Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Law - Criminal process, Criminology, Law Enforcement

Tätowierung und Kriminalität

Title: Tätowierung und Kriminalität

Term Paper , 2010 , 31 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Marius Wallmeier (Author)

Law - Criminal process, Criminology, Law Enforcement
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Einführung zu Tätowierungen:
Zunächst eine Definition dessen, was im Folgenden unter einer Tätowierung (Tattoo) verstanden wird:
„Unter einer Tätowierung kann jegliche Form einer beabsichtigten und dauerhaften Einlagerung von Pigmenten in der Haut, die ein Bild- oder zeichenhaften Charakter besitzt, verstanden werden“.
Tätowierungen werden von den Tätowierern tendenziell eher selten anhand von Vorlagen (Schablonen), sondern meist nach freier künstlerischer Gestaltung vorgenommen. Unter der freien künstlerischen Gestaltung wird eine freie künstlerische Tätigkeit (freehand), eine eigene Motivgestaltung oder das Vorzeichnen des Motivs und die Festlegung der Körperstelle nach Abstimmung mit dem zu Tätowierenden verstanden. Im Sinne der Definition ergibt sich, dass eine Tätowierung ein kreatives Bildnis oder auch ein Text ist, welche mit Farbpigmenten, in der Regel mit einer Tätowiermaschine, an einer festgelegten Körperstelle in die Haut eingebracht wird. Daraus ergibt sich, dass eine Tätowierung etwas Individuelles ist. Der Tätowierte endscheidet sich für ein Motiv und hat Einfluss auf die Körperstelle, auf der der Körperschmuck angebracht werden soll.

a) Straftäter
Der Brauch in Gefängnissen zu tätowieren, lebt trotz strenger Verbote und der Androhung von schweren Disziplinarstrafen bis in die heutige Zeit fort. Speziell in den 50er und 60er Jahren des 20. Jh. wurde die Tätowierung unter Insassen einer Strafvollzugsanstalt zu einem Ausdruck des Protestes gegen Entmenschlichung. Bestimmte Tätowierungen galten und gelten noch immer, als Zeichen des „Nicht-Aufgebens“, des „Nicht-Besiegt“ oder des „Nicht-gebrochen-werdens“. Sie gelten somit als Beweis eines freien Geistes in einem gefangenen Körper.
Bei Tätowierungen von Strafgefangen ist zwischen freiwilligen und Zwangstätowierungen zu unterscheiden. Wobei die Zwangstätowierungen historisch einerseits von der Justiz als Markierung gefertigt wurden aber andererseits auch von Mitgefangen bis heute als Kennzeichnung durchgeführt werden.[..]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einführung zu Tätowierungen

I. Historie (Ursprung und Entwicklung)

1. Historie

2. Etymologie

3. Technik der Tätowierung (bes. im Strafvollzug)

II. Funktion und Bedeutung

1. Tätowierung als Kennzeichnung

a. Straftäter

b. Tätowierung im 3.Reich

2. Religion und Tätowierung

a. christliche Kirche und Islam

b. Naturvölker

3. gesellschaftliche Bedeutung

B. Tätowierung und Kriminalität

I. Tätowierung als Ausdruck von Individualität bei Straftätern (Erfahrungen, Rangordnung, Tätertypologie)

II. Gruppenkennzeichen

III. Tätowierung und Sexualität

IV. Erscheinungsformen

1. Japan / China

2. italienische Mafia

3. Russland („Diebe im Gesetz“)

4. Deutschland (Jugendstrafvollzug, Aussiedler)

5. besondere Gruppen (Rechts / Links, Rocker)

C. Bedeutung für die Polizei

I. Fallbeispiel: Polen / Weißrussische Autoschieber

II. Repression / Prävention

D. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz von Tätowierungen im Kontext von Kriminalistik und Kriminologie. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, inwiefern Körperbilder bei Straftätern als Indikatoren für Gruppenzugehörigkeiten, Tätertypologien oder ideologische Gesinnungen dienen können und welchen praktischen Nutzen diese Informationen für polizeiliche Ermittlungs- und Identifizierungsmaßnahmen bieten.

  • Historische Entwicklung und soziologische Bedeutung von Tätowierungen
  • Tätowierungen als Kommunikationsmittel in kriminellen Subkulturen und Gefängnissen
  • Analyse spezifischer Erscheinungsformen in verschiedenen kriminellen Gruppierungen (z.B. Yakuza, Mafia, „Diebe im Gesetz“)
  • Polizeiliche Möglichkeiten der Repression und Prävention durch die Auswertung von Körperbildern

Auszug aus dem Buch

3) Technik der Tätowierung (bes. im Strafvollzug)

Rein medizinisch ähnelt die Tätowierung einer leichten Schürfwunde. Wobei die Intensität und der Heilungsprozess mit denen eines Sonnenbrandes verglichen werden können. Bei großflächigen Tattoos ist es daher von Nöten, ein Abheilen der betroffenen Hautpartie abzuwarten, ehe die Arbeit fertig gestellt werden kann. Die Tätowierung wird in der Regel mit dem Zeichnen der Umrisse begonnen, um dann später mit Farbe oder möglichen Schattierungen die Tätowierung zu vollenden. Das Ergebnis der Prozedur macht die nun tätowierte Person zu der Gruppe der Tätowierten zugehörig.

