Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Histoire globale - Histoire moderne

Die KPD: Wahrnehmung und Realität der Machtergreifung

Titre: Die KPD: Wahrnehmung und Realität der Machtergreifung

Dossier / Travail , 2009 , 18 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Marcel Stepanek (Auteur)

Histoire globale - Histoire moderne
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Die Auseinandersetzung zwischen der KPD und der NSDAP war eine der wichtigsten und prägendsten Konfliktlinien der Weimarer Republik. Aber auch die starke Front systemoppositioneller Kräfte, die die NSDAP und die KPD errichtet hatten, sowie die tiefe Feindschaft zwischen den beiden linken Arbeiterparteien zählen zu den entscheidenden Konflikten, die die Weimarer Republik durch systemfeindliche Parlamentsmehrheiten, politische Kämpfe und nicht endende Gewalt maßgeblich schwächten.
Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten am 30.01.1933 war die KPD die erste Partei, die die Härte der neuen Machthaber zu spüren bekam. Innerhalb des ersten Monats der NS-Regierung wurde die KPD in ihren legalen Strukturen ohne nennenswerten Widerstand verboten und aufgerieben. Dies erstaunt zunächst bei einer Partei, die sich in der Weimarer Republik völlig dem Kampf gegen den Faschismus verschrieben hatte.
Um erklären zu können, wie die KPD die „Machtergreifung“ wahrgenommen und auf sie reagiert hatte, ist es notwendig, sich nicht nur mit der „Faschismustheorie“ zu beschäftigen, sondern auch mit dem Verhältnis zwischen KPD und SPD sowie dem zwischen KPD und NSDAP in den letzten zwei Jahren der Weimarer Republik. Dadurch lässt sich zeigen, dass die Wahrnehmung der KPD-Funktionäre und ihr politisches Verhalten geradezu von einer sehr stabilen Kontinuität und Pfadabhängigkeit geprägt waren, die bis weit in das dritte Reich reichte.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Faschismustheorie

3 Die Realität des Kampfes zwischen KPD und NSDAP am Vorabend der „Machtergreifung“

3.1 Wer ist der Feind?

3.2 Der Kampf gegen die NSDAP

3.3 Mitgliederfluktuationen zwischen KPD und NSDAP

4 Die Wahrnehmung und Realität der „Machtergreifung“

4.1 Die Situation der KPD im Januar 1933

4.2 Die Wahrnehmung und propagandistische Reaktion auf die „Machtergreifung“

4.3 Die Realität der kommunistischen Reaktion auf die „Machtergreifung“

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Wahrnehmung sowie die tatsächliche Reaktion der KPD auf die Machtübernahme der Nationalsozialisten im Januar 1933. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse der parteiinternen ideologischen Strukturen, insbesondere der Sozialfaschismustheorie, und deren Einfluss auf die Handlungsfähigkeit der Partei gegenüber dem aufkommenden Nationalsozialismus.

  • Analyse der KPD-Faschismustheorie und deren Auswirkungen auf die politische Strategie.
  • Untersuchung der Konfliktlinien zwischen KPD, NSDAP und SPD während der späten Weimarer Republik.
  • Bewertung der Einheitsfrontpolitik als Instrument kommunistischer Agitation.
  • Darstellung der parteiinternen Strukturprobleme und Isolationserscheinungen der KPD im Januar 1933.
  • Kritische Aufarbeitung der Reaktion auf Hitlers Ernennung zum Reichskanzler und das Scheitern der kommunistischen Gegenstrategie.

Auszug aus dem Buch

Die Faschismustheorie

Das Auftauchen der neuen faschistischen Bewegungen in den Ländern Europas war in der Theorie des Historischen Materialismus nicht vorhergesehen worden. Daher bedurfte es einer Einordnung dieser neuen Bewegungen in das von Marx entwickelte Konzept. Da der Historische Materialismus von einer bipolaren Gesellschaftsstruktur sich antagonistisch gegenüberstehender Klassen ausgeht, wurde der Faschismus als konterrevolutionärstes Werkzeug, gleichsam als letzte Verteidigungslinie des Kapitals, in die kommunistische Theorie integriert. Die Idee, dass der Nationalsozialismus ein eigenständiger Akteur mit eigenen Zielen sein könnte, wurde somit abgelehnt.

Man war in kommunistischen Kreisen davon überzeugt, dass die von den Sozialisten immer stärker geführten Klassenkämpfe sowie die Entstehung der Sowjetunion die Bourgeoisie zwängen, den Faschismus ins Leben zu rufen, um die proletarische Revolution zu verhindern. Der Einsatz des Faschismus als Regierungspartei, womit die Bourgeoisie selbst ihre bürgerlichen Regeln aufkündige und offener Terror gegen das Proletariat einsetzen werde, führe aber notgedrungen (ganz im Sinne des deterministischen Anspruchs der marxistischen Theorie) zu einem Anstieg der Klassenkämpfe bis hin zur proletarischen Revolution.

