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Von Srebrenica nach Dayton

Das Ende der europäischen Bemühungen und der Beginn der amerikanischen Friedensdiplomatie auf dem Balkan

Título: Von Srebrenica nach Dayton

Tesis de Maestría , 2007 , 93 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Mathias Schulte (Autor)

Política - Región: Sudeste de Europa
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Diese Aussage Bismarcks schien mit der Eskalation des Konfliktes in Jugoslawien erneut Bedeutung gewonnen zu haben. Häufig fanden genau diese mahnenden Worte Bismarcks Verwendung, wenn Politiker sich gegen eine militärische Intervention in Kroatien oder Bosnien-Herzegowina aussprachen. Nahezu vier Jahre lang wehrten sich die Regierungen der führenden westlichen Länder vehement gegen den Einsatz von Bodentruppen, um die kriegerischen Auseinandersetzungen im ehemaligen Jugoslawien zu beenden. Allenfalls zu humanitären Zwecken waren vor allem Frankreich und Großbritannien bereit, Truppen im Rahmen eines UN- Einsatzes in die Konfliktregion zu entsenden. In Anwesenheit dieser Soldaten ereigneten sich auf dem jugoslawischen Kriegsschauplatz die schwersten Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die sich in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ereignet hatten. Die Tatenlosigkeit im Angesicht von Kriegsverbrechen, wie des Massakers von Srebrenica, drohte der UNO, aber auch der NATO und der EU einen großen Glaubwürdigkeitsverlust zuzufügen.
Nur wenige Jahre zuvor war im Rahmen der UNO der Aggression Saddam Husseins gegen Kuwait erfolgreich begegnet worden. Präsident George H.W. Bush hatte eine starke Allianz unter Führung der Vereinigten Staaten gegen den Irak gebildet, die Kuwait mit Zustimmung der sowjetischen Führung militärisch befreite. Die Folge der Operation „Desert Storm“ war ein zunehmender Optimismus gepaart mit der Annahme, dass die UN künftig eine „zentrale Rolle (...) und eine entscheidende Funktion für die Bewältigung regionaler Konflikte im Rahmen einer präventiven Diplomatie“ spielen würden.2
[...]
1 Zitiert in: Wolf Oschlies, Wo bitte liegt – und was ist der „Balkan“? In: Eurasisches Magazin, Ausgabe 04-06, http://www.eurasischesmagazin.de/artikel/?artikelID=20060409.
2 Christian Hacke, Zur Weltmacht verdammt, 3. aktualisierte und erweiterte Auflage, München 2005, S. 507.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Literaturlage

3. Konfliktgenese und Konfliktwahrnehmung

4. Nationale Interessen und Ziele der Jugoslawienpolitik

4.1. USA

4.1.1. Außenpolitische Leitlinien der Regierung Bush

4.1.2. Der Wahlkampf 1992

4.1.3. Außenpolitische Leitlinien der Regierung Clinton

4.2. Deutschland

4.3. Frankreich

4.4. Großbritannien

4.5. Zwischenfazit

5. Plattformen der Konfliktbewältigung

5.1. Die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa

5.2. Die Europäische Gemeinschaft

5.3. Von der EG zur UNO

5.4. Die Vereinten Nationen

5.5. Die Jugoslawien-Kontaktgruppe und die NATO

6. Die Wende im Bosnienkrieg

6.1. Der Wandel in der Washingtoner Jugoslawienpolitik

6.2. Die europäische Jugoslawienpolitik im Frühjahr 1995

6.3. Das Massaker von Srebrenica und die zweite Londoner Konferenz

6.4. Die bosnisch-kroatische Offensive und die Operation „Deliberate Force“

6.5. Holbrookes Pendeldiplomatie

6.6. Das Abkommen von Dayton und die Implementierung des Friedensvertrages

7. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Wandel der internationalen Jugoslawienpolitik von den zögerlichen europäischen Bemühungen hin zur entscheidenden amerikanischen Friedensdiplomatie, welche schließlich zum Vertrag von Dayton führte. Im Zentrum steht dabei die Analyse der nationalen Interessen der USA, Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens sowie deren Einfluss auf die Konfliktbewältigungsplattformen.

  • Analyse der nationalen Interessen von USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien.
  • Untersuchung der Rolle internationaler Plattformen wie EG, UNO und NATO.
  • Bewertung der Auswirkungen des Massakers von Srebrenica auf die US-Interventionspolitik.
  • Erforschung des Wandels der US-Außenpolitik unter Präsident Clinton.
  • Diskussion über die Relevanz militärischer Gewaltmittel zur Konfliktbeilegung.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Diese Aussage Bismarcks schien mit der Eskalation des Konfliktes in Jugoslawien erneut Bedeutung gewonnen zu haben. Häufig fanden genau diese mahnenden Worte Bismarcks Verwendung, wenn Politiker sich gegen eine militärische Intervention in Kroatien oder Bosnien-Herzegowina aussprachen. Nahezu vier Jahre lang wehrten sich die Regierungen der führenden westlichen Länder vehement gegen den Einsatz von Bodentruppen, um die kriegerischen Auseinandersetzungen im ehemaligen Jugoslawien zu beenden. Allenfalls zu humanitären Zwecken waren vor allem Frankreich und Großbritannien bereit, Truppen im Rahmen eines UN-Einsatzes in die Konfliktregion zu entsenden. In Anwesenheit dieser Soldaten ereigneten sich auf dem jugoslawischen Kriegsschauplatz die schwersten Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die sich in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ereignet hatten. Die Tatenlosigkeit im Angesicht von Kriegsverbrechen, wie des Massakers von Srebrenica, drohte der UNO, aber auch der NATO und der EU einen großen Glaubwürdigkeitsverlust zuzufügen.

