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Vergleich Dialog - Begegnung? Zur Hermeneutik komparativer Praktischer Theologie

Title: Vergleich Dialog - Begegnung? Zur Hermeneutik komparativer Praktischer Theologie

Term Paper (Advanced seminar) , 1999 , 25 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Markus Raschke (Author)

Theology - Practical Theology
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Am Ende des 20. Jahrhunderts hat die Welt einen bedeutenden Schritt hin zu ihrer eigenen, bewussten Selbstwahrnehmung getan, so dass die Globalisierung geradezu als charakteristisches Merkmal dieser geschichtlichen Epoche begriffen werden muss. Diese „Verdichtung“ der weltweiten Interaktion von Völkern und Menschen betrifft heute bereits alle Lebensbereiche1, unter denen Theologie und Kirche nur eine unter vielen darstellen. Zwar sind durch den Missionsauftrag der Kirche solche weltweiten Beziehungen für die Kirche wahrhaft nichts Neues, doch zeigt sich, dass auch in der Kirche eine neue Wahrnehmung des Weltkirche-Seins durchbricht, mit der ein verstärktes Zusammenrücken der verschiedenen Teilkirchen engstens verbunden ist.
Auf pastoraler Ebene ist daher seit einigen Jahren auch in der katholischen Kirche
Deutschlands die Tendenz zu beobachten, dass in zunehmendem Maße Erfahrungen
und Konzepte aus den afrikanischen, lateinamerikanischen und asiatisch-ozeanischen Kirchen rezipiert und in der gemeindlichen Praxis ausprobiert werden: Bibelteilen, Basisgemeinden, Familienkatechese u.v.m. Der hiesige, kritische Praktiker, der immer wieder auch auf der Suche nach neuen und vielleicht erfolgreicheren Methoden und Ansätzen oder einfach nach neuen Anregungen für seine Praxis ist, fragt dabei zurecht, ob eine Übertragung solcher Modelle einerseits überhaupt möglich und legitim, und andererseits auch sinnvoll ist. Ausgehend davon, dass soziale Interaktionen immer mit Menschen, deren Mentalitäten und sozio-kulturellen Erfahrungen zu tun haben, ist dieser Einwand durchaus korrekt. Einfacher gesagt: wenn eine sozio-ökonomisch-kulturelle Situationsanalyse jeglicher Pastoralarbeitvorausgehen sollte, so ist zunächst unübersehbar, dass eine bloße Verwendung von in Afrika oder Lateinamerika oder andernorts entwickelten Pastoralkonzepten in Deutschland nicht möglich sein kann. Entsprechend dem zugrundeliegenden methodologischen Dreischritt sehen-urteilen-handeln muss die konkrete Handlungsebene jeweils eigenständig von einer eigenen Analyse her entwickelt werden.
Dennoch wäre es zu kurz gegriffen, aufgrund solcher methodologischer Reflexionen jegliche Verwertung andernorts entwickelter Konzepte auszubremsen und zu blockieren. [...]

1 Vgl. Engler, S. 4.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Vergleichende Erziehungswissenschaft als sozialwissenschaftliche Grundlage?

2.1 Wissenschaftstheoretische Einordnung: Vergleich als Grundlage der Wissenschaft

2.2 Grundzüge der Vergleichenden Erziehungswissenschaft

2.2.1 Wozu „Vergleichende“ Erziehungswissenschaft betreiben?

2.2.2 Methodologische Schritte

2.2.3 „Gesamtanalyse“ und „Problemansatz“

2.2.4 Expliziter oder impliziter Vergleich?

2.3 Kritik der Vergleichenden Erziehungswissenschaft

3 Vergleich - Dialog - Begegnung?

3.1 „Kontextuelle Theologie“ als fundamentaltheologischer Ausgangspunkt

3.2 Umrisse für eine Hermeneutik des Dialogs und der Begegnung

3.3 Von der Theorie zur Praxis - zum Impulspotential der interkulturellen Begegnung für Katechese und Pastoral

3.3.1 „Praktisches“ Impulspotential

3.3.2 Methodologisches Impulspotential

3.3.3 Beispiele für Impulse

4 Schlussresumée: Auf dem Weg zu einer dialogisch-lernenden Begegnungskultur in Theologie und Kirche

5 Literatur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern eine Vergleichende Praktische Theologie als wissenschaftliche Disziplin entwickelt werden kann, um einen interkulturellen Dialog innerhalb der Weltkirche zu fördern und pastorale Ansätze fruchtbar zu machen, ohne dabei in koloniale Muster oder eine bloße Instrumentalisierung anderer Kirchen zu verfallen.

  • Wissenschaftstheoretische Grundlagen einer Vergleichenden Praktischen Theologie.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Vergleichenden Erziehungswissenschaft.
  • Die Rolle der „kontextuellen Theologie“ als fundamentaler Ausgangspunkt.
  • Entwicklung einer Hermeneutik des Dialogs und der interkulturellen Begegnung.
  • Impulspotenziale für Katechese und Pastoral durch internationale Erfahrungen.

Auszug aus dem Buch

3.2 Umrisse für eine Hermeneutik des Dialogs und der Begegnung

Ausgehend von dem Postulat der Gleichrangigkeit unterschiedlicher kontextueller Theologien kann das Ziel des hier verfolgten Anliegens nur in einem echten, nicht wertenden Dialog auf gleicher partnerschaftlicher Ebene bestehen, bei dem alle Beteiligten zugleich Lehrende und Lernende sind. Daraus erwächst die Frage, ob es damit überhaupt noch um Vergleiche gehen kann, d.h. ob der Vergleich dem Dialog und der Begegnung als solcher zu weichen hat oder ob er weiterhin in diesen subsistieren kann. Entscheidend ist wohl in dieser Verhältnisbestimmung, dass in Begegnung und Dialog der Partner nicht losgelöst von der eigenen Position betrachtet werden kann, sondern immer in den eigenen Bezugsrahmen in irgendeiner Weise eingeordnet werden muss. Indem ich also in der Begegnung das Gegenüber immer in Beziehung zu mir selbst setze, findet Vergleich statt. Der Vergleich steht damit nicht über der kommunikativen Begegnung, sondern ist deren normaler Bestandteil.

