Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Law and Delinquency

Rechtsextremismus in der DDR

Einführung in die sozialwissenschaftliche Jugendforschung

Title: Rechtsextremismus in der DDR

Term Paper , 2008 , 25 Pages

Autor:in: MAGISTER ARTIUM Karsten Mertens (Author)

Sociology - Law and Delinquency
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

1. Einleitung

1.1. Thema, Fragestellung und Eingrenzung

In der Arbeit mit dem Thema „Rechtsextremismus in der DDR“ soll gezeigt werden, dass auch die „Antifaschistischen Staaten des Realexistierenden Sozialismus“ sich mit dem Problem des Rechtsextremismus auseinander zu setzen hatten.
Stellte die DDR sich nach Außen als ein Staat dar, der das Problem des Rechtsextremismus seit 1950 hinter sich gelassen hatte, obwohl die Staatsführung von den rechtsextremen Vorkommnissen im eigenen Land wusste, ließ sich dieser Schein seit dem 17. Oktober 1987 nicht mehr aufrecht erhalten. Mit dem Überfall rechtsextremer Jugendlicher auf die Zionskirche wurde der Öffentlichkeit die Realität vor Augen geführt. Die Unzufriedenheit im eigenen Land hatte vor allem unter den Jugendlichen zu Protestverhalten geführt, die sich auch in der Skinheadbewegung nieder schlugen. Der Mangel an Konsumgütern, die ständige Propaganda der faschismusfreien Zone, und die einseitige Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Geschichte hatte dazu geführt, dass der Staat nicht mehr die politische Erziehung bei der Jugend durchsetzen konnte. Viele Jugendliche ließen sich von ihren Familien über den Zweiten Weltkrieg und das Dritte Reich aufklären. Dieser Wissensdurst, der Drang nach persönlicher Freiheit, Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung führten immer mehr zum Zweifel am Sozialismus. Bei einigen Jugendlichen ging das soweit, dass sie sich dem Rechtsextremismus zuwandten.
In diesem fanden sie den Ersatz für die verlorene Autorität und Orientierung, sowie auch Akzeptanz und emotionale Geborgenheit.
Seit Ende der 50er Jahre hielt die Skinheadbewegung Einzug in die DDR. Vor allem in der 80ern machte sie immer wieder mit Überfällen auf Ausländer auf sich aufmerksam. In dieser Zeit hatte diese Gruppierung den größten Zulauf an Jugendlichen. Aufgrund des öffentlichen Drucks, Überwachungen und Benachteiligungen fingen die Skinheads an sich unauffälliger zu bewegen und die Organisationen der DDR zu „infiltrieren“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Thema, Fragestellung und Eingrenzung

1.2. Quellenlage und Forschungsstand

2. Die Entlarvung der faschismusfreien Zone

3. Ursachen für Rechtsextremismus

3.1. Rechtsextremismus als Jugendprotest

3.2. Staatlich verordneter Antifaschismus als Wurzel des Rechtsextremismus?

3.3. Interpretation und Definition von Nationalsozialismus und Rechtsextremismus

4. Skinheads in der DDR

4.1. Neonazis/Skinheads

4.2. Die jugendlichen Skinheads

5. Die Situation der Ausländer in der DDR

6. Skinheads und die Wende

7. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Betrachtung des Rechtsextremismus in der DDR

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht das weitgehend tabuisierte Phänomen des Rechtsextremismus in der DDR, insbesondere unter Jugendlichen in den 1980er Jahren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich trotz des staatlich propagierten Antifaschismus rechtsextreme Tendenzen und eine organisierte Skinhead-Szene entwickeln konnten und welche Rolle dabei die politische sowie soziale Realität der DDR-Bürger spielte.

  • Entwicklung und Dynamik der Skinhead-Bewegung in der DDR.
  • Die Diskrepanz zwischen antifaschistischer Staatsideologie und gelebter Realität.
  • Soziale und psychologische Ursachen für rechtsextreme Orientierungen bei Jugendlichen.
  • Die Rolle der DDR-Staatsführung und der Überwachungsapparate (Stasi).
  • Die Lebensbedingungen und der Status von Gastarbeitern in der DDR als Konfliktfeld.

Auszug aus dem Buch

3.2. Staatlich verordneter Antifaschismus als Wurzel des Rechtsextremismus?

Mit dem 1949 erfolgten Neubeginn sollten durch personelle Säuberungen in Staat, Wissenschaft und Wirtschaft sowie durch Enteignungen und Bodenreformen die strukturellen Voraussetzungen des Nationalsozialismus beseitigt werden. Mit diesen Maßnahmen und der Verurteilung von 12.147 ‚Kriegsverbrechern und Verbrechern gegen die Menschlichkeit bis 1950 wurde die Gefahr einer späteren rechtsextremen Entwicklung offiziell gebannt. Damit wurde die Aufarbeitung abgeschlossen. Der Staat konnte sich nun dem „Aufbau des Sozialismus“ zuwenden. Gleichzeitig wies die DDR jegliche Verantwortung für die von den Deutschen begangenen Verbrechen von sich.

Zwar wurde in den Schulen den DDR-Jugendlichen die Zeit des Nationalsozialismus gelehrt, jedoch beschränkte er sich auf die Ausplünderung und Vernichtung anderer Völker, den antifaschistischen Widerstandskämpfern und den Terror dem die Kommunisten ausgesetzt waren. Christlicher und/oder sozialdemokratischer Widerstand, das Alltagsleben der Deutschen im Nationalsozialismus, Erfahrungen von Wehrmachtsangehörigen, die Probleme des Führerkults und die Verführbarkeit der Massen wurden völlig ausgeblendet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Rechtsextremismus in der DDR ein und umreißt die Fragestellung sowie den methodischen Ansatz der Arbeit.

2. Die Entlarvung der faschismusfreien Zone: Dieses Kapitel thematisiert den Überfall auf die Ost-Berliner Zionskirche im Jahr 1987 als Wendepunkt, der die staatliche Propaganda der "faschismusfreien Zone" demaskierte.

3. Ursachen für Rechtsextremismus: Das Kapitel analysiert die Beweggründe für rechtsextreme Einstellungen, einschließlich der Rolle des Jugendprotests und der Auswirkungen des staatlich verordneten Antifaschismus.

4. Skinheads in der DDR: Hier wird die Entwicklung, Struktur und politische Ausrichtung der Skinhead-Szene in der DDR im Detail betrachtet.

5. Die Situation der Ausländer in der DDR: Dieses Kapitel beleuchtet das Leben und die Stellung von Gastarbeitern und wie diese zunehmend zum Ziel von Rassismus und Sozialneid wurden.

6. Skinheads und die Wende: Der Abschnitt untersucht, wie der Wegfall der staatlichen Überwachung nach der Wende zur Vernetzung der Szene und zur Eskalation rechtsextremer Gewalt führte.

7. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Betrachtung des Rechtsextremismus in der DDR: Das Fazit fasst die Erkenntnisse über die Ursachen und die Entwicklung des Rechtsextremismus sowie dessen Fortbestehen nach der Wiedervereinigung zusammen.

Schlüsselwörter

Rechtsextremismus, DDR, Skinheads, Antifaschismus, Jugendprotest, Neonazismus, Gastarbeiter, Rassismus, Sozialneid, Wendezeit, Staatssicherheit, politische Erziehung, Sozialismus, DDR-Geschichte, rechtsextreme Gewalt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit setzt sich kritisch mit der Existenz und den Ursachen von Rechtsextremismus in der DDR auseinander, was den offiziellen Darstellungen eines rein antifaschistischen Staates widerspricht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Skinhead-Bewegung, die Diskrepanz zwischen staatlicher Ideologie und gesellschaftlicher Wirklichkeit sowie die Rolle der Ausländerfeindlichkeit im DDR-Alltag.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass der Rechtsextremismus in der DDR kein Randphänomen war und trotz intensiver staatlicher Vertuschungsversuche in verschiedenen gesellschaftlichen Schichten existierte.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse, unter anderem unter Einbeziehung von Zeitzeugeninterviews, soziologischen Studien zur Jugendforschung und zeitgenössischen Berichten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den historischen Wurzeln, der Entstehung der Skinhead-Subkultur, dem Umgang mit Gastarbeitern sowie der politischen Entwicklung in der Zeit der Wende.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Rechtsextremismus, DDR, Skinheads, Antifaschismus, Sozialismus, Rassismus und Jugendkultur sind die prägenden Begriffe dieser Untersuchung.

Welche Rolle spielte die Berliner Zionskirche in diesem Kontext?

Der Überfall rechtsextremer Jugendlicher auf die Zionskirche im Jahr 1987 war ein Schlüsselereignis, das die DDR-Führung zwang, die Existenz von Rechtsextremismus im eigenen Land erstmals öffentlich anzuerkennen.

Wie reagierte der Staat auf die aufkommende Skinhead-Szene?

Die DDR-Staatsführung setzte zunächst auf Leugnung, später auf verstärkte Überwachung durch die Stasi, stigmatisierende Medienberichterstattung und den Einsatz von Betriebskampfgruppen.

Excerpt out of 25 pages  - scroll top

Details

Title
Rechtsextremismus in der DDR
Subtitle
Einführung in die sozialwissenschaftliche Jugendforschung
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Author
MAGISTER ARTIUM Karsten Mertens (Author)
Publication Year
2008
Pages
25
Catalog Number
V170266
ISBN (eBook)
9783640890200
ISBN (Book)
9783640889846
Language
German
Tags
Stasi Skinheads Neonazis Jugendprotest Zionskirche Punks Zone FDJ NVA Wende Ausländer Realsozialismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
MAGISTER ARTIUM Karsten Mertens (Author), 2008, Rechtsextremismus in der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170266
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  25  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint