Die Grenze zwischen Pädagogik und Kunst

Kunstpädagogische Ansätze von Maset, Kettel, Buschkühle


Hausarbeit (Hauptseminar), 2003

21 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einstieg: Aufeinander zugehen

2 Maset: KunstPädagogik
2.1 Ästhetsiche Operation
2.2 Beispiele
2.3 Selbstentwickeltes Beispiel: Operation Recycling

3 Kettel: SelbstFREMDheit
3.1 Selbst und Fremdheit
3.2 Pädagogisches Praxisbeispiel: Jeden Tag ein Bild, .

4 Buschkühle: künstlerische Bildung
4.1 Philosophische Vorarbeit für Buschkühles Ansatz
4.2 Konzept Künstlerische Bildung (KB)
4.3 Die von Buschkühle aufgestellten Thesen
4.4 Abgrenzung Ästhetische Bildung gegen künstlerische Bildung

5 Pädagogische Nutzung
5.1 Das Konstruktive
5.2 Kontra – Verschiedene Posititonen
5.3 Was bleibt ist die Frage nach der Faszination der Schüler, .

Literatur

Bilderverzeichnis

1 Einstieg: Aufeinander zugehen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Künstlerische Bildung: Handlungen als Kunstprozess.

„Ihr Spezifikum ist die zentrale Rolle der

Gestaltung, der Auseinandersetzung mit Themen,

Inhalten und Phänomenen in einem Werkprozess,

in dem die Beteiligten ihre Wahrnehmungen,

Erfahrungen und ihr erwobenes Kontextwissen

in eine eigene Aussage transformieren müssen.“

(Buschkühle 2003, S.25+26)

„Entsteht durch die pädagogische Praxis, durch Unterricht und seine Begründungsmuster eine Art von Umgang mit der Kunst, der als künstlerische Praxis nicht mehr vereinbar ist?“ (OTTO 1995, S. 16)

Ammann[1]: Kunst, die sich dem Verstehen des Betrachters entzieht, ist substanzlos und wird erst durch einen pädagogisch initiierten Prozess zu seinem Werk, da sie erst da an Substanz und Form gewinnt.[2]

Grenzaspekte:

Kunst:

- Information visualisierend / aufbereitend à dokumentieren, präsentieren,

strukturieren

- sozial engagiert à Situationen und Prinzipien aufdeckend, anklagend,

aufrüttelnd

- belehrend à assoziativ strukturiert inspirierend und erkenntnisbildend,

Lernmotivation durch Differenzerfahrung

- Sensibilisierend à sensomotorisch / haptisch, multisensorisch, ethisch-sozial
- erfahrungsbezogen à Leben gestaltend, handlungsorientiert
- ...

Pädagogik:

- Indifferent komplex à konstruktivistisch: es gibt keine Statik im Prinzip der Pädagogik. Es verhält sich alles relativ.
- Handlungsbezogen à learning by doing
- Illusion des Empirischen à je verwissenschaftlichter desto menschenferner
- Prägend à für die eigene Person und das Zusammenleben in der Gesellschaft
- ...

In beiden „Hoheitsgebieten“ finden sich Bereiche, die scheinbar ausreichend Affinität aufweisen, um die Grenze auf die andere Seite hin zu überschreiten. Das Überschreiten der Grenze aber ist ein Vorgang der Verschmelzung beider zu einem Neuen oder zu einem dualen Gebilde aus beidem in einer neuen Form der gegenseitigen Wahrnehmung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2 Maset: KunstPädagogik

Für die Kunstpädagogik im Sinne einer Praxisform formuliert Maset den Begriff zu KunstPädagogik um, in der die ästhetische Operation als Programm zu verstehen ist.

Die Einordnung von Maset´s Ansatz in die Landschaft bekannter Konzepte würde mit dem Entzug pädagogischer Systemhaftigkeit – weil bewusst und ausschließend kunsthaft verortet - in die Ecke von Selle´s kontemplativem Agierens ausfallen; allerdings im Vergleich zu Kettel eher noch intellektuell rational in Richtung ästhetische Billdung zeigen. Auch was der verhängnisvolle Unterschied zu Kämpf-Jansen bewirkt ist nicht das Prozessorientierte als mehr die fehlenden Reflexionsmomente, die wenn bei Maset vorhanden, wieder als künstlerischen Akt zu werten sind und somit lösen sich ihre reflexiven Ruhepolstellungen im Fluxus der kunsthaften Assoziationsproduktion eher wieder auf.

2.1 Ästhetsiche Operation

Es handelt sich hier bei um Handlungsvorgänge / operative Schemata, die das Kunsthafte in pädagogischen Situationen initiieren und zur Geltung kommen lassen sollen.

Das Kunsthafte erschließt sich für Maset aus einem erweiterten Kunstbegriff, zu dem anderes als bei Buschkühle und Kettel vor allem auch die Erweiterung in Richtung wissenschaftlicher Bereiche behört[3]. Kunst = Wissensformation, Forschung, Vernetzung, Struktur, Prozess, Strategie, Wahrnehmung, ...

Mit der Verknüpfung verbinden sich dann auch Begründungen der Interdisziplinarität.

Es soll ein Lebensweltbezug hergestellt werden für ein Lernen im nicht für´s Leben.

Die praktische Umsetzung ästhetischer Operationen wurde das erstemal von Maset im Rahmen seiner Hochschultätigkeit im WS 97/98 in Lüneburg getestet und ausgelotet. Im Seminarrahmen entstand erst ein genaueres Bild und Konkretion von ästhetischer Operation. Gleichzeitig war die Vermittlung und der Anstoß zur Entwicklung eigener ästhetischer Operationen selbst eine ästhetische Operation. Die schneidet den einen möglichen Charakter schon an: ästhetische Operation neigt dazu sich mit der Metaebene des Aspekts auseinander zu setzen (vgl. auch unten ästhetische Operation Beispiel 1).

Um die Kunst des Prozessualen – wie er auch die Pädagogik als undurchschaubarer prozessualer Komplex festlegt – genauer festzulegen, geht Maset auf den Poesis(Werk)-Praxis(handelnder Selbstzweck)-Dualismus ein und verortet die neue Kunst in der Praxis mit einem philosophischen Überbau, den er mit Begriffsunterscheidung wie Herstellen und Geschehen oder Ding und Ereignis der neueren Heideggerschen Richtung entnimmt: senbuddhistische Gelassenheit, taoistisches Geschehenlassen.

[...]


[1] Er ist ehemaliger Museumsleiter des Museums Moderner Kunst in Frankfurt am Main

[2] Dies ist meine persönliche Interpretation des von Ammann implizit dargelegten Sachverhalts „Problemzone Kunst-Pädagogik“.

[3] Zur Erweiterung der Kunst in Richtung Naturwissenschaft bzw. zu deren Verschmelzungsbemühungen siehe KUNSTFORUM: Dialog und Infiltration. Bd. 144. 1999 und ECKER, Bogomir/ SEFKOW, Bettina (Hrsg.): Übergangsbogen und Überhöhungsrampe – naturwissenschaftliche und künstlerische Verfahren. Symposion I und II. Hamburg 1996

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Die Grenze zwischen Pädagogik und Kunst
Untertitel
Kunstpädagogische Ansätze von Maset, Kettel, Buschkühle
Hochschule
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Note
1
Autor
Jahr
2003
Seiten
21
Katalognummer
V170392
ISBN (eBook)
9783640891979
ISBN (Buch)
9783640892129
Dateigröße
790 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Wann können pädagogische Prozesse auch Kunst sein und wann übernimmt die Kunst oder die künstlerische Praxis die Rolle eines Pädagogen? Diese und ähnliche Fragen werden seit Gunter Otto in der Weiterentwicklung der Kunstdidaktik und in der Suche nach ihrem Selbstverständnis konträr diskutiert. Dieser Beitrag versucht eine Sichtung und ein Diskussionsbeitrag zu sein.
Schlagworte
Maset, Kettel, Buschkühle, aktuelle Kunstdidaktik
Arbeit zitieren
M.A. Aljoscha Kuch (Autor:in), 2003, Die Grenze zwischen Pädagogik und Kunst, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170392

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