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Der Widerspruch des Nachempfindens und der Distanz des Mediums Geschichte als 'geschichtliche Besinnung'

Das Nachempfinden von Geschichtlichkeit im Drama – Büchners: "Dantons Tod"

Titre: Der Widerspruch des Nachempfindens und der Distanz des Mediums Geschichte als 'geschichtliche Besinnung'

Essai , 2011 , 10 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Paul Parszyk (Auteur)

Lettres - Littérature comparée
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Der Sieger schreibt die Geschichte. Viele Prozesse, wie z.B. die Nachristenselektion in den Medien, die Wirtschaft, sowie die Geschichtsschreibung, unterliegen einer Macht: Die Interesse.
Geschichtsschreibung ist also ein komplexes Phänomen. Dies spiegelt sich auch in den historisch orientierten Literaturen wieder. Ausgehend von Büchners Dantons Tod, hinterfragt dieses Essay, wie Literatur, also Geschichten mit Geschichte, hier die Französische Revolution, zusammenhängt. Welche Probleme treten bei einer Übertragung von einem Medium ins andere auf und wie kann Literatur, die sich auf historische Fakten stützt, trotzdem noch fiktiv sein und aber dennoch den Anspruch erheben, etwas, was wirklich passiert sein soll, Nachempfindbar zu machen. Auch die Gegenwärtigkeit als Widerspruch in der Funktion des Dramas, sollen dabei eine Rolle spielen. Unterfüttert wird diese Untersuchung durch die Philosophie Heideggers

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1 Heidegger und das nachempfinden von Geschichte

2.2 Dantons Tod und geschichtliche Besinnung

2.3 Kerkerszene als Zuspitzung von „Nachempfindbaren“ und Stimmung

2.4 Revolutionsdrama als Aktivierung des Lesers

2.5 Der Widerspruch und die Distanz

3. Schlussteil

3.1 Zusammenfassung

3.2 Anmerkungen / Literatur

Zielsetzung & Themen

Der vorliegende Essay untersucht, wie das Medium Literatur historische Ereignisse vermitteln kann, indem er am Beispiel von Georg Büchners „Dantons Tod“ den Widerspruch zwischen historischer Distanz und dem Nachempfinden von Geschichtlichkeit analysiert. Ziel ist es zu erörtern, ob es dem Drama gelingt, trotz der notwendigen medialen Rahmung und Abstraktion, eine Form der geschichtlichen Besinnung zu erzeugen, die den Leser aktiv in das Geschehen einbindet.

  • Das Verhältnis von historischer Faktenrekonstruktion und literarischer Fiktion.
  • Die Anwendung der Heidegger'schen Konzepte „historische Betrachtung“ und „geschichtliche Besinnung“ auf Büchners Werk.
  • Die Rolle der Sprache und existenziell-philosophischer Konfrontationen bei der Aktivierung des Lesers.
  • Die Zuspitzung des dramatischen Konflikts im Kontext der Französischen Revolution.
  • Das Paradoxon der Distanz in der Darstellung geschichtlicher Prozesse im Medium Literatur.

Auszug aus dem Buch

Heidegger und das nachempfinden von Geschichte

Will man genau wissen, was in einer Figur vor sich geht, müssten wir, wie Danton es formuliert: „ (…) [u]ns die Schädeldecken aufbrechen und die Gedanken einander aus den Hirnfasern zerren.“ Was, direkt am Anfang des Dramas, auf einen enormen Vertrauensverlust und Unsicherheit zur Zeit der Revolution deutet.

Heidegger unterscheidet in seiner Vorlesung „Die Grundprobleme der Philosophie“, in der Er auch unsere Auffassung von Wahrheit kritisiert, in einem spannenden Nebengedanken unsere Auffassung von Geschichte. Dabei unterscheidet Heidegger historische Betrachtung und geschichtliche Besinnung. Die eher negativ empfundene historische Betrachtung, basierend auf „historisch“ dem griechischem Begriff für „auskundschaften“, sei bloß die „[E]rkundung des Vergangenen aus dem Gesichtskreis des Gegenwärtigen.“ Es sei eine Interpretation aus dem Standpunkt der Gegenwart über etwas vergangenens, wobei zeitgenössisches mit in die (perspektivische) Betrachtung miteinbezogen wird. Die ontologische Differenz ist dabei, zeitlich gesehen, ein Hindernis, welches wohl möglich gar nicht Beachtung gewinnt. Dagegen sei die geschichtliche Besinnung eine „[B]e-sin-nung: Eingehen auf den Sinn des Geschehenden, der Geschichte.“ Es ist eingehen, erfühlen und nachempfinden dessen – heideggerisch gesprochen. Diese ontologische Differenz wird bewusst wahrgenommenen, und dadurch der Umgang mit Geschichte anders, ausführlicher und Intensiver (z.B. wird auch auf die Sprache Rücksicht genommen, was uns gut zu Danton überleiten lässt).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Möglichkeiten der historischen Darstellung im Medium Literatur und führt die These ein, dass Büchner durch die Aktivierung des Lesers und eine metaphorische Sprache das „Monster“ der Französischen Revolution nachempfindbar macht.

