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Kommunikation im Wahn. Herausforderung in der Kommunikation mit schizophren Erkrankten

Title: Kommunikation im Wahn. Herausforderung in der Kommunikation mit schizophren Erkrankten

Term Paper (Advanced seminar) , 2025 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Janin Rosenberger (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit untersucht Kommunikationsstörungen bei Menschen mit Schizophrenie und deren Herausforderungen für die Gesprächsführung in der Sozialen Arbeit. Ausgehend von theoretischen Modellen nach Shannon und Weaver sowie Paul Watzlawick wird aufgezeigt, wie Störungen in der Informationsübertragung und in der Beziehungsebene zu Missverständnissen führen können. Ergänzend werden neuropsychologische und kognitive Beeinträchtigungen erläutert, die das Denken, die Wahrnehmung und die sprachliche Ausdrucksfähigkeit der Betroffenen beeinflussen. Darüber hinaus werden psychosoziale Faktoren, insbesondere familiäre Kommunikationsmuster, als mitbestimmende Einflüsse auf die Entstehung schizophrener Symptome und kommunikativer Störungen dargestellt. Anhand eines Praxisbeispiels wird deutlich, dass Kommunikationsprobleme im beruflichen Alltag häufig auf unterschiedlichen Realitätswahrnehmungen und sprachlichen Einschränkungen beruhen. Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass gelingende Kommunikation mit schizophren erkrankten Menschen vor allem durch eine empathische, authentische und wertschätzende Haltung ermöglicht wird. Fachkräfte der Sozialen Arbeit können durch eine gelingende Kommunikation nach Carl Rogers ein „lebensnotwendiges“ Vertrauen aufbauen, vielfältige Missverständnisse verringern und den Betroffenen ein Gefühl von Akzeptanz und Sicherheit vermitteln.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
  • 2. Das Krankheitsbild Schizophrenie
    • 2.1. Positiv- und Negativsymptomatik
    • 2.2. Entstehung der Krankheit
  • 3. Grundlagen von Kommunikation
    • 3.1. Das Transmissionsmodell von Claude E. Shannon & Warren Weaver
    • 3.2. Paul Watzlawicks Axiome
  • 4. Kommunikationsstörungen bei Schizophrenie
    • 4.1. Kognitive und neuropsychologische Erklärung
    • 4.2. Sprach- und Kommunikationsauffälligkeiten
  • 5. Entstehung von Kommunikationsstörungen bei Schizophrenie
    • 5.1. Verknüpfung von Kommunikationsmodellen und schizophrenen Symptomen
  • 6. Herausforderungen in der Kommunikation mit schizophren Erkrankten anhand eines Praxisbeispiels
  • 7. Fazit
  • 8. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Kommunikationsstörungen bei Menschen mit Schizophrenie und deren Herausforderungen für die Gesprächsführung in der Sozialen Arbeit. Ihr primäres Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die vielschichtigen Ursachen dieser Störungen zu entwickeln und aufzuzeigen, wie Fachkräfte der Sozialen Arbeit trotz dieser Schwierigkeiten gelingende Kommunikationsprozesse gestalten können.

  • Kommunikationsstörungen im Kontext von Schizophrenie.
  • Theoretische Modelle der Kommunikation nach Shannon & Weaver und Paul Watzlawick.
  • Neuropsychologische und kognitive Beeinträchtigungen als Ursache kommunikativer Schwierigkeiten.
  • Einfluss von psychosozialen Faktoren und familiären Kommunikationsmustern auf die Entstehung von Störungen.
  • Die Rolle empathischer, authentischer und wertschätzender Kommunikation nach Carl Rogers in der Sozialen Arbeit.
  • Praxisbeispiel zur Veranschaulichung der Herausforderungen in der Gesprächsführung.