Nur wenige Jahre zuvor war im Rahmen der UNO der Aggression Saddam Husseins gegen Kuwait erfolgreich begegnet worden. Präsident George H.W. Bush hatte eine starke Allianz unter Führung der Vereinigten Staaten gegen den Irak gebildet, die Kuwait mit Zustimmung der sowjetischen Führung militärisch befreite. Die Folge der Operation „Desert Storm“ war ein zunehmender Optimismus gepaart mit der Annahme, dass die UN künftig eine „zentrale Rolle (...) und eine entscheidende Funktion für die Bewältigung regionaler Konflikte im Rahmen einer präventiven Diplomatie“ spielen würden.2

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Ausgangslage des Konflikts vor dem Hintergrund der europäischen Untätigkeit und der historischen Bedeutung von Bismarcks Aussage.

2. Literaturlage: Gibt einen Überblick über die wissenschaftlichen Quellen und Erfahrungsberichte, die der Arbeit als Grundlage dienen.

3. Konfliktgenese und Konfliktwahrnehmung: Analysiert die Ursachen des Zerfalls Jugoslawiens, insbesondere die ökonomische Zerrüttung und den aufkeimenden Nationalismus.

4. Nationale Interessen und Ziele der Jugoslawienpolitik: Untersucht die differierenden außenpolitischen Interessen der USA, Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens.

5. Plattformen der Konfliktbewältigung: Evaluiert die Rolle von KSZE, EG, UNO und NATO sowie deren Versagen bei der Schlichtung des Konflikts.

6. Die Wende im Bosnienkrieg: Detailliert den Politikwechsel ab 1995, gipfelnd in der Operation „Deliberate Force“ und dem Abkommen von Dayton.

7. Schlussbetrachtungen: Reflektiert die Lehren aus der Krise für die künftige Gestaltung der Außen- und Sicherheitspolitik der westlichen Staaten.

Schlüsselwörter

Bosnienkrieg, Jugoslawien, Außenpolitik, USA, Clinton-Regierung, Srebrenica, Dayton-Abkommen, NATO, Europäische Gemeinschaft, Vereinte Nationen, Friedensdiplomatie, Nationalismus, Intervention, Balkan, Außenpolitische Interessen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt das Scheitern der europäischen Vermittlungsbemühungen im Bosnienkrieg und den darauffolgenden Übergang zu einer aktiven amerikanischen Friedensdiplomatie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind nationale Außenpolitik, internationale Konfliktregulierungsmechanismen, militärische Interventionsdoktrinen und der Einfluss innenpolitischer Faktoren auf außenpolitische Entscheidungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die Interessen der westlichen Mächte im Zeitverlauf änderten und warum die USA schließlich eine Führungsrolle bei der Beendigung des Krieges übernahmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Primärdokumenten, Erfahrungsberichten von Akteuren und aktueller fachwissenschaftlicher Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Interessenlagen der vier Akteure USA, Deutschland, Frankreich und Großbritannien sowie die Rolle von Institutionen wie der UNO und NATO bei der Bewältigung der Balkan-Krise.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Bosnienkrieg, US-Außenpolitik, Friedensdiplomatie, Dayton-Abkommen und internationale Organisationen.

Welche Rolle spielte die US-Innenpolitik bei Clintons Kurswechsel?

Der Druck durch den Kongress und das nahende Wahljahr 1996 zwangen Präsident Clinton dazu, sein außenpolitisches Profil zu schärfen und eine Lösung in Bosnien aktiv voranzutreiben.

Wie bewertet der Autor die Rolle Frankreichs?

Der Autor zeigt auf, wie Frankreich einerseits versuchte, durch sein militärisches Engagement in der UNPROFOR eine Führungsposition einzunehmen, andererseits durch eine pro-serbische Haltung eine effektivere Konfliktlösung lange blockierte.

Final del extracto de 93 páginas  - subir

Detalles

Título
Von Srebrenica nach Dayton
Subtítulo
Das Ende der europäischen Bemühungen und der Beginn der amerikanischen Friedensdiplomatie auf dem Balkan
Universidad
University of Bonn
Calificación
2,3
Autor
Mathias Schulte (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
93
No. de catálogo
V170109
ISBN (Ebook)
9783640887576
ISBN (Libro)
9783640887477
Idioma
Alemán
Etiqueta
EU NATO Kroatien Jugoslawienkrieg
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Mathias Schulte (Autor), 2007, Von Srebrenica nach Dayton, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170109
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