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Protestbewegungen in der Bundesrepublik Deutschland von den fünfziger Jahren bis zur Entstehung der Partei "Die Grünen"

Título: Protestbewegungen in der Bundesrepublik Deutschland von den fünfziger Jahren bis zur Entstehung der Partei "Die Grünen"

Trabajo de Seminario , 2001 , 23 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: M. A. Carsten Müller (Autor)

Sociología - Política, Mayorías, Minorías
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Die Partei Bündnis 90/Die Grünen wird derzeit von einer wahren Sympathiewelle getragen und erreicht seit Monaten Umfragerekordwerte. Die voraussichtliche Wahl des ersten grünen Ministerpräsidenten in Baden-Württemberg würde eine historische Zäsur im Parteiensysten der Bundesrepublik darstellen.
Vor diesem Hintergrund bietet sich eine Untersuchung über die Ursprünge der grünen Bewegung an. Die Arbeit will deshalb den Versuch unternehmen, die Wurzeln der Grünen zu deuten und analysiert die politischen Protestbewegungen in der Geschichte der Bundesrepublik von den fünfziger Jahren bis zum Einzug der Grünen in den Bundestag im Jahre 1983. Im Mittelpunkt der Arbeit wird die Frage stehen, inwieweit die Veränderung des gesellschaftlichen und kulturellen Klimas ab den 1960er Jahren den Grünen atmosphärisch den Weg bereitete.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Voraussetzungen für die Entstehung der neuen sozialen Bewegungen in den siebziger Jahren

2.1 Politisches Klima und Protest in den fünfziger Jahren

2.2 Veränderung der politischen Kultur in den sechziger Jahren

3. Die neuen sozialen Bewegungen in den siebziger Jahren

3.1 Die Bürgerinitiativ- und Ökologiebewegung

3.2 Die Alternativbewegung

3.2.1 Kommune- und Wohngemeinschaften

3.2.2 Hausbesetzungen

3.2.3 Landkommunen und Stadtflucht

3.2.4 Produktions- und Dienstleistungskollektive

3.3 Die neue Frauenbewegung

4. Von den Bürgerinitiativen zu den Grünen

4.1 Gründung von Listen und erste Wahlerfolge

4.2 Mobilisierungspotential in der Anfangszeit der Partei durch Veränderung des weltpolitischen Klimas

5. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Ursprünge der Partei "Die Grünen" und analysiert, inwiefern politische Protestbewegungen der Bundesrepublik von den fünfziger Jahren bis zur Etablierung der Partei im Jahr 1983 deren Entstehung ermöglichten und beeinflussten.

  • Historische Entwicklung des politischen Protests in der Bundesrepublik Deutschland
  • Entstehung und Wandel neuer sozialer Bewegungen in den 1970er Jahren
  • Die Transformation von außerparlamentarischen Bürgerinitiativen hin zur Parlamentsbeteiligung
  • Der Einfluss des weltpolitischen Klimas (z.B. NATO-Doppelbeschluss) auf die Mobilisierung der Grünen
  • Analyse der Akteure und Beweggründe hinter der Parteigründung

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Bürgerinitiativ- und Ökologiebewegung

Die ersten Bürgerinitiativen entstanden während der Großen Koalition, etwa parallel zu dem außerparlamentarischen Protest der Studentenbewegung. Doch während sich die Studentenbewegung häufig den „großen“ Themen widmete und schnell von ideologischen Strömungen unterwandert wurde - die Marxisten forderten eine Veränderung der Eigentumsverhältnisse - strebten die kritischen Angehörigen der neuen Mittelschichten die Beseitigung von Missständen vor Ort an. Ihnen wurden zwar auch politische Versäumnisse wie die Ungleichheit von Bildungschancen und die Benachteiligung von Randgruppen bewusst, doch sie vertrauten auf die staatliche Reformfähigkeit und sahen sich als Vorläufer eines Machtwechsels zugunsten der reformwilligen Parteien SPD und FDP.

Ihr Handeln richtete sich meistens gegen Verwaltungsfehler, die insbesondere in den Ballungsräumen sichtbar wurden. Einzelne Großprojekte, die Verdrängung sozial Schwächerer durch Bodenspekulationen, Mieterhöhungen und Schneisen für Ring- und Schnellstraßen schufen eine tiefe Betroffenheit. Die Zunahme von Lärm- und Luftverschmutzung bewirkte eine Sehnsucht nach mehr Lebensqualität, soziale Bedürfnisse nahmen zu. Neben diesen eigenen Interessen nahmen auch die Initiativen für unterprivilegierte Gruppen (Behinderte, psychisch Kranke, Gastarbeiter, Obdachlose usw.) zu, die jedoch schnell an bürokratischen Hemmnissen und ökonomischen Interessen zu scheitern drohten. Innerhalb von wenigen Jahren bis etwa 1972/73 erfuhren Bürgerinitiativen eine massenhafte Verbreitung und einen großen Rückhalt bei der Bevölkerung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Bedeutung der Grünen ein und stellt die Forschungsfrage, ob deren Entstehung das Ergebnis eines langsamen Wandels oder plötzlicher dramatischer Ereignisse war.

