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Das Mediensystem Japans

Nippons Medien in ihrer Rolle als „vierte Gewalt“

Titre: Das Mediensystem Japans

Dossier / Travail de Séminaire , 2009 , 25 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Julian Knab (Auteur)

Politique - Systèmes politiques en général et en comparaison
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Während man in Deutschland die relativ langen Regierungszeiten der Bundeskanzler Adenauer oder Kohl bereits als Ära bezeichnet, wurde das moderne Japan zwischen 1955 und 2009 fast ausschließlich von dessen Liberaldemokratischen Partei (LDP) regiert. Angesichts dieses Phänomens ist insbesondere die Frage nach der Rolle der Medien, welche in Demokratien oft als „vierte Gewalt“ bezeichnet werden, zu stellen. Dies ist im Falle Japan von besonderem Interesse, da sich das Land bis heute als vorderster Pionier im TV-Sektor präsentiert und darüber hinaus Heimat der fünf größten Tageszeitungen der Welt ist.

In dieser Arbeit wird der Frage nachgegangen, ob bzw. inwiefern die Verfasstheit des japanischen Mediensystems einen entscheidenden Einfluss auf den jahrzehntelangen Machterhalt der LDP hatte. Zu diesem Zwecke wird zunächst dessen quantitative Struktur analysiert um im Folgenden die verschiedenen Arten der Berichterstattungen qualitativ zu untersuchen. Ebenfalls geprüft wird die Erfüllung der klassischen Medienfunktionen (Information, Artikulation & Kritik) sowie darüber hinaus eine Einordnung in das Grundmuster politische r Kommunikation nach Gellner vorgenommen.

Diese Arbeit zeigt, dass die Wahlerfolge der LDP in ganz entscheidender Weise von der unkritischer und selbstzensierender Berichterstattung eines paternalistisch-hierarchsichen Mediensystems getragen wurden. Wichtigster Faktor hierbei ist Japans einzigartiges System der Presseclubs, dessen monopolistische Struktur es der LDP erlaubt, den journalistischen Informationsfluss zu steuern und negative Berichterstattung nahezu vollkommen zu unterdrücken.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Rolle der Medien im politischen Prozess

2.1. Medienfunktionen

2.1.1 Informationsfunktion

2.1.2. Artikulationsfunktion

2.1.3. Kritik- & Kontrollfunktion

2.2. Grundmuster politischer Kommunikation

3. Das Mediensystem Japans

3.1. Presse

3.1.1. Historische Entwicklung

3.1.2. Die japanische Presselandschaft

3.2. Rundfunk

3.2.1. Historische Entwicklung

3.2.2. Das japanische Rundfunkwesen

3.3. Das Presseclub-System & dessen Einfluss auf die Berichterstattung

3.3.1. Das Presseclub-System

3.3.2. Einfluss auf die Berichterstattung

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das japanische Mediensystem und dessen Rolle als „vierte Gewalt“ im politischen Prozess. Dabei soll geklärt werden, inwieweit japanische Medien ihre Funktionen ausüben und welchen Einfluss das spezifische Presseclub-System auf die politische Berichterstattung und Kultur des Landes hat.

  • Analyse der theoretischen Funktionen von Medien in Demokratien
  • Untersuchung der historischen Entwicklung von Presse und Rundfunk in Japan
  • Betrachtung der Struktur und Dominanz der japanischen Presselandschaft
  • Bewertung des Presseclub-Systems und dessen Auswirkungen auf die Berichterstattung

Auszug aus dem Buch

3.3.1. Das Presseclub-System

Wie bereits zuvor angesprochen ist das japanische System der Presseclubs ein entscheidender Faktor zur Erklärung der politischen Kommunikation des Landes. Sie existieren an praktisch allen wichtigen staatlichen wie privaten Institutionen und fungieren dort als einzige, zentrale Pressestelle. Hierzu stellt die jeweilige Institution Aufenthalts- und oft Schlafräume für die in Mitgliedschaft des Presseclubs befindlichen Journalisten, die anders als in anderen Ländern einen Großteil ihrer Arbeit direkt vor Ort erledigen und nur selten in ihren jeweiligen Redaktionsbüros zugegen sind. Durch die exklusive Mitgliedschaft in jeweils nur einem Presseclub, die viele dort verbrachte Zeit sowie die jederzeitige Möglichkeit eines Ausschlusses zeichnet sich dieses System durch eine gesteigerte Verbundenheit der Mitglieder untereinander sowie eine tendenzielle Entfremdung von in anderen Ressorts tätigen Redaktionskollegen aus.

Traditionell können es sich nur die 17 größten Medienvertreter leisten, Mitarbeiter in beinahe alle Presseclubs des Landes zu entsenden. Darunter befinden sich neben den beiden Nachrichtenagenturen Jiji und Kyodo, die fünf nationalen Tageszeitungen (Yomiuri, Asahi, Mainichi, Nihon Keizai, Sankei), die sechs großen Rundfunkanbieter (NHK, Nippon TV, TV Asahi, TBS, TV Tokyo, Fuji TV) sowie vier regionale Blockzeitungen (Tokyo, Nishi Nihon, Hokkaido, Chunichi). Die meisten kleineren Medienvertreter verlegen sich darauf standardmäßig nur in den wichtigsten Clubs wie beispielsweise dem des Parlaments, der regierenden LDP, des Ministerpräsidenten oder des Außenministeriums vertreten zu sein und nur gegebenem Anlass weitere Mitarbeiter zu entsenden. Praktisch alle Mitglieder eines Presseclubs gehören obligatorisch auch dem japanischen Journalistenverband NSK an, weshalb es ausländischen Medien lange Zeit verwehrt blieb, selbst Mitarbeiter zu platzieren. Dies änderte sich zumindest im Jahr 1993 formell, als die NSK die in Bedeutungslosigkeit verhallende Empfehlung aussprach, auch ausländische Journalisten aufzunehmen. Auch eine erneute Richtlinienänderung beließ die Zulassungsentscheidung in letzter Instanz bei den jeweiligen Presseclubs, weshalb sich seither die Europäische Union um einen Aufbruch des Handelshemmnisses „Presseclub“ bemüht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der Rolle der japanischen Medien als „vierte Gewalt“ trotz politischer Hegemonie der LDP.

2. Die Rolle der Medien im politischen Prozess: Dieses Kapitel definiert die theoretischen Funktionen von Medien wie Information, Artikulation und Kontrolle sowie deren politische Einordnung.

3. Das Mediensystem Japans: Der Hauptteil analysiert detailliert die historische Entwicklung, die Presselandschaft, das Rundfunkwesen sowie das spezifische Presseclub-System in Japan.

4. Fazit: Die Schlussbetrachtung resümiert die Schwächen des japanischen Mediensystems hinsichtlich seiner Kontrollfunktion und des Einflusses des Presseclub-Systems.

Schlüsselwörter

Japan, Mediensystem, Presse, Rundfunk, vierte Gewalt, Presseclub, LDP, politische Kommunikation, Journalismus, Medienfunktionen, Agenda Setting, Zeitungsmarkt, Informationspolitik, Berichterstattung, Medienkontrolle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Mediensystem Japans und analysiert, wie Medien in der japanischen Demokratie ihre Rolle als unabhängige „vierte Gewalt“ ausfüllen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretischen Medienfunktionen, die historische Entwicklung der japanischen Medienlandschaft und der Einfluss von Organisationsstrukturen wie den Presseclubs.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, inwieweit japanische Medien ihre Kontrollfunktion gegenüber der Politik tatsächlich ausüben können und wie sich die Struktur des Mediensystems darauf auswirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor verwendet eine systematisierende Analyse der Medienlandschaft sowie eine qualitative Untersuchung der historischen und strukturellen Rahmenbedingungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Presse und Rundfunk sowie eine vertiefte Analyse des Presseclub-Systems und dessen Auswirkungen auf die Unabhängigkeit der Berichterstattung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Mediensystem Japans, vierte Gewalt, Presseclub, politische Kommunikation und Medienkontrolle.

Welchen Einfluss haben die Presseclubs auf die Arbeit von Journalisten?

Die Presseclubs schaffen exklusive Informationszugänge und binden Journalisten stark an die staatlichen Institutionen, was die Distanz zwischen Presse und Politik verringert.

Warum wird das japanische Mediensystem kritisch betrachtet?

Der Autor kritisiert eine mangelnde Kontrollfunktion und eine zu große Nähe der großen Medienhäuser zur Politik, die oft eher dokumentierend als kritisch berichten.

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Résumé des informations

Titre
Das Mediensystem Japans
Sous-titre
Nippons Medien in ihrer Rolle als „vierte Gewalt“
Université
University of Passau  (Lehrstuhl für Polititkwissenschaft )
Cours
HS Medienordnungen im internationalen Vergleich
Note
1,0
Auteur
Julian Knab (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
25
N° de catalogue
V169995
ISBN (ebook)
9783640885367
ISBN (Livre)
9783640885404
Langue
allemand
mots-clé
Japan Medien Medienordnung Zeitung Fernsehen Rundfunk Asahi Shinbun Shinbum Vergleich Yomiuri Manichi Sankei
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Julian Knab (Auteur), 2009, Das Mediensystem Japans, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/169995
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Extrait de  25  pages
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