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Boulevardjournalismus in der Sportberichterstattung?

Die Spielberichterstattung von Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga-Saison 2007/2008. Ein inhaltsanalytischer Vergleich der Spielberichte ausgewählter Medien

Titre: Boulevardjournalismus in der Sportberichterstattung?

Mémoire (de fin d'études) , 2009 , 126 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Timo Strömer (Auteur)

Médias / Communication - Journalisme
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Résumé Extrait Résumé des informations

Im Jahr 1986 feierte die Sportberichterstattung in Deutschland ihren 100. Geburtstag , doch statt mit Glückwünschen begegnete die Wissenschaft dem Sportjournalismus mit zum Teil heftiger Kritik , die bis heute anhält. Die Berichterstattung im Sport sei emotional aufgeladen, superlativistisch überbewertet, stereotypisch und neige zur Starkultivierung, um nur eine kleine Auswahl der Kritikpunkte am Sportjournalismus zu nennen. Die Beanstandungen lassen sich dabei unter einem übergeordneten Vorwurf zusammenfassen: Die Sportberichterstattung (TV, Hörfunk, Print, Internet) weise regelmäßig Kennzeichen des Boulevardjournalismus auf. Josef Hackforth, Leiter des Lehrstuhls Sport, Medien und Kommunikation an der technischen Universität München, stellte 2000 in seinen zehn Thesen zur Sportberichterstattung im dritten Jahrtausend die Behauptung auf, „die Boulevardisierung der Sportberichterstattung wird weiter zunehmen.“. Die Aussage impliziert, dass es bereits einen Trend gebe, wonach die Sportberichterstattung sich dem Boulevardjournalismus annähre, beziehungsweise bereits angenähert habe. Die in der Literatur vorzufindenden Ausführungen zum (zunehmenden) Boulevardjournalismus in der Sportberichterstattung weckten das Interesse des Autors dieser Arbeit, die sich im weiteren Verlauf mit dem folgenden Thema auseinandersetzt:

Boulevardjournalismus in der Sportberichterstattung? – Die Spielberichterstattung von Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga-Saison 2007/2008. Ein inhaltsanalytischer Vergleich der Spielberichte ausgewählter Medien.

Das Forschungsinteresse besteht darin, die Spielberichte der Punktspiele von Werder Bremen in der Bundesliga-Saison 2007/2008 in ausgewählten Medien auf Boulevardaspekte hin zu untersuchen und miteinander zu vergleichen. Dies scheint insofern interessant, da die Spielberichte als Basis der Fußball-Berichterstattung verstanden werden dürfen, schließlich ist es deren Funktion, den Rezipienten über die wichtigsten Ereignisse eines Fußballspiels objektiv und sachlich zu informieren. Es stellt sich die Frage, ob sogar die Spielberichte - als Informationsbasis für den Fußballjournalismus – Kennzeichen aufweisen, die für einen Boulevardjournalismus sprechen.

Die Auswahl der Medien beinhaltet eine Boulevardzeitung, eine überregionale Tageszeitung, eine regionale Tageszeitung sowie die Homepage des Fußball-Bundesligavereins Werder Bremen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Boulevardjournalismus auf dem Vormarsch: Sportberichterstattung im Wandel

2.1 Definition Boulevardjournalismus

2.2 Veränderte Bedingungen für den Sportjournalismus

2.3 Die Rolle des Sportjournalisten im Wandel

2.4 Die Konstante: Ethik in der Sportberichterstattung

3. Der Spielbericht im Fokus: Charakteristika und Abgrenzungen

3.1 Historische Einordnung

3.2 Der Bericht als journalistische Darstellungsform

3.3 Besondere Merkmale des Spielberichts

4. Emotionalisierung der Spielberichterstattung als Indiz für Boulevardjournalismus

4.1 Sensationalisierung

4.2 Personalisierung

4.3 Visualisierung

5. Themensetzung in der Spielberichterstattung

5.1 Gate-Keeper-Prozesse

5.2 Einfluss der Nachrichtenfaktoren

5.3 Agenda Setting

6. Zwischenfazit: Zusammenfassung des Theorieteils

7. Theoretische Einordnung der Untersuchungsobjekte

7.1 Die „Bild“

7.2 Die „Süddeutsche Zeitung“

7.3 Der „Weser-Kurier“

7.4 „Werder.de“

8. Methodik der Inhaltsanalyse

8.1 Inhaltsanalyse als empirsche Methode

8.2 Validität und Reliabilität

9. Operationalisierung, Design, Datengrundlage

10. Forschungsfragen und Hypothesenbildung

11. Ergebnisse

11.1 Sprachliche Ebene

11.2 Inhaltliche Ebene

11.3 Optische Ebene

11.4 Boulevardjournalismus auf drei Ebenen

12. Zusammenfassung der Ergebnisse

12.1 Forschungsfragen im Fokus

12.2 Fazit

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist es, die Spielberichte der Bundesligaspiele von Werder Bremen in der Saison 2007/2008 in verschiedenen Medientypen zu untersuchen, um den Grad der Boulevardisierung zu bestimmen und zu vergleichen. Hierbei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und wie stark die Berichterstattung in Boulevardmedien, überregionalen Qualitätszeitungen, Regionalpresse und vereinseigenen Online-Angeboten boulevardjournalistische Merkmale aufweist.

