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Die Problematik des hemmungslosen Ausbaus des Sozialstaates - Beispiele anhand von Deutschland und Schweden

Title: Die Problematik des hemmungslosen Ausbaus des Sozialstaates - Beispiele anhand von Deutschland und Schweden

Seminar Paper , 2002 , 20 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Stefan Ambrosch (Author)

Politics - Political systems in general and in comparison
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Als neue Notgemeinschaft bezeichnete die Süddeutsche Zeitung im August des Jahres 2004 die Bestrebungen der deutschen Regierung, tiefgreifende Einschnitte am deutschen Wohlfahrtstaat durchzuführen. Hintergrund war die von der Regierung Schröder eingeleitete Reform des Arbeitsmarktes im Rahmen der Agenda 2010. In seiner langen Geschichte, so der Kommentator weiter, sei das deutsche Sicherungssystem erst zweimal in dem Maße reformiert worden, wie dies die deutsche Regierung seit der Mitte des Jahres 2002 vollziehe. Der Sozialstaat werde von einer Wohlstandsgemeinschaft in eine Notgemeinschaft zurückgeführt. Die Regierung besinne sich auf die ursprüngliche Idee des bismarckschen Wohlfahrtstaates zurück, deren Grundgedanke die Verhinderung elementaren Elends gewesen sei.
Kernpunkt der Reformen des Arbeitsmarktes ist das „Vierte Gesetz für Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ (Hartz IV Gesetz). Mit diesem Gesetz beschloss die Regierung die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe und führte als neues Prinzip des deutschen Sozialstaates die Leitlinie „Fördern und Fordern“ ein.

Vor allem. Hartz IV traf auf heftige Kritik in der Gesellschaft. Es stellt sich die Frage, ob Deutschland die Stärke und die Voraussetzungen besitzt, um derart umstrittene wie notwendige gesellschaftliche Veränderungen durchzuführen.

Im Jahre 2007 spricht die die deutsche Sozialdemokratie bereits wieder von Verlängerungen der Zahlungen des Arbeitslosengelds I für ältere Menschen, die unverschuldet in Arbeitslosigkeit geraten. Sicherlich liegen hinter diesem Anliegen vertretbare Gründe.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Ausbau des Wohlfahrtsstaates und mit den damit einher gehenden Problemen. Ein Vergleich wird hier mit Schweden gezogen, das sehr lange als der vorbildliche Wohlfahrtsstaat schlechthin galt. Die Probleme liegen hier v.a. in einer immer stärkeren finanziellen Handlungsunfähigkeit des Staates.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

DIE PROBLEME DER SOZIALEN SICHERUNGSSYSTEME

2. DEFINITION DES BEGRIFFES WOHLFAHRTSSTAAT

2.1. DEFINITION NACH GULDIMANN

2.2. DEFINITION NACH NULLMEIER

3. DER AUFBAU DES VOLKSHEIMS

3.1. DIE ALLGEMEINE SOZIALVERSICHERUNG

3.2 DIE SOZIALE MINDESTSICHERUNG

3.3. DIE ARBEITSLOSENVERSICHERUNG

3.4. AUSGANGSPUNKT FÜR DEN AUSBAU DES VOLKSHEIMS

4. WENDEPUNKTE DES SCHWEDISCHEN SOZIALSTAATES

4.1.DIE GESCHWÄCHTE WIRTSCHAFT

4.2.MASSENARBEITSLOSIGKEIT ALS NEUES PROBLEM

4.3.DAS NEUE ANSPRUCHSVERHALTEN DER MENSCHEN

4.4. SCHLUßFOLGERUNGEN AUS DEN GEGEBENHEITEN IN SCHWEDEN

5. AUSBLICKE: SCHWEDEN ALS VORBILD FÜR DEUTSCHLAND?

5.1. DIE MASSENARBEITSLOSIGKEIT IN DEUTSCHLAND

5.2. DIE KRISE DER DEUTSCHEN STAATSFINANZEN

5.3 SCHWEDEN ALS REFORMSTAAT

6. FAZIT

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik des hemmungslosen Ausbaus von Wohlfahrtsstaaten am Beispiel von Schweden und Deutschland, um aufzuzeigen, wie exzessive staatliche Sozialleistungen in wirtschaftliche Krisen und Staatsverschuldung führen können.

  • Analyse der historischen Entwicklung und der Finanzierungsstruktur des schwedischen "Volksheims".
  • Untersuchung der Ursachen für die wirtschaftliche Schwächung und Massenarbeitslosigkeit in Schweden.
  • Vergleich der sozioökonomischen Rahmenbedingungen zwischen Schweden und Deutschland.
  • Bewertung der Auswirkungen von staatlicher Überregulierung auf den Arbeitsmarkt und die Staatsfinanzen.
  • Diskussion über Schweden als mögliches Reformvorbild für die aktuelle deutsche Sozialpolitik.

