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Rassismus in der Schule. Theoretische Überlegungen und handlungsleitende Prinzipien für rassismuskritische Bildungsarbeit im Englischunterricht der Sekundarstufe II

Title: Rassismus in der Schule. Theoretische Überlegungen und handlungsleitende 
Prinzipien für rassismuskritische Bildungsarbeit im Englischunterricht der Sekundarstufe II

Master's Thesis , 2018 , 57 Pages

Autor:in: Anonym (Author)

Didactics for the subject English - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit soll die Relevanz rassismuskritischer Bildungsarbeit im Fach Englisch in der Sekundarstufe II an deutschen Schulen analysiert und diskutiert werden. Sie soll die Notwendigkeit deutlich machen, das Thema Rassismus in den schulischen Fremdsprachenunterricht bewusst zu integrieren und die Schüler*innen zu einer kritischen Haltung gegenüber rassistischen Denk- und Handlungsmustern zu befähigen. Hierfür wird zunächst der theoretische Hintergrund von Rassismus und Rassismuskritik dargelegt. Ein folgender Einblick in die Critical Whiteness Studies soll zusätzliche Informationen und Anregungen für die Umsetzung rassekritischer Bildungsarbeit in Schule und Unterricht liefern. Anschließend wird der leitende fremdsprachendidaktische Ansatz des ,Interkulturellen Lernensʻ inhaltlich sowie methodisch-didaktisch im Hinblick auf Rassismus beleuchtet und dessen Potential für eine rassekritische Bildungspraxis im Englischunterricht untersucht. Weiterhin soll der Exkurs zur Idee des ,transkulturellen Lernensʻ Aufschluss über mögliche Anschlussmöglichkeiten für die rassismuskritische Gestaltung des Fremdsprachenunterrichts geben.

Ziel dieser Arbeit ist es, handlungsleitende Prinzipien für den institutionalisierten Englischunterricht herzuleiten, die die Schüler*innen zur Entwicklung einer critical racial awareness befähigen und somit allgemein ein stärkeres Bewusstsein für das schwierige Thema Rassismus in unserer alltäglichen Lebenswelt zu schaffen. Als Zielgruppe wurde bewusst die Sekundarstufe II gewählt, da der hier vorgesehene Anforderungsbereich 3 explizit auf persönliche Reflexion, Evaluation sowie Problemlösung abzielt und die Jugendlichen dieser Altersstufe bereits in der Lage sind, gesellschaftliche Strukturen und die eigene Positioniertheit darin kritisch zu reflektieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

  • 1 Einleitung
  • 2 Theoretischer Hintergrund
    • 2.1 Die Konstruktion von ,Rasse' und Rassismus
    • 2.2 Das Schweigen über Rassismus
    • 2.3 Die Intention von Rassismuskritik
    • 2.4 Exkurs: Critical Whiteness Studies
  • 3 Institutioneller Rassismus
  • 4 ,Interkulturelles Lernen' als Leitkonzept des Fremdsprachenunterrichts
    • 4.1 Das Konzept des ,Interkulturellen Lernens'
    • 4.2 Kritik am ,Interkulturellen Lernen'
    • 4.3 Exkurs: ,Transkulturelles' Lernen
  • 5 Zielformulierungen Rassismuskritischer Bildungsarbeit
  • 6 Handlungsleitende Prinzipien für Rassismuskritische Bildungsarbeit
  • 7 Herausforderungen
  • 8 Fazit und Ausblick
  • 9 Quellenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Masterarbeit analysiert und diskutiert die Relevanz rassismuskritischer Bildungsarbeit im Fach Englisch in der Sekundarstufe II an deutschen Schulen. Das primäre Ziel ist es, die Notwendigkeit der bewussten Integration des Themas Rassismus in den schulischen Fremdsprachenunterricht aufzuzeigen und Schüler*innen zu einer kritischen Haltung gegenüber rassistischen Denk- und Handlungsmustern zu befähigen. Hierfür werden handlungsleitende Prinzipien entwickelt, die zu mehr sozialer Gerechtigkeit beitragen sollen.

  • Die Komplexität des Rassismusbegriffs und seine gesellschaftlichen Auswirkungen.
  • Die Rolle und Kritik von „Interkulturellem Lernen“ und „Transkulturellem Lernen“ im Fremdsprachenunterricht.
  • Der Einfluss von „Critical Whiteness Studies“ und die Notwendigkeit der Selbstreflexion bezüglich eigener „Weißer Privilegien“.
  • Die Analyse institutionellen Rassismus innerhalb des Bildungssystems.
  • Entwicklung und Formulierung handlungsleitender Prinzipien für eine rassismuskritische Bildungspraxis.
  • Herausforderungen bei der Implementierung rassismuskritischer Ansätze in Schulcurricula und Lehrmaterialien.

Auszug aus dem Buch

Die Konstruktion von ,Rasse' und Rassismus

In der Diskussion um Rassismus im deutschsprachigen Raum gibt es nach wie vor Definitionsprobleme des Begriffes und auch in der Rassismusforschung herrscht in vielen Bereichen noch immer Uneinigkeit über zentrale Fragen (vgl. Hund 2007: 8). In Politik und Wissenschaft ist das Verständnis von Rassismus ebenfalls keineswegs geklärt, und selbst auf internationaler Ebene unterliegen Erklärungen und Vereinbarungen unterschiedlichen Interpretationen (vgl. Gugel 2017: 3). Laut der kategorialen Fassung der Vereinten Nationen von 1965 umfasst rassistische Diskriminierung jegliche Form von Differenzierung, Exklusion, Einschränkung oder Bevorzugung aufgrund von Abstammung, Hautfarbe, nationaler oder ,ethnischer Herkunft oder, Rasse', durch die Personen in ihren Menschenrechten eingeschränkt werden könnten (vgl. Hund 2007: 5).

Es gibt eine Vielzahl von verschiedenen Definitionsversuchen diverser Autoren, oftmals aus eingeschränkter Perspektive. Sie reichen von Ideologie und Vorurteil über Struktur und Konstruktion bis hin zu sozialem Verhältnis und bösem Willen (vgl. Hund 2007: 27). Doch schon allein die Tatsache, dass, Rassismus' soziale,,kulturelle' sowie biologische und politische Faktoren umfasst, macht eine genaue Begriffsbestimmung schwierig (vgl. Hund 2007: 5-6). Somit greift beispielsweise die Definition von Rassismus als eine Strategie, mit der „Weiße aus einer weißen hegemonialen Position heraus Schwarze und People of Color" diskriminieren nur teilweise, da hier zentrale Dimensionen seines Ausmaßes außer Acht gelassen werden (Arndt 2005: 341 zit. in Hund 2007: 127, Herv. L.B.). Rassismus als eine pseudowissenschaftliche Methode anzusehen, die dazu dient, um von sozialen Konflikten abzulenken und eine Vorherrschaft zu legitimieren, kann ebenso wenig als vollständige Definition betrachtet werden (vgl. Hund 2007: 127). Leiprecht/Lutz beschreiben Rassismus zum Beispiel als eine gesellschaftliche Zuschreibungs-, Exklusions- und Grenzziehungspraxis (vgl. 2011: 179), und Rommelspacher definiert Rassismus als ein System von Praxen und Diskursen, „die historisch entwickelte und aktuelle Machtverhältnisse legitimieren und reproduzieren“ (2011: 29).

