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Die Bedeutung intrareligiöser Konflikte zwischen den Juden in Judäa und ihrem Selbstverständnis als Ursache des 1. Jüdischen Krieges

Title: Die Bedeutung intrareligiöser Konflikte zwischen den Juden in Judäa und ihrem Selbstverständnis als Ursache des 1. Jüdischen Krieges

Seminar Paper , 2011 , 21 Pages

Autor:in: Kevin Rimek (Author)

World History - Antiquity
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„Jüdisch – Sein bedingt fast von selbst, dass man sich auf sich selbst besinnen, zu den ererbten Traditionen und Werten stehen, eben partikular sein (und entsprechende Anfeindungen in Kauf nehmen) muss. Die Alternative wäre Anpassung, Assimilation an die Umwelt, gegebenenfalls bis zur Ununterscheidbarkeit.“ (Dietrich, Walter: Israel und die Völker in der Hebräischen Bibel, S.8) So beschreibt W. Dietrich die beiden maßgeblichen Richtungen, in die sich die jüdische Religion seit der Fremdbeherrschung durch die Perser differenzierte. Sie sind das Ergebnis einer Entwicklung, welche sowohl mit intrareligiösen Konflikten, als auch der Selbstbetrachtung der Juden in Verbindung steht.
Die vorliegende Hausarbeit untersucht das Zusammenwirken dieser Faktoren mit Blick auf die dadurch resultierenden innen – und außenpolitischen Folgen zwischen Römern und Juden in Judäa vor Beginn des Ersten Jüdischen Krieges. So sollen die in dieser Hausarbeit gewonnenen Erkenntnisse eine Antwort auf die Frage leisten, ob und inwieweit die jüdische Religion mit ihrer Selbstbetrachtung und den internen Konflikten als Ursache für jenen Krieg genannt werden kann.
Die Hausarbeit verschafft zunächst einen Überblick über wesentliche Elemente des jüdischen Glaubens und damit ebenso über das Selbstverständnis der Juden. Im Folgenden wird die Ausdifferenzierung der jüdischen Gesellschaft (wobei hier der Schwerpunkt auf die Entwicklungen während der persischen Herrschaft gelegt wurde) und deren gegensätzlichen Auswirkungen auf die jüdische Gesellschaft in Form von Isolation und Assimilation in der hellenistisch – römischen Zeit betrachtet. Als eine Folge wird dabei die Herausbildung verschiedener religiöser Strömungen benannt, welche anschließend überblicksartig betrachtet werden. Im weiteren Verlauf werden die aus der Ausdifferenzierung resultierenden Ansprüche dieser Strömungen betrachtet und deren Auswirkungen für die römisch – jüdischen Beziehungen untersucht. Abschließend werden die aus der Betrachtung gewonnenen Erkenntnisse zur kritischen Hinterfragung der Darstellung des Josephus angewendet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das jüdische Selbstverständnis

3. Die Ausdifferenzierung der jüdischen Gesellschaft

4. Gegensatz zwischen politischer und kulturelle Isolation und Assimilation in der hellenisch – römischen Zeit

5. Bedeutende religiöse Strömungen im Judentum

6. Judäa und seine Herrscher – religiös definierte Bedingungen der Akzeptanz

7. Betrachtung der römischen Herrschaft in Judäa unter religiösen Gesichtspunkten

8. Wertung zur Vorbetrachtung des Josephus über den Jüdischen Krieg

9. Zusammenfassung

10. Quellen – und Literaturverzeichnis

10.1. Quellenverzeichnis

10.2. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Zusammenwirken von intrareligiösen Konflikten, dem jüdischen Selbstverständnis und deren innen- sowie außenpolitischen Auswirkungen als maßgebliche Ursachen für den Ausbruch des Ersten Jüdischen Krieges. Ziel ist es zu erörtern, inwiefern die jüdische Religion und die daraus resultierende Spannungsdynamik zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Strömungen und der römischen Administration das Konfliktpotenzial bis zur Eskalation begründeten.

