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Peter Handkes "Kaspar" - Ein Vergleich zweier Theaterinszenierungen

Title: Peter Handkes "Kaspar" - Ein Vergleich zweier Theaterinszenierungen

Seminar Paper , 2010 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Juliane Veit (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Peter Handke wurde 1942 in Österreich geboren. 1966 veröffentlichte er seinen ersten großen Erfolg „Publikumsbeschimpfung – ein Sprechstück“. Aufgrund der in diesem Stück „auswuchernden Sprachklischees“ übersieht man fast die darin enthaltene Sprachkritik. Deutlicher wird diese in seinem späteren Werk „Kaspar“, das 1968 uraufgeführt wurde. Zugrunde legt Handke diesem den Kaspar-Hauser-Stoff, allerdings ohne sich inhaltlich wirklich darauf zu beziehen: „Das Stück „Kaspar“ zeigt nicht, wie es wirklich ist oder wirklich war mit Kaspar Hauser.“. Der Österreicher legt sein Augenmerk vielmehr auf das Verhältnis Kaspars zur Sprache, also auf die Entwicklung von Sprachlosigkeit hin zur Sprache und die damit verbundene Manipulierbarkeit des Individuums. Da Kapar die Sprache aufgedrängt wird, ist der Untertitel „Sprechfolterung“ durchaus berechtigt und inhaltlich passend. Im Gegensatz zur vordergründigen Provokation der Zuschauer in der „Publikums-beschimpfung“ tritt in „Kaspar“ die offensichtliche Sprachkritik in den Vordergrund, so dass die Zuschauer ihre Augen nicht mehr davor verschließen können. Diese Sprachkritik weitet sich in „Kaspar“ zu einer ganzen Gesell-schaftskritik aus, die für die Literatur und das Theater der 60er Jahre typisch ist. Sprache macht den Menschen zum Menschen, so Handkes Auffassung. Legt man dieses Zitat zugrunde, wird deutlich, dass die Beschäftigung mit Sprache im Allgemeinen und gerade die Beziehung von Sprache zum Menschen sehr wichtig ist für den 1942 geborenen Autor. „Kaspar“ ist somit ein Werk der „[...] Menschwerdung durch Sprachfindung [...]“.
Im Folgenden werde ich zwei Inszenierungen von Handkes „Kaspar“ miteinander vergleichen: die Bonner Aufführung von Alexander Riemenschneider aus dem Jahr 2010 mit der bereits 1987 entstandenen und seither unveränderten Inszenierung von Roberto Ciulli vom Theater an der Ruhr in Mülheim.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vergleich

2.1 Das Bühnenbild

2.2 Die Requisiten

2.3 Die Figuren

2.4 Die Kostüme

2.5 Das Regiekonzept

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit vergleicht zwei unterschiedliche Theaterinszenierungen von Peter Handkes Stück "Kaspar", um aufzuzeigen, wie verschiedene Regieansätze die zentralen Themen der Sprachkritik und gesellschaftlichen Manipulation interpretieren und dem Publikum vermitteln.

  • Analyse der Inszenierung von Alexander Riemenschneider (Bonn 2010)
  • Untersuchung der Inszenierung von Roberto Ciulli (Theater an der Ruhr)
  • Gegenüberstellung von Bühnenbild, Requisiten und Regiekonzepten
  • Untersuchung der gesellschaftskritischen Dimension des Stücks
  • Vergleich der Einwirkung auf die Zuschauer (psychologische vs. empathische Ebene)

Auszug aus dem Buch

2.1 Das Bühnenbild

Peter Handke hat für „Kaspar“ eine genaue Vorstellung davon, wie die Bühne aussehen soll. Für ihn stellt das Bühnenbild die Bühne dar, das Bühnenbild ist somit nicht mehr als ein Bild von der Bühne. Zu diesem Bild gehört für Handke ein Sofa ebenso wie ein großer Tisch, ein Schaukelstuhl, ein Schrank und Stühle sowie Schnüre, ein Besen und ein Papierkorb. Nichts davon befindet sich in der Mitte der Bühne. Die Gegenstände stehen ohne jede Beziehung zueinander da.

Die Inszenierung von Alexander Riemenschneider in Bonn hat sich die Vorstellung vom Bühnenbild als Bild von der Bühne angenommen. Die Kulisse besteht aus drei großen, stabilen Pappwänden, auf denen jeweils ein Foto in Lebensgröße des jeweiligen Hindergrundes befestigt ist. Würden die Pappwände fehlen, sähe die Bühne dennoch genauso aus. Die Wände dienen also lediglich dazu, den Bereich als Bühne sofort erkennbar zu machen. Außer einem dazu gestellten Stuhl gibt es keine weiteren Bühnenrequisiten. Dies hat zur Folge, dass die Kulisse im ersten Moment ziemlich unvollständig und leer wirkt. Allerdings kann diese Unvollständigkeit auch als wichtiger Bestandteil der Bühnenbildkunst angesehen werden, da auf diese Weise auf die Lücke hingewiesen wird, die erst durch die eigentliche Inszenierung geschlossen werden kann. Gerade in diesem Stück unterstreicht die Leere des Raumes Kaspars Situation und ist deshalb außerordentlich passend.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in Peter Handkes Werk "Kaspar" ein, thematisiert die Bedeutung der Sprachkritik und stellt den geplanten Vergleich zwischen den Inszenierungen von Riemenschneider und Ciulli vor.

2. Vergleich: In diesem Hauptteil werden die beiden Aufführungen anhand von Bühnenbild, Requisiten, Figuren, Kostümen und dem Regiekonzept detailliert gegenübergestellt.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass die unterschiedlichen Ansätze der Regisseure die Wirkung auf den Zuschauer maßgeblich prägen und jeweils eigene Schwerpunkte in der Interpretation der Sprechfolterung setzen.

Schlüsselwörter

Kaspar, Peter Handke, Theaterinszenierung, Sprachkritik, Gesellschaftskritik, Sprechfolterung, Alexander Riemenschneider, Roberto Ciulli, Bühnenbild, Requisiten, Regiekonzept, Manipulation, Menschwerdung, Massengesellschaft, Theater Bonn.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit vergleicht zwei verschiedene Theaterinszenierungen von Peter Handkes Stück "Kaspar" und untersucht, wie die jeweilige Umsetzung die zentrale Sprach- und Gesellschaftskritik vermittelt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Im Zentrum stehen die Entwicklung des Individuums durch Sprache, die Manipulierbarkeit des Menschen durch die Gesellschaft und der Vergleich ästhetischer Mittel auf der Bühne.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie unterschiedliche regietechnische Herangehensweisen – von der Bonner Inszenierung bis zum Theater an der Ruhr – die Kernaussage von Handkes Stück interpretieren und auf das Publikum übertragen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der spezifische Inszenierungselemente (Bühnenbild, Kostüme, Regiekonzepte) auf Basis des Originaltextes und theaterwissenschaftlicher Erkenntnisse gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Kategorien wie Bühnenbild, Requisiten, Figuren und Kostüme, um die Unterschiede und Gemeinsamkeiten der beiden Aufführungen strukturiert herauszuarbeiten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Sprechfolterung", "Manipulation", "gesellschaftliche Normen" und "Inszenierungsvergleich" charakterisiert.

Warum ist das Bühnenbild in der Bonner Inszenierung so bewusst leer gestaltet?

Die bewusste Leere durch wenige Pappwände soll die Unvollständigkeit und die Situation von Kaspar unterstreichen, um den Fokus auf die notwendige "Füllung" durch den Inszenierungsprozess zu legen.

Inwiefern unterscheidet sich die Wirkung auf das Publikum in beiden Aufführungen?

Während die Bonner Inszenierung durch Interaktion den Zuschauer auf psychologischer Ebene einbindet und zur Identifikation anregt, erzeugt die Mülheimer Inszenierung durch Finsternis und Stille ein Gefühl von Hilflosigkeit und Mitleid.

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Details

Title
Peter Handkes "Kaspar" - Ein Vergleich zweier Theaterinszenierungen
College
University of Bonn
Grade
1,0
Author
Juliane Veit (Author)
Publication Year
2010
Pages
15
Catalog Number
V169246
ISBN (eBook)
9783640875467
ISBN (Book)
9783640875276
Language
German
Tags
peter handkes kaspar vergleich theaterinszenierungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Juliane Veit (Author), 2010, Peter Handkes "Kaspar" - Ein Vergleich zweier Theaterinszenierungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169246
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