Historisch gesehen findet der Rassenbegriff seinen Ursprung im frühen 18. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert taucht er in Europa flächendeckend in allen nationalstaatlich organisierten Ländern auf und „um die Jahrhundertwende wird er dann zu der eigentlichen Ideologie aller imperialistischen Politik“ (Arendt 1986: 267). Doch nicht nur in Europa bediente man sich des Rassenbegriffs. Auch in asiatischen Ländern wie China, Japan oder Indien waren ab dem 19. Jahrhundert eigenständige Strategien und Ideologien rassistischer Diskriminierung entstanden, und auch hier wurde sich, kultureller' Muster zur Abgrenzung äußerlicher sowie innerlicher,Andererʻ bedient (vgl. Hund 2007: 12).¹ Obgleich sich der Begriff Rassismus erstmals im 19. Jahrhundert auftat, „ist das Phänomen wohl so alt wie die Menschheit“ (Gugel 2017: 3). In wissenschaftlichen Beiträgen zu Rassismuskritik besteht jedoch weitestgehend Einigkeit darüber, dass der moderne Rassismus entscheidend durch den Kolonialismus und Imperialismus geprägt ist (vgl. Hund 2007: 28).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Komplexität des Rassismusbegriffs ein und betont die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit Rassismus im Englischunterricht der Sekundarstufe II, um Schüler*innen zu kritischem Denken zu befähigen.

2 Theoretischer Hintergrund: Hier werden die Konstruktion von ,Rasse' und Rassismus, das „Schweigen über Rassismus“, die Absicht der Rassismuskritik sowie ein Exkurs zu den „Critical Whiteness Studies“ detailliert beleuchtet, um ein fundiertes Verständnis der Thematik zu schaffen.

3 Institutioneller Rassismus: Dieses Kapitel widmet sich dem Konzept des institutionellen Rassismus, seiner umstrittenen Definition in Deutschland und wie er Interessen der Mehrheitsgesellschaft in Bildungseinrichtungen inkorporiert.

4 ,Interkulturelles Lernen' als Leitkonzept des Fremdsprachenunterrichts: Das Kapitel stellt das Konzept des ,Interkulturellen Lernens' vor, analysiert dessen Kritikpunkte bezüglich unangemessener Kulturzuschreibungen und bietet einen Exkurs zum ,Transkulturellen Lernen' als mögliche Weiterentwicklung.

5 Zielformulierungen Rassismuskritischer Bildungsarbeit: Es werden die Hauptziele einer rassismuskritischen Bildungspraxis definiert, darunter die Förderung von Standpunktsensibilität, Selbstreflexion der eigenen Position in einer rassistisch geprägten Gesellschaft und das Verständnis von „Weißen Privilegien“.

6 Handlungsleitende Prinzipien für Rassismuskritische Bildungsarbeit: Dieses Kapitel formuliert konkrete Prinzipien, die zur Entwicklung einer critical racial awareness bei Schüler*innen beitragen und als Erweiterung interkultureller Zielsetzungen im rassismuskritischen Englischunterricht dienen sollen.

7 Herausforderungen: Die hier diskutierten Herausforderungen umfassen die Komplexität der Thematik, die Defizite des ,Interkulturellen Lernens', die Rolle der Schulbuchverlage und die Abwehrhaltung von „Weißen“ Schüler*innen gegenüber rassismuskritischem Unterricht.

8 Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert, dass Rassismus tief in der Gesellschaft und im Bildungssystem verankert ist und eine rassismuskritische Bildungspraxis einen Rahmen schaffen kann, damit Schüler*innen ungleiche Machtverhältnisse kritisch reflektieren, um so zu mehr Gleichheit beizutragen.

Schlüsselwörter

Rassismus, Rassismuskritik, Bildung, Englischunterricht, Sekundarstufe II, Interkulturelles Lernen, Critical Whiteness Studies, Institutioneller Rassismus, Kulturelle Differenz, Soziale Ungleichheit, Diskriminierung, Privilegien, Critical Racial Awareness, Transkulturelles Lernen, Lehrerausbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit Rassismus in der Schule und entwickelt theoretische Überlegungen sowie handlungsleitende Prinzipien für eine rassismuskritische Bildungsarbeit speziell im Englischunterricht der Sekundarstufe II in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die theoretischen Grundlagen von Rassismus, institutioneller Rassismus, die kritische Analyse von „Interkulturellem Lernen“, die Rolle von „Critical Whiteness Studies“ und die Entwicklung praktischer Prinzipien für rassismuskritischen Unterricht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Relevanz rassismuskritischer Bildungsarbeit im Englischunterricht der Sekundarstufe II zu analysieren und zu diskutieren, um die bewusste Integration des Themas Rassismus zu fördern und Schüler*innen zu einer kritischen Haltung zu befähigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit ist eine Masterarbeit, die eine tiefgehende Analyse bestehender theoretischer Rahmenwerke und wissenschaftlicher Diskurse vornimmt. Sie ist konzeptionell und plädiert für die Integration neuer pädagogischer Ansätze, basierend auf Literaturanalyse.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt den theoretischen Hintergrund von ,Rasse' und Rassismus, institutionellen Rassismus, das Konzept des „Interkulturellen Lernens“ und dessen Kritik, die Zielformulierungen rassismuskritischer Bildungsarbeit, handlungsleitende Prinzipien für den Unterricht sowie die Herausforderungen bei deren Umsetzung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Rassismus, Rassismuskritik, Bildung, Englischunterricht, Interkulturelles Lernen, Critical Whiteness Studies, Institutioneller Rassismus und Critical Racial Awareness.

Warum ist Rassismuskritik gerade im Englischunterricht der Sekundarstufe II so wichtig?

Das Erlernen einer Fremdsprache wie Englisch umfasst neben kognitiven auch affektive Fähigkeiten, Einstellungen und Emotionen. Zudem sollen fremdsprachliche Kompetenzen zur Erweiterung von Erfahrungs- und Handlungshorizonten, zur Überwindung von Vorurteilen und zur kritischen Reflexion gesellschaftlicher Rahmenbedingungen beitragen. Die Sekundarstufe II ist aufgrund ihres Anforderungsbereichs 3, der persönliche Reflexion, Evaluation und Problemlösung vorsieht, besonders geeignet für die Entwicklung einer kritischen Haltung gegenüber rassistischen Denk- und Handlungsmustern.

Welche Rolle spielen „Critical Whiteness Studies“ in dieser Arbeit?

„Critical Whiteness Studies“ liefern zusätzliche Informationen und Anregungen für die Umsetzung rassekritischer Bildungsarbeit. Sie widmen sich der selbstkritischen Rassismusreflexion der eigenen Position auf politischer Ebene und der Thematisierung von „Weißen Privilegien“ und Schuldgefühlen, um antirassistische Arbeit ernst zu nehmen und eigene verinnerlichte Rassismen zu dekonstruieren.

Wie wird der Begriff des „Interkulturellen Lernens“ kritisch beleuchtet?

Der Begriff wird kritisiert, weil er oft unangemessene Kulturzuschreibungen vornimmt, „fremde Kulturen“ essentialisiert, das „Wir“ und „Ihr“ binär abgrenzt, die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität vernachlässigt und somit Stereotypen perpetuieren kann, anstatt sie zu überwinden.

Welche konkreten Prinzipien werden für eine rassismuskritische Bildungsarbeit vorgeschlagen?

Vorgeschlagene Prinzipien umfassen den Erwerb von Wissen über Rassismus, die Thematisierung von Rassismus im Unterricht, eine eindeutige Positionierung gegen Rassismus, Wissen über Intersektionalität, Selbstreflexivität der Lehrenden und Lernenden, Akzeptanz der Begrenztheit des eigenen Wissens, Multiperspektivität, gegenseitige Anerkennung, rassismuskritische Ausrichtung von Lehr- und Lernmaterialien sowie die Integration von Rassismuskritik in die Lehrerbildung.

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Details

Title
Rassismus in der Schule. Theoretische Überlegungen und handlungsleitende Prinzipien für rassismuskritische Bildungsarbeit im Englischunterricht der Sekundarstufe II
College
Humboldt-University of Berlin
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2018
Pages
57
Catalog Number
V1696472
ISBN (PDF)
9783389178577
ISBN (Book)
9783389178584
Language
German
Tags
rassismus schule theoretische überlegungen prinzipien bildungsarbeit englischunterricht sekundarstufe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2018, Rassismus in der Schule. Theoretische Überlegungen und handlungsleitende Prinzipien für rassismuskritische Bildungsarbeit im Englischunterricht der Sekundarstufe II, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1696472
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