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Unternehmensorientierte Dienstleister in Leipzig

Die Bedeutung für den urbanen Büromarkt unter Berücksichtigung der Standortstruktur und -dynamik

Title: Unternehmensorientierte Dienstleister in Leipzig

Diploma Thesis , 2009 , 172 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Daniel Sehnert (Author)

Geography / Earth Science - Economic Geography
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Summary Excerpt Details

Im 21. Jahrhundert sind Wissen und Information sowie deren Verarbeitung stärker denn je im Blickfeld. Beide Produktionsfaktoren sind die Triebkräfte des wirtschaftlichen Fortschritts. Im Rahmen des Strukturwandels haben Großstädte einen unschätzbaren Standortvorteil gegenüber der Peripherie. Dort konzentrieren sich Träger und Produzenten von Wissen und Informationen. Dort werden die Rohstoffe der Wissens- und Informationsgesellschaft geschaffen, aufgenommen und in branchenübergreifender Kooperation in Produkte, Verfahren und Dienstleistungen umgesetzt.
Dienstleistungen spielen in diesem Kontext eine große Rolle. Das Wachstumspotential entstammt insbesondere der organisatorischen und räumlichen Umgestaltung wirtschaftlicher Tätigkeiten, hervorgerufen durch flexible Spezialisierung, zunehmende Arbeitsteilung und intersektorale Verflechtungen. Unternehmensorientierte Dienstleistungen (uDL) sind ein wesentlicher Baustein der regionalen bzw. urbanen Wirtschaftsstruktur. Sie wirken nicht nur direkt auf unternehmerische Wertschöpfung, sondern induzieren darüber hinaus Multiplikatoreffekte bei ihren Kunden.
In dieser Arbeit stehen uDL in der Stadt Leipzig im Fokus. Es geht neben der ökonomischen Relevanz dieses Segmentes um deren Raumwirksamkeit (Nachfrager und Nutzer von Büroflächen).
Der Büromarkt Leipzig ist prädestiniert für die Fragestellung, da erstens die Dynamik dieses Marktes nach 1990 ohne Vergleiche ist und zweitens die uDL hier die stärkste Nachfragegruppe darstellen. Einleitend setzt die Arbeit auf Vorstellung globaler Prozesse, die den Strukturwandel ausgelöst haben und weiterhin vorantreiben (Kap. 1). Kapital 2 widmet sich der Erfassung des äußerst heterogen Branchenkonglomerates. Ein weiterer Schwerpunkt: die Darstellung der Ursachen für das Wachstum der uDL. Im Anschluss werden theoretische Grundlagen zum Verständnis des Standortverhaltens von uDL (auf Makro- wie Mikroebene) beleuchtet. Kapitel 4 widmet sich dem Raumbeispiel Leipzig. Anschließend werden Untersuchungsmethodik erklärt und Untersuchungsgegenstand sachlich wie räumlich eingegrenzt (Kap. 5). Bevor die Analyse der Primärdaten erfolgt, werden in Kap. 7 aus verfügbarer Sekundärstatistik erste Indizien und Hinweise zur Standortstruktur und -dynamik von uDL zu gewinnen. Im explorativen Teil der Arbeit (Kap. 8) werden die Ergebnisse der Befragung analysiert und zur Klärung der Leitfragen (Kap. 6) benutzt. Ein Resümee schließt die Arbeit ab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung und Zielstellung

1. Theorie der Dienstleistungen

1.1 Gesamtwirtschaftler Wandel und Rolle der Dienstleistungen

1.1.2 Veränderung makroökonomischer Rahmenbedingungen

1.1.2.1. Globalisierung und Internationalisierung der Wirtschaftsbeziehungen

1.1.2.2. Tendenzen der Flexibilisierung

1.1.2.3. Die Herausbildung der Wissensökonomie

1.1.2.4. Neue Technologien

1.2 Charakterisierung des Strukturwandels unter Einbeziehung makro- und mikroökonomischer Veränderungen

1.3 Der Strukturwandel und die Bedeutung für das Dienstleistungswachstum

1.4 Zusammenfassung

2. Unternehmensorientierte Dienstleistungen

2.1. Das Problem der exakten Abgrenzung unternehmensorientierter Dienstleistungen

2.1.1 Das Problem des Dienstleistungskonzeptes

2.1.2 Die Reflektion unternehmensorientierter Dienstleistungen in der statistischen Berichterstattung

2.1.3 Die Heterogenität des unternehmensorientierten Dienstleistungsbereiches

2.1.4 Die Schnittmengenproblematik

2.2 Wachstumsdeterminanten der unternehmensorientierten Dienstleistungen

2.2.1 Ein komplexeres Unternehmensumfeld

2.2.2 Wachsende Vernetzung des tertiären Sektors mit produzierenden Wirtschaftsbereichen

2.2.3 Externalisierung als Zeichen organisatorischer Neuausrichtung und zunehmender Arbeitsteilung

2.2.4 Wachsende Technologieorientierung und hoher Wissensbedarf im Dienstleistungssektor

2.2.5 Internationalisierung von Dienstleistungen

3. Das Standortmuster und die -dynamik von Dienstleistungsunternehmen in der Theorie

3.1 Die Bedeutung von Agglomerationen als Standort unternehmensorientierter Dienstleistungsunternehmen

3.2 Das innerstädtische Standortverhalten von unternehmensorientierte Dienstleistungen oder die Standortwahl von Bürobetrieben

3.2.1 Die Integration der Immobilienwirtschaft in die statische Analyse von Dienstleistungsstandorten

3.2.1.1 Die Bürostandortforschung

3.2.2 Regulative Wirkung des Bodenmarktes

3.3 Verlagerungsprozesse – Standortdynamik vs. Standortpersistenz

3.3.1 Endogene Stimuli des Verlagerungsprozesses

4. Die Standortbetrachtung Leipzigs

4.1 Die Entwicklung der Stadt Leipzig unter dem Einfluss des Strukturwandels

4.1.1 Die konjunkturelle und wirtschaftsstrukturelle Entwicklung in Leipzig

4.1.1.1 Die räumliche Dimension

4.1.2 Die Rolle der Verkehrsinfrastruktur im Strukturwandel

4.1.3 Die Bevölkerungsentwicklung in Leipzig

4.2 Der Leipziger Immobilienmarkt – Spiegel des wirtschaftlichen Strukturwandels

Exkurs: Besonderheiten des Büroimmobilienmarktes

4.2.1 Der Büromarkt in Leipzig – Ausgangssituation

4.2.2 Die Entwicklung des Leipziger Büromarktes seit der Wiedervereinigung

4.2.2.1 Der Leipziger Büromarkt im Immobilienzyklus

4.2.2.2 Die Entwicklung wichtiger Kennziffern

4.2.2.3 Fazit

4.2.3 Die Büromarktzonen in Leipzig

4.2.4 Der Struktureffekt

4.2.5 Der Sacheffekt

4.2.6 Die Rolle der Stadtentwicklungsplanung für den Büromarkt

5. Methodik und Untersuchungsdesign

5.1 Abgrenzung des Untersuchungsgegenstandes

5.1.1 Der Untersuchungsraum

5.1.2 Die unternehmensorientierten Dienstleister in dieser Arbeit

5.2 Das Untersuchungsdesign

5.2.1 Die Vorleistungen

5.2.2 Das Fragebogendesign

5.2.3 Die Online-Befragung

5.3 Die Datenerhebung

5.4 Eine Methodenkritik

6. Das Standortverhalten der Büroflächennachfrager

6.1 Die Analyse des Standortverhaltens anhand der Vermietungsstatistik

7. Untersuchungshypothesen

8. Empirische Analyse

8.1 Strukturelle Merkmale der unternehmensorientierten Dienstleister

8.2 Die Bedeutung für den Leipziger Büromarkt

8.3 Die Standortstruktur der unternehmensorientierten Dienstleistungen in Leipzig

8.4 Die Standortdynamik der unternehmensorientierten Dienstleistungen in Leipzig

8.5 Beantwortung der Untersuchungsfragen

9. Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die wirtschaftliche und räumliche Bedeutung von unternehmensorientierten Dienstleistungsunternehmen in der Stadt Leipzig. Im Zentrum steht dabei die Analyse der Standortstruktur und Standortdynamik, wobei insbesondere untersucht wird, wie diese Akteure den Leipziger Büroimmobilienmarkt beeinflussen und welche Faktoren ihre Standortentscheidungen bestimmen.

  • Strukturwandel und Tertiärisierung der Wirtschaft
  • Abgrenzung und Heterogenität unternehmensorientierter Dienstleistungen
  • Standortfaktoren und räumliche Verteilung von Büroflächen
  • Der Immobilienmarkt in Leipzig als Spiegel wirtschaftlicher Dynamik
  • Standortverhalten und Verlagerungsprozesse von Büroflächennachfragern

Auszug aus dem Buch

1.1 Gesamtwirtschaftler Wandel und Rolle der Dienstleistungen

Der Weg einer Volkswirtschaft in die Dienstleistungsgesellschaft ist nichts Ungewöhnliches, sondern spiegelt den normalen Reifeprozess einer Volkswirtschaft wider. Volkswirtschaften durchlaufen langfristig mehrere Entwicklungsphasen, da volkswirtschaftliche Wachstumsfaktoren dynamisch sind.

Mehrere Ansätze bzw. Theorien widmen sich den Veränderungen von Wirtschaftsstruktur oder deren Teilbereichen. Laut Corsten (1990, S. 1) haben Zyklen-, Stufen- und Sektorentheorien das gleiche Ziel: die Bestimmungsgründe für strukturelle Veränderungen zu erfassen und zu beschreiben.

Die Zyklentheorie basiert auf einer eher intrasektoralen Perspektive, die in ein Konzept langfristiger gesamtwirtschaftlicher Entwicklung überführt wird. Ausgangspunkt sind die sog. Basisinnovationen, die Auslöser einer gesamtwirtschaftlichen Krise sind, da sie die traditionellen Kombinationen (d.h. Technologien und Produkte) vom Markt verdrängen. Wirtschaftliche Integration und gesellschaftliche Akzeptanz neuer Kombinationen ergeben im zweiten Schritt neue Wachstumspotenziale, die die volkswirtschaftlichen Verluste des vorangegangenen Abschwungs (über)kompensieren. Die Basisinnovationen sind im Wesentlichen als sektorspezifisch zu charakterisieren, da sie primär durch eine bis wenige Branchen wirkte. Durch die arbeitsteilige Verflechtung ergriffen in der Abschwungphase die Rezessionserscheinungen auch andere Branchen. Gleichwohl sorgte die gesamtwirtschaftliche Vernetzung auch für das Übergreifen der Fortschritte mitsamt den Multiplikatoreffekten auf andere Sektoren und ermöglichte somit den darauf folgenden gesamtwirtschaftlichen Aufschwung und letztendlich auch den Bedeutungswandel der einzelnen Sektoren zueinander, der typisch für den intersektoralen Strukturwandel sind.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung und Zielstellung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des wirtschaftlichen Wandels hin zur Dienstleistungsgesellschaft ein und definiert den Fokus der Arbeit auf die unternehmensorientierten Dienstleister in Leipzig.

1. Theorie der Dienstleistungen: In diesem Kapitel werden die globalen Megatrends (Globalisierung, Flexibilisierung, Wissensökonomie) und deren Rolle im Strukturwandel sowie für das Wachstum des Dienstleistungssektors theoretisch beleuchtet.

2. Unternehmensorientierte Dienstleistungen: Hier wird der Untersuchungsgegenstand definiert, die Heterogenität des Sektors aufgezeigt und die Ursachen für dessen Wachstum, insbesondere durch Interaktion mit produzierenden Bereichen, diskutiert.

3. Das Standortmuster und die -dynamik von Dienstleistungsunternehmen in der Theorie: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen für das räumliche Verhalten von Dienstleistern, wie Standortwahl, Agglomerationseffekte und Verlagerungsprozesse.

4. Die Standortbetrachtung Leipzigs: Es wird das Raumbeispiel Leipzig eingeführt, wobei die wirtschaftliche und städtebauliche Entwicklung der Stadt sowie die spezifischen Bedingungen des Leipziger Immobilienmarktes analysiert werden.

5. Methodik und Untersuchungsdesign: Das Kapitel beschreibt das Vorgehen bei der Datenerhebung, insbesondere die Abgrenzung der Dienstleister, die Stichprobenziehung und das Design der Online-Befragung.

6. Das Standortverhalten der Büroflächennachfrager: Hier wird das Standortverhalten anhand von Sekundärstatistiken der Bürovermietung analysiert, um erste Trends zur räumlichen Verteilung von Nachfragen zu gewinnen.

7. Untersuchungshypothesen: Auf Basis der theoretischen Vorüberlegungen werden zentrale Hypothesen formuliert, die im empirischen Teil der Arbeit überprüft werden sollen.

8. Empirische Analyse: Dieser Teil wertet die Ergebnisse der Unternehmensbefragung aus, um strukturelle Merkmale, Standortpräferenzen und Verlagerungsentscheidungen der Leipziger Dienstleister empirisch zu fundieren.

