Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Philosophie - Divers

Gibt es einen "Sinn des Lebens"?

Überlegungen zu Sinn, Wert und Liebe

Titre: Gibt es einen "Sinn des Lebens"?

Dossier / Travail , 2012 , 18 Pages

Autor:in: Cina Bousselmi (Auteur)

Philosophie - Divers
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Der Essay setzt sich kritisch mit der Frage nach dem Sinn des Lebens auseinander und argumentiert, dass diese häufig missverständlich gestellt wird. Statt nach einem objektiven Zweck des menschlichen Daseins zu fragen, wird vorgeschlagen, den Fokus auf den subjektiven Wert des Lebens zu richten. Während die Natur- und Lebenswissenschaften Erklärungen über das „Wie“ des Lebens liefern können, bleibt die Sinnfrage als Frage nach dem „Wozu“ unbeantwortet. Philosophische Versuche, objektive Sinnkriterien oder allgemeingültige Zwecksetzungen des Lebens zu formulieren, werden daher kritisch betrachtet und als problematisch zurückgewiesen.

Ausgehend von der Annahme, dass Sinn keine objektive Eigenschaft ist, sondern eine Zuschreibung, wird Sinn als abhängig von individueller Wertsetzung verstanden. Menschliches Leben wird dabei ausdrücklich nicht als zweckorientiert oder nach Nützlichkeit bewertbar begriffen. Die Frage nach dem Sinn des Lebens wird folglich umgedeutet zu der Frage, ob und in welchem Maße dem eigenen Leben Wert beigemessen wird, sodass es als lebenswert erscheint.

Im ersten Teil des Essays werden zentrale Positionen von Erich Fromm und Viktor Frankl vorgestellt, wobei insbesondere ihre jeweiligen Liebeskonzeptionen im Mittelpunkt stehen. Anhand dieser wird gezeigt, dass Sinn stets an subjektive Wertschätzung gebunden ist und Liebe als eine Form aktiver Wertzuschreibung verstanden werden kann.

Der zweite Teil widmet sich unterschiedlichen Formen der Liebe und zeigt, wie diese jeweils verschiedene Weisen darstellen, dem Leben Bedeutung und Wert zu verleihen. Abschließend wird die These vertreten, dass eine reife, reflektierte Liebe zum Leben selbst dazu führen kann, dass die Frage nach einem objektiven Sinn an Bedeutung verliert.

Extrait


Inhaltsverzeichnis des E-Books

  • Einleitung
  • A. Frage nicht nach dem, was das Leben wertvoll macht, sondern danach, was dem Leben einen Wert gibt.
    • 1. Worin beruht nun diese Wertschätzung, wie wird sie möglich?
      • 1.1. Die Logotherapie Viktor Emil Frankls.
      • 1.2. Das Sinnempfinden des Menschen
    • 2. Sinn und Liebe in der kapitalistischen Gesellschaft
      • 2.1 Das „Selbstverwirklichungsparadigma“ der Moderne...
      • 2.2. Sinn als Selbsttranszendenz des menschlichen Daseins
  • B. Formen der Liebe und die Liebe zum Leben
    • 3. Unreife Formen der Liebe..
      • 3.1. Verliebt-sein
      • 3.2. Habsucht.
    • 4. Reife Formen der Liebe
      • 4.1. Wertschätzung
      • 4.2. Selbstliebe als Grundvorrausetzung.
      • 4.3. Wohlwollen.
  • 5. Schlussbemerkung
  • Literatur.

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophische Frage nach dem "Sinn des Lebens" und argumentiert, dass dieser nicht durch eine objektive, zweckgebundene Bewertung gefunden werden kann, sondern vielmehr in der subjektiven Zuschreibung von Wert. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie eine reife Form der Liebe zum Leben die quälende Frage nach dessen Sinn überflüssig machen kann.

  • Die philosophische Auseinandersetzung mit dem Sinn und Wert des menschlichen Lebens.
  • Die Untersuchung der Logotherapie Viktor Emil Frankls als Weg zur Sinnfindung.
  • Die Analyse von Erich Fromms Liebestheorien im Kontext der kapitalistischen Gesellschaft.
  • Die Differenzierung zwischen unreifen und reifen Formen der Liebe.
  • Die Bedeutung von Wertschätzung, Selbstliebe und Wohlwollen als Säulen einer erfüllten Existenz.

Auszug aus dem Buch

A. Frage nicht nach dem, was das Leben wertvoll macht, sondern danach, was dem Leben einen Wert gibt.

Was das Leben lebenswert macht, kann demnach nicht an normative Werte wie Reichtum, Schönheit, Jugend, Wissen oder Macht gekoppelt sein, es gilt also nicht eine Liste von potentiell lebenserfüllenden Werten aufzustellen, sondern vielmehr nach einer besonderen Einstellung zu suchen, die es uns ermöglicht, Dinge so wertzuschätzen, wie sie sind. Es geht darum herauszufinden, welche Instanz in uns dem Leben seinen Wert zuschreibt.

Spinoza hat erkannt, das „nicht weil eine Sache für uns gut ist, begehren wir sie, sondern weil wir sie begehren ist sie für uns gut“7. Analog zu unserer Frage könnte man sagen: Nicht weil das Leben gut oder mit Wertvollem erfüllt ist, müssen wir es wertschätzen, sondern wir müssen es wertschätzen, damit es gut ist.

1. Worin beruht nun diese Wertschätzung, wie wird sie möglich?

Wertschätzen ist nichts anders als lieben. Leben, leben lernen ist nichts anderes als lieben lernen, lernen, das Leben als wertvoll zu erachten und sich daran zu erfreuen. Lieben ist auch für mich eben diese Grundhaltung, der es bedarf um, das Leben so zu akzeptieren und wertzuschätzen wie es kommt.

So schreibt Spinoza: „Wenn man das Leben als das liebt was es ist, kann es, trotz objektiver Qualen, nur ein freudvolles, gutes Leben sein.“

Wichtiger Schritt meiner Überlegung ist die Sinn-Frage in eine Wert-Frage umzudeuten, so dass nicht die Frage nach einer Bewertung des Lebens, sondern nach dem was dem Leben seinen Wert gibt, gestellt wird.

Wert ist jedoch nicht nur von außen gegeben; wir bewerten ständig. Gegenstände unseres Alltags existieren nur in unseren Bewertungssystem: Für die Katze ist die Maus immer Beute.

Demnach generieren wir selbst den Wert den wir Sachen geben, teilen ihm eine Berechtigung in unserer Wirklichkeit zu, bestimmen ihren Sinn für uns. Dinge, Menschen, haben also den Wert, den wir ihnen zuschreiben, daraus lässt sich schließen, dass auch das Leben den Wert hat dem wir ihm zuschreiben.

Dem Leben einen Wert beizumessen, ist gar nicht so einfach. Denn mal ganz ehrlich, das „Leben ist kein Ponyhof“, es ist hart, grausam, unfair und erscheint uns, wenn wir es an den gestellten Ansprüchen messen, oft alles andere als schön und lebenswert (man brauch nicht erst an extrem Beispiele wie Kriege denken).

Auch aus einer Einzelperspektive muss man sich eingestehen, dass das Leben oftmals absurd und willkürlich verläuft. Im Laufe unseres Daseins verfällt unser Körper, erleidet Verletzungen. Unsere Seele stumpft bestenfalls ab, erfährt Enttäuschungen, die meisten „Abenteuer" enden in Trauer, Schmerz, Kummer. Warum wollen Menschen trotz all dem Leid weiterleben?

1.1. Die Logotherapie Viktor Emil Frankls

Grundannahme der Logotherapie (Lógos griechisch für „Sinn“) ist, dass der Menschen frei ist, sein Leben im Rahmen der jeweils gegebenen Möglichkeiten eigenverantwortlich zu gestalten.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung thematisiert die philosophische Frage nach dem Sinn des Lebens, betont die Abkehr von einer objektiven Sinnsuche hin zur subjektiven Wertschätzung und kündigt die Untersuchung der Theorien von Frankl und Fromm an.

A. Frage nicht nach dem, was das Leben wertvoll macht, sondern danach, was dem Leben einen Wert gibt.: Dieses Kapitel argumentiert, dass der Wert des Lebens nicht extern zugewiesen wird, sondern durch eine innere, wertschätzende Haltung des Individuums entsteht, die als Liebe verstanden wird.

1. Worin beruht nun diese Wertschätzung, wie wird sie möglich?: Hier wird vertieft, dass Wertschätzung und Lieben untrennbar sind und die Sinnfrage in eine Wertfrage umgedeutet wird, wobei der Mensch den Wert für sein Leben selbst generiert.

1.1. Die Logotherapie Viktor Emil Frankls.: Dieser Abschnitt führt in Viktor Frankls Logotherapie ein, deren Grundannahme die eigenverantwortliche Gestaltung des Lebens und die Suche nach Sinn als zentrale menschliche Motivation darstellt.

1.2. Das Sinnempfinden des Menschen: Es wird die anthropologische Konstante des Sinnempfindens beleuchtet und Frankls Konzept der noetischen Dimension vorgestellt, die dem Menschen auch unter widrigen Umständen Sinnfindung ermöglicht.

2. Sinn und Liebe in der kapitalistischen Gesellschaft: Dieses Kapitel kritisiert die Entfremdung des Menschen in der modernen, kapitalistischen Gesellschaft und wie dies die Wahrnehmung von Sinn und Liebe beeinflusst.

2.1 Das „Selbstverwirklichungsparadigma“ der Moderne...: Es wird analysiert, wie das moderne Streben nach Selbstverwirklichung und Glück oft zu sinnentleertem Konsum und einer oberflächlichen Existenz führt.

2.2. Sinn als Selbsttranszendenz des menschlichen Daseins: Frankls Konzepte von Erfahrung, Arbeit und Liebe als Wege zur Selbsttranszendenz werden erläutert, die das menschliche Dasein über sich selbst hinausweisen und mit wahrem Sinn erfüllen.

B. Formen der Liebe und die Liebe zum Leben: Dieser Hauptteil differenziert verschiedene Erscheinungsformen der Liebe und ihre Relevanz für die Sinnstiftung im menschlichen Leben.

3. Unreife Formen der Liebe..: Unreife Liebesformen wie Verliebt-Sein (als illusionäre Symbiose) und Habsucht (als besitzergreifende und bedingte Liebe) werden beschrieben und ihre negativen Auswirkungen aufgezeigt.

3.1. Verliebt-sein: Dieser Unterabschnitt beschreibt Verliebt-Sein als einen euphorischen, aber illusionsbehafteten Zustand, der auf Symbiose und Realitätsverlust basiert und oft zu Enttäuschungen führt.

3.2. Habsucht.: Hier wird Habsucht als eine unreife Form der Liebe charakterisiert, die auf Besitzanspruch, Angst vor dem Alleinsein und der Degradierung des geliebten Objekts zum Mittel basiert.

4. Reife Formen der Liebe: Reife Liebe wird als eine selbstlose Haltung des Wohlwollens und der Wertschätzung definiert, die als Antrieb dient und ein großes Potenzial für Glück und Sinn birgt.

4.1. Wertschätzung: Wertschätzung wird als Motiv der reifen Liebe beleuchtet, das sich auf das Schöne, Gute und Gerechte richtet, unabhängig von Besitzansprüchen.

4.2. Selbstliebe als Grundvorrausetzung.: Dieses Kapitel betont die Selbstliebe als essenzielle Voraussetzung für die Fähigkeit, andere zu lieben und ein positives Verhältnis zur Welt zu entwickeln.

4.3. Wohlwollen.: Wohlwollen wird als drittes Motiv der Liebe beschrieben, das eine ultimative Bejahung des geliebten Objekts darstellt und die eigenen Bedürfnisse übersteigt.

5. Schlussbemerkung: Die Schlussbemerkung fasst die Erkenntnisse zusammen, dass Liebe eine sinnstiftende und angstüberwindende Kraft ist, die zu einem erfüllten und selbsttranszendenten Leben führt, wenn sie als bewusste Fähigkeit verstanden und eingeübt wird.

