In der vorliegenden Arbeit greife ich zunächst zwei für das Thema relevante theoretische Ansätze auf: Zum einen die theoretischen Grundlagen zum Krankheitsbild Depression. Zum anderen die bewegungsbezogenen Grundlagen, die explizit auf die Veränderung bewegungsbezogenen Verhaltens eingehen.
Anfangs wird erklärt was sich hinter dem Ausdruck der Depression verbirgt. Danach werden dann die verschiedenen Formen der Depression dargestellt. Des weiteren werden die Merkmale, Symptome sowie Erklärungsansätze der Depression erläutert. Weiterhin werden besonders die zwei großen Säulen zur Behandlung einer Depression erläutert, zum einen die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten,
mit einigen Beispielen, die zur Dämpfung depressiver Symptome beitragen. Und zum anderen werden einige Beispiele der Psychotherapie
erläutert. Das darauf folgende Kapitel beschäftigt sich mit den bewegungsbezogenen Grundlagen. Vor allem geht es hier um die Wirkung von körperlicher Aktivität auf depressiv erkrankte Menschen. Dann zeige ich die verschiedenen reittherapeutischen Ansätze auf und lege mein Konzept dieses Trainings dar. Danach stelle ich die Menschen vor, mit denen ich mein Bewegungstraining mit dem Pferd durchführe, und beschreibe die Durchführung desselben. Nach einer ausführlichen Reflexion wird die Arbeit mit daraus folgernden visionären Ideen abgerundet.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Einleitung
3. Problembeschreibung
4. Theorien:
Depression:
Definition
Symptome
Formen der Depression
Merkmale einer Depression
Erklärungsansätze
Biochemische Faktoren
Erblichkeit
Klassifikation
Diagnostik
Medikamentöse Behandlung
Psychotherapie
Bewegungsbezogene Grundlagen:
Definition von Sporttherapie
Inhalt der Bewegungstherapie
Ziele der Bewegungstherapie
Körpertherapie
Wirkung von körperlicher Aktivität
Aktueller Forschungsstand zum Krankheitsbild
5. Hypothesen
6. Bewegung und heilpädagogisches Reiten
7. Trainingskonzept
8. Ziele
9. Methodisch-didaktische Prinzipien
10. Heilpädagogische Erfassung der Personen
11. Beschreibung des Prozessverlaufes
12. Reflexion
13. Beschreibung der Institution
14. Quellenangaben und Hilfsmittel:
- Verwendete Bücher
- Zeitschriften
- Internet
- PC Software
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht das Potenzial einer heilpädagogischen, bewegungsorientierten Begleitung mit dem Pferd als unterstützende Maßnahme für Menschen mit Depressionen und Assistenzbedarf. Ziel ist es, Wege aufzuzeigen, wie körperliche Aktivität als Motivationsinstrument eingesetzt werden kann, um Antriebslosigkeit zu überwinden, das körperliche Befinden zu verbessern und soziale Kontakte zu fördern, um somit einen Beitrag zur Linderung depressiver Symptome zu leisten.
- Grundlagen der Depression und ihre Auswirkungen auf die Psychomotorik.
- Die Bedeutung von körperlicher Aktivität und Sporttherapie für psychisch erkrankte Menschen.
- Einsatz des Pferdes als Motivationsinstrument in der heilpädagogischen Begleitung.
- Praktische Erfassung von betroffenen Personen und Erprobung eines Trainingskonzepts.
- Reflexion über die therapeutische Wirksamkeit und die Integration in den Einrichtungsalltag.
Auszug aus dem Buch
Merkmale einer Depression:
Für alle depressiven Zustände gibt es fünf Merkmale die miteinander in Verbindung stehen: Innere Leere, Selbstmitleid, Energieverlust, Aufgeben und Schwarzmalerei (Gillett, 1988, S. 20). Depressive Menschen versuchen ihr Leid vor anderen zu verstecken, dennoch zeigen die meisten Symptome, die sich auf das Erleben und die Gefühlswelt der Erkrankten auswirken. Sie spüren eine innere Leere, sind bedrückt oder trostlos. Häufig leiden depressive Menschen an mangelndem Selbstwertgefühl, Minderwertigkeitsgefühl und negativer Selbsteinschätzung, das heißt der Gefahr des ständigen Versagens.
Ein weiteres Symptom, ist die Hoffnungslosigkeit. Alles wird negativ bewertet, Freude ist ihnen fremd oder erscheint ihnen wertlos, der Glaube an das Gute schwindet. Alle Ziele die man einst hatte sind verschwunden oder werden als sinnlos erkannt (Stange, 1999, S. 39 ff). Durch Abnehmen des Leistungsvermögens wird die Hoffnungslosigkeit immer mehr bestärkt. Umso weniger aktiv ein Mensch ist, umso schlechter geht es ihm (Gillett, 1988, S. 22). Depressiv erkrankte Menschen fehlt der Antrieb, die Initiative Dinge zu tun. Dinge die sie früher gerne gemacht haben, werden nun als lästig oder müh-sam empfunden. Sie fühlen sich schwach, kraftlos und erschöpft (Stange, 1999, S.39 ff). Sie verlieren ihr Interesse an gewohnten Aktivitäten. Für manche depressiv erkrankte Menschen stellt der Suizid den letzten Ausweg und somit die endgültige Flucht der Belastungen des Lebens dar (Comer, 1995,S. 288). Der Gedanke an den Tod stellt für Betroffene oft eine Erleichterung dar. Manche fühlen sich so krank, dass sie meinen der Tod drohe ihnen ohnehin (Gillet, 1988, S. 30).