  • Analyse des jüdischen Selbstverständnisses und der Rolle der Tora
  • Untersuchung der gesellschaftlichen Ausdifferenzierung während der Fremdherrschaft
  • Gegenüberstellung von Isolation und Assimilation als Konflikttreiber
  • Bewertung der Rolle des Flavius Josephus als zeitgenössischer Berichterstatter
  • Untersuchung der Machtdynamiken zwischen römischen Herrschern und jüdischen Strömungen

Auszug aus dem Buch

4. Gegensatz zwischen politischer und kulturelle Isolation und Assimilation in der hellenisch – römischen Zeit

Infolge der schon zur Zeit der Fremdbeherrschung durch die Perser eintretenden Assimilation nach außen bildete sich nun eine hellenistisch ausgerichtete Oberschicht, die aus dem jüdischen Priesteradel und aristokratischen Großgrundbesitzern hervorging. Ihre außenpolitische Orientierung führte zur Zeit der Diadochen zu einem Hellenisierungsprozess in Judäa, an dessen Ende Jerusalem als Polis stand. „Was die Tora nicht ausdrücklich verbot, wurde gemacht (Wettkämpfe, Gymnasien), was explizit verboten war, wurde vermieden. In jedem Fall waren die Grenzen fließend und jüdisches Leben in der Polis nicht unproblematisch“, charakterisiert Baltrausch den Umgang hellenisierender Kräfte mit den „Gesetzen der Väter“. Diese Entwicklung verschärfte den Konflikt mit den Frommen, welche durch den Hellenisierungsprozess an Bedeutung verloren und als Nicht-Anpassungswillige Einschränkungen bei der gesellschaftlichen Teilhabe erdulden mussten.

So wurden fromme Juden von griechischer Bildung sowie dem Gymnasion und dem Ephebeion, deren Mitgliederlisten vom Priesteradel, d.h. der Oberschicht überwacht wurden, ausgeschlossen. Weiterhin empfanden die Frommen die Aufgabe der Tora als Verfassung, welche somit ihren weltlichen Einfluss verlor und daher nur noch eine religiöse Bedeutung hatte, als Verrat „am Gesetz“. So entfernte sich mit der neuen Verfassung die Hoffnung auf eine selbstbestimmte und uneingeschränkte Praktizierung der Mosetora, was dem jüdischen „Ideal 'Israel'“ entgegenstand.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der jüdischen Religionsgeschichte ein und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich des Zusammenhangs von Selbstverständnis, internen Konflikten und dem Jüdischen Krieg.

2. Das jüdische Selbstverständnis: Das Kapitel beleuchtet, wie der Erwählungsglaube und der Endzeitglaube eine Fremdbeherrschung als inkompatibel mit dem jüdischen Gesetz erscheinen ließen, was zu Isolation und Zentralisierung führte.

3. Die Ausdifferenzierung der jüdischen Gesellschaft: Hier wird der Prozess der gesellschaftlichen Spaltung ab dem babylonischen Exil beschrieben, der sich durch den Einfluss fremder Kulturen und die daraus resultierende unterschiedliche Auslegung religiöser Gesetze vertiefte.

4. Gegensatz zwischen politischer und kulturelle Isolation und Assimilation in der hellenisch – römischen Zeit: Dieses Kapitel untersucht die Entstehung zweier Parallelgesellschaften in Judäa, die durch den Hellenisierungsprozess und die wirtschaftliche sowie kulturelle Partizipation der Oberschicht geprägt waren.

5. Bedeutende religiöse Strömungen im Judentum: Die Analyse der philosophischen Sekten – Pharisäer, Sadduzäer und Zeloten – zeigt, wie diese die unterschiedlichen gesellschaftlichen Positionen von Priesteradel bis zur frommen Landbevölkerung repräsentierten.

6. Judäa und seine Herrscher – religiös definierte Bedingungen der Akzeptanz: Dieses Kapitel zeigt, wie Herrscher versuchten, die widersprüchlichen Erwartungen des Priesteradels und der toratreuen Massen auszubalancieren, was oft am Widerstand gegen die Fremdherrschaft scheiterte.

