Diese Facharbeit entstand im Rahmen einer schriftlichen Leistung am Carl-Severing-Berufskolleg im Fach Volkswirtschaftslehre. In dieser Facharbeit fasse ich das dritte Kapitel „Euro-Raum in der Krise“ des Jahresgutachten 2010/11 des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zusammen. Der erste Teil des Jahresgutachtens befasst sich mit den globalen Ursachen der Finanzkrise und wie diese sich im Euro-Raum und in den anderen Volkswirtschaften ausgewirkt haben. Danach werden die speziellen Ursachen des Euro-Raums aufgezeigt und die darauf folgenden Auswirkungen. Im nachfolgenden Teil des Jahresgutachtens wird ein Drei-Säulen-Modell vorgeschlagen. Dieses Drei-Säulen-Modell hat eine vorbeugende Wirkung im öffentlichen Sektor (Erste Säule) und im privaten Sektor (Zweite Säule). Außerdem bietet die dritte Säule eine schnelle Unterstützung, sollte es zu einem Krisenfall kommen. Danach gehe ich noch gesondert auf die jetzige Lage des Euro-Raums ein und stelle diese in Relation zu den Aussagen des Sachverständigenrats. Zum Schluss habe ich in meinem Fazit das 3. Kapitel und die Vorschläge des Sachverständigenrats bewertet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Sachverständigenrat
2.1 Definition
2.1.1 Ziele und Aufgaben
3. Euro-Raum in der Krise
3.1 Weltwirtschaftskrise
3.1.1 Zeitstrahl der Krise
4. Globale und spezifische Ursachen der Euro-Krise
4.1 Ungleichgewichte innerhalb des Euro-Raum ähnlich stark ausgeprägt wie auf globaler Ebene
4.1.1 Einführung
4.1.2 Ungleichgewichte
4.2 Die spezifischen Probleme des Euro-Raums
4.2.1 Einführung
4.2.2 Problemfall Griechenland
4.2.3 Einheitliche Zinspolitik
4.2.4 Mitgliedschaft in der Währungsunion und Insolvenzrisiko für Staaten
4.2.5 Fehlentwicklung bei der Wettbewerbsfähigkeit
5. Ein neuer institutioneller Rahmen für den Euro-Raum
5.1 Status quo: Gemeinsame Währung bei vergleichsweise geringer politischer Integration
5.1.1 Einführung
5.2 Drei Säulen für mehr Stabilität
5.2.1 Einführung
5.2.2 Erste Säule: Stabilisierungspakt mit mehr Biss
5.2.3 Zweite Säule: Ein maßgeschneidertes Regelwerk für die Stabilität des privaten Finanzsystems
5.2.4 Dritte Säule: Ein effektives Regelwerk für Krisen
5.2.5 Vorteile des Drei-Säulen-Modell und noch zu treffende Regelungen
6. Die Euro-Krise noch nicht am Ende
6.1 Wie geht es den Staaten in Europa
6.2 Länderspezifische Ursachen für die Euro-Krise
6.3 Der Juncker-Plan: Euro Bonds
6.4 Problemland: Irland
6.5 Problemländer: Portugal und Spanien
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das dritte Kapitel des Jahresgutachtens 2010/11 des Sachverständigenrats zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und setzt dessen Empfehlungen zur Bewältigung der Euro-Krise in Bezug zur aktuellen wirtschaftlichen Lage.
- Ursachenanalyse der Euro-Krise und globale Zusammenhänge
- Spezifische Probleme der Währungsunion wie Insolvenzrisiken und Wettbewerbsfähigkeit
- Bewertung eines neuen Drei-Säulen-Modells zur institutionellen Stabilisierung
- Diskussion länderspezifischer Krisenfaktoren in Griechenland, Irland, Spanien und Portugal
- Beurteilung politischer und ökonomischer Lösungsansätze wie Euro-Bonds
Auszug aus dem Buch
4.2.4 Mitgliedschaft in der Währungsunion und Insolvenzrisiko für Staaten
In diesem Teil des Jahresgutachtens 2010/11 erklärt der Sachverständigenrat das Insolvenzrisiko für die Mitgliedsländer der Währungsunion. Bei einem Vergleich der Schuldenstandquote und Neuverschuldung von Spanien und dem Vereinigten Königreich, wird deutlich dass sich die beiden Volkswirtschaften nur gering unterscheiden. Trotzdem befindet sich das Vereinigte Königreich in einer deutlich besseren Situation. Denn solang es dort keine Staatsverschuldung in fremden Währungen gibt, wird es dort nie zu einer Zahlungsunfähigkeit kommen. Denn wenn einmal Staatanleihen fällig werden oder die Verschuldung erhört werden muss, kann dies jederzeit von der Bank of England bereitgestellt werden.
Im Jahr 2009 trat dieser Fall ein und die englische Notenbank hat im Rahmen ihres sogenannten „Quantitative Easing“ die gesamte Neuverschuldung des Staats finanziert. Für die Mitglieder der Europäischen Währungsunion ist eine Finanzierung über die Notenbank nicht möglich (Artikel 123 AEUV). Dies bedeutet also, dass alle Mitgliedsländer der Währungsunion einem Risiko ausgesetzt sind, für die fälligen Staatsanleihen keine Anschlussfinanzierung zu erhalten.
Es wird klar, dass bei der Gründung der Währungsunion ein gravierender Fehler gemacht wurde. Es fehlt der Währungsunion an einer Regelung für drohende Insolvenzen und eingetretene Zahlungsunfähigkeiten eines Mitgliedslandes. Dieser Fehler wird als institutionelles Defizit beschrieben. Dieses institutionelle Defizit wurde besonders im Jahr 2010 deutlich, als die EZB Staatsanleihen von den Problemländern kaufen musste. Um eine Zahlungsunfähigkeit der Problemländer wie Griechenland zu verhindern, reagierten die Mitgliedsstaaten des Euro-Raums, die Europäische Union (EU), die Europäische Zentralbank (EZB) und der Internationale Währungsfond (IWF) mit umfangreichen Hilfsmaßnahmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung der Facharbeit basierend auf dem Jahresgutachten 2010/11 des Sachverständigenrats.
2. Der Sachverständigenrat: Erläuterung der Funktion, Ziele und Aufgaben des Gremiums zur wirtschaftswissenschaftlichen Politikberatung in Deutschland.
3. Euro-Raum in der Krise: Einordnung der Krise im Euro-Raum als dritter Akt der globalen Finanzkrise mit einem Zeitstrahl der Ereignisse.
4. Globale und spezifische Ursachen der Euro-Krise: Analyse von Leistungsbilanzungleichgewichten und makroökonomischen Spannungen innerhalb der Währungsunion.
5. Ein neuer institutioneller Rahmen für den Euro-Raum: Vorstellung des Drei-Säulen-Modells zur fiskalischen und finanziellen Stabilisierung sowie zur Krisenbewältigung.
6. Die Euro-Krise noch nicht am Ende: Betrachtung der aktuellen Lage einzelner Problemländer und spezifische Lösungsansätze wie der Juncker-Plan.
7. Fazit: Kritische Bewertung der Vorschläge des Sachverständigenrats und Reflexion über die Notwendigkeit politischer Reformen neben ökonomischen Maßnahmen.
Schlüsselwörter
Euro-Krise, Sachverständigenrat, Währungsunion, Finanzkrise, Insolvenzrisiko, Drei-Säulen-Modell, Fiskalpolitik, Wettbewerbsfähigkeit, Euro-Bonds, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Haushaltsdefizit, Bankenkrise, Quantitative Easing, Leistungsbilanz, Krisenmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit?
Die Arbeit behandelt die Analyse der Euro-Krise anhand des Jahresgutachtens 2010/11 des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Zentrale Themen sind die Entstehung der Euro-Krise, die institutionellen Schwachstellen der Währungsunion, die Notwendigkeit neuer Regelwerke sowie die wirtschaftliche Situation spezifischer Problemländer.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Ursachen der Euro-Krise darzulegen und die vom Sachverständigenrat vorgeschlagenen Reformmaßnahmen in Bezug auf ihre Wirksamkeit und politische Umsetzbarkeit zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Zusammenfassung und analytischen Einordnung der ökonomischen Gutachten des Sachverständigenrats, ergänzt um aktuelle wirtschaftliche Daten und Expertenmeinungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den globalen und spezifischen Ursachen der Krise, den institutionellen Defiziten der EU und dem vorgeschlagenen Drei-Säulen-Modell zur Krisenbewältigung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Euro-Krise, Fiskalpolitik, Währungsunion, Insolvenzrisiko und Stabilitäts- und Wachstumspakt charakterisieren.
Warum wird im Dokument die Rolle des Vereinigten Königreichs im Vergleich zu Spanien herangezogen?
Der Vergleich dient dazu, das institutionelle Defizit der Währungsunion aufzuzeigen, da das Vereinigte Königreich als Land mit eigener Notenbank Staatsverschuldung flexibler finanzieren kann als Mitglieder der Euro-Zone.
Wie bewertet der Autor die Vorschläge des Sachverständigenrats bezüglich eines Austritts aus der Währungsunion?
Der Autor widerspricht hier dem Sachverständigenrat und vertritt die Ansicht, dass die Möglichkeit eines eigenständigen Austritts bestehen bleiben sollte, um die Europäische Union vor einer zu mächtigen zentralistischen Struktur zu bewahren.
- Citation du texte
- Tim Berger (Auteur), 2010, Euro-Raum in der Krise , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169933