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Der Fischer (frei nach Johann Sebastian Goethe) - Stilmittel und Wirkung einer Parodie

Title: Der Fischer (frei nach Johann Sebastian Goethe) - Stilmittel und Wirkung einer Parodie

Term Paper , 2009 , 13 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Philipp Aissen (Author)

Didactics for the subject German - Literature, Works
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Summary Excerpt Details

„Wie ich ein Todfeind sey von allem Parodiren und Travestiren hab‘ ich nie verhehlt: aber nur deswegen bin ich’s, weil dieses garstige Gezücht das Schöne, Edle, Grosse herunterzieht, um es zu vernichten.“
Wie diesem Zitat zu entnehmen ist, war Goethe nicht gerade ein glühender Verehrer der, oftmals als parasitär bezeichneten, Gattung Parodie. Eine Daseinsberechtigung gestand er ihr nur ein, sofern sie berechtigte Kritik am Original äußert oder ein „kreatives Potential“ entfaltet. Der Untersuchungsgegenstand dieser Hausarbeit erfüllt beide Kriterien. Ob Goethe Gefallen an Heinz Erhardts Parodie „Der Fischer (frei nach Johann Sebastian Goethe)“ gefunden hätte, muss leider offen bleiben.
Um Textverweise zu erleichtern, sind in vorliegender Hausarbeit beide Versionen des Fischers abgedruckt. Bevor sich der Blick jedoch auf Original und Adaption richtet, werden einige Definitionsversuche der Parodie im Allgemeinen vorgestellt, um eine theoretische Grundlage zu schaffen.
Heinz Erhardt war ein (Unsinns-)Poet, der nie als solcher wahrgenommen wurde und eher als sympathischer Dicker aus zahlreichen Klamaukfilmen der Nachkriegszeit in Erinnerung geblieben ist. Dass Erhardt weit mehr war als ein blödelnder Komiker mit Hang zur einfachen Pointe, zeigen allein schon seine Balladenparodien, die sich unter anderem Goethe, Schiller und Bürger widmen und dabei eine ganz spezielle Originalität entfalten.
Diese Hausarbeit erhebt nicht den Anspruch, eine vollständige Balladenanalyse zu leisten, vielmehr geht es darum Erhardts parodistische „Werkzeuge“ und deren Wirkung zu beschreiben. Wie schafft er es Goethe lächerlich zu machen? Wie beeinflusst seine Parodie die spätere Rezeption eines lebendigen Kulturguts?
Als Arbeitsgrundlage diente hauptsächlich Waltraud Wendes „Goethe-Parodien…“, das Heinz Erhardt leider kaum Beachtung schenkt, aber Licht in das terminologische Wirrwarr bringt, das Gérard Genette mit seinen strikten Ein- und Abgrenzungsversuchen der Parodie nur weiter zu verdunkeln droht. Aufschlussreich für die Annäherung an die Person Heinz Erhardt ist Heinrich Detering. Nicht nur im Nachwort seiner Erhardt Sammlung „Von der Pampelmuse geküsst“, sondern auch in Vorträgen versucht er einen Dichter zu rehabilitieren, dem die Anerkennung für sein poetisches Schaffen zumeist verwehrt blieb.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.1 Begriffsgeschichte

2.2 Aktuelle Definitionsversuche und funktionale Bestimmung

3. Zum Anspruch eines verkannten Poeten

4.1 J.W. Goethe Der Fischer (1778)

4.2 Heinz Erhardt: Der Fischer (frei nach Johann Sebastian Goethe)

5. Parodistische Stilmittel

5.1 Übererfüllung vs. Untererfüllung

5.2 Überschrift

5.3 Kurze Formanalyse

5.4 Übertreibung der Wiederholungen

5.5 Figurenentmachtung des Fischers

5.6 Figurenentmachtung des Fischweibes

5.7 Reimen auf Biegen und Brechen

5.8 Tempusbeibehaltung

6. Wirkung

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die parodistischen Stilmittel und die Wirkung von Heinz Erhardts Balladenparodie „Der Fischer“ im Vergleich zu Goethes Original, um zu analysieren, wie durch formale und inhaltliche Transformationen eine Entmystifizierung des literarischen Kulturguts erreicht wird.

  • Grundlagen und Begriffsgeschichte der Parodie
  • Vergleichende Analyse von J.W. Goethes „Der Fischer“ und Heinz Erhardts Adaption
  • Identifikation parodistischer Werkzeuge (z. B. Übererfüllung, Figurenentmachtung)
  • Untersuchung der Wirkung auf die Rezeptionsgeschichte

Auszug aus dem Buch

5.5 Figurenentmachtung des Fischers

Goethes Fischer sieht im Original „ruhevoll“ nach seiner Angel „Und ward (in Strophe IV) nicht mehr gesehn.“. Dieser Moduswechsel beschreibt symbolisch den Wandel des Fischers vom aktiven zum passiven Objekt, das der Faszination des Fischweibes erliegt und schließlich halb gezogen halb hingesunken untergeht. Nachvollziehbar wird diese Wandlung auch durch die Attribute seines Herzens, die von „kühl“ zu „sehnsuchtsvoll“ wechseln. Erhardts Protagonist macht keinen nachvollziehbaren Wandel durch. Er wird bereits durch sein Schlafen der Lächerlichkeit Preis gegeben, um letztlich ganz banal ins Wasser zu „sterzen“ und zu ersaufen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Parodie sowie Vorstellung des Untersuchungsgegenstandes und der methodischen Herangehensweise.