7. Betrachtung der römischen Herrschaft in Judäa unter religiösen Gesichtspunkten: Die Untersuchung belegt, dass römische Eingriffe, wie der Kaiserkult oder die Steuersysteme, als unmittelbare Provokation des jüdischen Selbstverständnisses wahrgenommen wurden und den Widerstand stärkten.

8. Wertung zur Vorbetrachtung des Josephus über den Jüdischen Krieg: Es wird kritisch hinterfragt, inwiefern die parteiische Darstellung des Flavius Josephus, die den Zeloten die Schuld zuschreibt, als subjektive Geschichtsschreibung eines römisch adoptierten Juden zu werten ist.

9. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung führt die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass der intrareligiöse Konflikt und das Scheitern der römischen Verwaltung bei dessen Bewältigung die tieferliegende Ursache für den Krieg darstellen.

10. Quellen – und Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärquellen und der wissenschaftlichen Sekundärliteratur zur Arbeit.

Schlüsselwörter

Judentum, Erster Jüdischer Krieg, Selbstverständnis, Mosetora, Hellenisierung, Pharisäer, Sadduzäer, Zeloten, Flavius Josephus, römische Herrschaft, Isolation, Assimilation, Religionsgeschichte, Judäa, Gottesherrschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die religiösen, gesellschaftlichen und politischen Ursachen, die zum Ausbruch des Ersten Jüdischen Krieges führten, mit besonderem Fokus auf die innerjüdischen Spannungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Felder sind das jüdische Selbstverständnis, die soziale und religiöse Ausdifferenzierung der Gesellschaft, das Spannungsfeld zwischen Assimilation und Isolation sowie die Auswirkungen der römischen Fremdherrschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, ob und inwieweit die jüdische Religion, ihre Selbstbetrachtung und die internen gesellschaftlichen Konflikte als ursächlich für den Krieg gegen Rom angesehen werden können.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich primär auf eine historiographische Analyse, die insbesondere Werke von Flavius Josephus kritisch hinterfragt und mit aktueller Forschung zur jüdischen Antike konfrontiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung religiöser Strömungen, die Rolle des jüdischen Selbstverständnisses gegenüber Fremdherrschern sowie die Auswirkungen spezifischer römischer Verwaltungs- und Wirtschaftspraktiken auf die jüdische Bevölkerung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Erster Jüdischer Krieg, Pharisäer, Sadduzäer, Zeloten, Mosetora, Hellenisierung, Autonomiebestreben und jüdisches Selbstverständnis.

Warum spielt die Person des Flavius Josephus eine so zentrale Rolle in der Arbeit?

Josephus ist der wichtigste zeitgenössische Quellengeber, dessen Werke jedoch durch seine eigene Biografie als adoptierter Flavier geprägt und somit römerfreundlich gefärbt sind, was eine kritische Distanz bei der Analyse erfordert.

Wie beeinflusste das Konzept der "Gottesherrschaft" den Konflikt mit den Römern?

Das jüdische Streben nach der Realisierung der Gottesherrschaft und die damit verbundene strikte Treue zur Mosetora widersprachen dem römischen Kaiserkult und dem Anspruch, dass ein weltlicher Herrscher über das jüdische Volk bestimmt.

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Details

Title
Die Bedeutung intrareligiöser Konflikte zwischen den Juden in Judäa und ihrem Selbstverständnis als Ursache des 1. Jüdischen Krieges
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Geschichtswissenschaften)
Course
Proseminar: Die Zeit der Flavier
Author
Kevin Rimek (Author)
Publication Year
2011
Pages
21
Catalog Number
V169287
ISBN (eBook)
9783640875016
ISBN (Book)
9783640875122
Language
German
Tags
bedeutung konflikte juden judäa selbstverständnis ursache jüdischen krieges
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kevin Rimek (Author), 2011, Die Bedeutung intrareligiöser Konflikte zwischen den Juden in Judäa und ihrem Selbstverständnis als Ursache des 1. Jüdischen Krieges, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169287
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