Schlüsselwörter

Sinn des Lebens, Lebenswert, Philosophie, Existenzialismus, Logotherapie, Viktor Frankl, Erich Fromm, Liebe, Wertschätzung, Selbsttranszendenz, Selbstverwirklichung, kapitalistische Gesellschaft, unreife Liebe, reife Liebe, Selbstliebe, Wohlwollen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophische Frage nach dem "Sinn des Lebens" und argumentiert, dass dieser nicht objektiv gefunden, sondern subjektiv durch eine wertschätzende und liebende Haltung dem Leben gegenüber geschaffen wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die philosophische Analyse von Sinn, Wert und Liebe, die Theorien von Viktor Frankl (Logotherapie) und Erich Fromm (Liebestheorie) sowie die Unterscheidung zwischen unreifen und reifen Formen der Liebe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu zeigen, dass die vermeintlich quälende Frage nach dem Sinn des Lebens an Bedeutung verliert, wenn man das Leben durch eine reife und selbstlose Liebe wertschätzt und bejaht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit bedient sich einer philosophisch-argumentativen Methode, die auf der Analyse und Interpretation von Konzepten und Theorien bekannter Philosophen und Psychologen wie Spinoza, Frankl und Fromm basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Umdeutung der Sinnfrage in eine Wertfrage, die Bedeutung von Wertschätzung als Liebe, die Logotherapie Frankls, die Kritik der kapitalistischen Gesellschaft im Kontext von Sinn und Liebe, sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit unreifen und reifen Formen der Liebe, einschließlich Selbstliebe und Wohlwollen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Sinn des Lebens, Lebenswert, Philosophie, Existenzialismus, Logotherapie, Viktor Frankl, Erich Fromm, Liebe, Wertschätzung, Selbsttranszendenz und Selbstliebe.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen "Sinn haben" und "Wert geben"?

Die Arbeit argumentiert, dass das Leben keinen inhärenten, objektiven "Sinn" hat, sondern dass der Mensch ihm durch seine subjektive Einstellung und eine wertschätzende Haltung einen "Wert" zuschreibt, der das Leben als sinnvoll erscheinen lässt.

Welche Rolle spielt die kapitalistische Gesellschaft bei der Sinnsuche?

Die Arbeit kritisiert, dass die kapitalistische Gesellschaft durch Entfremdung und die Reduktion von Arbeit und Liebe auf Konsumgüter oder Dienstleistungen das wahre Glück und die Sinnfindung erschwert, indem sie oberflächliche Befriedigung statt tiefer Erfüllung fördert.

Was sind die Unterschiede zwischen "unreifer" und "reifer" Liebe in der Arbeit?

Unreife Liebe ist gekennzeichnet durch illusionäre Zustände wie Verliebt-Sein und besitzergreifende Habsucht, während reife Liebe als selbstlose, wohlwollende und wertschätzende Haltung definiert wird, die aktiv kultiviert wird und über die eigenen Bedürfnisse hinausweist.

Inwiefern ist die Selbstliebe eine Grundvoraussetzung für reife Liebe?

Laut der Arbeit ist gesunde Selbstliebe, verstanden als positive Selbstwahrnehmung und Bejahung des eigenen Ichs, eine notwendige Voraussetzung, um auch andere Menschen bejahend und liebevoll begegnen zu können, was essenziell für reife Fremdliebe ist.

Fin de l'extrait de 18 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Gibt es einen "Sinn des Lebens"?
Sous-titre
Überlegungen zu Sinn, Wert und Liebe
Université
Free University of Berlin  (Philosophie)
Auteur
Cina Bousselmi (Auteur)
Année de publication
2012
Pages
18
N° de catalogue
V1695675
ISBN (PDF)
9783389176276
ISBN (Livre)
9783389176283
Langue
allemand
mots-clé
gibt sinn lebens überlegungen wert liebe
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Cina Bousselmi (Auteur), 2012, Gibt es einen "Sinn des Lebens"?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1695675
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint