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Die Transformation des Schulsystems in der SBZ / DDR während der Nachkriegszeit: Erziehung als Staatsangelegenheit

Titre: Die Transformation des Schulsystems in der SBZ / DDR während der Nachkriegszeit: Erziehung als Staatsangelegenheit

Epreuve d'examen , 2003 , 63 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Stephan Holm (Auteur)

Histoire de l'Allemagne - Après-guerre, La Guerre froide
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Résumé Extrait Résumé des informations

Nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 und der deutschen Wiedervereinigung 1990
mussten sich die Bürger der neuen Bundesländer einem Neuanfang stellen. Ihre Situation war
vergleichbar mit der Nachkriegszeit in ganz Deutschland: neue Lebensperspektiven, aber auch
eine ungewisse Zukunft! Auch das Schulsystem in den neuen Bundesländern musste eine
Transformation durchleben, die an die Umwälzungen in der SBZ und DDR während der
Nachkriegszeit erinnert. Das Thema „Bildungspolitik in der DDR“ ist mit der Wende zwar in
sich abgeschlossen, aber die Folgen sind bis heute zugegen. Jeder DDR-Bürger wurde durch
die Schule stärker geprägt, als man es sich vielleicht im Westen vorstellen kann. Wenn man
darüber nachdenkt, warum „Ossis und Wessis“ den jeweils anderen selbst nach über zwölf
Jahren der Wiedervereinigung teilweise noch als fremdartig und seltsam erleben, sollte man
auch bedenken, dass beide Seiten eine sehr unterschiedliche Schullaufbahn hinter sich haben.
Da die Jahre als Kind und Jugendlicher einen Menschen besonders stark und nachhaltig
prägen, ist es wichtig, dem Schulsystem der ehemaligen DDR besondere Aufmerksamkeit zu
schenken, wenn man als Westdeutscher die ostdeutsche Mentalität und Lebenseinstellung
verstehen will.
Neben der wirtschaftlichen Produktion war das Bildungs- und Erziehungssystem mit
dem Zweck, das Denkens jedes Einzelnen zu beeinflussen, das zweite große Hauptaktionsfeld
in der Transformationspolitik der SBZ/DDR. Das Bildungssystem der DDR erstreckt sich von
der Vorschulerziehung bis zu den Hochschulen und zur Erwachsenenqualifizierung. Im
Folgenden werde ich mich auf die Entwicklungen der allgemeinbildenden Schulen in der
SBZ/DDR während der Nachkriegszeit konzentrieren. Für die Neuordnung des Schulsystems
siedle ich die Nachkriegszeit in dem Zeitraum von 1945 bis 1961/62 an, also vom Kriegsende
bis zum Mauerbau, da es in dieser Zeitspanne des Wiederaufbaus völlig neu etabliert wurde.
Dieser Abschnitt zeichnet sich durch zahlreiche Entwicklungen und Experimente aus, die ein
völlig neues Staatssystem etablieren sollten.
Der Zeitabschnitt von 1945 bis 1949 kann als Phase der Weichenstellung betrachtet
werden. Um die unterschiedlichen Entwicklungen in der Bildungspolitik in Ost und West zu
begreifen, ist es erforderlich, sich zunächst mit den Vorgehensweisen der vier
Besatzungsmächte zu beschäftigen. [...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Periodeneinteilung

3. Die erste Phase: Weichenstellung 1945-1949

3.1. Vorgehen der Besatzungsmächte im Vergleich

3.2. Das Gesetz zur Demokratisierung der deutschen Schule

4. Die Neulehrer

5. FDJ und Pionierorganisation

5.1. Instrumente zur Politisierung der Schule

5.2. Die FDJ

5.3. Die Pionierorganisation

5.4. Die Kirche als Konkurrenz

6. Die zweite Phase: 1949-1961/62

6.1. Krisen und Experimente

6.2. Das Gesetz über die sozialistische Entwicklung des Schulwesens in der Deutschen Demokratischen Republik

6.3. Die polytechnischen Oberschulen (POS)

7. Politische Erziehung in einzelnen Schulfächern

7.1. Gegenwartskunde und Staatsbürgerkunde

7.2. Der Lehrplan für den Geschichtsunterricht

8. Föderalismus und Zentralismus: BRD und DDR im Vergleich

9. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Transformation des Schulsystems in der SBZ und DDR während der Nachkriegszeit bis zum Mauerbau 1961/62 und beleuchtet die Rolle von Erziehung als gezieltes Instrument der Staatsführung zur Etablierung einer sozialistischen Gesellschaft.

  • Die Entwicklung und Umgestaltung des Schulwesens in der SBZ/DDR.
  • Die Instrumentalisierung des Bildungspersonals (Neulehrer) und der Jugendorganisationen (FDJ, Pionierorganisation).
  • Die Auswirkungen der politischen Indoktrination in spezifischen Schulfächern wie Geschichte und Staatsbürgerkunde.
  • Der Einfluss der SED auf die Verdrängung alternativer gesellschaftlicher Instanzen wie der Kirche.
  • Ein systematischer Vergleich zwischen dem föderalen System der BRD und dem zentralistischen System der DDR.

Auszug aus dem Buch

3.1. Vorgehen der Besatzungsmächte im Vergleich

Die Politik der alliierten Besatzungsmächte in den Besatzungszonen war von Anfang an sehr unterschiedlich. Das lag an den gravierenden Unterschieden in den politischen Systemen, die schon 1946/47 deutlich wurden. In allen Zonen wurden nach Kriegsende zunächst alle Schulen vorübergehend geschlossen. Bevor sie im Herbst 1945 wiedereröffnet werden sollten, mussten Lehrer, Lehrpläne und auch Lehrmaterialien, insbesondere Geographie- und Geschichtsbücher, entnazifiziert werden. Allerdings waren die Wiedereröffnungen ungenügend vorbereitet, aber dies wurde in Kauf genommen, um die Jugend von den Straßen zu holen. Da in dieser kurzen Zeit weder ausreichendes neues Lehrmaterial beschafft werden konnte, noch die Lehrkonzepte ausgereift waren, knüpfte man in den Schulen zunächst an die Weimarer Republik an. Wegen Lehrermangels mussten pensionierte Lehrkräfte und Studenten als Hilfskräfte eingestellt werden. Der Schulbetrieb gestaltete sich insgesamt also sehr provisorisch.

Im Potsdamer Abkommen legten die Alliierten für alle Besatzungszonen fest, dass das Erziehungswesen so neu zu ordnen sei, „dass die nazistischen und militaristischen Lehren völlig entfernt werden und eine erfolgreiche Entwicklung der demokratischen Ideen möglich gemacht“ werde. In den verschiedenen Besatzungszonen wurde diese Bestimmung ziemlich unterschiedlich ausgelegt. Jeder der Alliierten hatte schon zu Kriegszeiten seinen eigenen Entwurf entwickelt, wie im Bildungs- und Erziehungswesen vorzugehen sei. Auf der Potsdamer Konferenz wurde sich also keineswegs auf durchgängig eindeutige und einheitliche Grundsätze geeinigt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Untersuchung des DDR-Schulsystems für das Verständnis der ostdeutschen Mentalität und definiert den zeitlichen Untersuchungsrahmen von 1945 bis 1961/62.

2. Periodeneinteilung: Dieses Kapitel strukturiert die DDR-Bildungsgeschichte in drei politisch korrespondierende Phasen, von der antifaschistisch-demokratischen Schulreform bis hin zur Gestaltung des entwickelten sozialistischen Bildungssystems.

3. Die erste Phase: Weichenstellung 1945-1949: Hier wird der unterschiedliche Umgang der Besatzungsmächte mit der Schulreform analysiert und die Etablierung des „Gesetzes zur Demokratisierung der deutschen Schule“ detailliert betrachtet.

4. Die Neulehrer: Das Kapitel befasst sich mit der großflächigen Entnazifizierung des Lehrkörpers und der problematischen, ideologisch motivierten Ausbildung der sogenannten „Neulehrer“ in der SBZ.

5. FDJ und Pionierorganisation: Diese Abschnitte untersuchen die perfekte Verzahnung von Schule und politischen Jugendorganisationen zur flächendeckenden Kontrolle und ideologischen Indoktrination der Jugend sowie die Verdrängung konkurrierender Einflüsse wie der Kirche.

