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Biologieunterricht im Fokus reflexiver Koedukation unter besonderer Berücksichtigung der Sexualerziehung

Titel: Biologieunterricht im Fokus reflexiver Koedukation  unter besonderer Berücksichtigung der Sexualerziehung

Bachelorarbeit , 2011 , 27 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Katja Christner (Autor:in)

Didaktik - Biologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit ist bemüht, einen kurzen und prägnanten Einblick in das Unterrichtsprinzip der reflexiven Koedukation zu geben. Diese soll anhand des Sexualerziehungsunterrichts Anwendung finden, indem Möglichkeiten aufgezeigt werden, auf Jungen und Mädchen gendersensibel einzugehen.
Um zu klären, wie das Prinzip der reflexiven Koedukation entwickelt wurde, wird zunächst ein Überblick über die Bildungssituation in den vergangenen Jahrhunderten gegeben. Daher zeichnet das erste Kapitel die Entwicklung der Koedukationsdebatte vom ausgehenden 19. Jahrhundert zu den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts nach.
Mädchen und Jungen werden durch stereotype Sozialisierung gleichermaßen eingeschränkt, die gesellschaftlich definierten Grenzen an Denk- und Verhaltensweisen zu überschreiten. Obwohl auch Mädchen Interesse an technisch-naturwissenschaftlichen Inhalten zeigen und Fähigkeiten vorhanden sind, nähern sie sich oft durch stereotype gesellschaftliche Definitionen nicht diesen Themen an und verbauen sich dadurch wesentliche berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Aber auch Jungen haben Probleme bei der Lebensbewältigung und werden bei Auseinandersetzung mit Gefühlen der Schwäche und Empathie stark ausgegrenzt. (vgl. Kaiser 2003, 28) Um die Zielstellung zu konkretisieren, werden im Kapitel drei Geschlechtsstereotypen analysiert und dargelegt, welche Auswirkungen diese auf die Beliebtheit der Unterrichtsfächer und somit auf die spätere Berufswahl haben. Für die pädagogische Auseinandersetzung mit dieser Thematik ist es ebenfalls sinnvoll, die Differenzierung nach dem biologischen und sozialen Geschlecht aufzugreifen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Abriss der Koedukationsdebatte

3. Geschlechtsunterschiede und Auswirkungen auf die Fächerwahl

3.1 Stereotype Geschlechterbilder

3.2 Geschlechterverhältnisse in verschiedenen Schulfächern

4. Reflexive Koedukation

4.1 Begriffserklärung nach Faulstich-Wieland

4.2 Reflexive Koedukation als Element allgemeiner Bildung

4.2.1 Ziele reflexiver Koedukation

4.2.2 Möglichkeiten zur Verwirklichung der Ziele

4.2.2.1 Geschlechterbewusstes schulinternes Curriculum

4.2.2.2 Monoedukationen in einzelnen Fächern

4.2.2.3 Weitere Varianten zur Erreichung der Ziele

4.2.3 Voraussetzungen der Lehrpersonen

5. Reflexive Koedukation im Biologieunterricht

5.1 Inhalte und Ziele der Sexualpädagogik

5.2 Reflexive Koedukation als Gestaltungsprinzip im Sexualkundeunterricht

5.2.1 Abbau der Geschlechterstereotype

5.2.2 Geschlechtsspezifische Themen

5.2.3 Monoedukativer Sexualkundeunterricht

5.2.4 Würdigung der Leistungen von Frauen

6. Ausblick

7. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Unterrichtsprinzip der reflexiven Koedukation mit einem spezifischen Fokus auf den Sexualkundeunterricht, um Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Jungen und Mädchen gendersensibel gefördert werden können und bestehende Geschlechterhierarchien im schulischen Kontext abgebaut werden können.

  • Historische Entwicklung der Koedukationsdebatte in Deutschland.
  • Analyse von Geschlechterstereotypen und deren Einfluss auf die Fächerwahl.
  • Konzept und Ziele der reflexiven Koedukation als bildungspolitisches Instrument.
  • Praktische Implementierung in den Sexualkundeunterricht unter Einbeziehung von Monoedukation.
  • Würdigung historischer Leistungen von Frauen in Naturwissenschaften.

Auszug aus dem Buch

4.1 Begriffserklärung nach Faulstich-Wieland

1991 veröffentlichte Hannelore Faulstich-Wieland in ihrem Buch „Koedukation-enttäuschte Hoffnungen?“ die Perspektive einer „reflexiven Koedukation“.

„Reflexive Koedukation heißt für uns, dass wir alle pädagogischen Gestaltungen daraufhin durchleuchten wollen, ob sie die bestehenden Geschlechterverhältnisse eher stabilisieren, oder ob sie eine kritische Auseinandersetzung und damit ihre Veränderung fördern.“ (Definition der Wissenschaftlerinnen Faulstich-Wieland/Horstkemper 1996)

Reflexive Koedukation berücksichtigt die Genderperspektive und beachtet die spezifischen Ausprägungen im Rollenverhalten von Mädchen und Jungen. Daher wird reflektiert, inwieweit Strukturen, Muster, Interaktionen und Einstellungen dazu beitragen, ein bestimmtes Verhalten hervorzurufen. Es wird bedacht, dass Jungen und Mädchen verschieden lernen und unterschiedliche Interessen und Erfahrungen mitbringen. Eine geschlechtersensible Ausrichtung der gemeinsamen Erziehung von Mädchen und Jungen und das Aufbrechen von Stereotypen sollen erreicht werden. (vgl. Kreienbaum/Urbaniak 2006, 132)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die gesetzliche Gleichberechtigung ein und erläutert die Problematik der Koedukation sowie das Ziel der Arbeit, reflexive Koedukation im Sexualkundeunterricht anzuwenden.

2. Historischer Abriss der Koedukationsdebatte: Das Kapitel zeichnet die Entwicklung der Koedukation vom 19. Jahrhundert bis zur flächendeckenden Einführung in der Bundesrepublik nach und diskutiert die Kritik an den resultierenden Benachteiligungen.

3. Geschlechtsunterschiede und Auswirkungen auf die Fächerwahl: Hier werden Stereotype analysiert und aufgezeigt, wie diese die Präferenzen bei der Fächerwahl in der Schule sowie bei der späteren Studien- und Berufswahl beeinflussen.

4. Reflexive Koedukation: Dieses Kapitel definiert das Konzept der reflexiven Koedukation und erläutert Ziele, curriculare Möglichkeiten sowie die notwendige Haltung der Lehrpersonen für deren Umsetzung.

5. Reflexive Koedukation im Biologieunterricht: Der Hauptteil veranschaulicht, wie Lehrkräfte durch geschlechtersensible Sexualerziehung, Methoden zur Stereotypenreflexion und teilweise monoedukative Angebote das Prinzip der reflexiven Koedukation in der Praxis umsetzen.

6. Ausblick: Der Ausblick thematisiert die zunehmende Bedeutung von interkulturellem Lernen im Kontext stereotyp geprägter Geschlechterrollen bei Schülern mit Migrationshintergrund.

7. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Bedeutung einer konsequenten Geschlechterperspektive im Unterricht und fordert gesellschaftliche Rahmenbedingungen für echte Chancengleichheit.

Schlüsselwörter

Reflexive Koedukation, Sexualerziehung, Geschlechterstereotype, Gender, Doing Gender, Monoedukation, Schulbildung, Chancengleichheit, Geschlechterverhältnisse, Schulpraxis, Gendersensibilität, Naturwissenschaften, Rollenverhalten, Identitätsfindung, Sexualpädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Unterrichtsprinzip der reflexiven Koedukation und untersucht, wie dieses gezielt im Sexualkundeunterricht eingesetzt werden kann, um Geschlechtergerechtigkeit zu fördern.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Kernbereichen gehören die historische Entwicklung der Koedukation, die Analyse von Geschlechterstereotypen, die Reflexion von Geschlechterrollen sowie die Anwendung geschlechtersensibler Lehrmethoden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie durch eine reflexive Gestaltung des Sexualkundeunterrichts Geschlechterhierarchien abgebaut und die Interessen beider Geschlechter individuell berücksichtigt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung von schulischen Rahmenlehrplänen basiert.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der reflexiven Koedukation und deren praktische Anwendung im Biologieunterricht, inklusive Themenbereichen wie Sexualpädagogik und der Einbindung monoedukativer Unterrichtsphasen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind reflexive Koedukation, Geschlechtergerechtigkeit, Gender, Sexualerziehung und die Überwindung von Rollenklischees in der Schule.

Warum ist die Sexualerziehung ein geeignetes Feld für reflexive Koedukation?

Die Sexualerziehung betrifft alle Schüler in einer sensiblen Entwicklungsphase und bietet die Chance, über biologische Fakten hinaus ethische und soziale Fragen des Geschlechterverhältnisses zu thematisieren.

Wie bewertet die Arbeit den Einsatz von monoedukativen Gruppen?

Die Arbeit sieht in der zeitweiligen Trennung der Geschlechter eine Möglichkeit, Schamgefühle abzubauen und individueller auf spezifische Bedürfnisse einzugehen, betont jedoch, dass dies stets in ein pädagogisches Gesamtkonzept eingebettet sein muss.

Welche Rolle spielen historische Frauenfiguren in diesem Konzept?

Die Würdigung von Frauen in den Naturwissenschaften dient dazu, das überlieferte männerlastige Bild der Wissenschaftsgeschichte zu korrigieren und Vorbilder für Schülerinnen zu schaffen.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Biologieunterricht im Fokus reflexiver Koedukation unter besonderer Berücksichtigung der Sexualerziehung
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,3
Autor
Katja Christner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
27
Katalognummer
V170065
ISBN (eBook)
9783640886753
ISBN (Buch)
9783640886944
Sprache
Deutsch
Schlagworte
biologieunterricht fokus koedukation berücksichtigung sexualerziehung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Katja Christner (Autor:in), 2011, Biologieunterricht im Fokus reflexiver Koedukation unter besonderer Berücksichtigung der Sexualerziehung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170065
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Leseprobe aus  27  Seiten
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