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Können wir uns von Demenz 'berühren' lassen?

Über die gesellschaftliche Funktion und Bedeutung der Schwachen und Kranken

Titel: Können wir uns von Demenz 'berühren' lassen?

Hausarbeit , 2011 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Dieter Löffler (Autor:in)

Soziologie - Medizin und Gesundheit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit befasst sich mit den sozialwissenschaftlichen Grundlagen im Studiengang Berufspädagogik im Gesundheitswesen. Das frei gewählte Thema mit der Frage nach dem gesellschaftlichen Umgang mit schwachen und kranken Menschen wird u. a. am Beispiel „Demenz“ bearbeitet.
Hierzu werden soziologische Betrachtungen von Klaus Dörner herangezogen, die am ehesten in die kritische Theorie der Frankfurter Schule einzuordnen wären. Von der philosophischen Seite her werden das Leben und einzelne Gedanken von Friedrich Nietzsche eingeflochten und kommentiert. Aus anthropologischer und ethischer Sicht kommt Erich Neumann mit seiner Kollektiv-Psychologie zu Wort, was hier aber nur andeutungsweise geschehen kann.
Insgesamt möchte diese soziologische Arbeit neben ihren erklärenden und beschreibenden Anteilen zu einem Denken anregen, in welchem der nach-denkende Mensch seine Ratio selbst-kritisch hinterfragt. Zu einem Innehalten das vielleicht einen Wechsel der eigenen Sichtweise auf z. B. einen dementen Menschen ermöglichen kann.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die wissenschaftliche Herangehensweise und Kritik derselben

3. Klaus Dörner, zu seiner Person

3.1 Klaus Dörner, Die Entwicklung der modernen Gesellschaft

4. Zwischenfazit, Mögliche Relevanz für das wissenschaftliche Denken

4.1 Überleitungen zur Philosophie

5. Friedrich Nietzsche: sein Leben und Denken

6. Überleitung zur soziologischen Psychologie und persönliches Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die gesellschaftliche Rolle und Bedeutung von kranken, schwachen sowie dementen Menschen. Dabei hinterfragt der Autor kritisch den rational-wissenschaftlichen Blick der modernen Gesellschaft, die Pflegebedürftigkeit häufig als reinen Kostenfaktor betrachtet, und sucht nach einem alternativen, menschlicheren Zugang durch Perspektivwechsel und ethische Reflexion.

  • Kritik an der rein leistungsorientierten Sichtweise auf Pflegebedürftigkeit
  • Analyse der Ansätze von Klaus Dörner zur Sozialgeschichte der Moderne
  • Philosophische Betrachtung von Leben und Werk Friedrich Nietzsches
  • Verbindung von Tiefenpsychologie und einer neuen Ethik im Umgang mit Schwäche
  • Die Bedeutung von Subjektivität und Mitgefühl in der pflegerischen Praxis

Auszug aus dem Buch

Die wissenschaftliche Herangehensweise und Kritik derselben

Wenn man die Fragestellung dieser Arbeit und die Einleitung betrachtet, müssen vorab noch folgende Bemerkungen angeführt werden. Zum einen wird in dieser Arbeit bewusst an manchen Stellen eine bildhafte, metaphorische Sprache verwendet, um eben keinen rein ‚sachlichen’ Stil zu pflegen. Solche Begriffe und bildhafte Sprache befinden sich überwiegend in einfachen Anführungszeichen ‚ … ’. Diese Hervorhebung betrifft des weitern auch Begriffe, die als ‚bedenklich’ dargestellt werden sollen und auch Wortkreationen, die es nach der korrekten ‚Schreibweise’, so nicht gibt.

Zum anderen ergibt sich aus der Einleitung, dass es sich um ein komplexes Thema handelt, das von den verschiedensten Seiten betrachtet werden kann. Diese Arbeit kann nur eine Annäherung sein, kann nur exemplari sche Denkanstöße liefern und mögliche Verbindungen aufzeigen. Sie erhebt keinerlei Anspruch einer umfassenden Bearbeitung.

Die Herangehensweise dieser Arbeit bewegt sich fächerübergreifend bzw. auf einer Metaebene, also außerhalb einer einzelnen konkreten wissenschaftlichen Disziplin. Insgesamt aber, vor allem durch die gesellschaftsbezogene Fragestellung, lässt sie sich möglicherweise der Soziologie zuordnen. Doch egal welche Wissenschaft man hernehmen würde, die Wissenschaft selbst, als „gesellschaftliches Funktionssystem“ (Krause nach Werner 2011a, Folie 83), mit ihrer rationalen Vorgehensweise, ist in Bezug auf die Fragestellung eher kritisch zu betrachten. Denn wissenschaftliches Denken läuft immer Gefahr, aus dem kranken und schwachen Menschen einen reinen ‚Forschungsgegenstand’ zu machen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Zahl pflegebedürftiger Menschen und kritisiert die vorwiegend ökonomische Betrachtungsweise von Alter und Demenz in unserer Leistungsgesellschaft.

2. Die wissenschaftliche Herangehensweise und Kritik derselben: Dieses Kapitel hinterfragt die Objektivität wissenschaftlichen Denkens und plädiert für eine Einbeziehung des subjektiven ‚Innenlebens’ des Forschenden bei der Untersuchung menschlicher Themen.

3. Klaus Dörner, zu seiner Person: Es wird die Biografie und das sozialkritische Werk von Klaus Dörner vorgestellt, insbesondere sein Konzept des ‚verdinglichenden’ Blicks auf den Menschen.

3.1 Klaus Dörner, Die Entwicklung der modernen Gesellschaft: Dieser Abschnitt analysiert die historische Entstehung der Ausgrenzung von „Unproduktiven“ durch die Industrialisierung und die Entwicklung von Institutionen als Aufbewahrungsorte.

4. Zwischenfazit, Mögliche Relevanz für das wissenschaftliche Denken: Das Kapitel fordert einen Perspektivwechsel von der Subjekt-Objekt-Spaltung hin zu einer verantwortungsvollen ‚Objekt-Subjekt-Perspektive’ im Umgang mit dementen Menschen.

4.1 Überleitungen zur Philosophie: Hier erfolgt der Übergang zur Betrachtung des Lebens und Werks von Friedrich Nietzsche als exemplarischem Fall eines tragischen menschlichen Schicksals.

5. Friedrich Nietzsche: sein Leben und Denken: Das Kapitel zeichnet Nietzsches Weg von der Philologie zur Philosophie sowie seinen Kampf gegen eine rein rationalistische, lebensfeindliche Kultur nach.

6. Überleitung zur soziologischen Psychologie und persönliches Fazit: Der Autor führt tiefenpsychologische Ansätze ein und schließt mit der These, dass schwache und demente Menschen eine neue Form von Humanität und Ethik anstoßen können.

Schlüsselwörter

Demenz, Pflegebedürftigkeit, Klaus Dörner, Friedrich Nietzsche, Sozialgeschichte, Leistungsgesellschaft, Humanität, Ethik, Tiefenpsychologie, Subjektivität, Objektivierung, Schattenarbeit, Inklusion, Gesellschaftskritik, Mitgefühl.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die gesellschaftliche Bewertung von kranken und dementen Menschen und fordert einen Wandel weg von einer rein ökonomisch-rationalen Betrachtung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen Sozialgeschichte, wissenschaftskritische Reflexion, Philosophie (Nietzsche) und eine tiefenpsychologische, ethische Perspektive auf Pflege.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den „verdinglichenden“ Blick der modernen Gesellschaft auf schwache Menschen aufzudecken und einen Weg zu einem mitfühlenderen, ganzheitlichen Menschenbild zu weisen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen fächerübergreifenden, auf einer Metaebene angesiedelten Ansatz, der soziologische und philosophische Literatur mit subjektiver Reflexion verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Theorien von Klaus Dörner zur Moderne, vergleicht diese mit der Biografie und Philosophie Friedrich Nietzsches und führt tiefenpsychologische Konzepte zur Schattenarbeit ein.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Demenz, Leistungsgesellschaft, Humanität, Entfremdung, Mitgefühl, Schattenarbeit und eine neue Ethik.

Wie bewertet der Autor den „Pannwitz-Blick“?

Der Autor versteht den „Pannwitz-Blick“ als einen archetypischen, verdinglichenden Blick der Macht, der Menschen zu Objekten degradiert, und mahnt dazu, diesen potenziell eigenen Blick kritisch zu hinterfragen.

Warum wird Friedrich Nietzsche als Fallbeispiel gewählt?

Nietzsche wird gewählt, da sein eigenes Leiden und sein demenzieller Zustand am Ende seines Lebens eine Brücke schlagen zwischen seinem radikalen Denken gegen die „Vernunftkultur“ und der gelebten Tragödie eines Menschen.

Welche Rolle spielt die Tiefenpsychologie für das Fazit?

Die Tiefenpsychologie dient dazu, das „Unbewusste“ und den „Schatten“ der Gesellschaft zu beleuchten, um zu zeigen, dass die Integration des Schwachen eine Notwendigkeit für die Reife einer Gesellschaft ist.

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Details

Titel
Können wir uns von Demenz 'berühren' lassen?
Untertitel
Über die gesellschaftliche Funktion und Bedeutung der Schwachen und Kranken
Hochschule
Katholische Hochschule Freiburg, ehem. Katholische Fachhochschule Freiburg im Breisgau
Veranstaltung
Einführung in sozialwissenschaftliche Grundlagen
Note
1,0
Autor
Dieter Löffler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
18
Katalognummer
V170017
ISBN (eBook)
9783640888962
ISBN (Buch)
9783640888863
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Demenz Dörner Nietzsche kritische Theorie gesellschaftlicher Wandel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dieter Löffler (Autor:in), 2011, Können wir uns von Demenz 'berühren' lassen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170017
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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