Heutzutage ist der Wert von Karikaturen als Bildquelle im Geschichtsunterricht unbestritten. In einigen Bundesländern finden sie sogar Eingang in schriftliche Abituraufgaben. Berühmte Karikaturen, wie zum Beispiel die von Bismarck, der das sinkende Schiff verlässt, oder auch den als Affen dargestellten Darwin, besitzen einen besonders hohen Bekanntheitsgrad. Aber auch von Napoleon existieren einige sehr bekannte satirische Darstellungen. Zur "first universal figure in caricature" wurde der Korse insbesondere durch die englischen Karikaturen von James Gillray und Thomas Rowlandson. Noch nie zuvor hatte es von einem Staatsoberhaupt so viele Karikaturen gegeben wie von Napoleon, zwischen 1797 und 1815 sind von ihm weit mehr als 2000 Karikaturen erschienen.
Die Arbeit behandelt ausführliche den Einsatz von Karikaturen im Unterricht der Sekundarstufe. Es werden arbeitsblätter für 2 verschiedenen Unterrichtsstunden mitgeliefert.
Inhaltsverzeichnis
Teil I: Die Karikatur als Quelle im Geschichtsunterricht
Was ist eine Karikatur?
Geschichte der Karikatur
Der Einsatz von Karikaturen im Geschichtsunterricht
Auswahl der Karikatur
Teil II: Napoleonkarikaturen im Unterricht
Napoleon
Die Napoleonkarikaturen
Die englischen Karikaturen
Die deutschen Karikaturen
Die französischen Karikaturen
Unterrichtsvorschlag I: Der Staatsstreich vom 18. Brumaire VIII
Unterrichtsvorschlag II: Triumph des Jahres 1813
Weitere Ideen für den Unterricht
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Werk verfolgt das Ziel, das didaktische Potenzial historischer Karikaturen am Beispiel von Napoleon Bonaparte für den Geschichtsunterricht zu erschließen und Lehrkräften methodische Ansätze sowie konkrete Unterrichtsvorschläge an die Hand zu geben.
- Grundlagen der Bildinterpretation im Geschichtsunterricht
- Historische Entwicklung der Karikatur als Medium
- Kriterien für die Auswahl und Analyse von Karikaturen im Unterricht
- Vergleichende Analyse zeitgenössischer Napoleon-Darstellungen (England, Deutschland, Frankreich)
- Praktische Umsetzung von Unterrichtsbeispielen zum 18. Brumaire und zum Jahr 1813
Auszug aus dem Buch
Die englischen Karikaturen
Bis zum Jahr 1813 sind die meisten Karikaturen fast ausschließlich in England erschienen. Seit der Einführung der konstitutionellen Monarchie im Jahre 1689 hatte sich dort ein liberalerer Umgang mit der Presse- und Medienfreiheit etabliert als in allen anderen Ländern Europas. Als die berühmtesten englischen Karikaturisten der napoleonischen Zeit gelten James Gillray, Thomas Rowlandson und George Cruikshank. In England waren satirische Bilder über alle Standesgrenzen sehr beliebt; dies zeigt auch der Bericht des London-Korrespondenten Johann Christian Hüttner, der 1806 in der deutschen Zeitschrift „London und Paris“ folgendes berichtet: „… das englische Volk ist vom ersten bis zum letzten Stande so sehr für solche Spötterin eingenommen, dass sie insgesamt schlechte und gute, ihren Käufer finden. Die Karikaturenladen sind immer wie belagert, aber nur bei Humphrey, welche Gillrays Sachen verkauft, sieht man Leute von Stande, Geschmack und Kenntnissen hineingehen.“
Zusammenfassung der Kapitel
Teil I: Die Karikatur als Quelle im Geschichtsunterricht: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Karikatur, umreißt ihre historische Entwicklung vom Altertum bis in die Gegenwart und diskutiert den Nutzen sowie Auswahlkriterien für den Einsatz im Unterricht.
Teil II: Napoleonkarikaturen im Unterricht: Dieser Teil widmet sich der spezifischen Darstellung Napoleons in englischen, deutschen und französischen Karikaturen und liefert konkrete Unterrichtsentwürfe zur Analyse dieser Bildquellen.
Schlüsselwörter
Napoleon, Karikatur, Geschichtsunterricht, Satire, Bildquelle, Bildinterpretation, 18. Brumaire, Bildsatire, Didaktik, Medieneinsatz, Historisches Lernen, James Gillray, Napoleonkarikaturen, Geschichte, Quellenarbeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt den Einsatz von historischen Karikaturen als Bildquelle im Geschichtsunterricht, wobei der Fokus exemplarisch auf der Person und Herrschaft Napoleons liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die historische Entwicklung der Karikatur, deren methodische Auswertung im Unterricht sowie der Vergleich unterschiedlicher nationaler Sichtweisen auf Napoleon in satirischer Form.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Lehrkräften die Bedeutung von Karikaturen zu vermitteln und praktische Wege aufzuzeigen, wie Schüler durch diese Quellen historische Sachverhalte und Machtstrukturen erschließen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse historischer Bildquellen, die Einbettung in den historischen Kontext sowie die didaktische Aufbereitung für den Schulunterricht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine differenzierte Analyse von Napoleonkarikaturen aus drei Ländern sowie praxisorientierte Unterrichtsvorschläge inklusive Arbeitsmaterialien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Napoleon, Karikatur, Geschichtsunterricht, Bildquelle und historische Quellenarbeit charakterisiert.
Warum wird Napoleon in einer Karikatur als "korsisches Krokodil" dargestellt?
Dies ist eine Anspielung auf seine überraschende Rückkehr aus Ägypten und dient dazu, die rücksichtslosen Machtverhältnisse während des Staatsstreichs am 18. Brumaire zu verdeutlichen.
Welche Bedeutung haben die "Gebrüder Henschel" für die Napoleon-Karikatur?
Sie schufen mit dem "Leichenkopf" eine der bekanntesten deutschen Karikaturen, die mittels zahlreicher Symbole (wie etwa dem aus Leichen gebildeten Gesicht) scharfe Kritik an Napoleons Ruhmsucht und Herrschaft übt.
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- Jan Patrick Faatz (Author), 2008, Napoleonkarikaturen im Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169847