Auszug aus dem Buch

4.1. Kognitive und neuropsychologische Erklärung

Ein zentrales Merkmal der Schizophrenie sind deutliche kognitive und neuropsychologische Einschränkungen. Besonders betroffen sind Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis und exekutive Funktionen. Durch die eingeschränkte Aufmerksamkeit können Betroffene relevante Informationen nur schwer von irrelevanten unterscheiden, sodass zu viele Reize gleichzeitig ins Bewusstsein gelangen. Hinzu kommen Defizite im Arbeitsgedächtnis, die dazu führen das Informationen nur kurz gespeichert und weiterverarbeitet werden können. Dadurch fällt es schwer, den Anfang einer Frage im Gedächtnis zu behalten oder eigene Gedankengänge konsistent fortzuführen. Die Antworten von Schizophrenen wirken deshalb oft unvollständig oder sprunghaft. Auch die exekutiven Funktionen wie die Fähigkeit zu planen, Probleme zu lösen und zielgerichtet zu handeln, sind beeinträchtigt. Gedanken springen leicht von einem Thema zum nächsten, was sich in einer zerfahrenen und schwer nachvollziehbaren Sprache widerspiegelt. Besonders deutlich treten diese Defizite während akuter („florider“) Phasen auf. Dann zeigen sich ausgeprägte Einschränkungen im verbalen und visuellen Gedächtnis sowie in der Verarbeitungsgeschwindigkeit von Informationen. Häufig verschlechtert sich in der ersten Episode zusätzlich das gesamte kognitive Funktionsniveau. Am konsistentesten berichten Studien von Einschränkungen im verbalen Gedächtnis, das für sprachliche Verständigung besonders bedeutsam ist. Diese klinischen Beobachtungen werden durch neuropsychologische und bildgebende Studien gestützt. Häufig zeigt sich eine verminderte Aktivität im präfrontalen Kortex, die eng mit den beschriebenen Defiziten in Aufmerksamkeit, Gedächtnis und kognitiver Steuerung verbunden ist. Zusätzlich deuten strukturelle Veränderungen, wie eine reduzierte kortikale Dicke und eine gestörte Vernetzung von Nervenzellen, auf Beeinträchtigungen im Informationsaustausch zwischen Hirnregionen hin. Dadurch wird die kognitive Verarbeitung insgesamt instabiler, was sich direkt in der sprachlichen Kommunikation niederschlägt. Neben diesen allgemeinen Einschränkungen spielt auch die veränderte Informationsverarbeitung eine zentrale Rolle. Studien zeigen, dass grundlegende Filtermechanismen, die normalerweise irrelevante Reize dämpfen, bei Schizophrenie deutlich reduziert sind. Studienergebnisse zeigen, dass ein zweiter akustischer Reiz bei Gesunden schwächer verarbeitet wird, während er bei Schizophrenie-Betroffenen nahezu unverändert wahrgenommen wird. Die sogenannte Präpulsinhibition ist gestört und führt dazu, dass mehrere Reize hintereinander auf Betroffene einrieseln, welche sie nicht nach relevant und irrelevant filtern können. Die Folge ist eine Reizüberflutung, die das Bewusstsein überfordert und kognitive Prozesse fragmentiert. Für die Kommunikation bedeutet dies, dass Betroffene den Gesprächsfaden nur schwerhalten können, da sie ständig von irrelevanten Eindrücken abgelenkt werden. Dies begünstigt Denkzerfahrenheit, sprunghafte Assoziationen und eine inkohärente Sprachführung. Neuere Befunde sprechen zudem dafür, dass weniger einzelne Hirnregionen betroffen sind, sondern vielmehr die Verbindungen zwischen verschiedenen Arealen beeinträchtigt sind. Diese sogenannten Konnektivitätsdefizite erschweren die Verarbeitung komplexer Informationen und verhindern, dass Inhalte in eine stabile sprachliche Form überführt werden können. Damit wird deutlich, dass die gestörte Informationsverarbeitung ein zentrales Fundament der Kommunikationsprobleme bei Schizophrenie darstellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Erläutert die grundlegende Bedeutung von Kommunikation und stellt die Forschungsfrage nach den Ursachen von Kommunikationsstörungen bei Schizophrenie und deren Implikationen für die Soziale Arbeit vor.

2. Das Krankheitsbild Schizophrenie: Beschreibt die historische Entwicklung des Krankheitsbegriffs von Kraepelin bis Bleuler und klassifiziert die Schizophrenie als psychotische Störung im ICD-10.

2.1. Positiv- und Negativsymptomatik: Unterscheidet zwischen Symptomen, die dem Erleben hinzugefügt werden (z.B. Wahn, Halluzinationen) und solchen, die Verluste normaler Funktionen darstellen (z.B. Affektverarmung).

2.2. Entstehung der Krankheit: Erläutert die komplexen Ursachen der Schizophrenie, die neurobiologische, umweltbedingte, genetische, soziale und entwicklungsbiologische Faktoren umfassen.

3. Grundlagen von Kommunikation: Stellt theoretische Kommunikationsmodelle vor, die zum Verständnis von Informationsübertragung und Beziehungsdynamiken dienen.

3.1. Das Transmissionsmodell von Claude E. Shannon & Warren Weaver: Erklärt die Kommunikation als technischen Übertragungsprozess von Signalen von Sender zu Empfänger und die Möglichkeit von Störungen ("Rauschen").

3.2. Paul Watzlawicks Axiome: Fasst die Regeln menschlicher Kommunikation anhand von fünf Axiomen zusammen, die die Dynamik und Interaktivität des Kommunikationsprozesses betonen, insbesondere Inhalts- und Beziehungsaspekt.

4. Kommunikationsstörungen bei Schizophrenie: Geht auf die spezifischen Beeinträchtigungen der Kommunikation bei schizophren Erkrankten ein.

4.1. Kognitive und neuropsychologische Erklärung: Beschreibt, wie kognitive Defizite wie eingeschränkte Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis zu Kommunikationsproblemen führen.

4.2. Sprach- und Kommunikationsauffälligkeiten: Erläutert, wie sich die kognitiven Defizite in zerfahrener Sprache, Sprachverarmung und abgeflachter nonverbaler Kommunikation manifestieren.

5. Entstehung von Kommunikationsstörungen bei Schizophrenie: Beleuchtet das Zusammenwirken genetischer Vulnerabilität und psychosozialer Belastungen, insbesondere familiärer Kommunikationsmuster wie dem Labeling-Effekt und der Double-Bind-Hypothese.

5.1. Verknüpfung von Kommunikationsmodellen und schizophrenen Symptomen: Zeigt auf, wie die theoretischen Kommunikationsmodelle die familiären Interaktionsmuster und deren Auswirkungen auf die Entwicklung schizophrener Symptome erklären.

6. Herausforderungen in der Kommunikation mit schizophren Erkrankten anhand eines Praxisbeispiels: Verdeutlicht an einem konkreten Fallbeispiel die komplexen Kommunikationsschwierigkeiten und die Bedeutung einer empathischen und wertschätzenden Haltung nach Carl Rogers in der Sozialen Arbeit.

7. Fazit: Fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung geduldiger, empathischer und offener Kommunikation für den Aufbau echter Beziehungen trotz aller Schwierigkeiten mit schizophrenen Menschen.

Schlüsselwörter

Schizophrenie, Kommunikation, Kommunikationsstörungen, Gesprächsführung, Soziale Arbeit, Wahn, Positivsymptomatik, Negativsymptomatik, Neuropsychologie, Kognition, Watzlawick, Carl Rogers, Familienmuster, Realitätsverzerrung, Empathie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Kommunikationsstörungen bei Menschen mit Schizophrenie und die daraus resultierenden Herausforderungen für die Gesprächsführung in der Sozialen Arbeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind das Krankheitsbild der Schizophrenie, theoretische Grundlagen der Kommunikation, spezifische Kommunikationsstörungen bei Schizophrenie sowie deren Entstehung und Bewältigung in der Sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Faktoren von Kommunikationsstörungen bei Schizophrenie zu verstehen und aufzuzeigen, wie Fachkräfte der Sozialen Arbeit trotz dieser Schwierigkeiten gelingende Kommunikationsprozesse gestalten können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf der Analyse theoretischer Modelle (z.B. Shannon & Weaver, Watzlawick), neuropsychologischer und kognitiver Erklärungen, psychosozialen Faktoren sowie einem Praxisbeispiel.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt das Krankheitsbild der Schizophrenie, Kommunikationsmodelle, spezifische Kommunikationsstörungen (kognitiv, neuropsychologisch, sprachlich), die Entstehung dieser Störungen durch familiäre Muster und verknüpft diese mit schizophrenen Symptomen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Schizophrenie, Kommunikation, Kommunikationsstörungen, Gesprächsführung, Soziale Arbeit, Wahn, Neuropsychologie und Carl Rogers.

Welche Rolle spielen Carl Rogers' Prinzipien in der Praxis der Sozialen Arbeit mit schizophrenen Klienten?

Carl Rogers' Prinzipien der Empathie, Echtheit und positiven Wertschätzung bilden eine hilfreiche Orientierung, um trotz Kommunikationsschwierigkeiten ein Gefühl des Gehörtwerdens und der Akzeptanz zu vermitteln.

Wie beeinflussen familiäre Kommunikationsmuster die Entstehung von Kommunikationsstörungen bei Schizophrenie?

Familiäre Kommunikationsmuster wie der „Labeling-Effekt“ oder die „Double-Bind-Hypothese“ können zur Entwicklung von Kommunikationsstörungen beitragen, indem sie das Selbstbild stören und widersprüchliche Botschaften vermitteln.

Was ist die Bedeutung des Transmissionsmodells von Shannon & Weaver für das Verständnis der Kommunikation bei Schizophrenie?

Das Transmissionsmodell verdeutlicht, wie Störfaktoren ("Rauschen") die Informationsübertragung zwischen Sender und Empfänger beeinträchtigen können, was besonders relevant ist, wenn kognitive Defizite die Dekodierung erschweren.

Warum ist es laut der Arbeit wichtig, nicht jede Aussage eines schizophrenen Klienten auf den Wahrheitsgehalt zu überprüfen?

Es ist wichtiger, dem Klienten das Gefühl zu geben, gehört und ernst genommen zu werden, anstatt sich auf die Korrektur von Realitätsverzerrungen zu konzentrieren, um Vertrauen und eine positive Beziehung aufzubauen.

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Details

Title
Kommunikation im Wahn. Herausforderung in der Kommunikation mit schizophren Erkrankten
College
University of Applied Sciences Fulda
Grade
2,0
Author
Janin Rosenberger (Author)
Publication Year
2025
Pages
19
Catalog Number
V1697620
ISBN (PDF)
9783389177266
ISBN (Book)
9783389177273
Language
German
Tags
Kommunikation Schizophrenie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janin Rosenberger (Author), 2025, Kommunikation im Wahn. Herausforderung in der Kommunikation mit schizophren Erkrankten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1697620
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