Auszug aus dem Buch

4.2.Massenarbeitslosigkeit als neues Problem

Die wirtschaftlichen Probleme zogen natürlich auch das Problem der Arbeitslosigkeit mit sich. Ein Problem, welches Schweden über lange Zeit nicht kannte. Dafür gibt es Gründe. Denn ein Staatsziel war die Vollbeschäftigung. Darunter verstand Schweden eine Arbeitslosenrate von höchstens zwei Prozent. Um dieses Ziel zu halten, leistete man sich eine expansive Finanzpolitik und nahm (vgl. oben) Währungsabwertungen in Kauf. Diejenigen, die trotz dieser Maßnahmen in der Arbeitslosigkeit landeten, konnten sich auf die aktive Arbeitsmarktpolitik verlassen. Ein System von Umschulungsmaßnahmen sollte den Einstieg in andere Arbeitsbereiche ermöglichen. Außerdem tauchten jene Menschen nicht in der Arbeitslosenstatistik auf. So wurde bis 1993 eine Arbeitslosenquote zwischen zwei und vier Prozent gehalten, ein Jahr später schnellte die Quote jedoch auf 13 Prozent hoch. 1998 schätzte die OECD die erweiterte Arbeitslosenrate (also die Quote inklusive der verdeckten Arbeitslosigkeit) sogar auf 20 Prozent.

Zusammenfassung der Kapitel

DIE PROBLEME DER SOZIALEN SICHERUNGSSYSTEME: Einführung in die Problematik moderner Sozialstaaten und die Relevanz des Falls Schweden.

2. DEFINITION DES BEGRIFFES WOHLFAHRTSSTAAT: Theoretische Abgrenzung und begriffliche Einordnung durch unterschiedliche Ansätze von Guldimann und Nullmeier.

3. DER AUFBAU DES VOLKSHEIMS: Darstellung der drei Säulen des schwedischen Wohlfahrtsmodells und dessen historische Ausgangslage.

4. WENDEPUNKTE DES SCHWEDISCHEN SOZIALSTAATES: Analyse der wirtschaftlichen Krise, der Massenarbeitslosigkeit und des sich wandelnden Anspruchsverhaltens der Bevölkerung.

5. AUSBLICKE: SCHWEDEN ALS VORBILD FÜR DEUTSCHLAND?: Vergleich der ökonomischen Parallelen und Reformbemühungen zwischen Schweden und Deutschland.

6. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Reformnotwendigkeiten und der Notwendigkeit eines politischen Umdenkens.

Schlüsselwörter

Wohlfahrtsstaat, Sozialpolitik, Schweden, Deutschland, Massenarbeitslosigkeit, Staatsverschuldung, Volksheim, Sozialversicherung, Reformpolitik, Wirtschaftskrise, Strukturwandel, Staatsquote, Arbeitsmarkt, öffentliche Finanzen, Subventionen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Risiken, die mit einem exzessiven Ausbau des Wohlfahrtsstaates einhergehen, wobei Schweden als Fallbeispiel für eine Entwicklung vom Musterbeispiel hin zu einem überdehnten Versorgungsstaat dient.

Welche zentralen Themenfelder werden beleuchtet?

Im Zentrum stehen die Finanzierung sozialer Sicherungssysteme, die Auswirkungen von staatlichen Eingriffen auf die Wirtschaft sowie die soziokulturellen Folgen veränderter Anspruchshaltungen der Bürger.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Parallelen zwischen der historischen Krise Schwedens und der aktuellen Situation Deutschlands aufzuzeigen, um Lehren für notwendige politische Reformen zu ziehen.

Welche wissenschaftliche Methodik liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten Analyse, die ökonomische Daten und politikwissenschaftliche Definitionen miteinander verknüpft, um den kausalen Zusammenhang zwischen Sozialpolitik und ökonomischer Leistungsfähigkeit zu erläutern.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Wohlfahrtsstaates, den Aufbau des schwedischen Modells sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Wendepunkten der schwedischen Wirtschaft und der Massenarbeitslosigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text am besten?

Zu den Kernbegriffen zählen Sozialstaat, Massenarbeitslosigkeit, Staatsverschuldung, Strukturwandel, Reformpolitik und das schwedische "Volksheim".

Warum wird Schweden im Dokument als "Reformstaat" bezeichnet?

Schweden wird so bezeichnet, da das Land trotz seiner tiefen Wirtschaftskrise in den 90er Jahren unter der Regierung von Göran Persson entschlossene Sparmaßnahmen und Strukturreformen eingeleitet hat, um die Staatsfinanzen zu sanieren.

Wie unterscheidet sich laut Autor die Situation in Deutschland von jener in Schweden?

Obwohl es in beiden Ländern strukturelle Probleme wie hohe Staatsausgaben und Bürokratie gibt, betont der Autor, dass das Krisenbewusstsein in Deutschland noch weniger ausgeprägt ist als im Schweden der 90er Jahre.

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Details

Title
Die Problematik des hemmungslosen Ausbaus des Sozialstaates - Beispiele anhand von Deutschland und Schweden
College
University of Passau  (Lehrstuhl für Politikwissenschaft I)
Course
Proseminar: Sozialpolitik im internationalen Vergleich
Grade
1,7
Author
Stefan Ambrosch (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V17048
ISBN (eBook)
9783638217286
ISBN (Book)
9783638788021
Language
German
Tags
Problematik Ausbaus Sozialstaates Beispiele Deutschland Schweden Proseminar Sozialpolitik Vergleich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Ambrosch (Author), 2002, Die Problematik des hemmungslosen Ausbaus des Sozialstaates - Beispiele anhand von Deutschland und Schweden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/17048
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