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Zerstörung des Ursprünglichen

Untergang des Paradieses in Wilhelm Raabes "Pfisters Mühle"?

Título: Zerstörung des Ursprünglichen

Trabajo , 2010 , 21 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Linda Maria Höss (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Wilhelm Raabe erzählt in Pfisters Mühle die folgenschwere Veränderung des Landschaftsbildes wie auch der natürlichen Lebensbedingungen für Mensch und Tier durch die aufkommende industrielle Entwicklung. Die Mühle des alten Pfisters ist Schauplatz dieses gesellschaftlichen Umbruchs. Eine Zuckerrübenfabrik aus Krickerode leitet verunreinigte, industrielle Abfälle in den Mühlbach ein. Dies hat zur Folge, dass der ehemals so frische und lebendige Bach zu einer tötenden Kloake verkommt. Die Fische im Bach sterben. Das Mühlrad kann sich nicht mehr drehen, denn der zähflüssige Schlamm blockiert das Rad. Der alte Pfister strebt einen Prozess gegen die Zuckerrübenfabrik an, den er auch gewinnt. Schlussendlich ist die alte, traditionsreiche Mühle trotz aller Bemühungen dem Untergang geweiht. An ihrer Stelle soll eine Fabrik errichtet werden. Der gesellschaftliche Fortschritt bemächtigt sich allem, was den anwachsenden Effizienzkriterien nicht entspricht. Der alte Pfister verkauft sein Vätererbe und stirbt, er hat jeglichen Lebenswillen verloren. Das Spannungsverhältnis zwischen Natur und Kultur wird deutlich: Der Mensch greift im Zuge seines stetigen Strebens nach beständiger Weiterentwicklung in die unberührte Natur ein. Aus einer symbiotischen Lebensweise, wie sie der alte Pfister im Einklang mit der Natur führt, entwickelt sich ein Verdrängungswettkampf – durch den Menschen eingefordert. Das zweite Kapitel der vorliegenden Arbeit beschäftigt sich – zunächst aus philosophischer Perspektive – mit eben diesem Spannungsverhältnis zwischen Natur und Kultur. Es soll geklärt werden, als was ‚Natur‘ zu verstehen ist und wie sich das Naturbild in Pfisters Mühle zusammensetzt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

2.0 Was war und ist Natur?

2.1 Der Naturbegriff in Pfisters Mühle

3.0 Das Naturbild des Mütterlichen und Guten

3.1 Abwesenheit des Mütterlichen

4.0 Pfisters Mühle: Paradiesische Idylle?

4.1 Wasser als Urbild der Idylle

4.2 Der Garten Eden

5.0 Destruktion der Idylle

5.1 Idylle als ein ‚Ort‘ des Vergänglichen

5.2 Verwirkte Idylle: Zerstörung der ursprünglichen Natur

5.3 Krise des Paradieses: der Sündenfall

6.0 Schlussfolgerungen: Untergang des Guten und Schönen?

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand von Wilhelm Raabes Roman Pfisters Mühle die folgenschwere Zerstörung ursprünglicher Lebensräume durch industrielle Prozesse. Dabei wird analysiert, wie sich das Spannungsverhältnis zwischen Natur und Kultur sowie der Verlust einer als idyllisch und paradiesisch konzipierten Welt auf die Protagonisten auswirkt und welche Rolle Motive wie das Mütterliche und der biblische Sündenfall in diesem Zusammenhang spielen.

  • Analyse des Naturbegriffs im Kontext industrieller Entwicklung.
  • Untersuchung des Konzepts der Idylle und des Paradies-Topos.
  • Bedeutung der Wasserverschmutzung als Metapher für den gesellschaftlichen Umbruch.
  • Rolle der weiblichen Figur (Christine) als Verkörperung des Mütterlichen und Guten.
  • Reflektion über die Vergänglichkeit und die Funktion des Erinnerns.

Auszug aus dem Buch

4.1 Wasser als Urbild der Idylle

Ein zentrales Motiv idyllischer Landschaften sind natürliche Wasserläufe, die sich durch unberührte Gefilde ziehen. Berbeli Wanning ordnet Wasser den Urbildern der Idylle zu:

„Zu den Archetypen der Idylle gehört das Wasser. Das Bild der in ein harmonisches Fleckchen Erde eingebetteten Quelle, aus der das Wasser leise gurgelnd sprudelt und in ein helles Bächlein fließt, ist dem kulturellen Gedächtnis als Inbegriff der Idylle eingeschrieben.“

Über die unterschiedlichen Zeitalter der Menschheitsgeschichte hinweg, bleibt das Bild einer bedächtig sprudelnden Wasserquelle als Sinnbild der Idylle erhalten, ein ‚locus amoenus‘. Weiter schreibt Wanning:

„Idylle ist, wenn Landschaft, Wasser und Bewegung in einer symbiotischen Beziehung zu einander stehen.“

Dieser Bestimmung von Idylle entspricht die Mühle des alten Pfisters: eine betagte Mühle, umsäumt von alten Kastanienbäumen, an einem rauschenden Bachlauf gelegen. Eben diese ruhestiftende Atmosphäre sucht Ebert Pfister, letzter Erbe der über Generationen in Familienbesitz befindlichen Mühle, gemeinsam mit seiner Frau Emmy, auf, um die verbleibende Zeit an dem Ort seiner Kindheit und Jugend zu verbringen. Der Abriss droht, die alte Mühle wird der Industrialisierung weichen, das steht unabwendbar bevor, denn die Mühle ist bereits verkauft. ‚Das harmonische Fleckchen Erde‘, an dem die Mühle gelegen ist, wird neue Herberge für die industrielle Entwicklung sein. An ihrer Stelle wird eine Fabrik errichtet.

