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Inklusion im Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht

Titre: Inklusion im Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht

Thèse de Master , 2021 , 112 Pages

Autor:in: Aparna Achal (Auteur)

Didactique de l'Allemand - L'allemand en tant que langue étrangère
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Diese Masterarbeit von Aparna Achal (2021) mit dem Titel „Inklusion im Deutsch als Fremdsprachenunterricht“ untersucht den Grad der inklusiven Bildung am Beispiel des Centre of German Studies (CGS) an der Jawaharlal Nehru University (JNU) in Neu-Delhi.

Angesichts der enormen soziokulturellen Pluralität Indiens – geprägt durch Vielfalt in Sprache, Religion, Kasten und physischen Voraussetzungen – wird die Notwendigkeit eines Unterrichts betont, der über bloße Gleichbehandlung hinausgeht und Gerechtigkeit durch die Berücksichtigung individueller Bedürfnisse anstrebt.

Die Autorin entwickelt ein multidimensionales Verständnis von Inklusion, das über das sonderpädagogische Verständnis (gemeinsames Unterrichten von Menschen mit und ohne Behinderung) hinausgeht. Sie integriert Konzepte der kritischen Pädagogik (u. a. von Paulo Freire und bell hooks) sowie sprachtheoretisches Ansatzes zur Translingualität.

Methodisch basiert die Arbeit auf einer Bestandsaufnahme und einer empirischen Untersuchung. Zur Datenerhebung wurde ein Fragebogen für DaF-Studierende am CGS der JNU entwickelt, der verschiedene Lebensbereiche abfragt.

Nach der Einleitung (Kapitel 1) wird in Kapitel 2 eine fundierte Definition von Inklusion erarbeitet. Kapitel 3 beleuchtet den aktuellen Stand der Inklusion im indischen Bildungssystem und speziell an der JNU, bevor in Kapitel 4 die empirischen Ergebnisse analysiert werden, um den tatsächlichen Grad der Inklusion zu bewerten. Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über Inklusion als kollektive Verantwortung ab.

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Inklusion eine kollektive Verantwortung von Politik und Bildungsinstitutionen ist. Sie liefert wichtige Indikatoren zur Messung sozialer Inklusion im indischen Hochschulkontext und dient als Anregung für eine binnendifferenzierte Unterrichtsplanung im DaF-Bereich.

Der Autor dieser Arbeit ist kein Deutsch-Muttersprachler. Bitte haben Sie Verständnis für grammatikalische Fehler und Uneinheitlichkeiten im Ausdruck.

The author of this text is not a native English speaker. Please excuse any grammatical errors and other inconsistencies.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

  • Kapitel 1. Einleitung
    • 1.1 Problemstellung und Zielsetzung
    • 1.2 Forschungsstand/ Bestehender Fachdiskurs über Inklusion
      • 1.2.1. Die Diffusität des Inklusionsbegriffs
      • 1.2.2. „Qualitätsstufen der Behindertenpolitik und -pädagogik“
      • 1.2.3. Diversity-Inclusivity (D&I)
      • 1.2.4. Forschungsstand der Inklusion in Indien
    • 1.3 Methodologie
  • Kapitel 2. Zu einer Definition von Inklusion
    • 2.1 Inklusion als sozialpolitisches Konzept
      • 2.1.1 Die Makroebene – Die Gesellschaft
      • 2.1.2 Die Mikroebene – das Individuum
    • 2.2 Inklusionspädagogik als Teil der kritischen Pädagogik
      • 2.2.1 Die Unterdrücker und die Unterdrückten: Paulo Freire
      • 2.2.2 Bildung als Mittel zur Freiheit: bell hooks
      • 2.2.3 Sprachimperialismus und Translingualität: Suresh Canagarajah
    • 2.3 Ein zutreffender Inklusionsbegriff
  • Kapitel 3. Bestehender Stand der Inklusion am Beispiel von DaF an der JNU
    • 3.1 Vorschriften des indischen Bildungsministeriums
    • 3.2 Der Deutsch-als-Fremdsprachenunterricht in Indien
    • 3.3 Jawaharlal Nehru University als Beispiel
  • Kapitel 4. Inklusion: eine Wahrheit?
    • 4.1 Grad der Inklusion an der JNU
    • 4.2 Schlussfolgerung
  • I. Bibliographie
  • II. Anhang 1: Fragebogen für die Studierenden
  • III. Anhang 2: Zusammengestellte Ergebnisse der Befragung

Zielsetzung & Themen

Diese Masterarbeit zielt darauf ab, zu untersuchen, inwieweit inklusive Bildung im Fachbereich Deutsch als Fremdsprache (DaF) an indischen Universitäten realisiert wird, exemplarisch am Beispiel der Jawaharlal Nehru University (JNU). Das primäre Ziel ist es, eine für den indischen Bildungsumfeld relevante Definition von Inklusion zu erarbeiten und anschließend empirisch zu prüfen, ob Inklusion für indische Hochschulstudierende eine Realität darstellt.

  • Definition und Verständnis von Inklusion im Kontext des DaF-Unterrichts in Indien.
  • Analyse soziopolitischer Konzepte von Inklusion und deren gesellschaftliche Relevanz.
  • Erörterung der Inklusionspädagogik als Teil der kritischen Pädagogik unter Bezugnahme auf Paulo Freire, bell hooks und Suresh Canagarajah.
  • Untersuchung des Forschungsstandes und der Umsetzung von Inklusion in der indischen Hochschulbildungslandschaft.
  • Empirische Bewertung des Inklusionsgrades am Centre of German Studies (CGS) der JNU.
  • Die Rolle von Diversität, Gerechtigkeit und Antidiskriminierung im Hochschulkontext.

Auszug aus dem Buch

1.2.1. Die Diffusität des Inklusionsbegriffs

Das übliche Verständnis von Inklusion stammt aus der Sonderpädagogik, dass SchülerInnen mit und ohne Förderbedarf in allgemeinen Schulen gemeinsam unterrichtet werden. Dieses Verständnis greift aber zu kurz (Grosche, 2015). Allerdings ist nur ein einziges Kriterium der gemeinsamen Platzierung für das Gelingen eines inklusiven Unterrichts eher geringfügig. Zwar werden dabei bestimmte förderbedürftige SchülerInnen mitberücksichtigt und Systeme in Erwägung gezogen, die die Abschottung dieser SchülerInnen verhindern oder innehalten, aber dieses Verständnis beleuchtet nicht die Notlage einer großen Anzahl der Kinder und Jugendlichen aus ländlichen, indigenen und wirtschaftlich armen Gemeinden, die völlig marginalisiert sind und wegen unzureichenden Zugangs, ungeeigneter Infrastruktur oder schlechter Qualität von Lehrplan und Pädagogik vom regulären Bildungssystem ausgeschlossen sind. Deshalb werden oft weitere Diskussionen darüber geführt, was unter Inklusion zu verstehen ist und welche Merkmale für eine inklusive Bildung bedeutsam sind. In der Sozialwissenschaft, Erziehungswissenschaft, Sprachwissenschaft und Sozialpolitik sowie in der Informatik und Technik wird die Frage der Gerechtigkeit gestellt und darüber wird viel diskutiert. Themen wie Heterogenität und Diversität sind Topthemen dieser Zeit. Es geben sogar Organisationen wie Pluribus, die Unternehmen helfen, Diversität und Inklusion (D&I) am Arbeitsplatz zu gewährleisten und bewahren und große multinationale Firmen wie IBM, Sodexo und KPMG sind Beispiele von Firmen, die bewusst mit Diversität am Arbeitsplatz umgehen. Nicht zu vermeiden ist jedoch die Tatsache, dass es vielmals eher nur ein Lippenbekenntnis ist und es eine Diskrepanz zwischen der Rhetorik und der Realität besteht (Llopis, 2011).

Eine allzu geltende Definition von Inklusion gibt es nicht, weil unterschiedliche Definitionen verschiedene Dimensionen der Inklusion in den Vordergrund stellen, wobei andere auf die lange Bank geschoben werden. Grosche redet von der Dimension der inklusiven Kulturen, indem bestimmte Werte ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken (Förderung, Anerkennung, Zugehörigkeit, Outcome-Definition, Einstellung, shared-vision), der Dimension der inklusiven Strukturen, wobei Strukturen für erfolgreiche Inklusion im Mittelpunkt stehen (Platzierung, Zwei-Gruppen, Schulsystem, Steuerung, Totalitäre Definition), der Dimension der inklusiven Praktiken, die zur Inklusion gehören und die Inklusion gewährleisten können (Freiheit, Prävention, Notenverzicht, Barrierefreiheit, Dekategorisierung, Unterrichtsdefinition) sowie eine juristische Dimension (Rechtliche, Wertedefinition) (2015, 33-35). Manche dieser Definitionen sind sogar gegensätzlich wie zum Beispiel die Zwei-Gruppen-definition und die totalitäre Gemeinschaftsdefinition – die eine spricht für eine gemeinsame Unterrichtung der Lernenden mit und ohne Förderbedarf in Klassen, wohingegen die andere für die Schaffung von Lerngemeinschaften in Regelklassen ohne jeglicher Differenzierung spricht. Jede dieser Definitionen hat ihre Daseinsberechtigung und Relevanz in bestimmten Umfeldern, aber für eine empirische Untersuchung ist eine klare Definierung des Inklusionsbegriff unentbehrlich. Sie sorgt dafür, dass genau das Gemeinte in einer Abhandlung über das Thema begriffen wird und nicht, dass orientierungslos eine Person von Äpfel und die andere von Birnen redet, ohne Obst zuvor hinreichend und vor allem explizit zu definieren (ebd. S.19).

Zusammenfassung der Kapitel

Kapitel 1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung und Zielsetzung der Masterarbeit ein und beleuchtet den bestehenden Fachdiskurs über Inklusion, ihre verschiedenen Definitionen und die angewandte Methodologie.

Kapitel 2. Zu einer Definition von Inklusion: Hier wird Inklusion als sozialpolitisches Konzept und als Teil der kritischen Pädagogik tiefgehend erörtert, wobei Theorien von Paulo Freire, bell hooks und Suresh Canagarajah zur Entwicklung eines umfassenden Inklusionsbegriffs für den DaF-Unterricht in Indien herangezogen werden.

Kapitel 3. Bestehender Stand der Inklusion am Beispiel von DaF an der JNU: Dieses Kapitel beginnt den empirischen Teil der Arbeit, indem es die Vorschriften des indischen Bildungsministeriums, den DaF-Unterricht in Indien und die Jawaharlal Nehru University (JNU) als Fallbeispiel für die bestehende Inklusionssituation analysiert.

Kapitel 4. Inklusion: eine Wahrheit?: Aufbauend auf den theoretischen Grundlagen analysiert dieses Kapitel die Ergebnisse einer empirischen Befragung unter DaF-Studierenden an der JNU, um den Grad der Inklusion anhand verschiedener Indikatoren zu bewerten und Schlussfolgerungen zu ziehen.

Schlüsselwörter

Inklusion, DaF-Unterricht, Indien, Hochschulbildung, Heterogenität, Diversität, Kritische Pädagogik, Paulo Freire, bell hooks, Suresh Canagarajah, Soziale Identitätstheorie, Jawaharlal Nehru University (JNU), Affirmative Action, Bildungspolitik, Chancengleichheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Diese Arbeit befasst sich mit dem Konzept der Inklusion im Kontext des Deutsch als Fremdsprache (DaF)-Unterrichts an indischen Universitäten, wobei ein besonderer Fokus auf die Jawaharlal Nehru University (JNU) gelegt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition von Inklusion, ihre soziopolitische und pädagogische Relevanz, die kritische Pädagogik sowie die empirische Untersuchung des Inklusionsgrades in der indischen Hochschulbildung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, eine relevante und umfassende Definition von Inklusion für den DaF-Unterricht in Indien zu entwickeln und die Forschungsfrage zu beantworten: "Inwieweit ist eine inklusive Bildung im Fachbereich DaF an den indischen Universitäten eine Realität am Beispiel von der JNU?"

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine empirische Vorgehensweise, die eine tiefe Auseinandersetzung mit bestehender Literatur, eine Analyse staatlicher Richtlinien und Vorschriften sowie eine Befragung von DaF-Studierenden an der JNU umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretische Fundierung des Inklusionsbegriffs aus soziopolitischer und kritisch-pädagogischer Sicht (Kapitel 2) und analysiert anschließend den bestehenden Stand der Inklusion am Beispiel des DaF-Unterrichts an der JNU, inklusive relevanter Bildungsvorschriften (Kapitel 3 und 4).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Inklusion, DaF-Unterricht, Indien, Hochschulbildung, Heterogenität, Diversität, Kritische Pädagogik, Soziale Identitätstheorie und Jawaharlal Nehru University.Wie wird Inklusion im Kontext des Fremdsprachenunterrichts in Indien definiert?

Inklusion wird als kollektive Verantwortung von Politik und Industrie sowie auf individueller Ebene verstanden, die bestehende Strukturen, Praktiken und Einstellungen hinterfragt, die Teilhabe aller Lernenden und Lehrenden durch Respekt und Beachtung ermöglicht und dabei die Anerkennung sowie Wertschätzung von Unterschieden beinhaltet, die Anlass zum Dialog geben.

Welche Rolle spielen Konzepte wie „Banking Modell“ und „problemformulierende Bildung“ in Freires kritischer Pädagogik?

Paulo Freire kritisiert das „Banking Modell“ der Bildung, bei dem Lehrende Wissen auf passive Lernende übertragen, was zur Entmenschlichung beiträgt. Als Alternative schlägt er die „problemformulierende Bildung“ vor, die kritisches Bewusstsein (conscientização) fördert und Lehrende sowie Lernende zu gleichrangigen Beteiligten des Problemformulierungsprozesses macht.

Inwiefern beeinflusst soziales und kulturelles Kapital die schulischen Lernprozesse laut Bourdieu?

Nach Pierre Bourdieu haben ökonomisches, soziales und kulturelles Kapital einen erheblichen Einfluss auf die Lern- und Leistungsergebnisse von Studierenden. Diese Kapitalformen bestimmen die Positionierung eines Individuums in der Gesellschaft und können sich wechselseitig umwandeln, was zu gesellschaftlichen Spaltungen und Ungleichheiten im Klassenzimmer führt.

Welche Herausforderungen zeigen sich bei der Umsetzung von Inklusion an der Jawaharlal Nehru University (JNU)?

Trotz der Vielfalt der Studierenden und des Engagements der Lehrenden zeigt sich an der JNU ein Paradox der Inklusion, das sich in Aspekten wie mangelnder Reflexion über eigene Privilegien, entfremdeten Beziehungen zwischen Studierenden und Verwaltung sowie den Auswirkungen technischer Hindernisse im Online-Unterricht äußert.

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Résumé des informations

Titre
Inklusion im Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht
Université
Jawaharlal Nehru University  (Centre of German Studies)
Auteur
Aparna Achal (Auteur)
Année de publication
2021
Pages
112
N° de catalogue
V1696222
ISBN (PDF)
9783389179628
Langue
allemand
mots-clé
inklusion deutsch-als-fremdsprache-unterricht
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Aparna Achal (Auteur), 2021, Inklusion im Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1696222
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Extrait de  112  pages
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