Es gelang den sozialistischen Theoretikern sehr schnell und recht glaubwürdig, die Entstehung des Faschismus zu erklären, ohne die Theorie des Historischen Materialismus zu gefährden. Hilfreich war sicher auch der konsequente Antimarxismus der Führung der NSDAP, der von den Anhängern der KPD als ein mit dem Bürgertum verbindendes Element gesehen werden musste.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Auseinandersetzung zwischen KPD und NSDAP als eine der prägendsten Konfliktlinien der Weimarer Republik dar und erläutert die Ausgangslage sowie die Zielsetzung der wissenschaftlichen Untersuchung.

2 Die Faschismustheorie: Hier wird die theoretische Einordnung des Faschismus in den Marxismus-Leninismus analysiert, insbesondere die Sichtweise, dass Faschismus lediglich als Instrument des Kapitals zur Verhinderung der proletarischen Revolution diene.

3 Die Realität des Kampfes zwischen KPD und NSDAP am Vorabend der „Machtergreifung“: Dieses Kapitel untersucht das komplexe Geflecht aus politischen Kämpfen, Mitgliederfluktuationen und dem Unvermögen der KPD, das Verhältnis zur SPD zugunsten eines antifaschistischen Widerstands neu zu bewerten.

4 Die Wahrnehmung und Realität der „Machtergreifung“: Das Kapitel beleuchtet die interne Schwäche der KPD Anfang 1933 sowie die Diskrepanz zwischen der propagandistischen Rhetorik und der tatsächlichen, weitgehend ineffektiven Reaktion auf die neue Regierung unter Hitler.

5 Fazit: Die abschließenden Ausführungen zeigen auf, dass die ideologische Versteifung der KPD-Führung sowie die Unflexibilität in Bündnisfragen maßgeblich zum schnellen Scheitern der KPD nach der Machtübernahme beitrugen.

Schlüsselwörter

KPD, NSDAP, Weimarer Republik, Machtergreifung, Sozialfaschismustheorie, Einheitsfront, Historischer Materialismus, Nationalsozialismus, Klassenkampf, Ernst Thälmann, politischer Widerstand, Stalin, Komintern, Arbeiterbewegung, politische Isolation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie die KPD in der Endphase der Weimarer Republik den Aufstieg des Nationalsozialismus interpretierte und warum sie nach der Machtergreifung politisch handlungsunfähig blieb.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die theoretische Fundierung der KPD durch die Faschismustheorie, das gespannte Verhältnis zur SPD sowie die Auswirkungen von ideologischer Erstarrung auf die Parteistruktur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung der KPD-Funktionäre und der politischen Realität im Januar 1933 sowie die Gründe für das Scheitern einer effektiven Gegenstrategie aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse sowie die Untersuchung von zeitgenössischen Dokumenten, Aufrufen und Reden, um die politische Linie der KPD zwischen 1930 und 1933 wissenschaftlich aufzuarbeiten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der KPD-Politik, die Analyse der parteiinternen Realität vor Januar 1933 und die konkrete Bewertung der Reaktionen auf Hitlers Ernennung zum Reichskanzler.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

KPD, Machtergreifung, Sozialfaschismustheorie, Einheitsfront, politischer Widerstand und ideologische Pfadabhängigkeit stehen im Fokus der Untersuchung.

Welche Rolle spielte Stalin für die KPD-Politik?

Stalin beeinflusste die KPD maßgeblich, insbesondere durch die Verbreitung der Sozialfaschismustheorie, welche die SPD als Hauptfeind definierte und eine notwendige Zusammenarbeit gegen den Faschismus verhinderte.

Warum war die KPD auf die Illegalität schlecht vorbereitet?

Obwohl Versuche zur Transformation stattfanden, waren diese halbherzig, und die zentralisierte Parteistruktur sowie die Bekanntheit von Ausweichquartieren bei der Polizei führten zum schnellen Zusammenbruch der legalen Strukturen.

Fin de l'extrait de 18 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Die KPD: Wahrnehmung und Realität der Machtergreifung
Université
http://www.uni-jena.de/
Note
1,7
Auteur
Marcel Stepanek (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
18
N° de catalogue
V169740
ISBN (ebook)
9783640881383
ISBN (Livre)
9783640881611
Langue
allemand
mots-clé
wahrnehmung realität machtergreifung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Marcel Stepanek (Auteur), 2009, Die KPD: Wahrnehmung und Realität der Machtergreifung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169740
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint