German:
Diese Arbeit behandelt Forderungen nach mehr direktdemokratischen Elementen im österreichischen politischen System aus demokratietheoretischer Sicht. Als Grundlage herangezogen werden dafür Sartoris theoretisches Werk als auch die praktischen Referenzfälle Schweiz und USA.
Schließlich werden konkrete Forderungen, die in Österreich gestellt werden aufgezeigt und mit den bisherigen Ausführungen verknüpft. Es folgt eine Beurteilung der einzelnen Punkte im Schlussteil.
English:
This paper is on demands for more direct democracy in the Austrian political system from a democracy-theoretical stance. Sartoris theoretical work as well as the practical cases Switzerland and the U.S. Serve as base for the analysis.
Outspoken political demands placed in Austria are shown and are linked to the theory and to the cases. In the end they are rated due to the theories.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Abriss zur Mitwirkung in Demokratien
3. Bestehende politische Systeme mit großer direktdemokratischer Beteiligung
3.1. Direkte Demokratie in der Schweiz
3.2. Direkte Demokratie und ihre Umsetzung in U.S.-amerikanischen Bundesstaaten
3.3. Abgleich der realen Umsetzung direkter Demokratie mit Sartoris Demokratiebegriffen
4. Forderungen nach „mehr direkter Demokratie“ in Österreich
4.1. Direktdemokratische Elemente im politischen System Österreichs
4.2. Konkrete Forderungen und Argumente - Bestandsaufnahme
4.3. Zusammenfassung und Diskussion der bisherigen Ergebnisse nach Sartori
5. Resumée
6. Bibliographie
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht Forderungen nach mehr direktemokratischen Elementen im österreichischen politischen System vor dem Hintergrund einer demokratietheoretischen Analyse. Ziel ist es, die Erfolgsaussichten und die Umsetzbarkeit solcher Reformvorschläge kritisch zu prüfen, wobei als theoretische Basis Giovanni Sartoris Demokratietheorie sowie die praktischen Fallbeispiele der Schweiz und der USA herangezogen werden.
- Demokratietheoretische Einordnung von Mitwirkungsmöglichkeiten
- Analyse der direktdemokratischen Systeme in der Schweiz und den USA
- Bestandsaufnahme des österreichischen politischen Systems
- Kritische Diskussion aktueller Forderungen und Parteiprogramme in Österreich
- Bewertung der Erfolgsaussichten von Reformen zur direkten Demokratie
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Der Begriff „Demokratie“ entwickelte sich, ausgehend von der aristotelischen Bezeichnung der entarteten „Herrschaft vieler“, zur heute in der westlichen Welt vorherrschenden Regierungsform. Dabei bleibt die Demokratie das für die ganze Welt normativ befürwortete Ziel was sich beispielsweise in Versuchen im Irak eine Demokratie zu installieren äußert. Dass unterdessen die Demokratie selbst ebenso wie der Begriff, der seine Bedeutung vom Negativen ins Positive verkehren konnte, sich wandelte und mittlerweile verschiedenste Ausformungen und Konzepte in sich vereint, wird dabei nur allzu oft unterschlagen. So wird unter Demokratie heute häufig fast selbstverständlich die repräsentative Wahldemokratie verstanden. Dass dies nicht die einzige denkbare Form der demokratischen Willens- und Entscheidungsfindung ist wird vor allem im Zuge von Kritik an Parteien und Staat eingebracht: Dann werden Begriffe wie athenische, antike oder direkte Demokratie auf das Tapet gebracht. Während dabei ebenso die ursprünglich negative Bedeutung des Begriffs Demokratie vergessen wird, ist zu erwarten, dass auch die Reminiszenz an die antike Herrschaftsform eher affektiv und unreflektiert passiert.
Im medialen politischen Diskurs in Österreich treten derartige Forderungen immer wieder auf. In der vorliegenden Arbeit sollen nicht nur Ursprung und Kontext dieser Forderungen nach „mehr direkter Demokratie“ geklärt werden, vielmehr sollen sie genauer auf ihre Stichhaltigkeit überprüft werden und an Hand Giovanni Sartoris Ausführungen zur Demokratietheorie im zusammenfassenden Resümee theoretisiert und in das von Sartori bereitgestellte Schema eingeordnet werden. Dazu sollen existierende Systeme, welche sich stärker als österreichische auf direkte Demokratie stützen, vorgestellt und ebenso eingeordnet werden. Es eignen sich dazu vor allem die Schweiz – welche durch ihre geographische Nähe zu Österreich als Vergleichsobjekt sehr brauchbar ist – und die Demokratiesysteme einzelner U.S.-amerikanischer Bundesstaaten. Schließlich wird sich die Übereinstimmung der österreichischen Forderungen mit anderswo umgesetzten Systemen zeigen, wodurch auch Rückschlüsse auf die Aussichten zum gewünschten Erfolg für die in Österreich geforderten Änderungen gezogen werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik des Demokratiebegriffs ein und definiert die Zielsetzung, die Forderungen nach direkter Demokratie in Österreich theoretisch und durch internationalen Vergleich zu evaluieren.
2. Theoretischer Abriss zur Mitwirkung in Demokratien: In diesem Kapitel werden grundlegende Demokratietheorien nach Giovanni Sartori dargestellt, wobei insbesondere zwischen Wahldemokratie, Mitwirkungsdemokratie und direkter Demokratie unterschieden wird.
3. Bestehende politische Systeme mit großer direktdemokratischer Beteiligung: Dieses Kapitel analysiert das Schweizer Modell sowie direktdemokratische Ansätze in U.S.-amerikanischen Bundesstaaten und gleicht diese mit theoretischen Modellen ab.
4. Forderungen nach „mehr direkter Demokratie“ in Österreich: Hier erfolgt eine Analyse der aktuellen direktdemokratischen Elemente in Österreich sowie eine Bestandsaufnahme konkreter Forderungen und der Standpunkte der politischen Parteien.
5. Resumée: Das Resümee fasst die Erkenntnisse zusammen und bewertet die Erfolgsaussichten der österreichischen Reformdebatte im Lichte der theoretischen und praktischen Vergleichsanalysen.
6. Bibliographie: Das Verzeichnis listet sämtliche für die Arbeit herangezogenen Quellen und Literaturstellen auf.
Schlüsselwörter
Direkte Demokratie, Österreich, Schweiz, USA, Giovanni Sartori, Mitwirkungsdemokratie, Wahldemokratie, Volksbegehren, Volksabstimmung, Parteien, Bürgerbeteiligung, Politische Systeme, Reformdebatte, Repräsentative Demokratie, Partizipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Forderungen nach einer stärkeren Einbindung direkt-demokratischer Elemente in das österreichische politische System.
Welche Themenfelder sind zentral?
Im Zentrum stehen die Demokratietheorie nach Sartori, der praktische Vergleich mit der Schweiz und den USA sowie die aktuelle politische Diskussion in Österreich.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Stichhaltigkeit der Forderungen nach „mehr direkter Demokratie“ in Österreich kritisch zu prüfen und deren Erfolgsaussichten theoretisch zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Fundierung durch das Werk von Giovanni Sartori und nutzt einen komparativen Ansatz, um österreichische Reformvorschläge mit praktischen Vorbildern zu vergleichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, eine Analyse der Systeme in der Schweiz und den USA, sowie eine detaillierte Bestandsaufnahme der politischen Situation und der Forderungen in Österreich.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Direkte Demokratie, Volksbegehren, Mitwirkungsdemokratie, Bürgerbeteiligung und das österreichische politische System.
Warum wird die Schweiz als Vergleichsmodell herangezogen?
Die Schweiz dient als Referenzfall, da sie aufgrund ihrer direktdemokratischen Institutionen und ihrer geographischen Nähe als wertvolles Vergleichsobjekt für das österreichische System fungiert.
Welche Rolle spielt die Parteienlandschaft bei diesem Thema?
Die Arbeit beleuchtet, wie österreichische Parteien das Thema direkte Demokratie strategisch nutzen und in ihren jeweiligen Programmen unterschiedlich gewichten.
Zu welchem Schluss kommt der Autor hinsichtlich der Umsetzbarkeit?
Der Autor stellt fest, dass die Forderungen nach direkter Demokratie oft in Konflikt mit dem bestehenden repräsentativen Prinzip und verfassungsrechtlichen Strukturen stehen, was die praktische Umsetzung erschwert.
- Citar trabajo
- Robert Huber (Autor), 2008, „Mehr direkte Demokratie“ in Österreich?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170127