Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Kulturbegriff in den Wirtschaftswissenschaften. Im Fokus steht dabei die Landeskultur, deren Einfluss am Beispiel des Marketing anhand aktueller Studien dargelegt wird.
Als Folge der Globalisierung bzw. zunehmender internationaler Geschäftstätigkeit nahmen internationale Beziehungen zu. Diese erzeugten entsprechende Berührungen mit anderen Kulturen, so dass die „Fähigkeit zur interkulturellen Kommunikation […] ein entscheidender Erfolgsfaktor für die internationale Geschäftsentwicklung von Unternehmen geworden“ ist.
Im ersten Kapitel werden der Kulturbegriff sowie verschiedene Kulturverständnisse näher betrachtet. Im darauffolgenden Kapitel wird die Kultur auf verschiedenen Ebenen dargestellt: der Landes- sowie der Unternehmenskultur, wobei der Schwerpunkt dieser Arbeit auf der Landeskultur liegt. Anschließend werden in Kapitel 3 populäre Kulturmodelle vorgestellt. Kapitel 4 stellt schließlich das aktuelle Verständnis der Kultur in den Wirtschaftswissenschaften am Beispiel des Einflusses der Landeskultur auf das Marketing dar. Auch wenn das Marketing nicht repräsentativ für die gesamten Wirtschaftswissenschaften sein kann, so ist eine Betrachtung der Kultur im Lichte des Marketing sinnvoll, da gerade diese Teildisziplin durch einen hohen Grad an Kommunikation gekennzeichnet ist. Und insbesondere bei der interkulturellen Kommunikation werden kulturelle Unterschiede deutlich. Das verstärkte Interesse an kulturellen Einflüssen auf das Marketing und die Werbung lässt sich auch an der großen Zahl von Studien zu dieser Thematik erkennen.
Inhaltsverzeichnis
II. Einleitung und Gliederung
1 Der Kulturbegriff
2 Kulturebenen
2.1 Landeskultur
2.2 Unternehmenskultur
3 Modelle kulturvergleichender Studien
4 Einfluss der Kultur auf das Marketing
4.1 Consumer Culture Theory
4.2 Kulturimplikationen für das Marketing
4.2.1 Kognition und Perzeption
4.2.2 Innovation und Produktdiffusion
4.2.3 Konsumenten- und Kaufverhalten
4.2.4 Weitere Forschungsergebnisse
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Kultur, insbesondere der Landeskultur, auf marketingrelevante Prozesse. Das primäre Ziel ist es, anhand aktueller Studien aufzuzeigen, wie kulturelle Unterschiede die Wahrnehmung, das Konsumverhalten sowie die Adaption von Innovationen beeinflussen und welche Rolle dabei theoretische Konzepte wie die Consumer Culture Theory spielen.
- Grundlagen des Kulturbegriffs und verschiedene Kulturebenen
- Analyse kulturvergleichender Modelle (Hofstede, Trompenaars, Hall)
- Kulturelle Einflüsse auf Konsumentenverhalten und Kommunikation
- Standardisierung versus Lokalisierung von Marketingstrategien
- Forschungsergebnisse zur Innovation und Produktdiffusion
Auszug aus dem Buch
1 Der Kulturbegriff
Einführend werden in diesem Kapitel verschiedene Kulturbegriffe und -verständnisse vorgestellt. Das Wort Kultur stammt aus dem Lateinischen und bezog sich ursprünglich auf die Bewirtschaftung von Boden bzw. Land. Heute wird der Begriff vorwiegend in Bezug zu Gruppen, Gesellschaften oder Kollektiven verwendet.
Kulturdefinitionen gibt es aus unterschiedlichen Disziplinen. Der Ethnograph Edward Burnett Tylor (1871) sieht Kultur als „jenes komplexe Ganze, das Wissen, Glauben, Kunst, Moral, Recht, Sitte, Brauch und alle anderen Fähigkeiten und Gewohnheiten umfaßt [sic!], die der Mensch als Mitglied einer Gesellschaft erworben hat“.
Eine anthropologische Definition von Kluckhohn (1951) besagt, dass „Kultur […] aus Mustern von Denken, Fühlen und Handeln, hauptsächlich erworben und übertragen durch Symbole, die die charakteristischen Errungenschaften von bestimmten Gruppen von Menschen bilden, [besteht,] dazu ihre Verkörperung in Artefakten; der wesentliche Kern der Kultur besteht aus traditionellen (d.h. in der Geschichte begründeten und von ihr ausgewählten) Ideen und insbesondere ihren zugehörigen Werthaltungen.“
Geert Hofstede bezeichnet Kultur metaphorisch als „software of the mind“ bzw. mentales Programm, das in der frühen Kindheit erlernt und im Prozess weiterer Sozialisation in Schule, Universität oder einem Unternehmen verstärkt wird. Die Software, die die grundlegenden Werte umfasst, sieht Hofstede ähnlich wie Kluckhohn als Kern einer Kultur. Trompenaars fasst dies wie folgt zusammen: „Culture comes in layers, like an onion. To understand it you have to unpeel it layer by layer.” Die folgende Grafik veranschaulicht die verschiedenen Schichten, die nach außen durch einen zunehmenden Grad an Explizität gekennzeichnet sind. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird auf dieses Modell des Öfteren verwiesen.
Zusammenfassung der Kapitel
II. Einleitung und Gliederung: Die Arbeit führt in den Kulturbegriff ein und verdeutlicht die Relevanz interkultureller Kompetenz für die internationale Geschäftsentwicklung im Marketingkontext.
1 Der Kulturbegriff: Dieses Kapitel definiert Kultur anhand verschiedener disziplinärer Ansätze und stellt zentrale Metaphern wie das Zwiebelmodell vor.
2 Kulturebenen: Es wird zwischen Landeskultur als Differenzierungskriterium und der Unternehmenskultur als organisationale Sozialisation unterschieden.
3 Modelle kulturvergleichender Studien: Die bekanntesten Modelle von Hofstede, Trompenaars und Hall werden vorgestellt und hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit im Marketing diskutiert.
4 Einfluss der Kultur auf das Marketing: Dieser Hauptteil analysiert die Consumer Culture Theory und untersucht den Einfluss kultureller Faktoren auf Kognition, Kommunikation, Innovationsadaption und Kaufverhalten.
5 Fazit und Ausblick: Zusammenfassend wird die signifikante Bedeutung der Kultur für das Marketing bestätigt, wobei gleichzeitig Grenzen bestehender Modelle aufgezeigt werden.
Schlüsselwörter
Landeskultur, Unternehmenskultur, Hofstede, Consumer Culture Theory, interkulturelle Kommunikation, Marketing, Konsumentenverhalten, Innovation, Produktdiffusion, Standardisierung, Lokalisierung, Kulturmodelle, Werbewirkung, Globalisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet die Rolle und den Einfluss des Kulturbegriffs innerhalb der Wirtschaftswissenschaften, mit einem speziellen Fokus auf die Marketing-Disziplin.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die Definition von Kultur, verschiedene Modelle zur Messung kultureller Unterschiede sowie deren praktische Auswirkungen auf Marketingentscheidungen ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin, anhand aktueller Forschungsergebnisse zu demonstrieren, wie kulturelle Dimensionen das Verhalten von Konsumenten und die Effektivität von Marketingstrategien prägen.
Welche wissenschaftlichen Modelle werden verwendet?
Insbesondere werden die Modelle von Geert Hofstede, Fons Trompenaars und Edward T. Hall sowie der theoretische Rahmen der Consumer Culture Theory (CCT) herangezogen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Consumer Culture Theory und untersucht spezifisch kulturelle Einflüsse auf Aspekte wie Kognition, Werbung, e-commerce, Innovationsakzeptanz und Konsumentscheidungen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind unter anderem Landeskultur, Konsumentenverhalten, Standardisierung versus Lokalisierung und die Dimensionen nach Hofstede.
Warum wird im Marketing oft das Modell von Hofstede kritisiert?
Die Kritik richtet sich unter anderem auf die mangelnde Repräsentativität durch die ausschließliche Untersuchung von IBM-Mitarbeitern und die Vermischung von Werten und beobachtbarem Verhalten.
Welchen Stellenwert nimmt die Consumer Culture Theory ein?
Sie dient als moderner, kontextbezogener theoretischer Rahmen, der Konsum als soziales und kulturelles Phänomen betrachtet, anstatt ihn auf rein psychologische oder ökonomische Faktoren zu reduzieren.
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- B.Sc. Steven Schielke (Author), 2010, Der Kulturbegriff in den Wirtschaftswissenschaften am Beispiel des Marketing, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170161