2.1 Begriffsgeschichte: Historischer Überblick über die Herkunft und Entwicklung des Begriffs Parodie von der Antike bis zur Gegenwart.

2.2 Aktuelle Definitionsversuche und funktionale Bestimmung: Auseinandersetzung mit modernen Kategorisierungen der Parodie, insbesondere der Differenzierung in triviale, textkritische und instrumentale Formen.

3. Zum Anspruch eines verkannten Poeten: Darstellung der Künstlerpersönlichkeit Heinz Erhardt und seiner Motivation hinter den Balladenparodien.

4.1 J.W. Goethe Der Fischer (1778): Abdruck der Originalballade von Johann Wolfgang Goethe als Referenztext.

4.2 Heinz Erhardt: Der Fischer (frei nach Johann Sebastian Goethe): Abdruck der parodistischen Adaption durch Heinz Erhardt.

5. Parodistische Stilmittel: Detaillierte Untersuchung der sprachlichen und formalen Mittel, die Erhardt zur Komisierung nutzt.

5.1 Übererfüllung vs. Untererfüllung: Theoretische Abgrenzung der zentralen Stilmittel zur Analyse der Parodie.

5.2 Überschrift: Analyse des Titels als erste Instanz der parodistischen Verfremdung.

5.3 Kurze Formanalyse: Betrachtung der strukturellen Anpassungen, wie Strophenkürzung und Reimschema.

5.4 Übertreibung der Wiederholungen: Untersuchung der parodistischen Handhabung von Parallelismen und Redundanzen.

5.5 Figurenentmachtung des Fischers: Analyse der Deplatzierung des Protagonisten durch Erhardts narrative Gestaltung.

5.6 Figurenentmachtung des Fischweibes: Untersuchung der Entzauberung der mystischen Figur durch plumpe Wortwahl und Darstellung.

5.7 Reimen auf Biegen und Brechen: Analyse der künstlichen Reimproduktion als Mittel der ästhetischen Ironisierung.

5.8 Tempusbeibehaltung: Untersuchung der Wirkung des Tempuswechsels im Vergleich zum Original.

6. Wirkung: Reflexion über den Einfluss der Parodie auf die Rezeption des literarischen Originals.

7. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der parodistischen Leistung und der Entmachtung des literarischen Kulturguts.

Schlüsselwörter

Parodie, Heinz Erhardt, Johann Wolfgang Goethe, Der Fischer, Balladenanalyse, Literaturkritik, Figurenentmachtung, Stilmittel, Komik, Rezeptionsgeschichte, Entmystifizierung, Travestie, Textverarbeitung, Literaturwissenschaft, Nonsens.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie Heinz Erhardt in seiner Balladenparodie „Der Fischer“ die bekannte Vorlage von Johann Wolfgang Goethe stilistisch und inhaltlich transformiert, um sie der Lächerlichkeit preiszugeben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Definition der Parodie, die Analyse spezifischer parodistischer „Werkzeuge“ sowie die Wirkung dieser Adaption auf die Rezeption des ursprünglichen Kulturguts.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, mit welchen Mitteln es Erhardt gelingt, Goethe lächerlich zu machen, und wie diese Parodie die spätere Wahrnehmung der Originalballade beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative literaturwissenschaftliche Analyse, basierend auf einer dreiteiligen funktionalen Differenzierung der Parodie (trivial, textkritisch, instrumental).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Parodie, die Vorstellung der Künstlerpersönlichkeit Erhardt sowie eine detaillierte Analyse der parodistischen Stilmittel anhand der beiden Textfassungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Wichtige Begriffe sind Parodie, Figurenentmachtung, Rezeptionsgeschichte, Entmystifizierung sowie der Vergleich zwischen hoher Dichtkunst und trivialer Sprache.

Wie unterscheidet Erhardt sein „Fischweib“ von Goethes Original?

Während Goethe das Weib als mystisches, erhabenes Wesen darstellt, entmachtet Erhardt sie, indem er sie auf einer Flöte „tuten“ lässt und ihr eine Sprache verleiht, die jeglichen Nimbus raubt.

Was bedeutet der Begriff „Reimen auf Biegen und Brechen“ im Kontext der Analyse?

Dieser Begriff beschreibt Erhardts Technik, Wörter und Klänge künstlich so anzupassen, dass sie sich reimen, was die Absurdität der Form und die künstlerische Freiheit ironisch hervorhebt.

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Details

Title
Der Fischer (frei nach Johann Sebastian Goethe) - Stilmittel und Wirkung einer Parodie
College
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien)
Course
Fantastische Literatur der Goethe Zeit
Grade
2,3
Author
Philipp Aissen (Author)
Publication Year
2009
Pages
13
Catalog Number
V170672
ISBN (eBook)
9783640896714
ISBN (Book)
9783640896813
Language
German
Tags
fischer johann sebastian goethe) stilmittel wirkung parodie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Philipp Aissen (Author), 2009, Der Fischer (frei nach Johann Sebastian Goethe) - Stilmittel und Wirkung einer Parodie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/170672
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