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Inwiefern sind das Anomieverständnis und die Selbstmordtypen erklärende Variablen von psychischen Erkrankungen?

Schwächen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede nach Durkheim

Título: Inwiefern sind das Anomieverständnis und die Selbstmordtypen erklärende Variablen von psychischen Erkrankungen?

Ensayo , 2024 , 12 Páginas

Autor:in: Anonym (Autor)

Sociología - Medicina y salud
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Heutzutage nehmen die psychischen Erkrankungen (in modernen Gesellschaften) von Jahr zu Jahr immer mehr zu, wobei Krisen- wie auch die Coronapandemie als gesellschaftliche Härtetests noch verstärkend hinzukommen. Jene Erkrankungen stellen demzufolge die Bürger*innen auf die Probe, wobei nach Ursachen, Lösungen und offenen Fragen gesucht wird. Resultierend daraus lässt sich dies auch als ein zentrales Problem der Sozial- und Gesundheitswissenschaften (als Wissenschaft) zusammenführen. Émile Durkheims Konzept der Anomie sowie dessen Selbstmordtypen bieten möglicherweise theoretische Grundlagen, als soziologische Perspektiven, die soziale Desintegration, normative Orientierungslosigkeit und strukturelle Spannungen als zentrale Ursachen abweichenden Verhaltens analysieren. Zusammengefasst können die Theorien auch für das Verständnis psychischer Erkrankungen herangezogen werden, da sie die Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft thematisieren. Somit beleuchtet der folgende Essay inwiefern sich Durkheims Anomie-Theorie und Selbstmordtypen auf heutige psychische Erkrankungen wie beispielsweise Depressionen, Burnout und Angststörungen beziehen beziehungsweise anführen lassen und diskutiert die Möglichkeiten und Grenzen dieser Ansätze aus „heutiger“ Sicht. Die Fragestellung, die der Essay versucht zu beleuchten lautet demnach wie folgt: „Inwiefern sind das Anomieverständnis und die Selbstmordtypen von Durkheim erklärendem Variablen von psychischen Erkrankungen? (Schwächen, Gemeinsamkeiten, Unterschiede)“. Zunächst wird im ersten Sinnabschnitt das Anomieverständnis von Durkheim erläutert. Der folgende Abschnitt umfasst die verschiedenen Selbstmordtypen nach Durkheim. Im dritten Sinnabschnitt erfolgt nun eine Verknüpfung mit den psychischen Erkrankungen, wobei Verbindungslinien, Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet werden sollen. Weiterführend sollen Schwächen, Kritik basierend auf dem heutigen Wissen hinsichtlich Durkheims Überlegungen im anschließenden Abschnitt benannt werden. Der letzte Abschnitt resümiert die gesammelten Erkenntnisse in einem Fazit, wobei die Fragestellung beantwortet werden soll.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

  • Einleitung
  • Anomie nach Émile Durkheim: Orientierungslosigkeit und soziale Integration
  • Selbstmordtypen nach Durkheim
  • Psychische Erkrankungen, Selbstmord und Anomie
    • Verbindungslinien und Unterschiede
    • Kritische Auseinandersetzung
  • Fazit
  • Quellen/ Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern Émile Durkheims Anomieverständnis und seine Selbstmordtypen erklärende Variablen für psychische Erkrankungen darstellen, wobei deren Schwächen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede analysiert werden. Das primäre Ziel ist es, die Relevanz dieser soziologischen Perspektiven für das Verständnis moderner psychischer Leiden wie Depressionen, Burnout und Angststörungen aus heutiger Sicht zu beleuchten.

  • Die Konzepte der Anomie und sozialen Desintegration nach Durkheim.
  • Die Klassifizierung von Durkheims Selbstmordtypen (egoistisch, altruistisch, anomisch).
  • Die Verbindungslinien und Unterschiede zwischen Durkheims Theorien und dem Auftreten psychischer Erkrankungen.
  • Eine kritische Auseinandersetzung mit Durkheims Überlegungen im Kontext des heutigen Wissens und gesellschaftlicher Herausforderungen.
  • Die Rolle sozialer Integration und normativer Orientierung für das psychische Wohlbefinden.

