Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Filología alemana - Literatura alemana moderna

Die Musikalität in Thomas Bernhards "Untergeher"

Título: Die Musikalität in Thomas Bernhards "Untergeher"

Trabajo , 2010 , 20 Páginas , Calificación: 1

Autor:in: Anne-Christine Funk (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Schon oft ist man der Meinung gewesen, dass in Bernhards Werk Der Untergeher, das im Jahre 1983 veröffentlicht wurde, die ganzen Goldbergvariationen Bachs zu erkennen sind. Eindeutige Beweise dafür gibt uns Bernhard jedoch nicht. Im Mittelpunkt des Untergehers befindet sich das Thema der Musik, genauer gesagt, das Scheitern des Pianisten Wertheimers an dem Genie Glenn Goulds. Der Roman ist nicht n
In dieser Arbeit wird versucht, anhand der Goldbergvariationen von Bach die musikalische Struktur der Bernhardschen Sprache in einer Analyse von bestimmten Passagen herauszuarbeiten. Nach einer Erläuterung dessen, was in Bernhards Roman Fiktion und Wirklichkeit ist, werden die Goldbergvariationen kurz dekonstruiert und dann die musikalischen Elemente in Bezug auf den Untergeher analysiert. Somit wird sich zeigen, ob Bernhard tatsächlich bewusst Elemente aus den Goldbergvariationen von Bach in seinem Roman eingearbeitet hat.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kurze Zusammenfassung

3. Fiktion und Wirklichkeit: Thematisierung von Musik

4. Dekonstruktion Bachs Goldbergvariationen

4.1. Schema der Goldbergvariationen:

5. Der Untergeher und die Goldbergvariationen

5.1. Die Entstehungsgeschichte

5.2. Das Quodlibet

5.3. Schopenhauers Musikkonzeption

6. Musikalische Anspielungen

6.1. Einklammerung durch die Wiederholung der Aria

6.2. Die Handlung

7. Die Musikalität Bernhards Sprache in der Untergeher

8. Schlussfolgerung

9. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die musikalische Strukturierung von Thomas Bernhards Roman "Der Untergeher" unter besonderer Berücksichtigung der "Goldbergvariationen" von Johann Sebastian Bach. Dabei wird analysiert, inwieweit Bernhard strukturelle und motivische Elemente aus Bachs Komposition in seinen Prosatext übertrug, um die Themen des künstlerischen Scheiterns und des Perfektionismus abzubilden.

  • Intertextuelle Bezüge zwischen Literatur und Musik
  • Strukturelle Analyse von Bachs Goldbergvariationen
  • Einfluss der Musikkonzeption Schopenhauers auf Bernhards Werk
  • Untersuchung der rhythmischen Sprachstruktur bei Thomas Bernhard
  • Verhältnis von Fiktion und Wirklichkeit in Bernhards Roman

Auszug aus dem Buch

4. Dekonstruktion Bachs Goldbergvariationen

Bachs Vierter Teil der Clavierübung, heute unter dem Namen Goldbergvariationen bekannt, wurde 1742 gedruckt und veröffentlicht. Es handelt sich um eine Aria mit 30 Veränderungen. Unter einer Aria versteht man: “ein solistisch vorgetragenes Musikstück, das von Instrumenten […] begleitet wird. In der Regel ist eine Arie Teil eines größeren Werkes wie einer Oper, einer Kantate oder eines Oratoriums. Dabei vermittelt die Arie in einer empfindsamen, melodiösen Singweise die Gefühle und Stimmungen, den Affekt - im Gegensatz zum Rezitativ, das die Handlung vorantreibt.”

Die Aria (siehe Anhang) besteht aus 32 Takten und dient als Ausgangsmaterial für die nachfolgenden Variationen. Dieselbe Aria schließt auch, als 32. Stück, den Notenzyklus ab.

Der Aria folgen also 30 Stücke. An jeder ersten Stelle steht eine Charaktervariation, an jeder zweiten eine virtuose Variation und an jeder dritten Stelle ein Kanon. Der letzte Kanon, der 10., ist ein Quodlibet, eine Art Stegreifmusik (Volkslied). Es diente dazu, das streng strukturierte Variationsschema mit einer leichten volkstümlichen Melodie etwas aufzuheitern.

Auch der Notenzyklus ist in zwei Teile gegliedert. Der Bruch findet bei der 16. Variation, der Ouvertüre, statt. Die 10. Vartation „Fughetta“ und die 22. „Alla breve“ stehen jeweils in einem Abstand von sechs Sätzen von der Ouvertüre und somit entsteht eine perfekte Symmetrie.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der Musikalität in Bernhards Werk und Formulierung der Forschungsabsicht, die Struktur von Bachs Goldbergvariationen im Roman nachzuweisen.

2. Kurze Zusammenfassung: Ein Überblick über die Handlung des Romans, die das Scheitern dreier Klavierschüler an der Perfektion Glenn Goulds thematisiert.