Die Technik des Tätowierens besteht grundsätzlich aus einer Punktierung der Haut. In der Regel wird mit Hilfe einer Tätowiermaschine mit einer oder mehreren Nadeln unter die oberste Hautschicht gestochen und dabei ein Bild oder Schriftzug erzeugt. Gleichzeitig mit dem Durchstechen der Hautschicht wird ein Farbpigment in die Haut eingebracht. Die Kunst besteht gerade darin, dass die Stiche weder zu tief noch zu oberflächig angebracht werden. Im ersten Fall, wenn die Farbpigmente zu tief in die Haut eingebracht werden, kommt es durch die auftretenden Blutungen zu einem Auswaschen der Farbe. In der zweiten Gegebenheit werden die Farbpigmente lediglich in die Epidermis der Haut eingebracht. Die Folge ist, dass bei fortwährender Erneuerung der Haut eine Abstoßung der Farbteilchen nach außen gleichzeitig mit der Erneuerung der Epidermis erfolgt. Beständig sind nur diejenigen Körperbilder, bei denen die Farbpigmente in der mittleren Hautschicht, der Dermis eingelagert sind.

Es ist bekannt, dass in russischen Gefängnissen Tätowierungen mit Hilfe von Rasierapparaten mit Selbstaufzug (durch Federwerke betriebene Geräte) gefertigt werden. Als Farbmittel dient eine Mischung aus Harn, Tinte, Graphit, Ruß, Zinnober und Asche von verbrannten Schuhabsätzen.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einführung zu Tätowierungen: Dieses Kapitel definiert Tätowierungen als dauerhafte Hautpigmentierung und erläutert ihre historische Entwicklung sowie ihre wachsende Bedeutung als modisches Individualisierungsmittel in der modernen Gesellschaft.

B. Tätowierung und Kriminalität: Hier wird der Zusammenhang zwischen Tätowierungen und kriminellem Verhalten beleuchtet, wobei spezifische Gang-Tätowierungen, Zwangstätowierungen im Strafvollzug und deren Bedeutung als Ausdruck von Individualität oder Gruppenzugehörigkeit analysiert werden.

C. Bedeutung für die Polizei: Dieses Kapitel diskutiert den praktischen Nutzen von Tätowierungen für die polizeiliche Arbeit, insbesondere in den Bereichen Identifizierung, Fahndung sowie Repression und Prävention bei verschiedenen Tätergruppierungen.

D. Zusammenfassung: Die Arbeit resümiert, dass Tätowierungen zwar nur eingeschränkt als direkter Beweis für Taten dienen, aber in bestimmten Fällen wertvolle kriminalistische Informationen über Tätergruppierungen und Motivlagen liefern können.

Schlüsselwörter

Tätowierung, Kriminalistik, Kriminologie, Strafvollzug, Identifizierung, Gruppenkennzeichen, Zwangstätowierung, Soziologie, Diebe im Gesetz, Yakuza, Körperbild, Polizeiliche Ermittlung, Fahndung, Subkultur, Kriminalitätsprävention

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse von Tätowierungen als Ausdrucksmittel im kriminellen Milieu und deren Wert für polizeiliche Ermittlungsansätze.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Themen umfassen die Geschichte und Technik des Tätowierens, die soziale Bedeutung, die spezifischen Symboliken in kriminellen Organisationen sowie polizeiliche Identifizierungsstrategien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob und wie die Polizei Körperbilder zur Erforschung von Motivlagen und zur Identifizierung von Tätern nutzen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer kriminologischen Literaturanalyse und wertet Erkenntnisse über verschiedene Phänomenbereiche der organisierten Kriminalität aus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Unterscheidung zwischen freiwilligen und Zwangstätowierungen, die Hierarchien und Symbole in verschiedenen kriminellen Organisationen sowie deren Bedeutung für die Polizei.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kriminalistik, Gruppenzugehörigkeit, „Diebe im Gesetz“, Identitätsfeststellung und Prävention.

Welche Rolle spielen Tätowierungen bei der sogenannten „Diebe im Gesetz“-Kultur?

Diese Tätowierungen fungieren als Biografie des Kriminellen, die seinen Status in der Hierarchie sowie seine kriminelle Laufbahn und Hafterfahrung dokumentieren.

Warum können Tätowierungen für die Polizei bei der Identifizierung von Tätern wichtig sein?

Da Tätowierungen individuelle Merkmale aufweisen, können sie bei gefälschten Personaldokumenten dazu beitragen, das Alter, Haftzeiten oder die Zugehörigkeit zu kriminellen Gruppierungen zu bestimmen.

Excerpt out of 31 pages  - scroll top

Details

Title
Tätowierung und Kriminalität
College
University of Applied Sciences for Public Administration of North Rhine-Westphalia; Münster
Course
Seminar Kriminoligie / Kriminalistik
Grade
2,7
Author
Marius Wallmeier (Author)
Publication Year
2010
Pages
31
Catalog Number
V169656
ISBN (eBook)
9783640880447
ISBN (Book)
9783640880249
Language
German
Tags
Tötowierung / Körperschmuck / Strafvollzug / Kennzeichnung / Zwangstätowierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marius Wallmeier (Author), 2010, Tätowierung und Kriminalität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169656
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  31  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint