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ADHS als Ressource im Sport

Eine explorative Untersuchung potenzieller leistungsrelevanter Vorteile bei ADHS-Betroffenen

Titre: ADHS als Ressource im Sport

Thèse de Bachelor , 2025 , 95 Pages , Note: 1,7

Autor:in: David Lee Mey (Auteur)

Sport - Psychologie du sport
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Bachelorarbeit „ADHS als Ressource im Sport – eine explorative Untersuchung potenzieller leistungsrelevanter Vorteile bei ADHS-Betroffenen“ verfolgt das Ziel, einen Perspektivwechsel im Umgang mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) vorzunehmen. Während ADHS in Forschung und Praxis überwiegend defizitorientiert betrachtet wird, untersucht diese Arbeit, inwiefern ADHS-typische Merkmale im sportlichen Kontext nicht nur kompensiert, sondern als leistungsförderliche Ressourcen wirksam werden können.

Im theoretischen Teil werden zunächst die diagnostischen Grundlagen, Symptomatik und neurobiologischen Besonderheiten von ADHS dargestellt, mit besonderem Fokus auf exekutive Funktionen, dopaminerge Motivationsmechanismen und Entwicklungsaspekte. Darauf aufbauend wird Sport als kognitiv anspruchsvolles Handlungsfeld analysiert, das hohe Anforderungen an Aufmerksamkeit, Inhibition, Arbeitsgedächtnis, kognitive Flexibilität und Antizipation stellt. Obwohl diese Anforderungen auf den ersten Blick der ADHS-Symptomatik entgegenstehen, zeigt die Forschung, dass sportliche Aktivität sowohl kompensierende Effekte als auch leistungsstabilisierende Wirkungen entfalten kann. Ein zentrales Kapitel widmet sich dem Perspektivwechsel hin zu ADHS als Ressource im Sport. Theoretisch gebündelt werden potenzielle Vorteile wie schnelle Reizverarbeitung, situativer Hyperfokus, Kreativität und Spontanität, körperliche Intuition sowie ein hohes Energieniveau. Diese Merkmale werden im Kontext dynamischer, stimulierender Sportarten als mögliche leistungsrelevante Faktoren diskutiert. Der empirische Teil basiert auf leitfadengestützten Experteninterviews mit einem Kinder- und Jugendarzt sowie einer Sportlehrkraft. Ziel ist es, die theoretischen Annahmen durch praxisnahes Erfahrungswissen zu ergänzen und kritisch zu reflektieren. Die qualitative Inhaltsanalyse zeigt, dass ADHS-typische Merkmale im Sport unter bestimmten Rahmenbedingungen tatsächlich als Stärke wahrgenommen werden, gleichzeitig aber auch klare kontextabhängige Grenzen bestehen.

Abschließend werden die Ergebnisse in den Forschungskontext eingeordnet, methodische Limitationen reflektiert und praxisrelevante Implikationen für Sportunterricht, Training und Förderung abgeleitet. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zu einem differenzierten, ressourcenorientierten Verständnis von ADHS im sportlichen Kontext.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

  • 1 Einleitung
    • 1.1 Problemstellung
    • 1.2 Zielsetzung und Forschungsfrage
    • 1.3 Aufbau der Arbeit
  • 2 Theoretischer Hintergrund
    • 2.1 ADHS – Definition und Diagnostik
      • 2.1.1 Symptomatik und Subtypen
      • 2.1.2 Neurobiologische Besonderheiten
    • 2.2 Sport, Kognition und ADHS
      • 2.2.1 Sport als unterstützende Intervention bei Problemstellung
      • 2.2.2 Kognitive Anforderungen im Sport
      • 2.2.3 Neurobiologische Wirkmechanismen körperlicher Aktivität
      • 2.2.4 Bedeutung von sozialer Dynamik
    • 2.3 Perspektivwechsel: ADHS als Ressource im Sport
      • 2.3.1 Von der Störung zur Ressource
    • Empirischer Teil: Experteninterviews
    • 2.4 Zielsetzung und Fragestellung der Erhebung
    • 2.5 Methodisches Vorgehen
    • 2.6 Auswahl der Experten
    • 2.7 Qualitative Inhaltsanalyse
    • 2.8 Ergebnisse und Interpretation
  • 3 Diskussion
    • 3.1 Einordnung der Ergebnisse in den Forschungskontext
    • 3.2 Implikation für Theorie und sportliche Praxis
    • 3.3 Methodische Reflexion und Limitationen
  • 4 Fazit und Ausblick
    • 4.1 Zusammenfassung zentraler Erkenntnisse
    • 4.2 Beantwortung der Forschungsfrage
  • 5 Literaturverzeichnis
  • 6 Anhang

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Bachelorarbeit ist ein Perspektivwechsel in der Betrachtung von ADHS. Statt die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ausschließlich als Störungsbild mit zu kompensierenden Defiziten zu sehen, untersucht die Arbeit, ob und inwiefern ADHS-typische Merkmale im sportlichen Kontext als potenzielle Ressourcen wirken können. Die leitende Forschungsfrage lautet: Inwiefern kann ADHS im sportlichen Kontext, über kompensatorische Effekte hinaus, als Ressource verstanden werden?