3. Fiktion und Wirklichkeit: Thematisierung von Musik: Untersuchung, wie Bernhard reale Künstlerbiografien fiktionalisiert und in ein Netz aus Bewunderung und Kritik einbettet.

4. Dekonstruktion Bachs Goldbergvariationen: Analyse der mathematischen und musikalischen Struktur von Bachs Werk als Basis für die spätere Untersuchung im literarischen Kontext.

4.1. Schema der Goldbergvariationen: Eine detaillierte tabellarische Übersicht des Variationsaufbaus von Aria bis Aria.

5. Der Untergeher und die Goldbergvariationen: Aufzeigen der konkreten Anspielungen auf die Entstehungsgeschichte und die Rolle der Musik als Machtinstrument.

5.1. Die Entstehungsgeschichte: Analyse der Parallelen zwischen der Entstehungslegende der Goldbergvariationen und Bernhards Darstellung der häuslichen Tyrannei Wertheimers.

5.2. Das Quodlibet: Untersuchung der Funktion des Quodlibets sowohl bei Bach als auch innerhalb der Romanhandlung als auflockerndes Element.

5.3. Schopenhauers Musikkonzeption: Diskussion des Einflusses der Schopenhauerschen Philosophie auf die Figur des Wertheimer.

6. Musikalische Anspielungen: Analyse der strukturellen Korrespondenz zwischen den ersten Absätzen des Romans und der Aria.

6.1. Einklammerung durch die Wiederholung der Aria: Erläuterung der zyklischen Struktur des Romans, der durch die Aria strukturell eingerahmt wird.

6.2. Die Handlung: Deutung der Romanmitte und des Scheiterns des Protagonisten in Analogie zur Ouvertüre der Goldbergvariationen.

7. Die Musikalität Bernhards Sprache in der Untergeher: Analyse von sprachlichen Motiven und Rhythmen, die sich durch Wiederholung und Variation wie musikalische Themen verhalten.

8. Schlussfolgerung: Zusammenfassende Einschätzung, dass Bernhard eine subtile rhythmische Struktur anwendet, die den Leser in einen Sog zieht, ähnlich der Wirkung von Bachs Komposition.

Schlüsselwörter

Thomas Bernhard, Der Untergeher, Goldbergvariationen, Johann Sebastian Bach, Glenn Gould, Musiktheorie, Intertextualität, Romanstruktur, Perfektionismus, Schopenhauer, Künstlerschelte, Literatur und Musik, Motiv, Variation, Sprachrhythmus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die musikalische Durchdringung des Romans "Der Untergeher" von Thomas Bernhard und analysiert, wie die mathematische Struktur von Bachs "Goldbergvariationen" das literarische Werk formt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen das Scheitern von Künstlern an der absoluten Perfektion, der Einfluss von Musik auf die literarische Sprache und das Wechselspiel zwischen Fiktion und Realität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Bernhard nicht nur thematisch über Musik schreibt, sondern sein Werk strukturell nach dem Vorbild von Bachs "Goldbergvariationen" organisiert hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine intertextuelle und strukturalistische Analyse, bei der die musikalische Form von Bachs Goldbergvariationen als Vergleichsfolie auf Bernhards Text angewendet wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Es werden der Aufbau der Goldbergvariationen, die Rezeption von Schopenhauers Musikphilosophie im Roman und die rhythmische Analyse der Bernhardschen Prosa detailliert dargestellt.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Intertextualität, musikalische Struktur, Geniebegriff, Künstlerschelte, Inversion und motivische Variation.

Wie deutet die Arbeit das Ende der Wertheimerischen Virtuosenlaufbahn?

Die Arbeit interpretiert dieses Ende als Entsprechung zur 16. Variation (Ouvertüre) der Goldbergvariationen, welche den Notenzyklus teilt und einen Wendepunkt markiert.

Warum spielt die Schopenhauer-Rezeption eine Rolle im Roman?

Schopenhauer dient im Roman als philosophische Folie für das Scheitern des Protagonisten Wertheimer, der sich als "Pseudophilosoph" erweist, der an seinem Streben nach Perfektion zugrunde geht.

Inwiefern nutzt Bernhard "Machtinstrumente" in seinem Werk?

Die Arbeit zeigt, dass Musik bei Bernhard nicht nur ästhetischen Genuss bietet, sondern in der Figur Wertheimers als Instrument der Unterdrückung gegenüber seiner Schwester eingesetzt wird.

Final del extracto de 20 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Musikalität in Thomas Bernhards "Untergeher"
Universidad
University of Brussel
Calificación
1
Autor
Anne-Christine Funk (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
20
No. de catálogo
V169524
ISBN (Ebook)
9783640878994
ISBN (Libro)
9783640879021
Idioma
Alemán
Etiqueta
musikalität thomas bernhards untergeher
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anne-Christine Funk (Autor), 2010, Die Musikalität in Thomas Bernhards "Untergeher", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169524
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  20  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint