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Die Ursachen und Folgen des Rückgangs alter Kartoffelsorten

Erhalt der Sortenvielfalt

Titre: Die Ursachen und Folgen des Rückgangs alter Kartoffelsorten

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2011 , 12 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Auteur)

Sciences Agronomiques
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Kartoffel ist nach Reis, Weizen und Mais weltweit wichtigstes Ernährungsmittel. Und mausert sich Richtung Welternährungsmittel Nr. 1. Die FAO hat 2008 das „Internationale Jahr der Kartoffel“ ausgerufen und damit auf die große Bedeutung der Kartoffel für die Welternährung hingewiesen. 85 Prozent einer Pflanze dienen der Ernährung, bei Getreiden sind es nur etwa 50 Prozent. In den vergangenen Jahren brachte die Forschung außerdem eine ganze Reihe von Non-Food-Industrieanwendungen der Kartoffel hervor. Beispiele sind die Herstellung von Plastik (etwa für Wegwerfteller und -gedecke), Medikamente («Pharma Crops») oder Ethanol (Treibstoff für Autos). Seit dem ist ein paradoxes Phänomen aufgetreten; Im Lebensmittelhandel kommen ständig neue Lebensmittel hinzu, auf der anderen Seite jedoch schwindet die Artenvielfalt der Kartoffel in der Landwirtschaft: Artenvielfalt ist in der industriellen Kartoffelproduktion Fehlanzeige, angebaut werden in der Regel Hochleistungssorten, die möglichst gleichgroß, gleichförmig und wenig anfällig sind. Doch wo bleibt da die Artenvielfalt im Kartoffelanbau? Wo sind die alten Kartoffelsorten? Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit den Gründen und Folgen des Verschwindens von alten Kartoffelsorten. Sie untersucht dazu zunächst den Zusammenhang von rechtlichen und wirtschaftlichen Interessen und zeigt im letzten Schritt die Folgen des Rückgangs der Artenvielfalt eines der wichtigsten Nahrungsmittel unserer Erde.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Problemaufriss

2. Definition und Bedeutung der Kartoffel als Kulturpflanze

3. Gründe für das Verschwinden von alten Kartoffelsorten und Artenvielfalt

a) Industrielle Verarbeitung der Kartoffel

b) Unkritische Konsumenten und falsche Preise im konventionellen Anbau

c) Gesetzlicher Sortenschutz und Biodiversität

d) Die Monopolisierung der Kartoffel und „Monsantosizing“

4. Folgen des Verlustes der Sortenvielfalt

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Ursachen für das Verschwinden alter Kartoffelsorten und analysiert dabei das Zusammenspiel zwischen ökonomischen Interessen, gesetzlichen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichem Konsumverhalten. Ziel ist es aufzuzeigen, wie industrielle Anforderungen, Sortenschutzrecht und die Marktkonzentration bei Saatgut die Biodiversität gefährden.

  • Wirtschaftliche und industrielle Faktoren in der Kartoffelverarbeitung.
  • Einfluss des Konsumverhaltens und der Preispolitik auf den Anbau.
  • Rechtliche Hürden durch Sortenschutz und Saatgutregulierung.
  • Gefahren durch die Monopolisierung des Saatgutmarktes.
  • Ökologische Folgen des Verlusts genetischer Vielfalt.

Auszug aus dem Buch

d) Die Monopolisierung der Kartoffel und „Monsantosizing“

Das patentieren von neuen Kartoffelsorten und die damit verbundene Einnahme von Lizenzgebühren ist ein lukratives Geschäft. Minimale Veränderungen am Erbgut berechtigten den Erschaffer dazu, ein Patent beim Sortenschutzamt auf diese Kartoffelsorte zu erhalten. Dies hat zu einem Phänomen geführt, dass die Gene der Kartoffel zunehmend exklusiven Monopolrechten unterworfen werden: Neuerdings werden weltweit immer mehr Patente angemeldet, die sich sogar auf die konventionellen Zuchtgene (i.S. von bereits vorhandenen Genmaterial) von Kulturpflanzen erstrecken. Der Trick dabei ist, das das Patent Teile des pflanzlichen Erbguts (Genoms) abdeckt und für die konventionelle Züchtung ebenso wie für neue Techniken, die die Züchtung verbessern sollen, zum Beispiel „marker-assisted-breeding“ gilt.

Analog zur Kartoffel als wichtiges Welternährungsmittel ist hier ein Beispiel zum Monopolisierungsversuch des Welternährungsmittel Reis genannt: Einige der umstrittensten Patente hält Syngenta, ein Agrar-Konzern, der große Teile des Reis-Genoms zum Patent angemeldet hat. Dabei wird auch die Züchtung von anderem Getreide erfasst, das ein ähnliches Erbgut hat wie der Reis. Die Gene dieser konventionellen Kulturpflanze werden also von den Konzernen als eigene Erfindung beansprucht. Dies könnte analog auch in Bezug auf die Kartoffel geschehen. Wenn also eine Patentierung des gesamten Genoms der Kartoffel in Ihrer Rolle als Welternährungsmittel (auf das also die Weltbevölkerung angewiesen ist) dem Saatgutzüchter die Monopolstellung im Saatgutverkauf zufallen würde, dann wäre die Folge, dass fast jedes Gen in der Kartoffel von dieser Saatgutbanken patentiert wäre, somit sortengeschützt und Lizenzgebühr verpflichtet wäre. Die Saatgutbank könnte damit Weltgeschäft mit der Kartoffel kontrollieren – und erhielte eine Monopolstellung. Dies ermöglicht den Konzernen die totale Kontrolle über das Saatgut und die Entscheidung, welche Lebensmittel auf den Markt kommen, wie die erzeugt werden und vor allem zu welchem Preis das Saatgut verkauft werden kann.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problemaufriss: Die Einleitung beleuchtet die globale Bedeutung der Kartoffel und stellt die Problematik des Rückgangs der Sortenvielfalt aufgrund industrieller Anforderungen und rechtlicher Rahmenbedingungen vor.

2. Definition und Bedeutung der Kartoffel als Kulturpflanze: Dieses Kapitel definiert die Kartoffel als Kulturpflanze und erläutert die Grundlagen von Züchtung, Nomenklatur und den offiziellen Sortenschutz.

3. Gründe für das Verschwinden von alten Kartoffelsorten und Artenvielfalt: Hier werden die Faktoren industrielle Verarbeitung, unkritische Konsumenten, rechtliche Hindernisse für Erhaltungssorten und die zunehmende Marktkonzentration analysiert.

4. Folgen des Verlustes der Sortenvielfalt: Es wird dargestellt, welche ökologischen und existentiellen Gefahren aus dem Verlust genetischer Ressourcen resultieren, insbesondere im Hinblick auf Abhängigkeiten und Ernährungssicherheit.

5. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass das Verschwinden alter Sorten ein komplexes Resultat aus industriellen, gesetzlichen und marktwirtschaftlichen Zwängen ist, das die zukünftige Ernährungssicherheit gefährdet.

Schlüsselwörter

Kartoffel, Sortenvielfalt, Biodiversität, Sortenschutz, Saatgutmonopol, Industrielle Landwirtschaft, Monsantosizing, Genmaterial, Welternährung, Erhaltungssorten, Saatgutrecht, Agrarkonzerne, ökologische Folgen, Züchtung, Lebensmittelproduktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ursachen für das Verschwinden alter Kartoffelsorten und die daraus resultierenden ökologischen und ökonomischen Folgen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Anforderungen der industriellen Lebensmittelverarbeitung, den Auswirkungen der Preispolitik auf den Anbau sowie den rechtlichen Hürden durch Sortenschutz und Patentierung von Saatgut.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie wirtschaftliche Interessen und regulatorische Rahmenbedingungen die genetische Vielfalt der Kartoffel einschränken und welche Risiken für die globale Ernährungssicherheit dadurch entstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine auf Literaturanalyse basierende Untersuchung, die aktuelle Rechtsgrundlagen, Statistiken und umweltwissenschaftliche Gutachten einbezieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche industrielle Verarbeitung, Konsumentenverhalten, gesetzliche Zulassungsbeschränkungen für Erhaltungssorten und die zunehmende Machtkonzentration durch Agrarkonzerne.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Biodiversität, Sortenschutz, Saatgutmonopol, industrielle Landwirtschaft und Ernährungssicherheit.

Welche Rolle spielt die industrielle Verarbeitung bei der Sortenauswahl?

Industrielle Anforderungen an Form, Größe und Schälbarkeit führen dazu, dass nur auf Hochleistungssorten gesetzt wird, während alte, variablere Sorten für Maschinen schwerer zu verarbeiten sind.

Warum ist die Patentierung von Genmaterial problematisch?

Die Patentierung führt zur Monopolstellung einzelner Konzerne über das Saatgut, was die Kontrolle über Lebensmittelproduktion und Preise auf wenige Akteure konzentriert und Landwirte in Abhängigkeit treibt.

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Résumé des informations

Titre
Die Ursachen und Folgen des Rückgangs alter Kartoffelsorten
Sous-titre
Erhalt der Sortenvielfalt
Université
Leuphana Universität Lüneburg
Cours
Kulturpflanzen - interdisziplinär betrachtet
Note
1,3
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
12
N° de catalogue
V170244
ISBN (ebook)
9783640890118
ISBN (Livre)
9783640890439
Langue
allemand
mots-clé
ursachen folgen rückgangs kartoffelsorten erhalt sortenvielfalt
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anonym (Auteur), 2011, Die Ursachen und Folgen des Rückgangs alter Kartoffelsorten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170244
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Extrait de  12  pages
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