Quellenanalyse zur Sprachenfrage in der deutschen Missions- und Kolonialpädagogik

Mit Schwerpunkt der Betrachtung, der von der Mission erläuterten Erziehungs- und Bildungspädagogischen Mängel am Regierungsschulwesen


Essay, 2011

10 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Untersuchung des Schriftverkehrs

3. Abschließende Betrachtung

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In einer unserer Sitzungen im Seminar „Schulbücher als Träger von Bildern über Erziehung und Bildung“ gingen die Teilnehmenden, gemeinsam mit der Dozentin näher auf den Aspekt der Darstellung fremder Kulturen in Schul­büchern ein.

Ein Kernpunkt dieser Betrachtungen lag dabei auf der Untersuchung von Dar­stellungsformen aus der deutschen Kolonialzeit.

Mit diesem Essay möchte ich mich der Diskussion um die Sprachenfrage im Unterricht der Kolonialschulen in Afrika und unter diesen besonders der in Togo widmen, welche durch vielfältigen, zusammengehörigen Schriftverkehr zwischen Mission, Kolonialregierungen und dem Auswärtigen Amt in Berlin geführt wurde.[1]

Der Schwerpunkt meiner Betrachtungen wird dabei darauf liegen, die von der Mission erläuterten erziehungs- und bildungspädagogischen Mängel des Re­gierungsschulwesens der Kolonialregierungen zu analysieren.

2. Untersuchung des Schriftverkehrs

Der in den Jahren 1904 bis 1906 erfolgte zusammen gehörige Schriftverkehr bzw. Diskurs, welcher im Buch von Adick und Mehnert abgedruckt ist und sich auf die Regelung der Sprachenfrage im Schulunterricht in Togo und Deutsch­Südwestafrika bezieht, wurde zunächst zwischen Vertretern der deutschen evangelischen Mission, der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes sowie dem Gouvernement von Togo auf der einen Seite für die Kolonie Togo und später zwischen der deutschen evangelischen Mission, der Kolonialabteilung des Aus­wärtigen Amtes und dem Gouvernement von Deutsch-Südwestafrika auf der an­deren Seite für die Kolonie Deutsch-Südwestafrika geführt.[2]

Konkret beginnt der Schriftverkehr mit einer Eingabe der deutschen evan­gelischen Mission an die Kolonialabteilung des auswärtigen Amtes zum Deutsch­unterricht in den Kolonien vom 27.12.1904.

Dort wird zunächst zusammen gefasst, dass die Erteilung deutschen Unter­richts, entsprechend dem Wunsch der Regierung, durchgeführt werden soll, je­doch als ein, in den gesamten Unterrichtsplan, eingefügtes Fach.[3]

Man kann also bereits erkennen, dass die Haltung der Missionsgesellschaft nicht konsequent auf Konfrontation ausgerichtet war, sondern die Auffassung der Umsetzung des Deutschunterrichts eine andere war.[4]

Der Ausschuss der Missionsgesellschaft stellt anschließend an das Auswärtige Amt die Frage nach der nun gewünschten konkreten Regelung und weist im glei­chen Moment, unter Bezugnahme auf Auseinandersetzungen mit Regierungsbe­amten, welche zur Zurückhaltung einiger Missionen geführt haben, darauf hin, dass die Regelung möglichst nicht pädagogischen und didaktischen Prinzipien widersprechen sollte, wie sie durch die Mission in der muttersprachlichen Bildung verankert wurden.[5]

Es wird deutlich, dass die Missionsgesellschaft grundsätzlich erst einmal Interesse an der Debatte zeigt, die Vorgaben bislang aber einerseits nicht als ein­deutig verständlich ansieht und andererseits, wenn Gespräche stattfanden, diese zu einseitig durch Forderungen und nicht durch Entgegenkommen gekennzeichnet gewesen seien.

Außerdem heißt es weiter, dass die Mission es für wünschenswert erachte, wenn die Zentralinstanzen in Deutschland das letzte Wort in der Angelegenheit bekämen.[6]

Die Missionsgesellschaft hat also ein Interesse daran, dass die Kolonial­regierungen oder einzelne Beamte als willkürlich handelnde Zwischeninstanzen der „Wind aus den Segeln“ genommen wird.

Nach dieser ersten Zusammenfassung der bisherigen Diskussion geht die Missionsgesellschaft im weiteren Verlauf des Schreibens dazu über, ihre Vor­schläge für eine Gesamtlösung der Sprachenfrage in allen Kolonien in vier Ab­schnitten darzulegen.[7]

Daran, dass Togo als „Präzedensfall“ angesprochen wird, welcher auf die an­deren Kolonien umgedacht werden soll, wird deutlich, dass die Missionsge­sellschaft neben der recht klaren inhaltlichen Tendenz zum muttersprachlichen Unterricht auch ein verstärktes Interesse äußert, diese Unterrichtsform für sämt­liche Kolonien vereinheitlicht durchzusetzen, was zum Beispiel den weiteren Unterricht vereinfachen könnte.

[...]


[1] vgl. Adick, Christel & Mehnert, Wolfgang. (2001). Deutsche Missions- und Kolonialpädagogik in Dokumenten. Frankfurt am Main: IKO - Verlag für Interkulturelle Kommunikation. S. 265 ff. - 3.2 Kontroversen zwischen Kolonialregierung und Missionen um muttersprachliche und fremd­sprachliche Bildung

[2] vgl. Adick, Christel & Mehnert, Wolfgang. (2001). Deutsche Missions- und Kolonialpädagogik in Dokumenten. Frankfurt am Main: IKO - Verlag für Interkulturelle Kommunikation. S. 257 ff. - 3.1 und 3.2

[3] vgl. Adick, Christel & Mehnert, Wolfgang. (2001). Deutsche Missions- und Kolonialpädagogik in Dokumenten. Frankfurt am Main: IKO - Verlag für Interkulturelle Kommunikation. S. 267

[4] vgl. Adick, Christel & Mehnert, Wolfgang. (2001). Deutsche Missions- und Kolonialpädagogik in Dokumenten. Frankfurt am Main: IKO - Verlag für Interkulturelle Kommunikation. S. 270

[5] vgl. Adick, Christel & Mehnert, Wolfgang. (2001). Deutsche Missions- und Kolonialpädagogik in Dokumenten. Frankfurt am Main: IKO - Verlag für Interkulturelle Kommunikation. S. 267

[6] vgl. Adick, Christel & Mehnert, Wolfgang. (2001). Deutsche Missions- und Kolonialpädagogik in Dokumenten. Frankfurt am Main: IKO - Verlag für Interkulturelle Kommunikation. S. 268

[7] vgl. Adick, Christel & Mehnert, Wolfgang. (2001). (ebd.). ff.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Quellenanalyse zur Sprachenfrage in der deutschen Missions- und Kolonialpädagogik
Untertitel
Mit Schwerpunkt der Betrachtung, der von der Mission erläuterten Erziehungs- und Bildungspädagogischen Mängel am Regierungsschulwesen
Hochschule
Universität Paderborn  (Institut für Erziehungswissenschaften)
Veranstaltung
Schulbücher als Träger von Bildern über Erziehung und Bildung
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
10
Katalognummer
V170147
ISBN (eBook)
9783640888481
ISBN (Buch)
9783640888245
Dateigröße
377 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Es handelt sich um ein Essay für eine Teilnahmebescheinigung im Seminar.
Schlagworte
quellenanalyse, sprachenfrage, missions-, kolonialpädagogik, schwerpunkt, betrachtung, mission, erziehungs-, bildungspädagogischen, mängel, regierungsschulwesen, Kolonie, Togo, Deutsch-Südwestafrika, Herero, Wilhelm, von Rüden, colony, Preußen, prussia, analysis
Arbeit zitieren
Christian Johannes von Rüden (Autor), 2011, Quellenanalyse zur Sprachenfrage in der deutschen Missions- und Kolonialpädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170147

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