Das Konzept "Lesen durch Schreiben" an der Grundschule. Bericht über das Orientierungspraktikum


Praktikumsbericht (Schule), 2008

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die städtisch evangelische X-Grundschule

3. Erwartungen an das Praktikum und die Lerngruppe
3.1 Meine Erwartungen
3.2 Die Klasse 1b
3.3 Die Auswertung der Beobachtungsbögen

4. Vorstellung der Methode: „Lesen durch Schreiben“ von J. Reichen
4.1 Lesedidaktisches Prinzip: Lesen durch Schreiben
4.2 Lernpsychologisches Prinzip: Selbstgesteuertes Lernen
4.3 Schulpädagogisches Prinzip: Werkstattunterricht

5. Beobachtung des Konzepts „Lesen durch Schreiben“ in der Klasse 1b

6. Vergleichung

7. Persönliches und fachliches Fazit

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In dem vorliegenden Bericht werde ich meine Erwartungen an das vierwöchige Praktikum, so wie meine Erfahrungen, Befürchtungen und Beobachtungen während dieser Zeit, an der X-Grundschule, darlegen.

Bei meinen Beobachtungen, die ich während des Praktikums machen durfte, halfen mir besonders die fünf Beobachtungsbögen, die mir das Zentrum für Lehrerbildung zur Verfügung gestellt hatten, weiter. Um meine gesamten Erfahrungen dem Leser zu verdeutlichen, werde ich in dieser Arbeit chronologisch vorgehen.

Im ersten Kapitell werde ich die städtische X-Grundschule vorstellen, um dem Leser einen ersten Einblick in mein Umfeld meines Praktikums geben zu können. Anschließend erläutere ich meine Befürchtungen vor dem Praktikum, um den Leser einen genauen Einblick in meine Ängste und Erwartungen zu geben. Wie habe ich mich vor dem Praktikum gefühlt? Hatte ich Ängste oder gute Erwartungen? In meinem nächsten Abschnitt „die Klasse 1b“ kann sich der Laie meine genaue Situation vor Augen führen. Vor allem aber, durch die Auswertung der Beobachtungsbögen, kann ich meine Situation besser schildern und dem Leser einen Einblick in die Klassensituation geben.

Einhergehend werde ich einen Bezug zu meiner spezifischen Fragestellung herstellen und das Lesekonzept „Lesen durch Schreiben“ von Reichen aus seinem Buch mit dem Titel „Hannah hat Kino im Kopf“, sowie dessen Umsetzung an der X-Grundschule in der ersten Klasse 1b erläutern.

Darauffolgend werde ich das Lesekonzept von J. Reichen mit der Umsetzung in der Klasse 1b vergleichen.

In meinem Fazit werde ich meine Befürchtungen, Erwartungen kurz wieder geben, um anschließend diese mit meinen Erfahrungen zu reflektieren. Ebenso gebe ich das Lesekonzept und die Umsetzung in der Klasse 1b wieder, um beides besser diskutieren zu können. Meine eigene Meinung wird hierbei nicht außen vorgelassen.

2. Die städtisch evangelische X-Grundschule

Die X-Grundschule in Y – eine der kleinsten Grundschulen der Region – ist eine offene Ganztags-Grundschule evangelischer Konfession. Sie ist untergebracht, mit 199 Kindern; im Z-Viertel der Stadt Y. Von den 46 Grundschulen in ganz Y wird sie von Schülern und Schülerinnen besucht – gleich welcher Herkunft und Konfession. Jeder Jahrgang ist zweizügig und zählt in etwa 50 bis 60 Schüler und Schülerinnen. Das kleine Lehrerkollegium besteht aus 10 Lehrerinnen, zwei Lehramtsanwärterinnen und die kommissarische Schulleiterin Frau A.. Unterstützt wird die Schule durch die Sekretärin Frau B. und dem Hausmeister Herr C..

Die Schule bietet nicht nur eine Bis – Mittag - Betreuung, sondern ebenfalls auch eine Ganz – Tags – Betreuung, welche von 3 Erzieherinnen und 16 Honorarkräften geleitet wird.

Die X-Schule verfolgt mit ihrem Schulprogramm ein klares Leitbild. Der Leitspruch der Schule zeigt die pädagogische Initiative der Lehrerinnen und soll den Schülern bewusst machen, dass sie sich respektierten und unterstützen sollen. Die Schule zeigt dadurch ein Umfeld, welches auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und ein konstruktives Miteinander beruht. Die Kinder werden durch eine innere Differenzierung und Individualisierung, z.B. durch Partnerarbeit, Gruppenarbeit, Werkstattarbeit, Stationsläufe usw. gefördert. Zu dem bietet die Schule eine wöchentliche einstündige Matheförderband Stunde an, welche besonders die Schwierigkeiten der Grundschulkinder in dem Lernbereich Mathematik beheben soll. Diese Stunde wird in kleinen Gruppen für jede Stufe angeboten und außer von den Lehrpersonen noch von Lehramtsstudenten und -Studentinnen übernommen. Um den Unterricht individuell und abwechslungsreich zu gestalten, werden verschiedene Projekte an der Schule angeboten: Technikprojekt, Lese- und Aktionsnächte, Musikprojekte usw. Aber auch die Kooperationen, wie zum Beispiel zu der Apostelkirchengemeinde, der Musikschule V oder der Schulpsychologischen Beratungsstelle Y gestalten das Schulleben der X-Schule mit.

3. Erwartungen an das Praktikum und die Lerngruppe

Auf den nächsten Seiten werde ich meine Erwartungen und Befürchtungen an das Praktikum erläutern und die Klasse 1b beschreiben. Zudem werde ich die 5 Beobachtungsbögen analysieren und auswerten.

3.1 Meine Erwartungen

Durch das vierwöchige Orientierungspraktikum erhoffte ich mir, meine Wahl zum Lehrerberuf bestätigen zu können. Obwohl ich nicht bezweifel, dass der Lehrerberuf kein Beruf für mich sein könnte. Meine Erwartungen und Befürchtungen betreffen eher den Zeitraum während des Praktikums. Fühl ich mich in dem Lehrerkollegium wohl? Werde ich von den Schülern als Praktikantin akzeptiert? Welche Klasse werde ich besuchen und wie werde ich von der dort unterrichtenden Lehrerin behandelt? Darf ich mir nur den Unterricht ansehen oder auch mit gestalten? Was passiert, wenn ich mit einer Situation überfordert bin? Diese und viele weitere Fragen stellten sich kurz vor dem Praktikumsbeginn. Jedoch hatte ich auch Hoffnungen an die Schule. Ich erhoffte eine liebevolle Klasse zu sehen, und den Umgang mit den Kindern zu mögen. Hin zu kam die Hoffnung auf eine Erfahrung, die weiter reichen würde, als bis auf reinen Beobachtungen. Ich würde zu gern, einen Unterricht mitgestalten oder alleine unterrichten. Für meine ersten Unterrichtsversuche wünsche ich mir fachliche Unterstützung der Klassenlehrerin und anschließende Kritik. Ich möchte nicht nur die Zeit des Praktikums nutzen, um die Schule aus der Sicht des Lehrers zu sehen, sondern auch um eigenen Erfahrungen machen zu können. Zudem ist es mir ein wichtiges Anliegen das Verhalten der Lehrer in bestimmten Situationen, zum Beispiel, wenn eine Situation mit einem Schüler eskaliert, zu analysieren. Ich denke, dass das Orientierungspraktikum mir einen Einblick in Schule aus einem vollkommen anderen Blickwinkel ermöglicht. Daher freue ich mich auf diese Zeit und hoffe sie sinnvoll zu nutzen.

3.2 Die Klasse 1b

Die Klasse 1b der X-Grundschule besteht aus elf Jungen und dreizehn Mädchen, die alle aus Y kommen. Einige Kinder kannten sich schon aus der Kindergartenzeit und zeigen sich in der Klassengemeinschaft selbstbewusster als andere Schüler. Alle Schüler und Schülerinnen nahmen von Beginn des Schulanfangs einen festen Sitzplatz an einem Gruppentisch an. Die Kinder, die sich an demselben Gruppentisch befinden, zeigen untereinander größeren Respekt. Daher kann man verschiedene Untergruppierungen in dem Klassenverband feststellen. Insgesamt arbeiten alle Schulkinder fleißig mit. Jedoch erkennt man, an dem Wochenverlauf bestimmte Phasen des Auf- und Abbaus der Konzentration. Am Beginn der Woche zeigen die meisten Schüler noch eine sehr schwache Leistung, welche sich bis hin zur Mitte der Woche steigert. Am Mittwoch zeigen die Kinder die beste Leistung und es herrscht eine angenehme Atmosphäre in der Klasse. Ab dem Mittwoch, bis hin zum letzten Schultag in der Woche nimmt die Leistung wieder ab und es herrscht eine große Unruhe. Auffällig ist jedoch neben dem Auf- und Abbau der Konzentration, dass sich immer wieder einige Kinder der Klasse beweisen müssen und deswegen für Unruhe sorgen. Ebenso können die meisten Kindern nicht lange ruhig auf ihrem Platz sitzen bleiben, bis der Lehrer sie dran genommen hat. Die Kinder versuchen dann, durch Fingerschnippen und Reingerufe, die Aufmerksamkeit des Lehrers auf sich zu ziehen. Insgesamt befindet sich die Klasse noch in der Kennenlernphase. Die Kinder kennen noch nicht alle Namen und einige, besonders die Mädchen, orientieren sich noch zu sehr am Lehrpersonal. Trotzdem ist die Klasse 1b eine sehr freundliche und soziale Gruppe. Leistungsschwache Kinder gehen in dieser Klasse nicht unter, da sie speziell gefördert werden und die Kinder sich unter einander helfen. Nur selten gibt es Spannungen zwischen den Kindern. Und diese sind immer sehr schnell behoben.

3.3 Die Auswertung der Beobachtungsbögen

Die Stunden, zu denen ich meine Beobachtungsbögen ausgefüllt habe, habe ich sehr bewusst gewählt. Ich habe mich dafür entschieden, dass ich den Unterricht an jedem Tag in der ersten Stunde beobachte, da mir in der ersten Woche aufgefallen ist, dass sich die Leistung je nach dem Wochentag steigert oder sinkt. Ebenso konnte ich, da ich mich für die erste Stunde entschieden habe, den Unterricht bei zwei verschiedenen Lehrerinnen beobachten. In jeder Stunde ist mir aufgefallen, dass der Beginn der Unterrichtsstunde verzögert beginnen muss. Die Kinder sind am Anfang sehr unruhig. Sie laufen in der Klasse herum, um ein anderes Kind zu begrüßen oder reden mit ihrem Tischnachbar. Einige Kinder nutzen jedoch diese Situation, um an ihrem Mandala Heft weiter arbeiten zu können. Jedes Kind besitzt solch ein Malheft und kann in jeder freien Minuten freiwillig in dem Heft malen. Aber diese Zeitverzögerung liegt nicht nur an den Kindern, sondern auch an den Lehrern und Eltern. Einige Fragen und Probleme werden in den ersten 10 Minuten besprochen und geklärt. Da hat die Lehrerin nicht die Chance die Klasse zu beruhigen oder kontrollieren zu können. Nach etwa fünf bis zehn Minuten später beginnt schließlich der Unterricht und die Lehrerin begrüßt die Klasse und hängt den Tagesablauf in Form von kleinen Feldern an die Tafel. Für jede Unterrichtsstunde gibt es ein Feld. Ein Pfeil ist immer je nach Stunde auf eines der Felder gerichtet, sodass die Schüler sich besser orientieren können. Schon alleine an diesen paar Minuten ist mir aufgefallen, dass sich die Klasse je nach Wochentag unterschiedlich verhält. Montags kann die Lehrerin die Klasse nur mit Mühe und Not zum Aufpassen bewegen, wobei die Klasse am Mittwoch sofort konzentriert dabei sind. Freitags schwächt die Motivation ab und der Unterricht beginnt wieder ein paar Minuten später. Bei der Beobachtung der Klasse ist mir ebenso aufgefallen, dass sie sich auch bei verschiedenen Lehrern unterschiedlich verhält. Im Mathematikunterricht sind die Schülerinnen und Schüler sehr schnell und konzentriert bei den Aufgaben. Im Sachunterricht lässt die Konzentration dagegen sehr schnell nach. Was daran liegen kann, dass die Lehrerin ihren Schülerinnen und Schülern mehr „Freiheiten“ einräumt. So laufen diese durch die Klasse und holen sich die Arbeitsmaterialien, die sie zum Beispiel für eine Geschichte aus Puzzelteilen benötigen, selber zusammen. Dabei kommt schneller Unruhe auf und die Schüler lenken sich gegenseitig ab. Dagegen sitzt im Mathematikunterricht jeder auf seinem Platz und die Lehrperson hat die Möglichkeit schon kleinere Störungen zu unterbinden. In jeder Stunde wird am Anfang des Unterrichtes gesungen. Je nach Lehrerin ein anderes Lied. Beim singen werden alle Kinder wach und ihre Motivation steigert sich. Anschließend werden meistens die Hausaufgaben kontrolliert. Die Lehrerin geht hierbei in der gesamten Klasse herum und kontrolliert. Über die besten Zahlen oder Buchstaben dürfen die Kinder ein Stern malen. Bei den schließenden Aufgaben ist die Klasse sehr konzentriert. Einige Kinder sind oft schneller fertig und dürfen sich dann einen extra Zettel nehmen. Das Lehrpersonal achtet hierbei besonders auf die lernauffälligen Kinder. Jedes Kind wird so unterschiedlich gefördert. Wenn die Klasse zwischen durch zu laut wird, läutet die Lehrerin eine Glocke. Dabei weiß jedes Kind sofort das es leise sein muss. Dieses Ritual klappt in jeder Stunde und egal an welchem Tag. Nur die Häufigkeit variiert sich. Insgesamt achtet das Lehrpersonal auf seine Stimme und Körpersprache. Beide Lehrerinnen sprechen sehr deutlich und laut. Sie fangen jedoch nie an zu schreien. Ihre übertriebene Gestik unterstreicht ihre Forderungen an die Klasse. Insgesamt ist der Unterricht abwechslungsreich und motivierend für die Schüler.

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Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Das Konzept "Lesen durch Schreiben" an der Grundschule. Bericht über das Orientierungspraktikum
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Note
1,7
Autor
Jahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V169573
ISBN (eBook)
9783668251236
ISBN (Buch)
9783668251243
Dateigröße
407 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
konzept, lesen, schreiben, grundschule, bericht, orientierungspraktikum
Arbeit zitieren
Pia Brinkkoetter (Autor), 2008, Das Konzept "Lesen durch Schreiben" an der Grundschule. Bericht über das Orientierungspraktikum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169573

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