  • Analyse des Wandels der Sportberichterstattung hin zum Boulevardjournalismus
  • Untersuchung von Boulevardaspekten auf sprachlicher, inhaltlicher und optischer Ebene
  • Vergleichende Inhaltsanalyse von „Bild“, „Süddeutsche Zeitung“, „Weser-Kurier“ und „Werder.de“
  • Überprüfung der Personalisierung und Sensationalisierung als Indizien für Boulevardstil
  • Untersuchung der Themensetzung mittels Gate-Keeper-Prozessen und Nachrichtenfaktoren

Auszug aus dem Buch

4. Emotionalisierung der Spielberichterstattung als Indiz für Boulevardjournalismus

Sport lebt von und mit Emotionen. Gerade im Fußball-Sport sind Gefühle wie Freude, Wut, Enttäuschung etc. essentiell für das Mitfiebern und das Miterleben des Sports. Zwar haben Fernsehen und Hörfunk zweifelsohne die besseren Möglichleiten Emotionen in der Spielberichterstattung per Bild und Ton zu transportieren, doch auch geschriebene Spielberichte können emotional aufbereitet sein. Insbesondere Boulevardmedien bedienen sich eines emotionalen Stils in der Berichterstattung und legen großen Wert auf die emotionale Komponente bei der Darstellung von Ereignissen. Ludwig stellte bereits 1987 fest, dass die Sportberichterstattung grundsätzlich dazu neigt „emotional aufgeladen“ zu sein dennoch darf eine hohe Emotionalität in der Spielberichterstattung schon per Definition (vgl. 2.1) als ein wesentliches Indiz für Boulevardjournalismus herangezogen werden. Die vorigen Ausführungen dieser Arbeit begründen diese Herangehensweise zusätzlich.

Emotionen erzeugen Nähe zum Geschehen und indem die Sportberichterstattung emotional aufgeladen ist, kann die Aufmerksamkeit des Lesers über Gefühle gefesselt werden. Ausschlaggebend für diese Wirkung ist ein emotionaler Stil in der Berichterstattung und damit einhergehend eine emotionale Sprache. „Das Wortfeld ist zu untergliedern in die Bereiche Angst und Schrecken, Nervosität und Verwirrung, Trauer, Leid und Enttäuschung, Ärger, Wut und Zorn, Stimmung und Jubel, Sensation und Spannung, Unabwendbares, Unheimliches und Wunderbares.“

Ferner tragen ein einfacher Stil, eine verständliche Schreibweise sowie Verstärkungen aller Art, die Vorliebe für sprachliche Bilder, der Gebrauch von Ausrufen und ausdrucksstarke Wortkreationen zur Emotionalisierung in der Sportberichterstattung bei. Auch ein humoristischer, satirischer oder gar beleidigender Stil ist ein Element der Emotionalisierung. Darüber hinaus kann der Leser mit einem kurzen Satzbau, einem telegrammartigen Stil, mit dem der tempo- und ereignisreiche Ablauf des sportlichen Geschehens rekonstruiert wird, an den Text gebunden werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass die Sportberichterstattung zunehmend boulevardisiert wird, und stellt das Forschungsinteresse an den Werder-Bremen-Spielberichten der Saison 2007/2008 dar.

2. Boulevardjournalismus auf dem Vormarsch: Sportberichterstattung im Wandel: Hier werden Ursachen und Bedingungen des Wandels im Sportjournalismus hin zur Boulevardisierung sowie die Rolle des Journalisten und ethische Konstanten beleuchtet.

3. Der Spielbericht im Fokus: Charakteristika und Abgrenzungen: In diesem Kapitel werden der prototypische Spielbericht, seine historische Einordnung und seine Funktion als Basis der Sportberichterstattung definiert.

4. Emotionalisierung der Spielberichterstattung als Indiz für Boulevardjournalismus: Das Kapitel erläutert, wie durch Sensationalisierung, Personalisierung und Visualisierung Emotionen transportiert werden, um Boulevardmerkmale nachzuweisen.