9. Resümee: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, die die Standortstruktur und Mobilität der untersuchten Dienstleistungsunternehmen kritisch reflektiert.

Schlüsselwörter

Unternehmensorientierte Dienstleistungen, Strukturwandel, Leipzig, Büromarkt, Standortwahl, Immobilienmarkt, Wissensökonomie, Tertiärisierung, Verlagerungsprozesse, Büroflächennachfrage, Standortdynamik, Standortpersistenz, Agglomeration, Wirtschaftsstruktur, Dienstleistungswachstum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit analysiert die Rolle unternehmensorientierter Dienstleister im urbanen Raum Leipzigs, insbesondere deren Bedeutung als Nachfrager am dortigen Büroimmobilienmarkt und deren spezifisches Standortverhalten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Zentral sind der wirtschaftliche Strukturwandel, die Charakteristika unternehmensorientierter Dienstleistungsbranchen, Standorttheorien für Bürobetriebe sowie die spezifische Marktentwicklung von Leipzig seit der Wiedervereinigung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die ökonomische Relevanz dieser Dienstleistungssegmente in Leipzig sowie deren Raumwirksamkeit zu verstehen, insbesondere in Hinblick auf Standortentscheidungen und Verlagerungsmobilität im städtischen Büromarkt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Der Autor kombiniert theoretische Ableitungen aus der wirtschaftsgeographischen Literatur mit einer empirischen Analyse, die auf einer Online-Unternehmensbefragung sowie einer Auswertung von Vermietungsstatistiken basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit dem Dienstleistungssektor, eine detaillierte Analyse der Leipziger Standortfaktoren und Stadtentwicklungsgeschichte sowie eine empirische Untersuchung des tatsächlichen Verhaltens der Unternehmen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben dem zentralen Begriff der unternehmensorientierten Dienstleistungen sind dies vor allem Standortpersistenz, Tertiärisierung, Büroflächenbedarf und die Transformation städtischer Ökonomien.

Wie erklärt der Autor die Standortwahl von Bürobetrieben in Leipzig?

Die Standortwahl wird nicht rein rational, sondern als komplexes Zusammenspiel aus harten Standortfaktoren (Lage, Mietpreis, Infrastruktur) und weichen, subjektiven Faktoren (Image, Präferenzen der Geschäftsführung) interpretiert.

Welche Rolle spielt der Standort Leipzig bei der Analyse?

Leipzig dient als Raumbeispiel für eine Stadt, die einen radikalen industriellen Niedergang erlebte und sich infolge des Strukturwandels zu einem Dienstleistungszentrum mit einer spezifischen, noch immer nachwirkenden Immobilienmarktdynamik entwickelt hat.

Kommt der Autor zu dem Schluss, dass Unternehmen in Leipzig sehr mobil sind?

Nein, der Autor stellt eine überraschend hohe Standortpersistenz fest. Die Unternehmen wechseln ihren Standort deutlich seltener als vermutet, was gegen die Annahme einer hohen Dynamik spricht.

Welchen Einfluss hat die "Cityhypothese" auf die Leipziger Situation?

Die Studie relativiert die klassische Cityhypothese, da viele hochwertige Dienstleister in Leipzig eine eher "cityunabhängige" Standortwahl zeigen und den Cityrand oder Innenstadtrand aufgrund besserer Rahmenbedingungen wie Parkplatzsituation bevorzugen.

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Details

Title
Unternehmensorientierte Dienstleister in Leipzig
Subtitle
Die Bedeutung für den urbanen Büromarkt unter Berücksichtigung der Standortstruktur und -dynamik
College
Martin Luther University  (Institut für Geographie)
Grade
1,3
Author
Daniel Sehnert (Author)
Publication Year
2009
Pages
172
Catalog Number
V169266
ISBN (eBook)
9783640876341
ISBN (Book)
9783640876402
Language
German
Tags
Geographie Dienstleistungen unternehmensorientierte Dienstleistungen Wissensökonomie Leipzig Immobilie Büromarkt Büromarktforschung tertiärer Sektor business related services service economy Immobilienzyklus Standortverlagerung Standortstruktur Standortdynamik Immobilienmarkt quartärer Sektor Bürostandort Bodenmarkt Sach- und Struktureffekt Strukturwandel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Sehnert (Author), 2009, Unternehmensorientierte Dienstleister in Leipzig, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169266
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