Euro-Raum in der Krise

Jahresgutachten 2010/11des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und anschließender Bewertung


Facharbeit (Schule), 2010

24 Seiten, Note: 1+


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

EINLEITUNG:

ERLÄUTERUNGEN:

GLOBALE UNGLEICHGEWICHTE:

SPEZIFISCHE PROBLEME DES EURO-RAUMS:
BAIL-OUT AM BEISPIEL GRIECHENLAND: EINHEITLICHE ZINSPOLITIK:
INSOLVENZRISIKO FÜR STAATEN:
PARITÄTSÄNDERUNGEN SIND NICHT MÖGLICH:

NEUE REGELUNGEN FÜR DEN EURO-RAUM:
ERSTE SÄULE: PRÄVENTIVE KORREKTUR VON FEHLENTWICKLUNGEN IM ÖFFENTLICHEN SEKTOR:
ZWEITE SÄULE: PRÄVENTIVE KORREKTUR VON FEHLENTWICKLUNGEN IM PRIVATEN SEKTOR:
DRITTE SÄULE: STRENG KONDITIONIERTE GEGENSEITIGE UNTERSTÜTZUNG BEI EINEM DOCH
EINTRETENDEN KRISENFALL:

DIE EURO-KRISE GEHT WEITER:
IRLANDS FAST-STAATSPLEITE:
WEITERE PROBLEMLÄNDER PORTUGAL UND SPANIEN:
AKTUELLE LAGE GRIECHENLANDS:

SCHULDEN-MASTERPLAN FÜR EURO-KRISE:

FAZIT:

LITERATURVERZEICHNIS:

QUELLENNACHWEIS FÜR DIE ABBILDUNGEN:

Einleitung:

Diese Facharbeit ist im Rahmen einer schriftlichen Leistung am Carl-Severing-Berufskolleg im Fach Volkswirtschaftslehre entstanden.

Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat im November seinen Bericht für das Jahr 2011 veröffentlicht.

Davon werde ich den dritten Teil „Euro-Raum in der Krise“ zusammenfassen.

Dazu werde ich zu Beginn einige Begriffe erklären, die meiner Meinung nach sehr wichtig für das Verständnis des folgenden Textes sind.

Im ersten Abschnitt geht es um die globalen Probleme, die durch die Finanzkrise entstanden sind und wie sich diese im Euro-Raum und in der restlichen Welt ausgewirkt haben. Folgend werden die Probleme, die nur in der Euro-Zone entstanden sind aufgezeigt und welche Auswirkungen daraus folgten.

Im zweiten Abschnitt hat der Sachverständigenrat ein Drei-Säulen-Modell entwickelt, dass präventive Maßnahme für den öffentlichen und privaten Sektor vorschlägt sowie Maßnahmen die im Falle einer weiteren Krise getroffen werden sollen.

Anschließend zur Zusammenfassung werde ich die aktuelle Entwicklung der Problemländer in der Euro-Zone erläutern und welche Maßnahmen zur Lösung der Krise bereits ergriffen wurden.

Danach vergleiche ich die Maßnahmen die neu beschlossen wurden, mit denen die der Sachverständigenrat gefordert hat.

Zum Schluss werde ich ein Fazit schließen, in dem ich das vom Sachverständigenrat vorgeschlagene Drei-Säulen-Modell auf seine Tauglichkeit der Krisenvermeidung analysieren werde.

Zudem sollte noch erwähnt werden, dass ich an einigen Stellen eine nicht wissenschaftliche Schreibweise verwendet habe um den jeweiligen Sachverhalt deutlicher darzustellen. Diese habe ich aber durch kursive Schrift kenntlich gemacht.

Erläuterungen:

Zu Beginn möchte ich einige Begriffe und Abkürzungen erklären, die für das Verständnis des Weiteren Textes von großer Bedeutung sind.

