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Welche Rolle spielt die Bildung von Identität im Rahmen der Jugendphase?

Title: Welche Rolle spielt die Bildung von Identität im Rahmen der Jugendphase?

Master's Thesis , 2023 , 72 Pages , Grade: 2

Autor:in: Sahra Neisari (Author)

Pedagogy - General
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Summary Excerpt Details

Wer bin ich — und wie entsteht Identität in der Jugend?

Die Jugendphase ist eine der prägendsten und zugleich herausforderndsten Entwicklungszeiten im Leben eines Menschen. In dieser Phase suchen junge Menschen Orientierung, Zugehörigkeit und ein stabiles Selbstbild. Doch welche Faktoren beeinflussen diese Identitätsbildung wirklich — und welche Rolle spielen Familie, Peergroup, Medien und Schule dabei?

Diese fundierte Masterarbeit bietet einen klar strukturierten und interdisziplinären Einblick in die Identitätsentwicklung von Jugendlichen. Auf Grundlage zentraler Theorien aus Psychologie, Soziologie und Pädagogik analysiert die Arbeit die Jugend als komplexe Lebensphase und beleuchtet die Bedeutung verschiedener Sozialisationsinstanzen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Schule als pädagogischem Handlungsraum und darauf, wie Lehrkräfte Jugendliche professionell in ihrer Identitätsarbeit unterstützen können.

Die Leser*innen erwartet eine theoretisch fundierte, verständlich aufbereitete und praxisrelevante Auseinandersetzung mit einer der zentralen Fragen der Bildungswissenschaft.

Ideal für Studierende, Lehramtsanwärterinnen, Pädagoginnen und alle, die die Identitätsentwicklung Jugendlicher besser verstehen möchten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

  • 1. Einleitung
    • Wer bin ich eigentlich?
  • 2. Identitätsentwicklung
    • 2.1 Zum Begriff der Identität
    • 2.2 Der soziologische Interaktionismus
      • 2.2.1 Interaktionstheoretisches Identitätsmodell nach G.H. Mead
      • 2.2.2 Interaktionstheoretisches Identitätsmodell nach Lothar Krappmann - ein Vergleich zu G.H. Mead
    • 2.3 Identität aus Sicht der Psychologie
      • 2.3.1 Aufbau der Ich-Identität nach E. Erikson
      • 2.3.2 Die vier Formen der Identität nach Marcia
      • 2.3.3 Das „Patchwork“ der Identitäten in der Spätmoderne
    • 2.4 Identität aus Sicht der Pädagogik
      • 2.4.1 Mollenhauers Beitrag zur Klärung der Identitätsfrage
  • 3. Die Jugend als Lebensphase
    • 3.1 Zum Begriff der „Jugend"
    • 3.2 Die Jugendphase im Wandel
    • 3.3 Aus Sicht der Psychologie
    • 3.4 Aus Sicht der Soziologie
      • 3.4.1 Die Sicht der Jugendlichen unter Einbezug der Shell Jugendstudie
      • 3.4.2 Identität im Kontext verschiedener Sozialisationsinstanzen
        • 3.4.2.1 Familie als Instanz
        • 3.4.2.2 Peergroup als Instanz
        • 3.4.2.3 Medien als weitere Sozialisationsinstanz
        • 3.4.2.4 Schule als Instanz
    • 3.5 Aus Sicht der Pädagogik
      • 3.5.1 Wie kann man die Jugendlichen im schulischen Rahmen fördern? – Schule als pädagogischer Handlungsraum
  • 4. Abschließendes Fazit
  • Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Masterarbeit untersucht die fundamentale Frage nach der Rolle der Identitätsbildung in der Jugendphase. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis für den Begriff der Identität sowie für die Lebensphase der Jugend zu vermitteln und ihre wechselseitige Bedeutung klar herauszuarbeiten.

  • Definition und Entwicklung von Identität aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven.
  • Analyse der Jugendphase als kritischer Lebensabschnitt.
  • Betrachtung von Identität aus psychologischer, soziologischer und pädagogischer Sicht.
  • Die Rolle von Sozialisationsinstanzen wie Familie, Peergroup, Medien und Schule bei der Identitätsentwicklung.
  • Herausforderungen und Unterstützungsmöglichkeiten für Jugendliche in ihrer Identitätsarbeit.
  • Moderne Konzepte der Identität, wie die „Patchworkidentität“.

