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Das Konzil von Nicäa (325) und Konstantin der Große

Wie Jesus zum Gott wurde

Título: Das Konzil von Nicäa (325) und Konstantin der Große

Trabajo de Investigación , 2011 , 27 Páginas

Autor:in: M.A. Rolf Bergmeier (Autor)

Historia universal - Prehistoria e Historia antigua
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Die „Wesensgleichheit“ (homoousios), zentraler Begriff der christlichen Theologie, der das Verhältnis Jesu zu Gottvater beschreibt, fiel nicht vom Himmel. Dreihundert Jahrelang haben die christlichen Gemeinden um die Frage gerungen, wie Jesus zu verstehen sei, dreihundert Jahren lang dominiert die Auffassung, dass Jesus ein Prophet, ein herausgehobener Übermensch, ein Geschaffener, aber nicht Gott sei. Auf dem Konzil von Nicäa (325) sollte nun endlich Klarheit geschaffen werden.

Das Konzil wird von Kaiser Konstantin I. (reg. 306-337) geleitet. Ob dieser überhaupt christlich gewesen ist, und wenn ja in welcher Ausprägung, lassen wir zunächst offen. Getauft jedenfalls war der Herrscher zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Seine spätere „Taufe auf dem Sterbebett“ im Jahre 337 ist, abgesehen von der fragwürdigen Zuverlässigkeit der überlieferten Texte, ebenfalls kein Hinweis auf ausgeprägte Christlichkeit. Denn Konstantin wird, wenn überhaupt, arianisch, alsohäretisch getauft. Ein Umstand, der in den meisten Konstantin-Biographen verschwiegen wird.

Ein römischer Kaiser zweifelhafter Religiösität leitet also das erste ökumenische Konzil der Christen, bei dem die rätselhafte Formel von der Wesensgleichheit gefunden und dogmatisiert wird. Die Theologen meinen, Konstantin habe den Bischöfen freie Hand gelassen. Aber den Vorsitz zu führen und zu schweigen, das ist nicht Art der römischen Kaiser, die sich selbst „Herr und Gott“ nennen. Wenn ein Kaiser ein Konzil einberuft, dann hat er auch das Sagen. So hat es noch Ende des vierten Jahrhundert Kaiser Theodosius (reg. 379-395) gehalten, der mit rund sechzig Erlassen dastrinitarische Christentum zur Staatskirche erhebt (Cunctos populos, 380 u.Z.). Von einer Konsultation mit den Bischöfen weiß die Überlieferung nichts zu berichten.Was für ein Verdacht! Der ungetaufte Kaiser Konstantin, Häretiker oder Ketzer, setzt im Jahre 325 die umstrittene Gottesformel „Wesensgleichheit“ durch und sein Nachfolger Kaiser Theodosius bestätigt im Jahre 380 diese Formel, erweitert sie um den „Heiligen Geist“ und macht die trinitarische Konfession des Christentums zur Staatskirche! Die folgende Studie geht dem Verdacht nach. Sie faßt die Ergebnisse einer vorbereitenden Detailstudie zusammen, die für das umfassende Werk „Kaiser Konstantin und die wilden Jahre des Christentums. Die Legende vom ersten christlichen Kaiser“ benötigt wurde.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Konzil

2.1 Der historische Rahmen

2.2 Der religiöse Hintergrund

2.3 Die Rolle des „Papstes

2.4 Konstantin, ein christlicher Pontifex maximus?

2.5 Der Verlauf des Konzils

3 Bewertung unf Folgen

4 Konstantin, Christ, Heide oder Ketzer?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Rolle Kaiser Konstantins I. beim Konzil von Nicäa im Jahr 325 und hinterfragt die These vom „ersten christlichen Kaiser“. Dabei wird analysiert, inwieweit das Dogma der „Wesensgleichheit“ (homoousios) primär durch den staatspolitischen Einheitswillen Konstantins und nicht durch rein theologische Konsense geprägt war.

  • Historische Einordnung des Konzils von Nicäa im Kontext des römischen Reiches.
  • Analyse des Einflusses Konstantins auf die christliche Dogmenbildung.
  • Untersuchung der religiösen Identität Konstantins zwischen Heidentum und Christentum.
  • Kritische Bewertung der Quellenlage und der späteren Legendenbildung um Konstantin.
  • Reflektion über die Rolle von Symbolik und Machtpolitik in der frühchristlichen Kirche.

Auszug aus dem Buch

2.5 Der Verlauf des Konzils

Solche Beurteilungen sind dem Glauben an einen gottgewollten „siegreichen Durchmarsch“ der christlichen Kirche durch die Jahrhunderte abträglich („via triumphalis“). Daher ist es verständlich, wenn sich die christlichen Kirchen mit der Darstellung des Konzilsverlaufes ziemlich zurückhalten. Die Deutsche Bischofskonferenz stellt in einer öffentlichen Verlautbarung lediglich lakonisch fest, „Das Konzil hat sich mit überwältigender Mehrheit für die Position der Wesensgleichheit entschieden [...]. Nur zwei Bischöfe haben nicht zugestimmt“. Diese Erklärung vermittelt den Eindruck, die Bischöfe hätten sich, in theologischen Fragen sakrosankt, für die Position der Wesensgleichheit entschieden ("eines Wesens mit dem Vater"), während Kaiser Konstantin lediglich Gastgeber der Bischofskonferenz gewesen sei und ansonsten wenig zum Ergebnis beigetragen habe.

Diese Darstellung vermittelt in ihrer Verkürzung ein historisch falsches Bild. Weder sind die Bischöfe zu dieser Zeit in der Position, gegenüber dem Kaiser mit Beschlüssen aufzutreten, noch sind die römischen Kaiser dieses Jahrhunderts bereit, die ihnen übertragenen Rolle als höchster Priester des Reiches (Pontifex maximus) aufzugeben. Das Konzil ist offensichtlich ein wenig anders verlaufen.

Im Mittelpunkt des Konzils steht Gott, genauer: Man streitet sich, ob und wenn ja, in welchem Umfang, Jesus gottgleich ist. Es geht um die Synthese von Gottvater und Gottsohn, im Kirchenlatein um Fragen der Wesenseinheit, Gleichheit, Ähnlichkeit, Hypostase oder Substantia. Der Sachverhalt sei von hoher "Kompliziertheit", meint der protestantische Ordinarius Adolf M. Ritter und wehrt damit, sicherlich in der Überzeugung hoher Theologie, von vornherein einen historischen, also scheinbar einfach gestrickten Zugang zu der Materie ab. Die ganze Angelegenheit der Einheit von Gottvater und Gottsohn scheint so kompliziert zu sein, dass Ritter schließlich feststellt, die "angedeuteten Probleme [seien] nicht lösbar".

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Problematik der trinitarischen Dogmenbildung ein und stellt die These auf, dass die „Wesensgleichheit“ auf dem Konzil von Nicäa maßgeblich durch Kaiser Konstantin I. vorangetrieben wurde.

2 Das Konzil: Dieses Hauptkapitel analysiert den historischen Kontext des Konzils, die Rolle des Papstes, die hybride Funktion Konstantins als Kaiser und Pontifex Maximus sowie den eigentlichen Ablauf der Versammlung.

3 Bewertung unf Folgen: Hier wird die langfristige Wirkung des auf dem Konzil verabschiedeten Glaubensbekenntnisses diskutiert, insbesondere im Hinblick auf seine Bedeutung für die Kirchengeschichte und die spätere Spaltung durch den Islam.

4 Konstantin, Christ, Heide oder Ketzer?: Das abschließende Kapitel hinterfragt die christliche Identität Konstantins und kommt zu dem Schluss, dass dieser primär als römischer Herrscher handelte, der den Sonnenkult praktizierte und das Christentum lediglich als Instrument der kaiserlichen Integrationspolitik nutzte.

Schlüsselwörter

Konstantin der Große, Konzil von Nicäa, Wesensgleichheit, Homoousios, Christentum, Römische Kaiser, Pontifex Maximus, Religionspolitik, Kirchengeschichte, Arianismus, Trinität, Dogma, Sol Invictus, Machtpolitik, Quellenkritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die historische Rolle Kaiser Konstantins I. beim Konzil von Nicäa im Jahr 325 und hinterfragt die Legende, er sei ein überzeugter „erster christlicher Kaiser“ gewesen.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der kaiserlichen Religionspolitik, der Dogmenbildung der frühen Kirche, der Interpretation historischer Quellen sowie der Untersuchung der Identität Konstantins.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Ursprung des Begriffs „Wesensgleichheit“ (homoousios) kritisch zu beleuchten und zu belegen, dass dieser maßgeblich durch machtpolitische Interessen Konstantins und nicht durch einen rein theologischen Konsens der Bischöfe durchgesetzt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewendet?

Der Autor verwendet eine quellenkritische Methode, bei der antike kirchengeschichtliche Texte in den Kontext archäologischer, numismatischer und epigraphischer Befunde gesetzt werden.

Was wird primär im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem historischen Rahmen des Konzils, der Rolle des Bischofs von Rom, dem Ablauf der Konzilsverhandlungen und der Frage, wie die kaiserliche Autorität die kirchlichen Dogmen beeinflusste.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Die zentralen Begriffe sind Konstantin der Große, Konzil von Nicäa, Wesensgleichheit (Homoousios), christliche Dogmenbildung, kaiserliche Religionspolitik und die historische Quellenkritik.

Warum bezweifelt der Autor die Rolle von Papst Silvester I. beim Konzil von Nicäa?

Der Autor argumentiert, dass der römische Bischof zu dieser Zeit keine herausgehobene Stellung gegenüber den bedeutenden Patriarchen aus dem Osten einnahm und sein Fehlen in Nicäa durch die mangelnde politische Relevanz Roms in diesen dogmatischen Fragen zu erklären ist.

Welche Bedeutung misst der Autor den Münzprägungen Konstantins bei?

Der Autor interpretiert die numismatischen Befunde als starken Hinweis darauf, dass Konstantin bis zu seinem Tod weiterhin heidnische Kulte, insbesondere den Sonnenkult (Sol Invictus), praktizierte und christliche Symbole lediglich zur kaiserlichen Selbstdarstellung nutzte.

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Detalles

Título
Das Konzil von Nicäa (325) und Konstantin der Große
Subtítulo
Wie Jesus zum Gott wurde
Autor
M.A. Rolf Bergmeier (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
27
No. de catálogo
V170202
ISBN (Ebook)
9783640889181
ISBN (Libro)
9783640889525
Idioma
Alemán
Etiqueta
konzil nicäa konstantin 325 Arius homoousios trinität Gottessohn
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
M.A. Rolf Bergmeier (Autor), 2011, Das Konzil von Nicäa (325) und Konstantin der Große, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170202
Leer eBook
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