  • Perspektivwechsel von einer defizitorientierten zu einer ressourcenorientierten Betrachtung von ADHS im Sport.
  • Analyse kognitiver Steuerungsprozesse im Sport und deren Bezug zur ADHS-Symptomatik.
  • Erforschung neurobiologischer und sozialer Wirkmechanismen, die leistungsstabilisierende Effekte von Sport bei ADHS erklären.
  • Identifikation potenzieller leistungsrelevanter Vorteile von ADHS im Sport, wie schnelle Reizverarbeitung, Hyperfokus, Kreativität und Energiereserven.
  • Empirische Überprüfung theoretischer Annahmen mittels Experteninterviews aus Medizin und Schulsport.

Auszug aus dem Buch

ADHS als Ressource im Sport - eine explorative Untersuchung potenzieller leistungsrelevanter Vorteile bei ADHS-Betroffenen

Im folgenden Punkt soll ein Perspektivwechsel erfolgen, indem begründet wird, warum ADHS im Sport als Ressource verstanden werden kann und in der Ausübung sogar Vorteile mit sich bringt. In den bisherigen Kapiteln wurde bereits angesprochen, welche Defizite ADHS-Betroffene mit sich bringen und dass diese im Sport nicht zwangsläufig Defizite darstellen (Barkley, 2015; Ruhmland & Christiansen, 2022). Reizreaktionsschnelligkeit und intuitive Handlungssteuerung bilden den ersten großen Vorteil, der hervorgehoben werden kann. Grundsätzlich ist die Reizverarbeitung bei ADHS-Betroffenen durch eine erhöhte Reizoffenheit und damit verbundene Reizüberflutung gekennzeichnet, was im Alltag häufig dazu führt, dass Informationen nicht effektiv gefiltert oder abgespeichert werden (Barkley, 2015). Man stellt häufig fest, dass gerade Personen mit ADHS eine Neigung dazu haben, Dinge zu vergessen (ebd.). Im Sport lässt sich jedoch beobachten, dass die Reaktionsschnelligkeit deutlich ansteigt (ebd.). ADHS-Betroffene haben oft eine niedrigere Reizschwelle und reagieren deshalb schneller auf Umweltstimuli (ebd.). Was im Klassenzimmer zu Ablenkung führt, kann auf dem Spielfeld eine schnelle Reizverarbeitung ermöglichen. Der Vorteil lässt sich anhand eines Beispiels verdeutlichen: Im American Football etwa kann das blitzschnelle Erkennen einer sich öffnenden Lücke oder das Vorwegnehmen von Gegenbewegungen einen entscheidenden Vorteil darstellen (Ekman et al., 2021). Dies hängt damit zusammen, dass neurotypische Spieler Entscheidungen häufig bewusst abwägen, während dieser Prozess bei ADHS-Betroffenen eher automatisiert und damit schneller abläuft (ebd.). Der Athlet mit ADHS hat hier eine schnellere Reizreaktionsübertragung, die ihn in die Lage versetzt, schneller zu handeln oder geplante Entscheidungen länger vorzubereiten (ebd.). Dadurch ist es möglich, dem Gegenspieler einen Schritt voraus zu sein.

Ein weiterer Aspekt betrifft den Hyperfokus unter Stimulationsbedingungen. Der Hyperfokus wird in der Literatur häufig als geheime Superkraft von ADHS bezeichnet und kann selbst im schulischen Lernen zu außergewöhnlichen Leistungen führen (Kahl et al., 2012). Allerdings ist dieser Zustand schwer zu erreichen und tritt eher selten auf (ebd.). Der Hyperfokus beschreibt eine extreme Fokussierung auf eine bestimmte Aufgabe, die von Betroffenen oft als Tunnelblick beschrieben wird, in dem äußere Einflüsse weitgehend ausgeblendet werden (ebd.). Viele berichten, dass sie während dieses Zustandes kaum etwas von außen wahrgenommen haben, beispielsweise auch Rufe mit ihrem Namen überhört wurden (Ruhmland & Christiansen, 2022). Im Sport wird genau dieser Mechanismus zu einem Vorteil. Der Sportler kann durch Hyperfokus störende Einflüsse wie laute Zuschauer oder gegnerische Provokationen ausblenden (Jaehne et al., 2017b). Gleichzeitig sinkt die Nervosität, wenn die äußere Umgebung in diesem Zustand weniger präsent ist (ebd.). Es kann aber auch gerade die Interaktion mit Zuschauern fördern: Wie bereits in vorherigen Kapiteln beschrieben, reagieren ADHS-Betroffene stark auf direktes und unmittelbares Feedback (ebd.). Ein Tor im Fußball oder ein Punktgewinn, der von Jubel begleitet wird, führt zu einer zusätzlichen Ausschüttung von Dopamin und gibt dem Sportler ein positives Gefühl (ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Stellt die defizitorientierte Betrachtung von ADHS im Sport in Frage und führt die Idee ein, ADHS-Merkmale als potenzielle Ressourcen zu untersuchen.

2 Theoretischer Hintergrund: Beleuchtet die Definition und Diagnostik von ADHS, neurobiologische Besonderheiten sowie die Wechselwirkung von Sport, Kognition und ADHS.

Empirischer Teil: Experteninterviews: Beschreibt die Durchführung und Auswertung leitfadengestützter Interviews mit einem Kinderarzt und einer Sportlehrkraft zu ADHS im Sport.

3 Diskussion: Ordnet die empirischen Ergebnisse in den Forschungskontext ein, reflektiert Implikationen für Theorie und Praxis und benennt methodische Limitationen.

4 Fazit und Ausblick: Fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und gibt einen Ausblick auf die Bedeutsamkeit eines Perspektivwechsels.

Schlüsselwörter

ADHS, Sport, Ressource, Perspektivwechsel, Exekutive Funktionen, Impulsivität, Hyperaktivität, Hyperfokus, Reaktionsschnelligkeit, Dopaminregulation, Motivation, Stressregulation, Experteninterviews, Sportpädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit verfolgt einen Perspektivwechsel bei der Betrachtung von ADHS, indem sie untersucht, ob und wie ADHS-Merkmale im sportlichen Kontext als potenzielle Ressourcen und nicht nur als Defizite wirken können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die Definition und Diagnostik von ADHS, neurobiologische Besonderheiten, die Rolle von Sport als unterstützende Intervention, die kognitiven Anforderungen im Sport sowie der Perspektivwechsel hin zu ADHS als Ressource.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, ADHS nicht nur als Störungsbild, sondern auch als potenzielle Ressource im Sport zu betrachten. Die leitende Forschungsfrage lautet: "Inwiefern kann ADHS im sportlichen Kontext, über kompensatorische Effekte hinaus, als Ressource verstanden werden?"

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Für den empirischen Teil der Arbeit werden leitfadengestützte Experteninterviews mit einem Kinderarzt und einer Sportlehrkraft durchgeführt und mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt den theoretischen Hintergrund von ADHS, seine Definition, Symptomatik und neurobiologische Besonderheiten, die Beziehung zwischen Sport und ADHS sowie den Perspektivwechsel von ADHS als Störung hin zu einer Ressource im Sport. Zudem werden die empirische Methodik und die Ergebnisse der Experteninterviews vorgestellt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter wie ADHS, Sport, Ressource, Perspektivwechsel, Exekutive Funktionen, Impulsivität, Hyperaktivität, Hyperfokus, Reaktionsschnelligkeit, Dopaminregulation, Motivation, Stressregulation, Experteninterviews und Sportpädagogik charakterisieren die Arbeit.

Welche spezifischen ADHS-Merkmale werden als potenzielle Ressourcen im Sport identifiziert?

Als potenzielle Ressourcen werden schnelle Reizverarbeitung, situativer Hyperfokus, Kreativität/Spontanität, körperliche Intuition und ein hohes Energieniveau identifiziert.

Inwiefern kann Impulsivität im Sport von Vorteil sein?

Impulsivität, im Alltag oft störend, kann im Sport zu spontanen, kreativen und unvorhersehbaren Handlungen führen, die Gegenspieler überraschen und einen taktischen Vorteil verschaffen können, insbesondere in offenen Spielsituationen.

Welche Rolle spielt Dopamin bei der sportlichen Leistung von ADHS-Betroffenen?

Sportliche Aktivität führt zu einer vermehrten Ausschüttung von Dopamin, was Motivation, Aufmerksamkeit und Handlungskontrolle verbessert. Dies kann ADHS-Betroffenen helfen, fokussierter zu agieren und Handlungen als lohnend zu erleben, da ihr Belohnungssystem unmittelbar stimuliert wird.

Welche Rahmenbedingungen sind förderlich, damit ADHS-Betroffene ihre Stärken im Sport entfalten können?

Förderliche Rahmenbedingungen umfassen klare Strukturen, Regeln und Rollen, unmittelbares Feedback, hohe Stimulationsdichte, sowie eine passende Sportart und einen hohen Motivationsgrad. Team-Sportarten mit sozialer Einbettung können ebenfalls unterstützend wirken.

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Résumé des informations

Titre
ADHS als Ressource im Sport
Sous-titre
Eine explorative Untersuchung potenzieller leistungsrelevanter Vorteile bei ADHS-Betroffenen
Université
University of Vechta
Note
1,7
Auteur
David Lee Mey (Auteur)
Année de publication
2025
Pages
95
N° de catalogue
V1695728
ISBN (PDF)
9783389180778
ISBN (Livre)
9783389180785
Langue
allemand
mots-clé
ADHS Sport Dopamin Hyperfokus Leistungsrelevante Vorteile Leistungssport Sportpsychologie Reaktionsgeschwindigkeit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
David Lee Mey (Auteur), 2025, ADHS als Ressource im Sport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1695728
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Extrait de  95  pages
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