein = 0 Punkte) lässt sich das gesamte WM-Modell evaluieren. Dabei wird eine Gleichgewichtung der Schwerpunktbereiche präferiert.

Anhand der Ergebnisse der Evaluation lassen sich nun Handlungsempfehlungen für die Zukunft ableiten.

[...]


[1] vgl. Knapp (2005), S. 52.

[2] vgl . Blümel/Haeußler/Pröpsting (2004), S. 142.

[3] vgl. Peemöller/Richter (2000), S. 10.

[4] vgl . Peemöller/Richter (2000), S. 9.

[5] vgl. Blümel/Haeußler/Pröpsting (2004), S. 145.

[6] Dörries (2002), S. 194.

[7] vgl. Jäger (2002), S. 273.

[8] Kilian/Krismer/Loreck/Sagmeister/Sigl (2006), S. 6.

[9] Jäger (2002), S. 273.

[10] vgl. Krumm (2006), S. 226.

[11] vgl. Amling (2007), S. 232.

[12] vgl. Krumm (2006), S. 226.

[13] vgl. Blümel/Haeußler/Pröpsting (2004), S. 142.

[14] vgl. Krumm (2006), S. 226.

[15] www.auditnet.org/articles/RidleyArticle.doc, am 20.03.2009.

[16] vgl. Bullinger/Wörner/Prieto (1997), S. 17.

[17] vgl . Schwager/Kerner/Röttger/Stauß (2005), S. 11.

[18] vgl. Kundiger (2007), S. 156.

[19] http://www.allbusiness.com/professional-scientific/scientific-research/534857-1.html, am 17.03.2009.

[20] vgl. Blümel/Haeußler/Pröpsting (2004), S. 142.

[21] vgl. von der Aa/Häfele (2001), S. 68.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Wissensmanagement in der internen Revision
Untertitel
Eine kritische Analyse der Ziele, Umsetzung und Wirkungen
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
2,7
Autor
Jahr
2009
Seiten
22
Katalognummer
V169194
ISBN (eBook)
9783640874231
ISBN (Buch)
9783640874033
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wissensmanagement, Interne Revision, Prüfung
Arbeit zitieren
Frank Danzberger (Autor), 2009, Wissensmanagement in der internen Revision, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169194

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