Zusammenfassung der Kapitel

1.0 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Zerstörung natürlicher Lebensbedingungen durch die aufkommende Industrialisierung in Wilhelm Raabes Werk ein und skizziert die methodische Vorgehensweise der Analyse.

2.0 Was war und ist Natur?: Dieses Kapitel beleuchtet den Naturbegriff aus philosophischer Perspektive und untersucht, wie Natur als Spiegel menschlicher Wahrnehmung und als unbestimmtes Konzept in einer sich wandelnden Welt begriffen wird.

3.0 Das Naturbild des Mütterlichen und Guten: Hier wird die Symbolik von ‚Mutter Natur‘ sowie die christlich konnotierte Vorstellung des Guten und Unbefleckten analysiert, wobei insbesondere die Rolle der Figur Christine und die Abwesenheit der Mutter thematisiert werden.

4.0 Pfisters Mühle: Paradiesische Idylle?: Das Kapitel analysiert literarische Idylle-Motive, die Funktion des Wassers als zentrales Element der Idylle sowie Parallelen zum biblischen Garten Eden im Kontext des Romans.

5.0 Destruktion der Idylle: Die Analyse konzentriert sich hier auf den Verlust der Idylle durch technologische Entzauberung, das Vergehen der Zeit und die Zerstörung der natürlichen Umwelt durch industrielle Abfälle.

6.0 Schlussfolgerungen: Untergang des Guten und Schönen?: Abschließend wird resümiert, dass mit der Zerstörung der Natur durch den Menschen auch der Untergang der idyllischen Lebenswelt besiegelt ist und das Paradies nur noch in der Erinnerung Bestand haben kann.

Schlüsselwörter

Pfisters Mühle, Wilhelm Raabe, Idylle, Natur, Industrialisierung, Paradies, Sündenfall, Mutter Natur, Umweltverschmutzung, Wasser, Erinnerung, Kultur, Gesellschaftlicher Umbruch, Motivik, Literaturanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht den Untergang traditioneller Lebenswelten, dargestellt durch die Zerstörung von "Pfisters Mühle" infolge industrieller Umbrüche im 19. Jahrhundert.

Welche sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind das Spannungsverhältnis zwischen Natur und Technik, die Konstruktion von Idylle und Paradies-Motiven sowie die Folgen der Modernisierung für das Individuum.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Autorin geht der Frage nach, wie Wilhelm Raabe den Verlust des Ursprünglichen und des Guten in seinem Roman thematisiert und inwiefern der industrielle Fortschritt zur Destruktion idyllischer Lebensräume führt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext unter Hinzuziehung philosophischer und soziologischer Fachliteratur hinsichtlich zentraler Motive und Topoi interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die philosophische Definition von Natur, die Analyse des Mütterlichen, die Erforschung des Idylle-Begriffs (insb. Wasser als Urbild) sowie die Untersuchung der Zerstörungsprozesse im Roman.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Schlüsselbegriffe sind: Pfisters Mühle, Industriekritik, Idylle, Naturzerstörung, Paradies-Topos, Erinnerung und moderne Entzauberung.

Welche Rolle spielt die Jungfer Christine in der Argumentation?

Christine wird als zentrale Figur analysiert, die das Bild der "jungfräulichen Mutter" verkörpert und damit moralische Konstanten sowie das "Gute" in einer sich auflösenden Welt symbolisiert.

Wie interpretiert die Autorin den Sündenfall in Pfisters Mühle?

Die Autorin sieht eine Parallele zwischen dem biblischen Sündenfall und dem menschlichen Eingriff in die Natur: So wie Adam und Eva ihre Existenz verwirkten, zerstört der Mensch durch industrielle Gier seine eigene Lebensgrundlage.

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Detalles

Título
Zerstörung des Ursprünglichen
Subtítulo
Untergang des Paradieses in Wilhelm Raabes "Pfisters Mühle"?
Universidad
University of Tubingen  (Deutsches Seminar)
Curso
Hauptseminar: Wilhelm Raabe
Calificación
1,7
Autor
Linda Maria Höss (Autor)
Año de publicación
2010
Páginas
21
No. de catálogo
V170030
ISBN (Ebook)
9783640885978
ISBN (Libro)
9783640886043
Idioma
Alemán
Etiqueta
zerstörung ursprünglichen untergang paradieses wilhelm raabes pfisters mühle
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Linda Maria Höss (Autor), 2010, Zerstörung des Ursprünglichen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170030
Leer eBook
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