“…Schätzungen zufolge nehmen sich zwischen sieben und 15 Prozent der Menschen, die an einer Depression leiden, das Leben…” (Comer, 1995, S. 288; nach Coryell und Winokur, 1992; Tsuang, 1978).
Alles was um einen herum passiert ist schwarz egal ob Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Die Autorin begründet ihre Themenwahl durch ihre Arbeit in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung und ihr Interesse an der tiergestützten pädagogischen Arbeit.
2. Einleitung: Hier werden die persönliche Motivation der Autorin sowie die theoretische Verknüpfung von Depression, geistiger Behinderung und Bewegung thematisiert.
3. Problembeschreibung: Das Kapitel erläutert die Depression als multifaktorielle Erkrankung und ihre weitreichenden Auswirkungen auf Betroffene und ihr Umfeld.
4. Theorien: Dieser umfassende theoretische Teil beleuchtet Definitionen, Symptome, Behandlungsansätze sowie die wissenschaftlichen Grundlagen der Sporttherapie bei Depressionen.
5. Hypothesen: Die Autorin reflektiert die Ausgangsfrage nach der Eignung körperlicher Aktivität zur Linderung von Depressionen unter Einbeziehung des Pferdes als Medium.
6. Bewegung und heilpädagogisches Reiten: Dieses Kapitel ordnet das Therapeutische Reiten als Förderinstrument ein und differenziert zwischen den Anwendungsbereichen.
7. Trainingskonzept: Es wird der konkrete Plan für das Projekt „Rundlauf in Begleitung des Pferdes“ vorgestellt, inklusive Zielgruppe und zeitlichem Rahmen.
8. Ziele: Die Autorin definiert die ressourcenorientierte Förderung und die ganzheitliche Wirkung der Arbeit mit dem Pferd auf Motorik und Psyche.
9. Methodisch-didaktische Prinzipien: Hier werden die pädagogischen Leitlinien wie Freiwilligkeit, Empowerment und Subjektzentrierung dargelegt.
10. Heilpädagogische Erfassung der Personen: Die drei Klienten der Einrichtung werden in ihrer Persönlichkeit, ihrer Symptomatik und ihrem bisherigen Lebensweg beschrieben.
11. Beschreibung des Prozessverlaufes: Dieser Abschnitt dokumentiert die praktischen Erfahrungen, Begegnungen und Reflexionen während der Durchführung des Projekts.
12. Reflexion: Die Autorin resümiert die Projektergebnisse und bewertet die Wirksamkeit der tiergestützten Arbeit für die Klienten.
13. Beschreibung der Institution: Es erfolgt eine kurze Vorstellung der „soz.ther. Gem. WW“ als Einsatzort und Lebensgemeinschaft für Menschen mit Assistenzbedarf.
14. Quellenangaben und Hilfsmittel: Auflistung der verwendeten Fachliteratur, Zeitschriften, Internetquellen und Software.
Schlüsselwörter
Heilpädagogik, Depression, Assistenzbedarf, therapeutisches Reiten, Bewegungstherapie, Sporttherapie, Psychomotorik, Resilienz, Empowerment, tiergestützte Intervention, körperliche Aktivität, geistige Behinderung, Verhaltensauffälligkeiten, Inklusion, Gesundheitsförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie eine bewegungsorientierte heilpädagogische Begleitung unter Einbeziehung von Pferden Menschen mit einer Depression und zusätzlichem Assistenzbedarf unterstützen kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die Depression bei Menschen mit geistiger Behinderung, die theoretischen Grundlagen der Sport- und Bewegungstherapie sowie die praktische Anwendung tiergestützter Interventionen zur Aktivierung betroffener Personen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, dass körperliche Aktivität mit dem Pferd eine wirksame und geeignete Maßnahme ist, um bei den Klienten Antriebslosigkeit zu mindern, das psychische Befinden zu verbessern und soziale Ressourcen zu stärken.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturrecherche zu depressionstherapeutischen Ansätzen und die qualitative Dokumentation von Beobachtungen in ihrer praktischen Arbeit mit den Klienten im Rahmen eines selbst entwickelten Trainingskonzepts.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine theoretische Aufarbeitung des Krankheitsbildes Depression (Symptome, Ursachen, Behandlung), die wissenschaftlichen Grundlagen der Bewegungstherapie sowie die konkrete Beschreibung der Klienten und des durchgeführten Projekts „Rundlauf in Begleitung des Pferdes“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Heilpädagogik, Depression, tiergestützte Intervention, Psychomotorik und Empowerment charakterisieren.
Wie reagieren die Klienten O., M. und P. auf das Angebot?
Die Klienten zeigen sehr unterschiedliche Reaktionen: Während M. das Pferd als vertrauten Begleiter akzeptiert und seine Lebensgeschichte teilt, zeigt P. teilweise Ängste im Kontakt mit Tieren, die er jedoch durch die einfühlsame Begleitung der Autorin überwinden lernt.
Welche Herausforderungen nennt die Autorin in der Durchführung?
Eine zentrale Herausforderung ist die institutionelle Einbindung und der vorgegebene Tagesrhythmus, der wenig Raum für zusätzliche Angebote lässt, sowie die Schwierigkeit, die Klienten bei Antriebslosigkeit kontinuierlich zur Mitarbeit zu motivieren.
- Quote paper
- Angelika Brück (Author), 2010, Heilpädagogische bewegungsorientierte Begleitung mit dem Pferd bei an Depression erkrankten Menschen mit Assistenzbedarf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170600