Auszug aus dem Buch

2. Anomie nach Émile Durkheim: Orientierungslosigkeit und soziale Integration

Im Folgenden wird das Konzept der Anomie nach Durkheim: Durkheim prägt das Konzept der Anomie in seinem Werk „Der Selbstmord“ (Durkheim 1897) und definiert es als einen Zustand normativer Orientierungslosigkeit, der durch rasche soziale oder wirtschaftliche Veränderungen ausgelöst wird. Hierbei identifiziert er mehrere Faktoren, die zur Anomie führen können. So besteht die Möglichkeit, dass durch schnelle gesellschaftliche Veränderungen, etwa durch Industrialisierung, Urbanisierung oder technologischen Fortschritt, die bestehenden sozialen Normen und Werte untergraben werden können (vgl. Ortmann 2000, S. 646). Dies fasst Durkheim unter dem Begriff des sozialen Wandels zusammen. In jener Phase passen sich die institutionellen Regelungen nicht schnell genug an, wodurch ein Zustand der Unsicherheit entsteht.

Des Weiteren lassen sich auch eine wirtschaftliche Krise oder Wohlstand als Faktor anführen (ebd. S. 649). Folglich erfasst Durkheim, dass sowohl wirtschaftliche Krisen als auch plötzlicher Wohlstand zu Anomie führen können. In beiden Fällen verändern sich die gesellschaftlichen Erwartungen und Ziele, ohne dass neue Normen zur Orientierung bereitstehen (vgl. Durkheim 1897, S. 10). Außerdem nimmt in modernen Gesellschaften die Bedeutung individueller Entscheidungen zu. Dies schwächt die kollektiven Normen und Werte, was zu einem Zustand der Unsicherheit führen kann. Dies bezeichnet er als Individualisierung. Solche Umbrüche, wie Industrialisierung oder wirtschaftliche Krisen, destabilisieren soziale Normen und Werte und führen dazu, dass Individuen ihre Handlungsorientierung verlieren.

Des Weiteren unterscheidet Durkheim zwischen zwei Hauptformen von Anomie: einer durch den Mangel an sozialer Regulierung und einer durch den Zusammenbruch der sozialen Integration (ebd.). Beide Formen können das psychische Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen. Während Durkheim Anomie zunächst als etwas Individuelles, menschliches beschreibt, weicht seine zweite Auffassung jener Annahme. Anomie wird nun etwas Organisches beziehungsweise Gesellschaftliches (vgl. Ortmann 2000, S. 646). Die sich daraus entwickelnden Folgen sind Orientierungslosigkeit (Menschen verlieren die Fähigkeit, ihr Verhalten an gesellschaftlichen Normen auszurichten) und Abweichendes Verhalten (Ohne klare Regeln steigt die Wahrscheinlichkeit für Kriminalität, Gewalt oder andere Formen sozialer Abweichung). Aber es kann auch zu einer Psychosozialen Belastung (Individuen fühlen sich isoliert, was zu Stress Depression und in extremen Fällen zu Suizid führen kann) und Gefährdung der sozialen Kohäsion (Gesellschaftliche Solidarität wird geschwächt, was Instabilität und Konflikte hervorbringt) führen (vgl. Mehlkop & Graeff 2006, S. 62).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel thematisiert die Zunahme psychischer Erkrankungen in modernen Gesellschaften und führt Émile Durkheims Anomie-Theorie und Selbstmordtypen als soziologische Erklärungsansätze ein, um die Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft zu beleuchten.

2. Anomie nach Émile Durkheim: Orientierungslosigkeit und soziale Integration: Hier wird Durkheims Konzept der Anomie als Zustand normativer Orientierungslosigkeit erläutert, der durch rasche soziale oder wirtschaftliche Veränderungen ausgelöst wird und zu Unsicherheit, abweichendem Verhalten und psychosozialer Belastung führen kann.

3. Selbstmordtypen nach Durkheim: Dieses Kapitel differenziert Durkheims drei Selbstmordtypen – den egoistischen, altruistischen und anomischen Selbstmord – und beschreibt, wie soziale Bindungen und gesellschaftliche Erwartungen das individuelle Verhalten beeinflussen.

4. Psychische Erkrankungen, Selbstmord und Anomie: In diesem Abschnitt werden Verbindungslinien zwischen Durkheims Theorien und modernen psychischen Erkrankungen aufgezeigt, wobei die Rolle sozialer Desintegration, Isolation und normativer Unsicherheit als beitragende Faktoren diskutiert wird.

5. Fazit: Das Fazit resümiert die Erkenntnisse der Arbeit, bestätigt die Relevanz von Durkheims Anomietheorie und Selbstmordtypen für das Verständnis psychischer Erkrankungen und betont die Notwendigkeit einer integrativen Perspektive.

6. Quellen/ Literaturverzeichnis: Dieses Kapitel listet alle zitierten und referenzierten Quellen auf, die für die Erstellung des Essays verwendet wurden.

Schlüsselwörter

Anomie, Durkheim, Selbstmordtypen, psychische Erkrankungen, Depressionen, Angststörungen, soziale Integration, soziale Desintegration, normative Orientierungslosigkeit, gesellschaftlicher Wandel, Individualisierung, egoistischer Selbstmord, altruistischer Selbstmord, anomischer Selbstmord, soziologische Perspektive.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwiefern Émile Durkheims Anomie-Theorie und seine Selbstmordtypen als Erklärungsmodelle für psychische Erkrankungen dienen können, wobei deren Relevanz, Schwächen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede beleuchtet werden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind Durkheims Anomietheorie, seine Typologie des Selbstmords, moderne psychische Erkrankungen (wie Depressionen und Angststörungen) und die Wechselwirkungen zwischen sozialen Dynamiken und individuellem Wohlbefinden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, die Frage zu beantworten: „Inwiefern sind das Anomieverständnis und die Selbstmordtypen von Durkheim erklärende Variablen von psychischen Erkrankungen? (Schwächen, Gemeinsamkeiten, Unterschiede)“.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Auseinandersetzung mit literarischen Werken, wobei Durkheims soziologische Perspektiven auf heutige gesellschaftliche und psychische Phänomene angewendet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt Durkheims Anomieverständnis, die verschiedenen Selbstmordtypen, die Verknüpfung dieser Konzepte mit psychischen Erkrankungen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Durkheims Überlegungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird charakterisiert durch Schlüsselwörter wie Anomie, Durkheim, Selbstmordtypen, psychische Erkrankungen, soziale Integration, Desintegration, Orientierungslosigkeit und soziologische Perspektive.

Wie definiert Durkheim Anomie und welche Faktoren tragen dazu bei?

Durkheim definiert Anomie als einen Zustand normativer Orientierungslosigkeit, der durch rasche soziale oder wirtschaftliche Veränderungen ausgelöst wird. Faktoren können schnelle gesellschaftliche Veränderungen (z.B. Industrialisierung), wirtschaftliche Krisen oder plötzlicher Wohlstand sowie zunehmende Individualisierung sein.

Welche Auswirkungen hat Durkheims Anomie auf das psychische Wohlbefinden von Individuen?

Anomie kann zu Orientierungslosigkeit, abweichendem Verhalten, psychosozialer Belastung (Stress, Depression, Suizid) und einer Gefährdung der sozialen Kohäsion führen, was das psychische Wohlbefinden erheblich beeinträchtigt.

Was sind die drei Selbstmordtypen nach Durkheim und wie unterscheiden sie sich?

Durkheim unterscheidet den egoistischen Selbstmord (unzureichende soziale Integration und Isolation), den altruistischen Selbstmord (übermäßige soziale Integration und Aufopferung für die Gesellschaft) und den anomischen Selbstmord (Folge eines Bruchs der sozialen Ordnung durch Krisen).

Inwiefern werden Durkheims Theorien kritisiert und welche Aspekte werden in modernen Ansätzen ergänzt?

Durkheims Theorien werden kritisiert, weil sie individuelle psychische Prozesse oft unzureichend berücksichtigen und seine Längsschnittanalyse häufig im Querschnitt interpretiert wurde. Moderne Ansätze ergänzen Durkheim, indem sie sowohl soziale als auch individuelle Faktoren einbeziehen und spezifische psychische Erkrankungen berücksichtigen.

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Detalles

Título
Inwiefern sind das Anomieverständnis und die Selbstmordtypen erklärende Variablen von psychischen Erkrankungen?
Subtítulo
Schwächen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede nach Durkheim
Universidad
University of Münster
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2024
Páginas
12
No. de catálogo
V1699575
ISBN (PDF)
9783389178058
Idioma
Alemán
Etiqueta
Durkheim Selbstmordtypen Psychische Erknrankungen Anomie Individuum Gesellschaft
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2024, Inwiefern sind das Anomieverständnis und die Selbstmordtypen erklärende Variablen von psychischen Erkrankungen?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1699575
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