2. Hauptteil: Dieser Abschnitt differenziert mittels Heidegger'scher Begriffe zwischen historischer Betrachtung und geschichtlicher Besinnung, analysiert die dramatische Gestaltung der Französischen Revolution, die Rolle der Kerkerszenen, die Aktivierung des Lesers durch das offene Drama und reflektiert das Spannungsfeld zwischen Fiktion und Historizität.

3. Schlussteil: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Büchner eine dramaturgische Ebene schafft, die trotz unvermeidlicher medialer Distanz eine „Nachempfindbarkeit“ historischen Geschehens ermöglicht.

Schlüsselwörter

Georg Büchner, Dantons Tod, Geschichtlichkeit, Martin Heidegger, geschichtliche Besinnung, historische Betrachtung, Französische Revolution, Literarizität, Nachempfinden, Medialität, Distanz, existenzielle Krisen, Dramentheorie, Revolutionsdrama, Sprachphilosophie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dem Essay?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Literatur und Geschichtsschreibung anhand von Georg Büchners Drama „Dantons Tod“.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Zentrale Themen sind die Darstellbarkeit von Geschichte in literarischen Medien, die Rolle von Distanz und Rahmung sowie die aktivierende Funktion der Sprache.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob und wie es dem literarischen Medium gelingt, eine „Nachempfindbarkeit“ von historischen Ereignissen zu erzeugen, ohne dabei die notwendige Distanz zu verlieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die durch philosophische Ansätze, insbesondere die Terminologie von Martin Heidegger zur Geschichtlichkeit, gestützt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretische Unterscheidung von Geschichte, die spezifische Zuspitzung der Handlung auf die Schreckensherrschaft sowie die Funktion der Sprache als Mittel der Leseraktivierung.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Geschichtlichkeit, Nachempfinden, mediale Distanz und Existenzialphilosophie charakterisiert.

Wie unterscheidet Heidegger laut dem Autor zwischen historischer Betrachtung und geschichtlicher Besinnung?

Die historische Betrachtung ist eine bloße Erkundung des Vergangenen aus der Gegenwart, während die geschichtliche Besinnung ein aktives Eingehen, Erfühlen und Nachempfinden des Sinns des Geschehens darstellt.

Warum wird das Drama „Dantons Tod“ als „offenes Drama“ bezeichnet?

Aufgrund seiner Struktur, namentlich die Polymethie und die Aufteilung in vier Akte, die von den Konventionen der damaligen Zeit abweicht.

Welche Rolle spielt die Sprache in Büchners Drama?

Die Sprache ist vielschichtig, metaphorisch und „gebrochen“, was den Leser zur Interpretation zwingt und als Mittel dient, um existenzielle Krisen sowie das Philosophische in die fiktive Realität einzubetten.

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Résumé des informations

Titre
Der Widerspruch des Nachempfindens und der Distanz des Mediums Geschichte als 'geschichtliche Besinnung'
Sous-titre
Das Nachempfinden von Geschichtlichkeit im Drama – Büchners: "Dantons Tod"
Université
University of Erfurt  (Philosophische Fakultät)
Cours
Vorlesung: Geschichte und Literatur
Note
1,3
Auteur
Paul Parszyk (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
10
N° de catalogue
V169322
ISBN (ebook)
9783640875887
ISBN (Livre)
9783640876075
Langue
allemand
mots-clé
Geschichte Literatur Dantons Tod Büchner Heidegger Distanz Medialität Nachempfindbarkeit Metaphorik Germanistik Vorlesung Kulturelles Gedächntis Übertragung Medium Welt Vereinfachung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Paul Parszyk (Auteur), 2011, Der Widerspruch des Nachempfindens und der Distanz des Mediums Geschichte als 'geschichtliche Besinnung', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169322
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