Dies ist nicht problematisch, solange dieser Vergleich nicht wertet, also gut von schlecht oder Vorteile von Nachteilen zu trennen versucht. Das Problem von Vergleichen ist vielmehr deren Wahrheits- und Objektivitätsanspruch. Dem zu entgehen ist allerdings keine leichte Angelegenheit. Grundsätzlich muss davon ausgegangen werden, dass in die Wahrnehmung von Wirklichkeit immer die persönlichen Vor-Erfahrungen und Vor-Urteile eingehen, d.h. dass diese Wahrnehmung damit je subjektiv geprägt wird. Dies gilt auch und vielleicht in besonderem Maße für die Begegnung zwischen Menschen - speziell für Menschen verschiedener kultureller, ethnischer oder religiöser Herkunft. Von daher ist es notwendig, sich auf einen Lern- und Begegnungsprozess einzulassen, an dessen Ende eine partnerschaftlich-gleichberechtigte Beziehung steht, in der beide Seiten gleichzeitig Nehmende wie Gebende, Lernende und Lehrende sind und sein dürfen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit einer bewussten Gestaltung weltkirchlicher Kommunikation vor dem Hintergrund der Globalisierung und führt in das Konzept einer Vergleichenden Praktischen Theologie ein.

2 Vergleichende Erziehungswissenschaft als sozialwissenschaftliche Grundlage?: Dieses Kapitel analysiert wissenschaftstheoretische Ansätze und Methoden der Erziehungswissenschaft, um deren Eignung als Bezugsrahmen für eine theologische Disziplin zu prüfen.

3 Vergleich - Dialog - Begegnung?: Das Kernkapitel erarbeitet eine Hermeneutik des interkulturellen Austauschs, basierend auf kontextueller Theologie, und leitet konkrete Impulse für eine dialogische Pastoral und Katechese ab.

4 Schlussresumée: Auf dem Weg zu einer dialogisch-lernenden Begegnungskultur in Theologie und Kirche: Das Resümee bilanziert die Möglichkeiten und Herausforderungen einer komparativ arbeitenden Praktischen Theologie auf dem Weg zu einer echten, nicht-instrumentellen Begegnungskultur.

5 Literatur: Das Literaturverzeichnis listet die verwendeten Quellen und weiterführende wissenschaftliche Arbeiten auf.

Schlüsselwörter

Praktische Theologie, Interkulturelle Begegnung, Vergleichende Erziehungswissenschaft, Kontextuelle Theologie, Weltkirche, Hermeneutik, Dialog, Pastoraltheologie, Katechese, Subjektivität, Objektivität, Lernende Gemeinschaft, Globalisierung, Kirche, Methodologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung einer Vergleichenden Praktischen Theologie, die einen auf Augenhöhe stattfindenden, interkulturellen Dialog innerhalb der Weltkirche ermöglichen soll.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentral sind die Themen der wissenschaftstheoretischen Fundierung des Vergleichs, die kontextuelle Theologie, die Hermeneutik der Begegnung sowie die praktische Umsetzung von Impulsen aus anderen Kirchen für die Pastoral.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie kirchliche Teilkirchen voneinander lernen können, ohne den anderen zu instrumentalisieren oder koloniale Abhängigkeitsverhältnisse in der Wissensvermittlung zu reproduzieren.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Arbeit nutzt eine Auseinandersetzung mit erziehungswissenschaftlichen Vergleichsmethoden und der kontextuellen Theologie, um ein eigenes methodologisches Gerüst für eine Vergleichende Praktische Theologie zu entwerfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die theoretischen Voraussetzungen (Vergleichs- und Kontexttheorie) kritisch diskutiert und in ein Modell der dialogischen Begegnung überführt, das konkrete methodische Anregungen für die pastorale Arbeit bietet.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem "kontextuelle Theologie", "dialogisch-lernende Begegnungskultur", "Weltkirche", "Hermeneutik" und "interkultureller Dialog".

Wie bewertet der Autor den Vergleich als wissenschaftliches Instrument?

Der Autor sieht im Vergleich ein unvermeidbares Element der Wahrnehmung, warnt jedoch vor einem unkritischen Objektivitätsanspruch, der in die Falle kolonialer Instrumentalisierung führen könnte.

Welche Rolle spielt die lateinamerikanische Kirche in dieser Untersuchung?

Sie dient als exemplarisches Fallbeispiel für Methoden (wie den "Sehen-Urteilen-Handeln"-Dreischritt) und Ansätze, die zur Infragestellung und Bereicherung der europäischen pastoralen Praxis beitragen können.

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Details

Title
Vergleich Dialog - Begegnung? Zur Hermeneutik komparativer Praktischer Theologie
College
University of Tubingen  (Katholisch-theologische Fakultät)
Course
Interkulturelle Begegnung ... Hauptseminar
Grade
sehr gut
Author
Markus Raschke (Author)
Publication Year
1999
Pages
25
Catalog Number
V17019
ISBN (eBook)
9783638217040
ISBN (Book)
9783656630760
Language
German
Tags
Vergleich Dialog Begegnung Hermeneutik Praktischer Theologie Interkulturelle Begegnung Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Raschke (Author), 1999, Vergleich Dialog - Begegnung? Zur Hermeneutik komparativer Praktischer Theologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17019
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