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Ein diskursanalytischer Vergleich der Erzählungen "Der Einsiedler Serapion" und "Der Sandmann" von E.T.A. Hoffmann

Título: Ein diskursanalytischer Vergleich der Erzählungen "Der Einsiedler Serapion" und "Der Sandmann" von E.T.A. Hoffmann

Trabajo Escrito , 2020 , 20 Páginas

Autor:in: Emilia Klein (Autor)

Literatura - Literatura del Romanticismo
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In dieser Hausarbeit soll der Versuch unternommen werden, einen diskursanalytischen Vergleich der beiden Erzählungen "Der Einsiedler Serapion" und "Der Sandmann" von E. T. A. Hoffmann vorzunehmen.
Dafür werden einzelne Textstellen herangezogen, die nach ausgewählten Motiven und Überlegungen von Michel Foucault untersucht werden.
Aufgrund der knappen Rahmenbedingungen dieser Hausarbeit kann keine vollständige Darlegung der Theorien Foucaults gewährleistet werden, weshalb zunächst der Inhalt der zwei Erzählungen knapp zusammengefasst wird, um daraufhin die einzelnen ausgewählten Motive zu erläutern. Da in dieser Hausarbeit das Ziel einer möglichst ertragreichen Interpretation verfolgt wird, gibt Kapitel 4 eine tabellarische Übersicht über die ausgewählten Motive. Im Anhang wird diese um die dazugehörigen Textstellen ergänzt, da im Hauptteil lediglich die zentralen Erkenntnisse und Interpretationsansätze ausformuliert werden sollen. Während die Ideen aus dem Werk Wahnsinn und Gesellschaft (Foucault) und Überwachen und Strafen (Foucault) rahmend für diese Hausarbeit sind, wird auch auf die Sichtbarkeit, welche eng mit der Idee von Berthams Panoptikums verknüpft ist und die Disziplinarmacht eingegangen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

  • Einleitung
  • Zusammenfassungen der zwei Erzählungen
  • Theoretische Überlegungen Michel Foucaults
  • Foucaults Motive in den Erzählungen – Tabellarische Übersicht
  • Diskursanalytischer Vergleich der beiden Erzählungen anhand der Motive der Sichtbarkeit/Subjektivierung, der Disziplinarmacht und der Normalisierungsgesellschaft
  • Fazit
  • Literaturverzeichnis
  • Anhang
    • Tabelle mit Textzitaten
    • Grafiken

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit verfolgt das primäre Ziel, einen diskursanalytischen Vergleich der beiden Erzählungen "Der Einsiedler Serapion" und "Der Sandmann" von E.T.A. Hoffmann vorzunehmen, indem ausgewählte Motive und Überlegungen von Michel Foucault auf relevante Textstellen angewendet werden.

  • Diskursanalyse als literaturtheoretische Perspektive
  • Foucaults Theorien zu Wahnsinn und Gesellschaft
  • Konzepte von Überwachung und Disziplinarmacht
  • Die Idee der Normalisierungsgesellschaft und des Panoptikums
  • Das Spannungsfeld zwischen Fantasie, Wahnsinn und Vernunft
  • Subjektivierungsprozesse in Hoffmanns Erzählungen

Auszug aus dem Buch

2.1 Der Mensch als Objekt der Wissenschaft und der Panoptismus

Die Veröffentlichung des Sandmanns (1816) und die Geschichte Des Einsiedlers Separion (1819) fallen in eine Zeitspanne in der Foucault in seinem Buch Die Ordnung der Dinge (1991) einen Paradigmenwechsel beschreibt. „Um das 1800 Jahrhundert wird der Mensch zum ersten Mal als eine Kategorie wissenschaftlich untersucht und tritt damit als Objekt der Wissenschaft und als Objekt des Wissens in Erscheinung“ (Foucault, 1991, zit. nach Otte, 2020, S.7).

Mit dem Paradigmenwechsel rückt der Mensch aus einer erkenntnistheoretischen Perspektive in das Zentrum der Humanwissenschaft, wodurch der Mensch gleichermaßen als erkennendes Subjekt sowie als Gegenstand der Wissenschaft betrachtet wird (ebd.). Die erkenntnistheoretische Unsicherheit des Konzepts des Meschens wird um die in demselben Zeitraum beginnende Technik der Disziplinarmacht ergänzt (Foucault, 1991). In seinem Werk Überwachen und Strafen (1993) beschreibt Foucault, dass die Machtmechanismen der Disziplinargesellschaft erst Subjekte hervorbringen und der Ausgangspunkt dieser Disziplinierung in den Techniken der Sichtbarkeit liegt (ebd.).

Lorenz & Ruffing beschreiben in ihrem Band Michel Foucault Philosophie für Einsteiger (2012), wie zum Zeitpunkt der Aufklärung in Europa zwar die politische Freiheit erfunden wurde, doch dieser Idee ist sogleich die Praxis der Disziplinierung des Körpers an die Seite gestellt worden (Lorenz & Ruffing, 2012). Dort heißt es weiter, dass im alten Strafsystem den Scharfrichten die Hauptrolle zustand, welche im 19 Jahrhundert von den Aufsehern, Ärzten, Priestern und Psychiatern übernommen wurde. Kriminelle sollten weniger bestraft, sondern verbessert werden. Um den Traum einer disziplinierten Gesellschaft zu verwirklichen werden Menschen in Fabriken, Kasernen, Schulen, Spitälern in eine räumliche Ordnung gebracht, deren geheimes Vorbild Jeremy Benthams Panopticum war (ebd.).

„Das Panopticum ist ein ringförmiges Gebäude, das einen Hof mit einem Turm in der Mitte umschließt. Der Ring ist in kleine Zellen unterteilt, die sowohl auf den Innenhof als auch nach außen führen. In jeder der kleinen Zellen sitzt ein Kind, das schreiben lernt, ein Arbeiter bei der Arbeit, ein Häftling auf dem Weg zur Besserung oder ein Geisteskranker, der seinen Wahnsinn auslebt. In dem zentralen Turm sitzt ein Wärter, (...), der Wärter (kann) die gesamte Zelle einsehen; (...) ohne selbst gesehen zu werden.“ (Foucault, zitiert nach Lorenz & Ruffing, S.39;

Foucault überträgt die Gestalt des Panopticum als disziplinierendes Machtinstrument auf den Körper. Dabei betont er, dass die panopticale Struktur in verschiedenen Institutionen in denen Verhaltensänderungen herbei geführt werden zwar möglich ist, aber das Hauptprinzip das diffuse Sichtbarkeitsgefühl des Individuums darstellt. Dieses Sichtbarkeitsgefühl strukturiert eine Gesellschaft. Die Ausübung der Macht kann von der gesamten Gesellschaft durchschaut und kontrolliert werden (Otte, 2020).

„Unsere Gesellschaft ist nicht eine des Schauspiels, sondern eine Gesellschaft der Überwachung“ (Foucault, zitiert nach Otte, 2020, S. 12).

Die Idee, dass eine Gesellschaft reziprok und multilateral seine eigene Disziplinierung betreibt, beeinflusst den Subjekt-Begriff und den Blick auf Individualität. So schreibt Foucault, dass die Form der neuzeitlichen Subjektivität zunächst auf einem internalisierten Sichtbarkeitsgefühl beruht (ebd.). Das Subjekt ist für Foucault das Ergebnis eines Unterwerfungsprozesses und glaubt nicht an durchgängige Identität. Der Subjektivbegriff ist ein Resultat aus der Unterwerfung unter Machtverhältnisse einer Gesellschaft, deren Funktionieren auf einem allgegenwärtigen Sichtbarkeitsgefühl beruht“ (ebd.). Die Analyse von Machtverhältnissen in einer Gesellschaft ist nach Foucault auch eine Analyse von Subjektivierungsprozessen. Für Foucault ist das Panoptikum ein Sinnbild für die moderne Überwachungs- und Normalisierungsgesellschaft (ebd.). Auch wenn auf eine moderne Überwachungs- und Normalisierungsgesellschaft Bezug genommen wird, lassen sich in dem Einsiedler Serapion und im Sandmann aus dem 19 Jahrhundert unterschiedliche Sichtbarkeitsmotive und Disziplinierungstechniken finden. Nathanael leidet zum Beispiel unter dem Gefühl beobachtet zu werden (Sichtbarkeit) und im Einsiedler Serapion sind, durch die Erwähnung der vorherigen Behandlung in einer psychiatrischen Anstalt Disziplinierungstechniken, zu erkennen. Im Analyseteil soll auf diese und weitere Aspekte tiefgreifender eingegangen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Dieses Kapitel führt in die diskursanalytische Methodik nach Foucault ein und begründet deren Anwendung für den Vergleich von E.T.A. Hoffmanns Erzählungen "Der Einsiedler Serapion" und "Der Sandmann".

Zusammenfassungen der zwei Erzählungen: Hier werden "Der Einsiedler Serapion" und "Der Sandmann" kurz inhaltlich vorgestellt, um eine gemeinsame Grundlage für die Analyse zu schaffen.

Theoretische Überlegungen Michel Foucaults: In diesem Abschnitt werden Foucaults Konzepte zu Wahnsinn und Gesellschaft, der Mensch als wissenschaftliches Objekt, Disziplinarmacht und das Panoptikum erläutert.

Foucaults Motive in den Erzählungen – Tabellarische Übersicht: Dieses Kapitel bietet eine strukturierte Übersicht der Foucaultschen Motive wie Sichtbarkeit, Subjektivierung und Disziplinarmacht in Bezug auf die analysierten Erzählungen.

Diskursanalytischer Vergleich der beiden Erzählungen anhand der Motive der Sichtbarkeit/Subjektivierung, der Disziplinarmacht und der Normalisierungsgesellschaft: Der Hauptteil der Arbeit analysiert und vergleicht detailliert die Präsenz und Ausgestaltung der Foucaultschen Motive in den Erzählungen von Hoffmann.

Fazit: Das Fazit resümiert die Hauptergebnisse des Vergleichs und diskutiert die Implikationen der diskursanalytischen Perspektive auf Hoffmanns Werke und die Gesellschaft.

Schlüsselwörter

Diskursanalyse, E.T.A. Hoffmann, Der Einsiedler Serapion, Der Sandmann, Michel Foucault, Wahnsinn, Sichtbarkeit, Subjektivierung, Disziplinarmacht, Panoptikum, Normalisierungsgesellschaft, Romantik, Literaturwissenschaft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Hausarbeit führt einen diskursanalytischen Vergleich zwischen E.T.A. Hoffmanns Erzählungen "Der Einsiedler Serapion" und "Der Sandmann" durch, basierend auf den Theorien Michel Foucaults.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder umfassen Foucaults Konzepte von Wahnsinn und Gesellschaft, Sichtbarkeit, Subjektivierung, Disziplinarmacht, das Panoptikum und die Normalisierungsgesellschaft im Kontext der Literaturanalyse.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, mithilfe einer diskursanalytischen Perspektive aufzuzeigen, wie Machtstrukturen und der Umgang mit Wahnsinn in den beiden genannten Erzählungen verhandelt und verglichen werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit bedient sich einer diskursanalytischen Herangehensweise, die sich auf die theoretischen Überlegungen von Michel Foucault stützt, um literarische Texte zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt ein detaillierter diskursanalytischer Vergleich der Erzählungen "Der Einsiedler Serapion" und "Der Sandmann" anhand der Motive von Sichtbarkeit/Subjektivierung, Disziplinarmacht und der Normalisierungsgesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter wie Diskursanalyse, E.T.A. Hoffmann, Michel Foucault, Wahnsinn, Panoptikum, Sichtbarkeit, Subjektivierung und Normalisierungsgesellschaft charakterisieren die Arbeit.

Wie unterscheidet sich die Darstellung des Wahnsinns in "Der Einsiedler Serapion" und "Der Sandmann"?

Während der Wahnsinn in "Der Einsiedler Serapion" oft ironisch und als eine selbstgewählte, friedliche Lebensweise erscheint, wird er in "Der Sandmann" als düstere, unheimliche Kraft dargestellt, die zum tragischen Ende des Protagonisten führt.

Welche Rolle spielt das Panoptikum in der Analyse der Erzählungen?

Das Panoptikum dient als metaphorisches Modell für Überwachungs- und Disziplinierungsmechanismen in der Gesellschaft. Im "Sandmann" wird es beispielsweise durch Figuren wie Coppola personifiziert, während es im "Einsiedler Serapion" die diffuse Überwachung durch die Gemeinschaft beleuchtet.

Inwiefern reflektiert Serapion seine Subjektivierung im Gegensatz zu Nathanael?

Serapion scheint seinen Zustand des Wahnsinns bewusst zu reflektieren und als "Gabe des Himmels" zu empfinden, während Nathanael sein unterworfenes Subjektstatus im Machtverhältnis nicht erkennt und stattdessen in den Wahnsinn abgleitet.

Was ist die Funktion von Clara in "Der Sandmann" im Kontext der Normalisierungsgesellschaft?

Clara verkörpert in "Der Sandmann" das Sinnbild der "normalen Bürgerin", die sich nicht von rationalen Normen abbringen lässt und somit die Vorstellungen der Normalisierungsgesellschaft repräsentiert, gegenüber dem "verrückten" Nathanael.

Final del extracto de 20 páginas  - subir

Detalles

Título
Ein diskursanalytischer Vergleich der Erzählungen "Der Einsiedler Serapion" und "Der Sandmann" von E.T.A. Hoffmann
Universidad
Martin Luther University
Autor
Emilia Klein (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
20
No. de catálogo
V1692714
ISBN (PDF)
9783389176191
ISBN (Libro)
9783389176207
Idioma
Alemán
Etiqueta
vergleich erzählungen einsiedler serapion sandmann hoffmann
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Emilia Klein (Autor), 2020, Ein diskursanalytischer Vergleich der Erzählungen "Der Einsiedler Serapion" und "Der Sandmann" von E.T.A. Hoffmann, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1692714
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