Unternehmen sind heute einem stark umkämpften Markt und harten Wettbewerbs-situationen ausgesetzt als früher. Neue Trends und Innovationen zu erkennen und umzusetzen ist dabei äußerst wichtig geworden. Dies ist sowohl in organisatorischer als auch in technischer Hinsicht mitverantwortlich für die Erhaltung und den Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. In diesem Zusammenhang ist die Informationsgewinnung aus vorhandenen Unternehmensdaten und aus der Unternehmensumwelt ein sehr kritischer Aspekt. Management Informationssysteme (MIS) sind daher heutzutage ein wichtiger Erfolgsfaktor in Unternehmen. Mit diesen Systemen wird gewährleistet, dass das Management ständig mit genügend, ziel-gerichteten und wichtigen Informationen versorgt wird, damit deren Entscheidungen genauso treffsicher und qualitativ gleichwertig ausfallen, wie die gelieferten Informationen. Daher sind Management Informationssysteme aus heutigen Unternehmen kaum noch wegzudenken. Zudem drängen neue IT-Geschäftsmodelle in den Markt und versprechen, bei der Entscheidungsunterstützung noch größere Herausforderungen meistern zu können.
Corporate Performance Management (CPM) nennt sicht die neue Disziplin und bietet dem Management mehr als reine Informationsunterstützung. Das neue Modell knüpft an den Business Process Management (BPM) Ansatz. Im Zentrum stehen dabei vielmehr die Geschäftsprozesse und ihre Überwachung sowie Steuerung durch messbare Größen (sog. Metriken). Bisherige Management Informationssysteme wie Business Intelligence (BI) waren nicht Prozessorientiert, vorwiegend retrospektiv ausgerichtet und orientierten sich nach bestimmten Applikationen wie zum Beispiel ERP , CRM oder nach Legacy Systemen (applikationsorientiert). Mit CPM werden zusammen mit den Methoden aus vorigen Management Informationssystemen Unternehmensziele im Top-down Ansatz umgesetzt und gleichzeitig Geschäfts-prozesse im Bottom-up Ansatz überwacht sowie durch schnelle Maßnahmen angepasst. Dieses neue Modell verspricht den Unternehmen eine höhere Reaktions-geschwindigkeit auf Veränderungen aus der Umwelt. Die Orientierung auf Geschäfts-prozesse ist heutzutage notwendig, da den Unternehmen mittlerweile bewusst geworden ist, dass Geschäftsprozesse zu den kritischen Erfolgsfaktoren gehören.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Themenvorstellung
1.2 Ziele und Aufbau
2 Entwicklungsgeschichte
3 Managementansätze
3.1 Business Process Management (BPM)
3.2 Business Intelligence (BI)
3.3 Corporate Performance Management (CPM)
4 Unterschiede klassischer BI und CPM
5 Vor- und Nachteile von Management Informationssystemen
4.1 Vorteile von MIS
4.2 Nachteile von MIS
6 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Überblick über die Vor- und Nachteile von Management Informationssystemen (MIS), insbesondere im Kontext von Corporate Performance Management (CPM) und Business Intelligence (BI), zu geben sowie diese Managementansätze voneinander abzugrenzen.
- Historische Entwicklung und Komplexitätszunahme von MIS
- Methodische Abgrenzung von BPM, BI und CPM
- Gegenüberstellung von klassischer BI und moderner CPM-Systeme
- Analyse der Chancen und Risiken beim Einsatz von Informationssystemen
- Bedeutung der Prozessorientierung gegenüber der Applikationsorientierung
Auszug aus dem Buch
3.1 Business Process Management (BPM)
Die vorhandenen Definitionen von Gartner und Hewlett Packard für BPM sind ungenau, so dass darunter organisatorische Maßnahmen als auch unterschiedliche Systemtechnologien verstanden werden. Bei den vielen verschiedenen Definitionen der Institute lassen sich dennoch Gemeinsamkeiten feststellen: Bei BPM geht es um die Beherrschung komplexer Geschäftsprozesse. Hierbei werden alle Phasen von der Prozessanalyse bis zur Schließung des Lifecycle-Prozesses durch Auswertung der Laufzeitinformationen mit den Modelldaten eingeschlossen. Ein führender BPM Software Anbieter TIBCO stellt die BPM Lifecycle wie folgt dar:
Zuerst wird der Prozess mit einem sog. Process Modeller modelliert. Ist die Modellierung abgeschlossen, kann auch gleich der Prozess simuliert werden. Dies kann nützlich sein, um bei größeren Prozessketten Engpässe schnell zu identifizieren und vor der Umsetzung zu beseitigen. Nach der Testphase kann der Prozess in den produktiven Systemen implementiert werden. Die Laufzeit- und Betriebsergebnisse werden permanent überwacht und analysiert. Aus den gewonnen Daten kann der Geschäftsprozess optimiert ggf. neu modelliert werden wenn beispielsweise gravierende Testergebnissen entstehen. Die Lifecycle von BPM ist rollierend und zielt wie bei der KAIZEN bzw. KVP Methode auf die kontinuierliche Verbesserung der Prozessqualität ab. In der Literatur ist häufig die Bezeichnung „rollierendes Modell“ oder auch Rückkopplungs-Modell („closed-loop“) zu finden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Relevanz von Management Informationssystemen und Zielsetzung der Arbeit zur Abgrenzung von BPM, BI und CPM.
2 Entwicklungsgeschichte: Darstellung der zeitlichen Evolution von der einfachen Datenverarbeitung hin zu modernen, komplexen Management Support Systems.
3 Managementansätze: Erläuterung der Konzepte BPM, BI und CPM als ganzheitliche Managementansätze in der Unternehmenspraxis.
4 Unterschiede klassischer BI und CPM: Gegenüberstellung der operativen und strategischen Ansätze sowie Verdeutlichung durch das Beispiel des Bestellprozesses.
5 Vor- und Nachteile von Management Informationssystemen: Analyse der Chancen und Risiken beim Einsatz von MIS sowie Diskussion notwendiger Rahmenbedingungen wie Akzeptanz und Schulung.
6 Zusammenfassung und Ausblick: Fazit über die Notwendigkeit der Prozessorientierung und einen Ausblick auf die zukünftige technologische Entwicklung hin zu SOA.
Schlüsselwörter
Management Informationssysteme, Business Intelligence, Corporate Performance Management, Business Process Management, Prozessorientierung, Applikationsorientierung, Data Mining, Entscheidungsunterstützung, Closed-Loop, Systemlandschaft, Prozessoptimierung, Unternehmensführung, Softwarearchitektur, Informationslogistik, Geschäftsprozesse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Vor- und Nachteile von modernen Management Informationssystemen (MIS), wobei der Fokus insbesondere auf dem Vergleich zwischen klassischer Business Intelligence und dem Corporate Performance Management liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung von IT-gestützten Managementsystemen, die methodische Einordnung von BPM, BI und CPM sowie die technologische Umstellung auf prozessorientierte Systeme.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel besteht darin, dem Leser einen Überblick über die Stärken und Schwächen der genannten Systeme zu geben und die Abgrenzung der Begrifflichkeiten in der Unternehmenspraxis zu klären.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um bestehende Definitionen zu vergleichen, sowie eine systemanalytische Herangehensweise, um die funktionalen Unterschiede zwischen klassischer BI und CPM zu verdeutlichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit den Definitionen von BPM, BI und CPM, der operativen Gegenüberstellung dieser Ansätze anhand von Beispielen sowie einer allgemeinen Diskussion über die Vor- und Nachteile des Einsatzes von MIS.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Prozessorientierung, Business Intelligence, Corporate Performance Management, Closed-Loop und Entscheidungsunterstützung.
Wie unterscheidet sich CPM technisch von klassischer BI?
Während klassische BI primär Informationen auf Anforderung einholt (Holschuld), arbeitet CPM ereignisgesteuert und liefert relevante Informationen in Echtzeit direkt an den Prozess (Bringschuld).
Warum spielt die Prozessorientierung eine so wichtige Rolle?
Die Prozessorientierung ist laut Autor entscheidend, da Geschäftsprozesse zu den kritischen Erfolgsfaktoren gehören und Unternehmen eine hohe Flexibilität benötigen, um sich von der starren Applikationsorientierung zu lösen.
- Citation du texte
- Süleyman Yücel (Auteur), 2009, Vor- und Nachteile von Corporate Performance Management / Business Intelligence - Systemen in Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169313