Auszug aus dem Buch

Das „Patchwork“ der Identitäten in der Spätmoderne

Die Identitätsform der kulturell adaptiven Diffusion von Marcia wurde von Elkind aufgenommen und weiterentwickelt. Elkind nennt diese auch „Patchworkidentität“ (vgl. Oerter/Montada 2002: 298). Sie stellt den Ausgangspunkt der aktuellen Identitätsforschung dar. Elkind geht davon aus, dass eine solche Identität im beruflichen Leben durchaus erfolgreich und funktionsfähig ist, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden und zu einem höheren Maß an Flexibilität zu gelangen. Dennoch fehlt ihr ein stabiler Kern an Verpflichtungen, sodass sie dem Anspruch einer erarbeiteten Identität nicht gerecht wird (vgl. ebd.). Auch Heiner Keupp greift diesen Begriff in seiner Identitätsforschung auf und entwickelt diesen weiter. Dabei stellt die steigende Individualisierung der Gesellschaft den Ausgangspunkt seiner Forschung dar. Denn durch das Wegfallen traditioneller Institutionen wie z. B. die berufliche Arbeit, Familie, soziale Normen, Traditionen und Milieus, orientieren sich Individuen heute deutlich stärker an Institutionen wie Arbeitsmarkt, Bildungssystem, Systemen sozialer Sicherung, Massenmedien und moderner Medizin (vgl. Beck in: Homepage Bundesministerium). Aufgrund des Wegfall von alten Werten und Normen kann auch ein sogenannter Sinnmangel entstehen, welcher sich durch Orientierungslosigkeit äußert. Dieser wird jedoch durch das Neuentdecken von alten Sinnanbietern, wie die traditionelle Kirche, religiöse Bewegungen aus anderen Gesellschaften, Lebensberatung und Therapien, politische und ideologische Ansichten sowie konservative Ausrichtungen welche versuchen, zu alten Werten und Normen zurückzukehren -, ersetzt (vgl. Scherr 2009: 133).

In der heutigen Identitätsforschung taucht der neue Begriff der „täglichen Identitätsarbeit“ auf, welcher zur Veränderung der aktuellen Forschung beiträgt (vgl. Keupp 2009: 1). Dieser Begriff verdeutlicht, dass es sich bei Identität vielmehr um einen Prozess handelt und weniger um ein festes Konstrukt wie noch in Eriksons Forschung beschrieben. So führt Keupp hier den Begriff des „Patchworks" ein, um zu verdeutlichen, dass das Individuum sowohl aktiv als auch kreativ an dem Prozess der Identitätsarbeit beteiligt ist (vgl. ebd.: 8). Während Erikson noch davon ausging, dass es bei der Identitätsentwicklung am Ende der Adoleszenz zu einer Kohärenz der Identität kommt, also zu einer Übereinstimmung im Denken, Handeln und Fühlen, wodurch ein stabiler Kern einer Identität erreicht wird, welcher die Frage nach dem „Wer bin ich?“ beantwortet (vgl. Fend 1991: 1), bricht die heutige Vorstellung von Identität mit der Grundannahme einer stabilen und sicheren Identität.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel führt in das Thema ein, beleuchtet die Relevanz der Identitätsbildung in der Jugendphase und stellt die zentrale Forschungsfrage der Arbeit vor.

2. Identitätsentwicklung: Dieses Kapitel widmet sich einer tiefgehenden Analyse des Identitätsbegriffs und seiner Entwicklung aus soziologischer, psychologischer und pädagogischer Perspektive.

3. Die Jugend als Lebensphase: Das Kapitel befasst sich mit der Jugend als spezifischer Lebensphase, deren Merkmale und Herausforderungen aus psychologischer, soziologischer und pädagogischer Sicht, unter Einbeziehung relevanter Sozialisationsinstanzen.

4. Abschließendes Fazit: Hier werden die wichtigsten Kernthesen der Arbeit zusammengefasst und die dynamische Natur der Identitätsbildung in der Jugendphase betont, sowie die Notwendigkeit von Authentizität und Anerkennung hervorgehoben.