Sachverständigenrat:

„Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, umgangssprachlich die fünf Wirtschaftsweisen genannt, ist ein Gremium [...]. Es befasst sich wissenschaftlich mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands. Ziel ist die periodische unabhängige Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zur Erleichterung der Urteilsbildung aller wirtschaftspolitisch verantwortlichen Instanzen sowie der Öffentlichkeit.“1

OECD:

„Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (engl.: Organisation for Economic Co-operation and Development, OECD [...]) ist eine Internationale Organisation mit 33 Mitgliedstaaten, die sich der Demokratie und Marktwirtschaft verpflichtet fühlen.“2

No-Bail Out-Klausel:

„Die „No-Bail Out"-Klausel in Art. 125 AEUV stellt sicher, dass ein Euro-Teilnehmerland nicht für Verbindlichkeiten und Schulden anderer Teilnehmerländer haften oder aufkommen muss. Diese Klausel soll gewährleisten, dass für die Rückzahlung öffentlicher Schulden die Staaten selbst verantwortlich bleiben. Die Übertragung von Risikoprämien infolge einer nicht tragbaren Haushaltspolitik einzelner Staaten auf die Partnerländer soll damit vermieden werden. Mit dieser Bestimmung soll auch eine vernünftige Haushaltspolitik auf einzelstaatlicher Ebene gefördert werden.“3

Quantitative Easing:

Zu Deutsch: Quantitative Lockerung ist eine Geldpolitik der Zentralbanken. Wenn der Leitzins bereits gegen null tendiert und weiterhin eine expansive Politik geführt werden soll, dann kann diese Politik zum Einsatz kommen. Es werden dann von den Zentralbanken Wertpapiere beispielsweise in Form von Staatsanleihen gekauft, um die Reserven der Bankbilanzen zu erhöhen.4

Taylor-Regel:

Ist eine Formel mit der die Zentralbanken den kurzfristigen Zinssatz am Geldmarkt bestimmen können.5

SWP:

SWP ist die Abkürzung für den Stabilitäts- und Wachstumspakt.

vH:

vH ist eine alte Schreibweise von Prozent, die laut DIN heutzutage nicht mehr empfohlen wird, allerdings lässt sie sich in einigen Abbildungen sowie im ganzen Herbstgutachten finden.6

Exzessives Defizitverfahren:

Ein exzessives Defizitverfahren wird eingeleitet, wenn nachhaltig gegen die Konvergenzkriterien (Gesetze der SWP basiert) verstoßen wird.7

Globale Ungleichgewichte:

Durch das Platzen der Blase im US-Immobilienbereich bzw. -markt im Juli 2007 und der daraus folgenden Finanzkrise entstand die Euro-Krise. Der Großteil der Euro-Krise entstand durch Ungleichgewichte am Finanzmarkt, die in den Jahren vor der Krise sowohl global als auch im Euro-Raum nahezu identisch entstanden sind.

Einige Länder wie z. B. die Vereinigte Staaten, südeuropäische Länder sowie kleine Volkswirtschaften des Euro-Raums wie Griechenland lebten lange Zeit über ihren Verhältnissen. Das heißt, sie importierten mehr als sie exportierten. Das genaue Gegenteil dieser Länder waren in diesem Zeitraum z. B. Deutschland, China, Japan oder die Schweiz. Sie exportierten weitaus mehr als sie importierten. Durch diese unterschiedlichen Verhältnisse entstanden globale Ungleichgewichte.

Das Gleiche geschah auch im privaten Sektor jedoch im viel umfangreicheren Maße. Länder wie z. B. Bulgarien hatten einen Finanzierungssaldo von -30%. Auf der anderen Seite gab es aber auch Länder wie Deutschland oder China, die einen positiven Finanzierungssaldo hatten. Diese Ungleichgewichte führten dazu, dass die Überschussländer ihr Erspartes in Kredite für die bedürftigen Länder umwandelten.

Eine Abhängigkeit dieses Problems vom Euro ist nicht erkennbar, da dies sowohl in nicht EU-Ländern, als auch in EU-Ländern, die noch keinen Euro haben, geschah.8 Abbildung 1 zeigt dies nochmal genau auf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1

Das Problem war das viele der Länder, die jetzt Schwierigkeiten haben, ohne Risikobewusstsein jedem im privaten Sektor einen Kredit gegeben haben. Außerdem waren die Zinsen für diese Kredite in jenen Ländern extrem niedrig, was zu einer zu expansiven Entwicklung führte.