6. Die zweite Phase: 1949-1961/62: Fokus liegt auf dem Aufbau des Sozialismus, der ideologischen Verschärfung, der Einführung des „Gesetzes über die sozialistische Entwicklung des Schulwesens“ und der Etablierung der polytechnischen Oberschulen (POS).

7. Politische Erziehung in einzelnen Schulfächern: Dieses Kapitel analysiert die propagandistische Ausrichtung der Fächer Gegenwartskunde, Staatsbürgerkunde und Geschichte als direkte Instrumente der SED-Ideologie.

8. Föderalismus und Zentralismus: BRD und DDR im Vergleich: Ein komparativer Abschnitt, der das zentralistische, ideologisch geprägte System der DDR dem föderalen und pluralistischen System der BRD gegenüberstellt.

9. Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst zusammen, dass die Schulreformen der DDR primär als Instrument zur Etablierung der Diktatur dienten und die angestrebte sozialistische Formung des Menschen in einem paradoxen Verhältnis zur propagierten Chancengleichheit stand.

Schlüsselwörter

DDR, Bildungsgeschichte, Sozialismus, SED, Schulerziehung, Neulehrer, FDJ, Pionierorganisation, polytechnische Oberschule, politische Indoktrination, Gegenwartskunde, Staatsbürgerkunde, Schulreform, Entnazifizierung, Antifaschismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit analysiert die Entwicklung und Transformation des Schulwesens in der SBZ bzw. DDR im Zeitraum von 1945 bis zum Mauerbau 1961/62.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Entnazifizierung des Lehrpersonals, die Etablierung politischer Jugendorganisationen sowie die ideologische Ausrichtung von Schulfächern und Lehrplänen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie das Schulsystem gezielt zur Etablierung des sozialistischen Staates und zur Formung der Bürger zu systemkonformen Menschen mit sozialistischer Gesinnung instrumentalisiert wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Aufarbeitung, die durch die Auswertung einer Vielzahl zeitgenössischer Dokumente, Gesetze, Lehrpläne und ergänzender Fachliteratur gestützt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der verschiedenen Phasen der Schulpolitik, die Rolle der Lehrkräfte, den Einfluss von FDJ und Pioniere, die spezifische politische Erziehung in Schulfächern sowie einen systemischen Vergleich zwischen BRD und DDR.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind DDR-Bildungspolitik, SED-Ideologie, polytechnische Erziehung, Instrumentalisierung der Erziehung und der Antifaschismus als staatspolitischer Rahmen.

Wie reagierte die SED auf die Rolle der Kirche im Bildungswesen?

Die SED sah in der Kirche eine Konkurrenz für ihren Alleinanspruch auf Erziehung und bekämpfte diese durch den Aufbau staatlicher Jugendorganisationen, die Einführung der Jugendweihe als weltlicher Konfirmationsalternative sowie direkten staatlichen Druck.

Warum war das Modell der „polytechnischen Oberschule“ aus Sicht der SED so wichtig?

Das Modell sollte die theoretische Schulausbildung eng mit der Produktion in Betrieben verknüpfen, um sowohl den Bedarf an qualifizierten Fachkräften für die Planwirtschaft zu decken als auch die Schüler frühzeitig in den marxistisch-leninistischen Produktionsprozess einzubinden.

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Résumé des informations

Titre
Die Transformation des Schulsystems in der SBZ / DDR während der Nachkriegszeit: Erziehung als Staatsangelegenheit
Université
University of Flensburg  (Geschichte)
Note
1,0
Auteur
Stephan Holm (Auteur)
Année de publication
2003
Pages
63
N° de catalogue
V16952
ISBN (ebook)
9783638216500
Langue
allemand
mots-clé
Transformation Nachkriegszeit Erziehung DDR Schulsystem SBZ
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Stephan Holm (Auteur), 2003, Die Transformation des Schulsystems in der SBZ / DDR während der Nachkriegszeit: Erziehung als Staatsangelegenheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/16952
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Extrait de  63  pages
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