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Kindesvernachlässigung (im Grundschulalter) und die Bedeutung des Resilienzkonzepts im Kontext aktueller Präventionsprogramme und kompensatorischer Maßnahmen

Title: Kindesvernachlässigung (im Grundschulalter) und die Bedeutung des Resilienzkonzepts im Kontext aktueller Präventionsprogramme und kompensatorischer Maßnahmen

Examination Thesis , 2010 , 72 Pages

Autor:in: Melanie Heinold (Author)

Pedagogy - Family Education
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Summary Excerpt Details

Robin (2), verhungert und verdurstet neben zwei Keksen und einem Fläschchen, weil die Mutter über Weihnachten weggefahren war.
Jessica (7), kurz vor dem Verhungern und Verdursten am eigenen Erbrochenen erstickt, Gewicht zum Zeitpunkt des Todes: unter 10 kg.
[...] Kindesvernachlässigung – das ist auch die emotionale Kälte, die unangemessene Eltern-Kind-Beziehung oder das schlichte Desinteresse, das mit frühkindlichen Bedürfniskontexten so wenig vereinbar ist. [...] Abseits der extremen Beispiele sind es tausende, nach einigen Quellen gar zehntausende Kinder unterschiedlichen Alters und Geschlechts, die täglich mit der Unfähigkeit ihrer eigenen Eltern, sie zu ernähren, zu pflegen, zu erziehen und vor allem zu lieben, konfrontiert sind. Von diesen Kindern ist nur selten die Rede [...] Wie aber schaffen es diese Kinder unter zum Teil widrigsten Umständen nicht unterzugehen, nicht aufzugeben, sondern oftmals sogar scheinbar erstarkt aus diesen ungünstigen Bedingungen hervorzugehen? [...] Dies sind Fragen, die in der jüngsten Forschung im Begriff der Resilienz eine Antwort gefunden haben. Vor allem von kognitiver und emotionaler Vernachlässigung betroffene Kinder weisen zum Teil massive Entwicklungsverzögerungen bzw. irreversible Defizite und Schädigungen auf, haben nicht selten große Schwierigkeiten im Laufe ihrer Schulzeit. [...] Oftmals erleben vernachlässigte Kinder bei Integration in eine neue, altersgerechte und fördernde Umwelt mit entsprechend engagierten, zuverlässigen Bezugspersonen wahre Entwicklungsschübe, so dass aufgelaufene Rückstände zumindest partiell kompensiert werden können. [...] Mit Hinblick auf diese Präventionsorientierung sind somit folgende Fragen zu klären: Ist es möglich, Resilienz im Sinne von Widerstandsfähigkeit zu fördern, zu unterstützen? Ist Resilienz erlernbar? Wenn ja, wie? Zur Klärung dieser Fragen werden zunächst elementare Aspekte der Kindesvernachlässigung beleuchtet. [...] Anschließend soll das Konzept der Resilienz umfassend dargestellt werden, der Fokus wird hierbei vor allem auf den Resilienz bedingenden Faktoren und ihrer Beeinflussbarkeit liegen. In einem dritten Schritt sollen die zuvor herausgestellten Ergebnisse auf aktuelle Präventions- und Interventionsmaßnahmen angewendet werden, um abschließend die Frage zu klären, ob und wie Resilienz in schulischen Settings gefördert werden kann und welche konkreten Implikationen für den Beruf des Lehrers daraus notwendigerweise abzuleiten sind.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wissenschaftliche Positionsbestimmung

2.1 Zum Begriff der Kindesvernachlässigung

2.1.1 Definition und Verortung im sozialwissenschaftlichen Kontext

2.1.2 Kindesvernachlässigung als Missachtung frühkindlicher Bedürfniskontexte

2.2 Zum Resilienzkonzept

2.2.1 Resilienz als Produkt interdisziplinärer Forschungsansätze

2.2.2 Risiko- vs. Schutzfaktoren

2.2.3 Resilienz als multidimensionaler, dynamischer und variabler Anpassungsprozess

2.2.4 Resilienzmodelle

2.2.5 Exkurs: Coping

2.2.6 Zusammenfassung: zentrale Merkmale des Resilienzkonzepts

3. Präventionsprogramme und kompensatorische Maßnahmen für Kinder aus unzureichenden Versorgungsverhältnissen

3.1 Ziele und Strategien der Resilienzförderung

3.2 Schlussfolgerungen der Resilienztheorie für die Beurteilung präventiver Programme

3.3 Analyse ausgewählter Präventionsprogramme

3.3.1 Fit und stark fürs Leben

3.3.2 Prävention und Resilienzförderung in Kindertagesstätten – PriK

3.3.3 Bleib locker!

4. Schlussfolgerungen für die Förderung von Resilienz im schulischen Alltag

5. Ausblick und Schluss

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit resilienzorientierte Präventionsprogramme und kompensatorische Maßnahmen eingesetzt werden können, um bei Kindern, die von elterlicher Vernachlässigung betroffen sind, Resilienz zu fördern und deren psychische Stabilität zu stärken, wobei die Rolle der pädagogischen Institutionen im Fokus steht.

  • Grundlagen der Kindesvernachlässigung und deren Auswirkung auf die kindliche Entwicklung
  • Fundamentale Analyse des Resilienzkonzepts und seiner protektiven Faktoren
  • Erörterung der Förderung von Resilienz durch Coping-Strategien
  • Kritische Evaluation ausgewählter Präventionsprogramme (Fit und stark fürs Leben, PriK, Bleib locker!)
  • Ableitung pädagogischer Implikationen für den schulischen Alltag

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Definition und Verortung im sozialwissenschaftlichen Kontext

Ausgehend von Vernachlässigung als Form von Kindesmisshandlung bietet sich eine Vielzahl von Zugängen, die nachfolgend zu einem möglichst vollständigen Bild zusammengetragen werden sollen. Eine bereits recht umfassende Formulierung findet sich bei KRIEGER ET AL.:

„Mit den Begriffen der Kindesmisshandlung, -vernachlässigung und -missbrauch wird ein großer Bereich von Unterlassungen und Handlungen gefasst, ‚die von einer Person ausgeübt oder zugelassen werden und die zu einer ganzen Reihe von Verletzungen führen können – von Unterernährung und Krankheit über schwere Behinderungen und emotionale Verletzungen bis hin zum Tod‘“.

Im Gegensatz zu dieser Auffassung von Vernachlässigung als Teil der traditionellen Trias Vernachlässigung - Misshandlung - Missbrauch, deren Elemente wiederum unter dem Begriff der Kindeswohlgefährdung subsumiert werden, steht die Definition von Vernachlässigung als eigenständige Form der Kindesmisshandlung. Als einzelne Erscheinungsformen von Kindesmisshandlung gelten körperliche Misshandlungen, Vernachlässigung, seelische/ emotionale Misshandlungen und sexueller Missbrauch sowie das Münchhausen-by-proxy-Syndrom, wobei hier zu beachten ist, dass das Störungsbild durch eine psychische Erkrankung des/ der Sorgeberechtigten verursacht wird, wohingegen die übrigen Formen auch bei psychisch gesunden Menschen auftreten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtet die Problematik der Kindesvernachlässigung und stellt die Forschungsfrage nach der Erlernbarkeit und Förderbarkeit von Resilienz.

2. Wissenschaftliche Positionsbestimmung: Definiert Kindesvernachlässigung und erläutert das Resilienzkonzept, insbesondere die Bedeutung von Schutzfaktoren und Coping-Strategien.

3. Präventionsprogramme und kompensatorische Maßnahmen für Kinder aus unzureichenden Versorgungsverhältnissen: Leitet Kriterien für die Evaluation von Programmen ab und analysiert exemplarisch verschiedene Trainingskonzepte.

4. Schlussfolgerungen für die Förderung von Resilienz im schulischen Alltag: Fasst die Ergebnisse der Programmanalysen zusammen und diskutiert Konsequenzen für die pädagogische Praxis.

5. Ausblick und Schluss: Bewertet die zentrale Forschungsfrage und betont das Potenzial der Schule als resilienter Lebensraum.

Schlüsselwörter

Kindesvernachlässigung, Resilienzkonzept, Prävention, Intervention, Schutzfaktoren, Risikofaktoren, Coping-Strategien, Kindeswohlgefährdung, Resilienzförderung, Psychische Gesundheit, Bindungstheorie, Kindertagesstätten, Schule, Förderung, Persönlichkeitsentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation von vernachlässigten Kindern und untersucht, wie das Konzept der Resilienz genutzt werden kann, um deren Widerstandsfähigkeit durch Präventionsprogramme zu stärken.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von Kindesvernachlässigung, die theoretische Herleitung des Resilienzkonzepts, die Rolle von Coping-Strategien sowie die praktische Analyse von Präventionsprogrammen im pädagogischen Kontext.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, ob und wie Resilienz im Sinne von Widerstandsfähigkeit bei Kindern, die unter Vernachlässigung leiden, gefördert werden kann und welche Rolle pädagogische Fachkräfte dabei einnehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturanalyse sowie eine qualitative Evaluation bestehender Präventionsprogramme anhand eines entwickelten Kriterienkatalogs.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Positionsbestimmung des Resilienzkonzepts und eine konkrete Analyse ausgewählter Trainingsprogramme wie "Fit und stark fürs Leben", "PriK" und "Bleib locker!".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Kindesvernachlässigung, Resilienz, Prävention, Schutzfaktoren und Coping-Strategien geprägt.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Lehrkraft bei der Resilienzförderung?

Die Lehrkraft wird als eine entscheidende Konstante im Alltag des Kindes gesehen, die durch eine fürsorgliche Beziehung und die Gestaltung einer förderlichen Lernumgebung maßgeblich zur Resilienz beitragen kann.

Warum wird das Programm "Fit und stark fürs Leben" im Vergleich besonders hervorgehoben?

Es wird als besonders geeignet eingestuft, da es breit angelegt ist, auf der individuellen Ebene ansetzt und einen langfristigen Ansatz verfolgt, der nicht direkt vom elterlichen Verhalten abhängig ist.

Welchen Stellenwert räumt die Arbeit dem Konzept des "Coping" ein?

Coping wird als zentrales Element verstanden, da es die Fähigkeit des Kindes beschreibt, Stresssituationen aktiv zu bewältigen und somit als personale Ressource zur Resilienz beiträgt.

Was ist das zentrale Fazit zur Erlernbarkeit von Resilienz?

Resilienz ist nach aktuellem Forschungsstand zwar nur bedingt als "festes" Konstrukt erlernbar, jedoch können Kompetenzen zur Bewältigung von Krisen durch gezielte Förderung gestärkt werden.

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Details

Title
Kindesvernachlässigung (im Grundschulalter) und die Bedeutung des Resilienzkonzepts im Kontext aktueller Präventionsprogramme und kompensatorischer Maßnahmen
College
University of Koblenz-Landau
Author
Melanie Heinold (Author)
Publication Year
2010
Pages
72
Catalog Number
V170022
ISBN (eBook)
9783640908202
ISBN (Book)
9783640908387
Language
German
Tags
Kindesvernachlässigung Resilienz Prävention
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melanie Heinold (Author), 2010, Kindesvernachlässigung (im Grundschulalter) und die Bedeutung des Resilienzkonzepts im Kontext aktueller Präventionsprogramme und kompensatorischer Maßnahmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170022
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