Zudem bekam beispielsweise Griechenland, das schwer mit diesen Problemen zu kämpfen hat, trotz exzessivem Defizitverfahren der EU, ein immer besser werdendes Rating der langfristigen Staatsanleihen durch z. B. S&P und Fitch.

Die Kredite, die in den Problemländern vergeben wurden, wurden zum Großteil im Immobilienbereich investiert. Dies hatte in der Krise zur Folge, dass ein Rückgang im Wohnungsbau stattfand und folglich die Arbeitslosigkeit drastisch anstieg, was wiederum zu einer weiteren, diesmal sehr starken Belastung der öffentlichen Haushalte führte. Zudem mussten die öffentlichen Haushalte, die durch die Krise stark ins Schwanken geratenen Banken stützen, wobei zeitgleich die Einnahmeseite der öffentlichen Haushalte einbrach. Die Folgen desse war eine massive Schieflage der öffentlichen Haushalte. Wenn man jedoch die öffentlichen Haushalte der EU nach Einbruch der Krise mit denen der Vereinigten Staaten oder Japan vergleicht, standen diese vergleichsweise gut da (Abbildung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2

Das Fazit des Sachverständigenrats ist, dass kein Versagen der Fiskalpolitik an jenem Ausmaß der Krise ist, sondern eine zu exzessive Kreditvergabe in der Boom-Zeit stattfand. Dies könnte in Zukunft durch eine effizientere Finanzaufsicht verhindert werden.9

[...]


1 Mystbot: Sachverständigenrat zu Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Stand: 2. Dezember 2010. URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Sachverständigenrat_zur_Begutachtung_der_gesamtwirtschaftlichen_Entwicklung (Stand vom: 5. Dezember 2010)

2 DF5GO: OECD. Stand: 1. Dezember 2010. URL: OECDhttp://de.wikipedia.org/wiki/OECD (Stand vom:

5.Dezember 2010)

3 Lüder Gerken: EU-Glossar. URL: http://www.cep.eu/index.php?id=68&no_cache=1&L=0&tx_sgglossary_pi1[searchmode]=1&tx_sgglossary_pi 1[search][abc]=No-Bail+Out (Stand vom: 5. Dezember 2010)

4 Vgl. Lukas-Bot: Quantitative Lockerung. Stand: 23. November 2010. URL:

http://de.wikipedia.org/wiki/Quantitative_Lockerung (Stand vom: 5. Dezember 2010)

5 Vgl. Thijs!Bot: Taylor-Regel. Stand: 5. Juli 2010 URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Taylor-Regel (Stand vom:

5. Dezember 2010)

6 Vgl. 91.52.139.151: Prozent. Stand: 1. Dezember 2010 URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Prozent (Stand vom:

5. Dezember 2010)

7 Vgl. Prof. Dr. Oliver Budzinski, PD Dr. Jörg Jasper, Prof. Dr. Albrecht F. Michler: Definition Defizitverfahren. URL: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/defizitverfahren.html (Stand vom: 5. Dezember 2010)

8 Vgl. Herbstgutachten 2010/2011 Seiten: 71-73

9 Vgl. Herbstgutachten 2010/2011 Seite: 75

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Euro-Raum in der Krise
Untertitel
Jahresgutachten 2010/11des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und anschließender Bewertung
Hochschule
Carl-Severing-Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung Bielefeld
Note
1+
Autor
Jahr
2010
Seiten
24
Katalognummer
V169339
ISBN (eBook)
9783640892310
ISBN (Buch)
9783640892280
Dateigröße
1300 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Griechenland, Portugal, Rettungsschrim, Sachverständigenrat, Entwicklung, Jahresgutachten, Euro-Raum, Krise
Arbeit zitieren
Sebastian Löbbert (Autor), 2010, Euro-Raum in der Krise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169339

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