Schlüsselwörter

Identität, Jugendphase, Adoleszenz, Identitätsentwicklung, Sozialisation, Psychologie, Soziologie, Pädagogik, Erikson, Marcia, Keupp, Patchwork-Identität, Selbstbild, Sozialisationsinstanzen, Schule, Kohärenzgefühl

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die vielschichtige Rolle der Identitätsbildung im Kontext der Jugendphase, um ein umfassendes Verständnis für diesen komplexen Entwicklungsprozess zu schaffen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themenfelder sind die Definition und Entwicklung von Identität aus verschiedenen wissenschaftlichen Perspektiven (Psychologie, Soziologie, Pädagogik), die Jugend als Lebensphase sowie die Einflussfaktoren und Sozialisationsinstanzen, die die Identitätsbildung prägen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, ein besseres Verständnis für den Begriff der Identität und die Phase der Jugend zu ermöglichen und die wechselseitige Rolle klar herauszuarbeiten. Die Forschungsfrage lautet: "Welche Rolle spielt die Bildung von Identität im Rahmen der Jugendphase?"

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verfolgt einen theoretischen Ansatz, indem sie Identitätsmodelle und -konzepte aus der Psychologie (z.B. Erikson, Marcia), Soziologie (z.B. Mead, Krappmann) und Pädagogik analysiert und gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Identitätsentwicklung aus soziologischer, psychologischer und pädagogischer Sicht beleuchtet, gefolgt von einer detaillierten Auseinandersetzung mit der Jugend als Lebensphase und den verschiedenen Sozialisationsinstanzen, die deren Identitätsbildung beeinflussen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Identität, Jugendphase, Adoleszenz, Identitätsentwicklung, Sozialisation, Psychologie, Soziologie, Pädagogik, Erikson, Marcia, Keupp, Patchwork-Identität, Selbstbild, Sozialisationsinstanzen, Schule.

Wie unterscheiden sich Meads und Krappmanns Identitätsmodelle?

Während Meads Modell davon ausgeht, dass Identität aus der Balance zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung entsteht, erweitert Krappmann dies um die Notwendigkeit, widersprüchliche Erwartungen und eigene Ansprüche auszubalancieren, wobei er die gesellschaftliche Veränderung stärker berücksichtigt.

Was versteht man unter dem Konzept der „Patchworkidentität“?

Die „Patchworkidentität“ (nach Elkind, weiterentwickelt von Keupp) beschreibt eine Identitätsform in der Spätmoderne, die sich durch eine hohe Flexibilität und die aktive, kreative Zusammensetzung verschiedener Teilidentitäten auszeichnet, ohne notwendigerweise einen stabilen Kern an Verpflichtungen zu besitzen.

Welche Rolle spielen soziale Medien bei der Identitätsentwicklung Jugendlicher?

Soziale Medien dienen als wichtige Sozialisationsinstanz, die vielfältige Rollen und Identitätsentwürfe präsentieren und das Experimentieren mit diesen ermöglichen. Sie beeinflussen das Selbstkonzept, die Werte- und Normenentwicklung sowie soziale Kompetenzen Jugendlicher, bergen aber auch Risiken wie Druck durch Schönheitsideale oder Cybermobbing.

Wie kann die Schule die Identitätsbildung Jugendlicher fördern?

Die Schule kann als pädagogischer Handlungsraum die Identitätsbildung durch Rollenerprobung, wertschätzendes Feedback und eine positive Fehlerkultur fördern. Lehrkräfte sollen eine wachstumsorientierte Einstellung zeigen und kulturelle Identitäten explizit ansprechen und wertschätzen.

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Details

Title
Welche Rolle spielt die Bildung von Identität im Rahmen der Jugendphase?
College
University of Cologne  (Erziehungswissenschaften)
Grade
2
Author
Sahra Neisari (Author)
Publication Year
2023
Pages
72
Catalog Number
V1704738
ISBN (PDF)
9783389182055
ISBN (Book)
9783389182062
Language
German
Tags
Masterarbeit, Jugendphase, Identitätsbildung, Identität, Psychologie Soziologie Jugendphase Identität Psychologie Masterarbeit Identitätsbildung Bildungswissenschaften
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sahra Neisari (Author), 2023, Welche Rolle spielt die Bildung von Identität im Rahmen der Jugendphase?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1704738
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