2. Voraussetzungen für die Entstehung der neuen sozialen Bewegungen in den siebziger Jahren: Das Kapitel beleuchtet das restriktive politische Klima der fünfziger Jahre und die Transformation der politischen Kultur in den sechziger Jahren als Nährboden für spätere Proteste.

3. Die neuen sozialen Bewegungen in den siebziger Jahren: Hier werden die unterschiedlichen Strömungen analysiert, angefangen bei Bürgerinitiativen und Ökologiebewegungen über die Alternativbewegung bis hin zur neuen Frauenbewegung.

4. Von den Bürgerinitiativen zu den Grünen: Dieser Abschnitt beschreibt den Weg der Parlamentarisierung, die Gründung grüner Listen und die Nutzung geopolitischer Krisen zur Mobilisierung neuer Wählerschichten.

5. Zusammenfassung: Das Fazit fasst den Prozess der Etablierung der Grünen zusammen und ordnet diesen in die langfristige Entwicklung der politischen Kultur der Bundesrepublik ein.

Schlüsselwörter

Die Grünen, Bündnis 90, soziale Bewegungen, Bürgerinitiativen, Ökologiebewegung, Studentenbewegung, Alternativbewegung, Frauenbewegung, NATO-Doppelbeschluss, Parlamentarisierung, politische Kultur, Bundesrepublik Deutschland, außerparlamentarische Opposition, Umweltpolitik, Friedensbewegung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die historische Genese der Partei "Die Grünen" im Kontext der politischen Protestkultur der Bundesrepublik Deutschland von den 1950er bis zu den 1980er Jahren.

Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung abgedeckt?

Die zentralen Themen sind der Wandel der politischen Kultur, die Entstehung der Bürgerinitiativ-, Ökologie- und Alternativbewegungen sowie der Übergang von außerparlamentarischem Protest zu parlamentarischer Parteiarbeit.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage des Autors?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob die Entstehung der Grünen eher als langsamer gesellschaftlicher Wandel oder als direkte Reaktion auf plötzliche, dramatische Entwicklungen zu deuten ist.

Welche wissenschaftliche Methodik liegt dieser Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine historische Analyse und politikwissenschaftliche Einordnung, die auf der Auswertung bestehender Fachliteratur und historischer Quellen basiert.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Voraussetzungen der 1950er/60er Jahre, die detaillierte Darstellung der sozialen Bewegungen der 1970er Jahre und den Weg der Transformation dieser Bewegungen in eine parteipolitische Struktur.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie "neue soziale Bewegungen", "Ökologiebewegung", "Parteiwerdung", "NATO-Doppelbeschluss" und "politische Kultur" definiert.

Welche Rolle spielte der NATO-Doppelbeschluss für die Partei "Die Grünen"?

Der NATO-Doppelbeschluss diente als zentrales Mobilisierungsthema, das es den Grünen ermöglichte, sich als unverbrauchte Alternative zu den etablierten Parteien zu positionieren und wachsende Teile der Bevölkerung anzusprechen.

Warum wird die Spiegel-Affäre als Wendepunkt in der politischen Kultur erwähnt?

Die Spiegel-Affäre verdeutlichte das wachsende kritische Bewusstsein der Öffentlichkeit gegenüber autoritären Strukturen und Verletzungen demokratischer Grundrechte, was einen Nährboden für die außerparlamentarische Opposition bildete.

Was bedeutete die Parlamentarisierung für die Ökologiebewegung?

Die Parlamentarisierung war die Konsequenz aus der Erkenntnis, dass rein außerparlamentarische Proteste oft nicht ausreichten, um politische Entscheidungen oder umweltgefährdende Großprojekte langfristig zu stoppen.

Wie wirkten sich die internen Konflikte auf die frühen Wahlerfolge aus?

Interne Konflikte, insbesondere die Abgrenzung gegenüber K-Gruppen, waren für die Konsolidierung und das Vertrauen der Wähler in die grüne Partei essenziell, wie die Beispiele der Bremer Liste und des Gründungsparteitags in Karlsruhe zeigen.

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Detalles

Título
Protestbewegungen in der Bundesrepublik Deutschland von den fünfziger Jahren bis zur Entstehung der Partei "Die Grünen"
Universidad
University of Paderborn  (Fakultät für Kulturwissenschaften)
Curso
Hauptseminar "Bündnis 90/Die Grünen - eine ökologische Bewegung in der BRD"
Calificación
1,3
Autor
M. A. Carsten Müller (Autor)
Año de publicación
2001
Páginas
23
No. de catálogo
V170467
ISBN (Ebook)
9783640893416
ISBN (Libro)
9783640893195
Idioma
Alemán
Etiqueta
Soziale Bewegungen Parteien Grüne
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
M. A. Carsten Müller (Autor), 2001, Protestbewegungen in der Bundesrepublik Deutschland von den fünfziger Jahren bis zur Entstehung der Partei "Die Grünen", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170467
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