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Kritische Betrachtung Benedetto Croces Interpretation der Divina Commedia in „La Poesia di Dante“

Titre: Kritische Betrachtung Benedetto Croces Interpretation der Divina Commedia in „La Poesia di Dante“

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2010 , 11 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Kira Thiele (Auteur)

Romanistique - Philologie italienne et sarde
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Seit seiner Veröffentlichung ist Dantes Text der Divina Commedia eines der umstrittensten, am häufigsten diskutierten und zugleich eines der am meisten bewunderten Werke der Literaturgeschichte. Von unzähligen Kommentaren, Übersetzungen und Deutungsversuchen, über die Entstehung zahlloser Kunstwerke bis hin zur Gründung spezieller Dantevereine, wie beispielsweise einer eigenen Dantegesellschaft, wird die Begeisterung und die Verwunderung, die diesem Klassiker der Weltliteratur zu Teil wurden, und auch heute noch werden bezeugt. Über die Jahrhunderte widmeten sich viele bedeutende Schriftsteller, Historiker und Wissenschaftler dem intensiven Studium der Commedia und betrachteten sie unter den unterschiedlichsten Gesichtspunkten. Zu den bekanntesten Interpretationen zählen diejenigen von Erich Auerbach, Ernst Kantorowicz und Benedetto Croce.
In der vorliegenden Untersuchung liegt das Augenmerk auf der Betrachtung des zuletzt genannten Dantekritikers: Benedetto Croce, genauer gesagt auf seinen Ausführungen in La Poesia di Dante. Zunächst folgt ein Überblick über Croces Kritik an den unterschiedlichen Interpretationsweisen, mit denen an die Commedia herangegangen wird. Darin soll auch geklärt werden, warum Croce es für nötig erachtet, mit den bis dato entwickelten Deutungen aufzuräumen. Im Anschluss daran erfolgt die Betrachtung seiner eigenen Ausführungen über die Göttliche Komödie, die hier kritisch analysiert werden sollen. Das anschließende Fazit soll als kurze Zusammenfassung der erlangten Kenntnisse dienen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Croces Auffassung der „richtigen“ Betrachtung

2.1 Das Problem der „Nebensächlichkeiten“

2.2 Die Bedeutung der Allegorien

2.3 Das „richtige“ Verständnis für Dante und die Commedia

3. Croces eigene Interpretation der Commedia

4.Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Untersuchung analysiert Benedetto Croces Interpretation von Dantes Divina Commedia, wie sie in seinem Werk La Poesia di Dante dargelegt wird. Ziel ist es, Croces Kritik an bestehenden Interpretationsansätzen zu beleuchten, seine theoretische Abgrenzung von allegorischen und historischen Kontexten kritisch zu hinterfragen und seine eigene, eher ästhetisch geprägte Deutung des Werkes einzuordnen.

  • Kritik an der Überbewertung historischer und biographischer Hintergründe.
  • Die radikale Trennung von Dichtung und Allegorie in Croces Ästhetik.
  • Auseinandersetzung mit der methodischen Vorgehensweise bei schwer verständlichen Textstellen.
  • Die Diskrepanz zwischen Croces theoretischem Anspruch und seiner emotionalen Nacherzählung.
  • Die Rolle der Divina Commedia als ästhetisches Gesamtkunstwerk.

Auszug aus dem Buch

2.1 Das Problem der „Nebensächlichkeiten“

Ein gängiges Problem bei der Betrachtung des Dichters Dante ist nach Croce die Tatsache, dass er zwar zu Recht als großer Mann angesehen werde, dieses Ansehen jedoch dazu führe, dass Dantes dichterische Fähigkeiten nicht ausreichend isoliert betrachtet würden.3

Croce warnt vor der Überbewertung möglicher Einflüsse durch religiöse Anschauungen, zeitgenössisches Geschehen, geschichtliche Ereignisse, persönliche Erfahrungen, politische Umstände und ähnlichen Faktoren auf den Autor, wenn es um die ästhetische Betrachtung der Commedia geht. Dabei handle es sich nur um „Nebensache[n]“4, die dazu verleiten von Dantes hervorragendem Ruf als Philosoph und Politiker ohne vorherige Prüfung darauf zu schließen, dass er ein ebenso guter Poet und Schriftsteller wie Berater, Gelehrter oder Staatsmann sei. Von diesen existierten jedoch etliche mehr, die sich lediglich nicht zusätzlich in der Kunst der Dichtung übten. Insofern würde eine solche Schlussfolgerung dazu führen, dass deren Verdienste in den genannten Bereichen einerseits, Dantes dichterische Begabung andererseits nicht ausreichend gewürdigt würden.5 Croce fordert also jegliche Hintergründe zum Leben eines Autors außer Acht zu lassen, um ihn als reinen Poeten bewerten zu können. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen zählt er auf Seite 7 sogar mehrere Deutungsversuche auf, die durch den historischen Background Dantes, sowie den des Interpreten maßgeblich beeinflusst wurden.

Croces Forderung scheint wenig realistisch, wenn man bedenkt, dass jeder Autor eines Textes stets von seinem bisherigen Leben, seinen Weltanschauungen, Begegnungen und durchlebten Ereignissen geprägt und beeinflusst wird. So ergeht es jedem Einzelnen bei sämtlichen Entscheidungen, die tagtäglich zu treffen sind, bei Meinungen, die wir vertreten und eben auch bei verfassten Texten. Wie könnte man von Autoren, speziell Poeten oder Dichtern verlangen ihre Persönlichkeit während der Erschaffung eines Textes auszublenden oder gar zu ignorieren? Schließlich benötigen sie ein gewisses Maß an Hintergrundwissen und ausreichend Fantasie, welche stets von persönlichen Eindrücken beeinflusst werden. Nichtsdestotrotz wünscht sich Croce zumindest bei der poetischen Auslegung der Commedia mehr „geschichtliche Unbefangenheit“6, sowie die „Verfeinerung der methodischen Begriffe“7, sodass die Betrachtung „einfach, schlicht, [und] frei von Vorurteilen“8 erfolgen kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Dantes Divina Commedia dar und skizziert das Vorhaben, Benedetto Croces kritische Auseinandersetzung mit dem Werk zu untersuchen.

2. Croces Auffassung der „richtigen“ Betrachtung: In diesem Kapitel wird Croces Forderung nach einer ästhetischen Reinheit beleuchtet, die durch den Ausschluss historischer und biographischer Kontexte erreicht werden soll.

2.1 Das Problem der „Nebensächlichkeiten“: Hier wird dargelegt, warum Croce außerliterarische Einflüsse als störend für die Beurteilung der dichterischen Qualität Dantes empfindet.

2.2 Die Bedeutung der Allegorien: Dieses Kapitel behandelt Croces radikale These, dass Allegorie und Dichtung sich gegenseitig ausschließen und eine wahre allegorische Deutung der Commedia unmöglich sei.

2.3 Das „richtige“ Verständnis für Dante und die Commedia: Hier geht es um Croces pragmatische Vorschläge zum Umgang mit schwer verständlichen Textstellen, indem diese etwa neutral oder im Sinne der „schöneren“ Variante interpretiert werden sollen.

3. Croces eigene Interpretation der Commedia: Das Kapitel analysiert den Widerspruch, dass Croces eigene Ausführungen zum Werk weniger eine literaturwissenschaftliche Analyse darstellen als vielmehr eine begeisterte Nacherzählung voller Emotionen.

4.Fazit: Die Zusammenfassung bilanziert, dass Croces Werk weniger als objektive Literaturkritik, sondern als ästhetische Würdigung von Dantes Divina Commedia zu verstehen ist.

Schlüsselwörter

Benedetto Croce, Divina Commedia, Dante Alighieri, La Poesia di Dante, Literaturkritik, Ästhetik, Allegorie, Dichtung, Interpretation, Geschichtliche Unbefangenheit, Nebensächlichkeiten, Dichterisches Genie, Analyse, Textverständnis, Ästhetische Bewertung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der kritischen Betrachtung von Benedetto Croces Interpretation der Divina Commedia, wie er sie in seinem Werk La Poesia di Dante ausführt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind Croces ästhetische Theorie, die Ablehnung von Allegorien in der Dichtung, der Umgang mit biographischen Hintergründen des Autors und die Kritik an bisherigen wissenschaftlichen Interpretationsweisen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Croces theoretische Forderungen an die Literaturwissenschaft mit seiner tatsächlichen, eher emotionalen und nacherzählenden Interpretation der Commedia zu vergleichen und kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche Untersuchung, die auf der Analyse des Primärtextes von Croce sowie ergänzender Sekundärliteratur zur Einordnung seiner ästhetischen Thesen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Croces Thesen zur „richtigen“ Betrachtung, seine Argumentation gegen Allegorien sowie die Diskrepanz zwischen seinem Anspruch auf wissenschaftliche Analytik und seiner faktischen, begeisterten Nacherzählung des Werkes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Benedetto Croce, Divina Commedia, Ästhetik, Dichtung, Allegorie-Kritik, Interpretation und literaturwissenschaftliche Methodik.

Wie bewertet Croce die Rolle von Allegorien in Dantes Werk?

Croce lehnt Allegorien in der Commedia strikt ab. Er argumentiert, dass dort, wo wahre Dichtung besteht, keine Allegorien existieren können, und hält solche Deutungen für Fehlinterpretationen.

Welche Vorgehensweise schlägt Croce bei unverständlichen Textstellen vor?

Er schlägt vor, schwer verständliche Stellen entweder neutral zu deuten oder sich für die „schönere“ literarische Variante zu entscheiden, anstatt den Text durch spekulative oder historische Annahmen zu überfrachten.

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Résumé des informations

Titre
Kritische Betrachtung Benedetto Croces Interpretation der Divina Commedia in „La Poesia di Dante“
Université
University of Passau  (Philosophische Fakultät - Romanische Literaturwissenschaft und Kultur)
Cours
Lektürekurs Dante
Note
1,3
Auteur
Kira Thiele (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
11
N° de catalogue
V170071
ISBN (ebook)
9783640886494
ISBN (Livre)
9783640886524
Langue
allemand
mots-clé
Dante Alighieri La Poesia di Dante Italienische Literaturwissenschaft Die Göttliche Komödie Benedetto Croce
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Kira Thiele (Auteur), 2010, Kritische Betrachtung Benedetto Croces Interpretation der Divina Commedia in „La Poesia di Dante“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170071
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Extrait de  11  pages
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