5. Themensetzung in der Spielberichterstattung: Hier wird der Prozess der Themenfindung durch Gate-Keeper, Nachrichtenfaktoren und Agenda-Setting beschrieben.

6. Zwischenfazit: Zusammenfassung des Theorieteils: Dieses Kapitel fasst die theoretischen Erkenntnisse zu den Boulevardaspekten zusammen und bildet die Basis für den folgenden Analyseteil.

7. Theoretische Einordnung der Untersuchungsobjekte: Die untersuchten Medien – „Bild“, „Süddeutsche Zeitung“, „Weser-Kurier“ und „Werder.de“ – werden im Kontext ihrer Medientypen kurz vorgestellt.

8. Methodik der Inhaltsanalyse: Das Kapitel beschreibt die quantitative Inhaltsanalyse, deren Validität und Reliabilität als wissenschaftliche Methode für die vorliegende Arbeit.

9. Operationalisierung, Design, Datengrundlage: Hier werden das Untersuchungsdesign, der Zeitraum, die Auswahl der 132 Spielberichte und die statistische Auswertung dargelegt.

10. Forschungsfragen und Hypothesenbildung: Dieses Kapitel führt die zentralen und untergeordneten Forschungsfragen sowie die Hypothesen der Untersuchung ein.

11. Ergebnisse: Die Ergebnisse der Untersuchung werden aufgeteilt in die sprachliche, inhaltliche und optische Ebene detailliert dargestellt und analysiert.

12. Zusammenfassung der Ergebnisse: Dieses Kapitel fasst die zentralen Befunde der Inhaltsanalyse zusammen und zieht ein Fazit zur Boulevardisierung in der Spielberichterstattung.

Schlüsselwörter

Boulevardjournalismus, Sportberichterstattung, Spielbericht, Inhaltsanalyse, Werder Bremen, Fußball-Bundesliga, Sensationalisierung, Personalisierung, Visualisierung, Mediensport, Boulevardisierung, Printmedien, Online-Sportjournalismus, Agenda Setting, Nachrichtenfaktoren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Wandel der Sportberichterstattung hin zum Boulevardjournalismus am Beispiel von Spielberichten der Fußball-Bundesliga-Saison 2007/2008 mit Beteiligung von Werder Bremen.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?

Die Studie fokussiert sich auf die Merkmale des Boulevardjournalismus, wie Sensationalisierung, Personalisierung und Visualisierung, sowie auf die Themensetzung in der Sportpresse.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Hauptziel ist zu ermitteln, ob und wie stark die Spielberichterstattung ausgewählter Medien Boulevardcharakter aufweist und wie sich diese Medien diesbezüglich unterscheiden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die Methode der quantitativen Inhaltsanalyse, um formale, sprachliche, inhaltliche und optische Kriterien der Spielberichte systematisch auszuwerten.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über den Wandel des Sportjournalismus und eine empirische Inhaltsanalyse der Berichte von vier unterschiedlichen Medien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen zählen Boulevardjournalismus, Sportberichterstattung, Inhaltsanalyse, Personalisierung, Sensationalisierung und Werder Bremen.

Wie unterscheidet sich die „Bild“-Zeitung in der Sportberichterstattung von den anderen untersuchten Medien?

Die „Bild“-Zeitung weist nach der Untersuchung am stärksten ausgeprägte Boulevardmerkmale auf, nutzt deutlich häufiger dramatische Wortkreationen und setzt eine höhere Anzahl an Bildern ein.

Welche Rolle spielt „Werder.de“ im Kontext des Boulevardjournalismus?

Überraschenderweise weist auch die vereinseigene Homepage boulevardjournalistische Tendenzen auf, wenngleich diese meist in abgeschwächter Form gegenüber Boulevard-Printmedien auftreten.

Fin de l'extrait de 126 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Boulevardjournalismus in der Sportberichterstattung?
Sous-titre
Die Spielberichterstattung von Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga-Saison 2007/2008. Ein inhaltsanalytischer Vergleich der Spielberichte ausgewählter Medien
Université
University of Göttingen
Note
1,7
Auteur
Timo Strömer (Auteur)
Année de publication
2009
Pages
126
N° de catalogue
V170125
ISBN (ebook)
9783640888139
ISBN (Livre)
9783640888030
Langue
allemand
mots-clé
Medien Fußball Sport Journalismus Boulevard Werder Bremen Boulevardjournalismus Bild Süddeutsche Zeitung Spielberichte Spielbericht Inhaltsanalyse Print Online Internet Vergleich Spielberichterstattung Personalisierung Visualisierung Bundesliga Saison
Sécurité des produits
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Citation du texte
Timo Strömer (Auteur), 2009, Boulevardjournalismus in der Sportberichterstattung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170125
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Extrait de  126  pages
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